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25.06.2026 | 05:30

Wolfram als Nadelöhr: Guter Einstiegspunkt bei Almonty Industries? Alarm bei Rheinmetall! Intel im Aufwind.

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Bildquelle: pixabay.com

Die Wolframpreise sind in den vergangenen Monaten nach oben geschnellt. Die Lager schrumpfen, China drosselt die Ausfuhr. Die Nachfrage aus Rüstung, Chips und Medizintechnik übersteigt das Angebot. Analysten warnen vor Unterversorgung. Der Preis je metrischer Tonne (MTU), sprich 10 kg, liegt schon länger über der 3.000 USD Marke. Das Metall wird zum Nadelöhr für Panzerungen, Prozessoren, Hightech. Um dieser Abhängigkeit zu entgehen gibt es nur wenige westliche Produzenten. Almonty Industries mit dem größten Wolframvorkommen außerhalb Chinas rückt da in den Fokus. Mit Rheinmetall und Intel schauen wir uns die aktuelle Situation von einem Rüstungsunternehmen und einem Chipproduzenten genauer an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , INTEL CORP. DL-_001 | US4581401001

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – nutzt die Wolfram-Krise

    Wer über Halbleiter redet, redet über Silizium. Wer über Rüstung redet, redet über Stahl. Beides ist einerseits richtig, aber andererseits falsch. Denn ohne Wolfram gibt es keine Panzerung, keine Geschosse, keine Chips. Das Metall härtet, schützt, leitet Hitze ab. Es ist das heimliche Rückgrat jeder Hightech-Industrie. Und China kontrolliert rund 80 % der weltweiten Förderung. Eine strategische Abhängigkeit, die Washington längst als Sicherheitsrisiko eingestuft hat. Ab 2027 fliegt chinesisches Wolfram aus den militärischen Lieferketten der USA. Wer dann liefern kann, spielt eine dominante Rolle im Westen. Almonty Industries hat genau das verstanden und sich mit der Sangdong-Mine in Südkorea eine Position geschaffen, die auf lange Sicht konkurrenzlos ist.

    Die Mine läuft. Phase 1 produziert seit März, das Brechwerk ist zertifiziert, erste Chargen sind verschifft. Parallel bohrt Almonty nach Molybdän auf der Liegenschaft. Das ist ein Metall, das Südkorea akut knapp wird. Die Regierung in Seoul warnt öffentlich vor Versorgungsengpässen und hat private Unternehmen um Unterstützung gebeten. Almonty versucht seine Molybdänressource genauer zu untersuchen mit 26 Bohrlöchern über insgesamt 12.000 m. Die ersten Ergebnisse bestätigen die historischen Gehalte. Das Unternehmen will die Erschließung des zweiten kritischen Rohstoffs beschleunigen. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen über eine Wandelanleihe 772,7 Mio. USD Nettoerlöse. Die Anleihe war mehrfach überzeichnet, was als ein Vertrauensbeweis institutioneller Anleger zu werten ist. Und im Juni folgt der nächste Meilenstein, die Aufnahme in die Russell-Indizes, die Almonty für ETFs und Fondsmanager sichtbar macht. Der Stichtag ist der 29. Juni.

    Laut Branchenprognosen klafft bereits in diesem Jahr eine globale Angebotslücke im Wolframmarkt. Genau in diesem Moment fährt Sangdong hoch – pünktlich, planmäßig, dringend benötigt. Diese Lücke ist kein Risiko, sondern eine Einladung. Während andere Projekte scheitern oder Jahre brauchen liefert Almonty bereits. Die ersten Konzentrate wurden produziert und die Abnahmeverträge laufen. Mit Phase 1, der folgenden Expansion und den kommenden Erweiterungen wie dem Gentung Browns Lake Tungsten-Projekt in Montana wird Almonty nicht nur diese Lücke schließen helfen, sondern es wird zum unverzichtbaren Rückgrat der westlichen Versorgung. Die Analysten sind positiv gestimmt und haben Kursziele von bis zu 25,80 USD ausgegeben. Aktuell notiert die Aktie bei 18,19 USD.

    Rheinmetall - Marine-Fiasko überschattet Rekord-Pipeline

    Der 24. Juni markierte einen herben Rückschlag für die Rheinmetall-Aktie. Nachdem bekannt wurde, dass das Bundesverteidigungsministerium das Fregattenprojekt F126 beenden und auf TKMS-Modelle setzen will, brachen die Papiere um über 17 % bis unter die Marke von 1.000 EUR ein. Analysten von JPMorgan bezifferten den entgangenen Auftragswert auf rund 12 Mrd. EUR. Dieser Betrag stellt die strategische Logik hinter der NVL-Übernahme infrage. Rheinmetall verliert mit diesem Deal sein "Kronjuwel", das ein zentraler Baustein seiner Marine-Expansion war. Die heftige Intraday-Bewegung verdeutlicht, wie stark das Geschäftsmodell mittlerweile von politischen Großprojekten abhängig ist.

    Den Gegenpol bilden mehrere positive Meldungen aus anderen Sparten. Der rumänische Milliardenauftrag über 5,7 Mrd. EUR für Lynx-Panzer und Skyranger-Systeme, die Nachbeschaffung von 23 Bergepanzern für die Bundeswehr sowie die strategischen Partnerschaften mit Vantor für eine 3D-Aufklärungsplattform und LIG Defense untermauern die Breite des Portfolios. Dass der Konzern die Produktion der Bergepanzer vorfinanziert hat, unterstreicht die operative Agilität. Zudem platzierte Rheinmetall im Mai eine Anleihe über 500 Mio. EUR, die 7,8-fach überzeichnet war. Der Auftragsbestand bleibt mit rund 73 Mrd. EUR auf Rekordniveau und zeigt, dass die Substanz trotz der Rückschläge intakt ist.

    Die gemischte Lage spiegelt sich in den Analystenreaktionen wider. MWB Research senkte das Kursziel auf 1.400 EUR, die Einstufung bleibt jedoch bei „Neutral“. Der Wegfall des F126-Projekts gefährdet zudem die eigenen Vorgaben für den Auftragseingang im 2. Quartal. Die Jahresziele erscheinen nun fraglich, zumal das 1. Quartal bereits die Umsatzerwartungen verfehlte. Insiderkäufe von Vorstandschef Armin Papperger senden zwar ein Vertrauenssignal, doch die Abhängigkeit von der öffentlichen Beschaffungspolitik bleibt das größte Risiko. Bis zur finalen Entscheidung über die Fregatten bleibt die Aktie ein Spielball der Nachrichtenlage. Derzeit ist die Aktie für 963,60 EUR zu haben.

    Intel - zwischen Risiko und Chance

    Die jüngste Kursrallye von Intel wirkt beeindruckend, doch ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart auch Risiken. Das Foundry-Geschäft verbrennt weiterhin Milliarden, die Eigenkapitalrendite liegt bei mageren 0,77 % und die Zinsdeckungsquote bei gerade einmal 1,9. Das ist ein Zeichen mangelnder operativer Effizienz. Gleichzeitig schrumpft das CPU-Kerngeschäft, Marktanteile wandern an AMD, während die operative Marge negativ bleibt. Der Markt hat einen erfolgreichen Turnaround bereits eingepreist, obwohl die Apple-Partnerschaft frühestens 2027 erste Umsätze bringen wird und der 18A-Prozess noch in der Risikoproduktion steckt. Die hohe Bewertung lässt wenig Raum für Enttäuschungen.

    Doch die Risiken sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Intel strategisch besser positioniert ist als seit Jahren. Die US-Regierung hat den Konzern de facto zum nationalen Champion erklärt mit einem Aktienanteil und dem klaren Willen, die Abhängigkeit von TSMC zu reduzieren. Die Apple-Ankündigung, selbst wenn sie zunächst symbolisch ist, zeigt, dass namhafte Kunden Intel als Alternative ernst nehmen. Hinzu kommen erste Interessensbekundungen von Google und Nvidia für die Foundry-Dienste. Technologisch macht Intel Fortschritte. Der 18A-P-Prozess hat die Risikoproduktion erreicht und bietet verbesserte Leistungsparameter.

    Die strategische Bedeutung und der staatliche Rückhalt schaffen ein solides Fundament für die kommenden Jahre. Sollten die ersten externen Foundry-Aufträge wie erwartet 2027 eintreffen, könnte das Verlustgeschäft langsam in die Gewinnzone drehen. Auch das Data-Center-Geschäft zeigt wieder Wachstum, und CEO Lip-Bu Tan treibt die Neuausrichtung konsequent voran. Intel hat die Talsohle durchschritten. Die Richtung stimmt, auch wenn der Weg steinig bleibt. Für langfristig orientierte Anleger, die Kursschwankungen aushalten, bietet sich hier eine spannende Perspektive für die nächste Wachstumsphase. Momentan kostet eine Aktie 132,28 USD.


    Die Wolfram-Knappheit macht Almonty Industries zum unverzichtbaren Pfeiler der westlichen Versorgung: Die Sangdong-Mine produziert bereits, die Molybdän-Exploration läuft vielversprechend, und Analysten sehen reichlich Aufwärtspotenzial. Rheinmetall erlebt mit dem Marine-Fiasko einen herben Dämpfer, doch der Rekordauftragsbestand und die breite Diversifikation über Panzer, Flugabwehr und Elektronik geben Rückhalt. Bis zur endgültigen Fregatten-Entscheidung bleibt die Aktie jedoch ein Spielball der Politik. Intel steckt mitten im Turnaround. Das Foundry-Geschäft verbrennt Milliarden, aber staatliche Förderung und erste Kundeninteressen von Apple und Google untermauern die strategische Rolle, während die Technologie Fortschritte macht.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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