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08.09.2026 | 05:10

Volvo, dynaCERT, Caterpillar – Der Diesel verschwindet nicht über Nacht

  • Wasserstoff
Bildquelle: Pixabay

Die Nutzfahrzeugindustrie steht vor einem gewaltigen Umbau. Batterie, Wasserstoff und effizientere Verbrennungstechnologien konkurrieren um einen Markt, in dem Millionen schwere Maschinen noch viele Jahre mit Diesel betrieben werden dürften. Gleichzeitig wächst der Druck, Kraftstoffverbrauch und Emissionen schnell zu reduzieren. Diese Übergangsphase eröffnet einen Milliardenmarkt. Während die großen Hersteller Milliarden in die Antriebe der Zukunft investieren, könnten Technologien profitieren, die bereits bestehende Flotten sauberer und effizienter machen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VOLVO A FRIA | SE0000115420 , CATERPILLAR INC. DL 1 | US1491231015 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF

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Inhaltsverzeichnis:


    Volvo - Wasserstoff-Offensive nimmt Fahrt auf

    Der Nutzfahrzeughersteller Volvo geht im Bereich Wasserstoff voran und plant gemeinsam mit weiteren Großunternehmen und politischen Vertretern den Aufbau einer Infrastruktur für schwere Lastkraftwagen, die mit Wasserstoff angetrieben werden, um den europäischen Schwerlastverkehr wettbewerbsfähig zu machen. Bis zum Jahr 2030 soll ein funktionsfähiges Versorgungssystem entstehen. Volvo kooperiert dabei mit Firmen aus dem Transportwesen, der Energiebranche sowie der Industrie, darunter Toyota, Daimler Truck und Bosch.

    Ein zentrales Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Tankstellen an wichtigen europäischen Verkehrswegen zu errichten. Parallel dazu sollen entsprechende Lkw-Flotten auf die Straßen gebracht werden. Damit Speditionen diese Technik wirtschaftlich nutzen können, strebt die Allianz einen günstigen Wasserstoffpreis an, der die Gesamtbetriebskosten auf einem konkurrenzfähigen Niveau hält. Wasserstoff gilt in diesem Vorhaben als Ergänzung zu Fahrzeugen mit Batterieantrieb. Genauere Pläne zu diesem Projekt werden Mitte September 2026 auf der Messe IAA Transportation in Hannover vorgestellt.

    Auf derselben Messe präsentiert Volvo zudem eine neu entwickelte Plattform für Verbrennungsmotoren mit 13 Litern Hubraum. Diese Antriebe sind für verschiedene schwere Lkw-Modelle des Herstellers vorgesehen und sollen ab Anfang 2027 an Kunden ausgeliefert werden. Die Motoren zeichnen sich durch ihre Nutzbarkeit mit unterschiedlichen Kraftstoffen aus. Neben herkömmlichem Diesel können die Fahrzeuge auch mit Biodiesel, flüssigem Biogas und ab 2030 mit grünem Wasserstoff betrieben werden.

    Volvo teilt das Angebot in zwei Grundversionen auf, die für flüssige beziehungsweise gasförmige Betriebsstoffe konzipiert sind. Technische Änderungen an den Bauteilen, wie modifizierte Kolben und Turbolader, senken den Kraftstoffbedarf um bis zu 4 %. Eine automatische Abschaltung des Motors bei leichtem Gefälle trägt zusätzlich zur Reduzierung des Verbrauchs bei. Mit diesen neuen Antrieben bereitet sich das Unternehmen auf zukünftige Abgas- und Lärmvorschriften vor. Im Gegenzug will Volvo die Produktion der bisherigen Motoren mit elf Litern Hubraum bis spätestens Ende 2027 einstellen.

    dynaCERT – Jetzt beginnt die entscheidende Phase

    Bei dynaCERT könnte aus jahrelanger Entwicklungsarbeit zunehmend ein skalierbares Geschäft entstehen. Besonders Vietnam entwickelt sich zum wichtigen Referenzmarkt. Dort laufen HydraGEN-Systeme inzwischen in unterschiedlichen Anwendungen, von Lkw und Containerumschlaggeräten im Hafenbetrieb bis zu Projekten in der Abfallwirtschaft sowie Öl- und Gasindustrie. Der entscheidende Schritt gelang bereits im Juni. Nach erfolgreicher Pilotphase erhielt dynaCERT eine erste Serienbestellung eines vietnamesischen Logistikunternehmens.

    Das Potenzial reicht jedoch weit über Vietnam hinaus. Gespräche in Kambodscha, Indonesien und Japan zeigen, dass sich aus den Referenzprojekten ein Sprungbrett für die Expansion in Asien entwickeln könnte.

    dynaCERT adressiert dabei einen riesigen Bestandsmarkt. Weltweit werden noch über Jahre Millionen dieselbetriebene Lkw, Baumaschinen, Minenfahrzeuge und Generatoren eingesetzt. Statt diese teuer auszutauschen, setzt HydraGEN direkt am bestehenden Motor an. Wasserstoff und Sauerstoff werden an Bord erzeugt und der Verbrennung zugeführt. Die Ziele sind eine effizientere Verbrennung, weniger Kraftstoffverbrauch und geringere Emissionen. Gerade für Flottenbetreiber kann diese Nachrüstbarkeit wirtschaftlich interessant sein.

    Eine zweite Säule könnte zusätzlichen Wert schaffen. Über die Telematik-Plattform HydraLytica lassen sich Betriebs-, Verbrauchs- und Emissionsdaten erfassen. In Verbindung mit der von Verra zertifizierten Methodik eröffnet sich perspektivisch sogar die Möglichkeit, nachweisbare CO2-Einsparungen über Emissionszertifikate zu monetarisieren.

    Damit kommt dynaCERT an einen entscheidenden Punkt. Aus Pilotprojekten müssen nun größere Flotten- und Serienaufträge werden. Die Finanzierung über 5 Mio. CAD verschafft dem Unternehmen zusätzlichen Spielraum für den Vertrieb. Gelingt die Skalierung, könnte aus dem riesigen weltweiten Dieselbestand ein riesiger Markt werden.

    Caterpillar - KI-Offensive gestützt durch hohe Analystenerwartungen

    Die Technologisierung ist bisher nicht wirklich in der Bauindustrie angekommen. Caterpillar will dies nun ändern und hat eine strategische Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen FieldAI geschlossen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, künstliche Intelligenz, autonome Systeme und Robotik verstärkt auf Baustellen und in Industrieanlagen einzusetzen. Durch die Kombination von Caterpillars langjähriger Erfahrung im Maschinenbau und den anfallenden Betriebsdaten mit den KI-Modellen von FieldAI sollen Arbeitsabläufe sicherer und effizienter gestaltet werden.

    Ein wesentlicher Bestandteil der Kooperation ist die Nutzung von Echtzeitdaten, um beispielsweise digitale Zwillinge von Anlagen zu erstellen. Dies wird unter anderem durch Rechentechnologien von Nvidia unterstützt und ermöglicht es, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen sowie Inspektionen zu automatisieren. FieldAI, das über ein Team von Fachleuten aus Organisationen wie der NASA und Google verfügt, bringt dabei vor allem seine Expertise für robotergestützte Software in unstrukturierten Umgebungen ein.

    Auf dem Finanzmarkt steht die Caterpillar-Aktie derweil unter genauer Beobachtung der Analysten. Baird bewertet die Aktie aktuell mit der Einstufung „Neutral“ und nennt ein Kursziel von 970 USD. Grundlage für diese Einschätzung sind die besonders starken Geschäftszahlen aus dem zweiten Quartal 2026, in dem das Unternehmen ein starkes Wachstum beim Auftragsbestand und beim Gewinn verbuchen konnte.
    Die Experten von Baird gehen jedoch davon aus, dass diese Spitzenwerte in Zukunft voraussichtlich nicht dauerhaft auf diesem extrem hohen Niveau gehalten werden können. Zudem besitzt das Wertpapier derzeit ein recht hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis, was für eine bereits sehr ambitionierte preisliche Bewertung spricht. Andere Finanzexperten zeigen sich zuversichtlicher. Nach den guten Quartalsergebnissen haben einige Institute ihre Kursziele für Caterpillar auf über 1.000 USD angehoben, nicht zuletzt, weil der Konzern auch seine allgemeinen Umsatzprognosen für das laufende Jahr nach oben angepasst hat.


    Die Transformation des Schwerlastverkehrs wird kein schneller Austausch des Diesels. Volvo investiert gemeinsam mit Industriepartnern in ein europäisches Wasserstoff-Ökosystem, während Caterpillar schwere Maschinen mit KI, Autonomie und neuen Antriebstechnologien weiterentwickelt. Für dynaCERT liegt genau in der langen Übergangsphase die Chance. Millionen bestehende Dieselmotoren könnten noch Jahre betrieben werden. Werden aus den Pilotprojekten in Vietnam größere Serienaufträge, könnte HydraGEN vom Nischenprodukt zur wirtschaftlich interessanten Brückentechnologie werden.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

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