05.08.2026 | 05:30
Wie Almonty Industries, Rheinmetall und RTX den neuen Rüstungssuperzyklus antreiben und warum die Korrektur eine Chance sein könnte
Die New York Post meldete zuletzt, dass es laut Experten nicht genügend Raketen für die USA gibt, um ihre Truppen im Nahen Osten im Falle eines langwierigen Krieges mit dem Iran zu schützen. Das bedeutet, dass der Westen seine Munitionslager weitestgehend aufgebraucht hat. Es folgt ein Rüstungs-Superzyklus, wobei die Staaten gezwungen sind, eigenständig zu werden. Durch den enorm schnellen Verbrauch offenbart sich ein kritischer Engpass. Die schwindende Verfügbarkeit von Wolfram, dessen Preis in die Höhe geschnellt ist, droht den Nachschub zu gefährden. Wir sehen uns mit Almonty Industries einen Wolfram-Lieferanten an, werfen dann einen Blick auf Rheinmetall, den europäischen Rüstungsgiganten, und schließen mit RTX, dem technologischen Leitwolf der US-Raketenindustrie.
Lesezeit: ca. 4 Min.
|
Autor:
Armin Schulz
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RTX CORPORATION | US75513E1010
Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Almonty Industries – Produktionsstart und langfristige Abnahmen
Almonty Industries hat einen Meilenstein erreicht. Mit dem Start der Aufbereitung in der Sangdong-Mine in Südkorea hat man es von der Bauphase in den operativen Betrieb geschafft. Zu Beginn werden rund 140.000 t Haldenmaterial mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 % Wolframtrioxid verwertet. Der Materialwert wird bei den aktuellen Preisen auf etwa 68 Mio. USD geschätzt. Das ist eine Hausnummer, denn sie zeigt, wie viel Potenzial die Mine hat, wenn das Material mit den normalen Durchschnittsgehalten von 0,45 % verarbeitet wird. Die Sangdong-Mine gehört zu den größten Wolframlagerstätten weltweit und wird Almonty nach vollständigem Hochlauf zum größten Produzenten außerhalb Chinas machen.
Die Bedeutung der Mine wird durch die überarbeitete Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders unterstrichen. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre ausgeweitet und das Gesamtvolumen um 40 % auf 4,41 Mio. MTU erhöht. Diese verbesserten Konditionen sollen den jährlichen Umsatz um mindestens 30 Mio. USD steigern. Gleichzeitig ist diese langfristige Abnahmeerklärung auch gut für die Planung des Unternehmens. Denn der Vertrag deckt rund 90 % der Phase-1 Produktion ab und sorgt so für Planungssicherheit bis in die späten 2040er Jahre. Im kommenden Jahr, wenn die geplante Phase-2 Erweiterung abgeschlossen werden soll, kann die Anlage die doppelte Kapazität verarbeiten, ohne andere Standorte einzubeziehen.
Die letzten Nachrichten zu den Kapitalmarktaktivitäten des Unternehmens runden das Bild ab. Die Aufnahme in die Russell-Indizes Ende Juni erweitert den Zugang zu institutionellen Anlegern, während der Rückzug von der TSX und ASX klarmacht, dass man sich auf den NASDAQ-Handel konzentrieren möchte. Die Analysten sehen viel Potenzial bei der Aktie und haben zuletzt mehrfach Kaufempfehlungen ausgesprochen. Diamond Equity Research hat ein Kursziel von 22,60 USD herausgegeben. Cantor Fitzgerald sieht ein Kursziel von 25,50 USD. Und D.A. Davidson erwartet sogar 33 USD. Das ist viel Aufwärtspotenzial, wenn man vom aktuellen Kurs von 12,56 USD ausgeht.
Rheinmetall - Rekord bei Umsatz und Aufträgen
Die vorläufigen Zahlen für das 2. Quartal von Rheinmetall, die der Konzern am 29. Juli bekannt gab, haben die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Umsatz sprang um 69 % auf 3,289 Mrd. EUR nach oben und lag damit sogar über der eigenen Prognose von Anfang Juli, die ein Plus von rund 60 % erwarten ließ. Das operative Ergebnis konnte sich mehr als verdoppeln auf 562 Mio. EUR. Im Vorjahr waren es lediglich 276 Mio. EUR. Auch hier lag man über den Erwartungen der Analysten, die von knapp 470 Mio. EUR ausgegangen waren. Die operative Marge konnte sich auf 17,1 % verbessern und vor allem die Entwicklung des Auftragsbestands ist bemerkenswert, denn sie konnte erstmals die Schwelle von 80 Mrd. EUR überschreiten. Von März bis Ende Juni gingen dementsprechend Bestellungen über 11,371 Mrd. EUR ein.
Doch es gibt auch kleinere Schatten. Der operative freie Cashflow fiel im 2. Quartal deutlich negativ aus. Das hat zwei Gründe. Einerseits liegt es an den zeitlich verschobenen Kundenanzahlungen und andererseits an den massiven Vorratsinvestitionen für den geplanten Produktionshochlauf. Das ist allerdings für Unternehmen, die ihre Produktionskapazitäten schnell ausbauen, kein ungewöhnliches Muster. Der vollständige Halbjahresbericht wird am 6. August um 14 Uhr vorgestellt und wird zeigen, ob der negative Cashflow nur ein vorübergehendes Phänomen ist.
In den vergangenen Wochen gab es mehrere richtungsweisende Entscheidungen. Die ATACMS-Co-Produktion mit Lockheed Martin in Unterlüß sowie der Ausbau der Pulverproduktion in Aschau am Inn mit einer Investition von rund 500 Mio. EUR unterstreichen den Expansionskurs. Die Übernahme von DOK-ING und der US-Vertrag für autonome Bodenfahrzeuge erweitern das Portfolio. Allerdings gab es auch die Stornierung des Fregattenprojekts F 126 mit einem Auftragsvolumen von etwa 20 Mrd. EUR. Die endgültigen Zahlen werden zeigen, ob die Jahresprognose 2026 mit einem erwarteten Konzernumsatz zwischen 14 und 14,5 Mrd. EUR erreichbar ist und ob der Produktionshochlauf ohne ein Abfallen der Margen gelingt. Derzeit ist die Aktie für 1.204 EUR zu haben.
RTX – mit starken Quartalszahlen
Die Quartalszahlen vom 23. Juli von RTX waren stark. Der Luft- und Raumfahrtkonzern übertraf mit einem bereinigten Umsatz von 24,7 Mrd. USD und einem Gewinn pro Aktie von 1,89 USD die Markterwartungen deutlich. Das organische Wachstum in Höhe von 16 % kam vor allem aus drei Bereichen: Collins Aerospace, Pratt & Whitney und Raytheon. Die operative Marge konnte um 0,4 % ausgbaut werden. Der freie Cashflow lag bei 2,9 Mrd. USD. Die Analysten waren angesichts dieser Performance beeindruckt.
Die Verteidigungssparte Raytheon lieferte mit einem Umsatzplus von 18 % und einer Margenerhöhung von 1 % die stärkste Performance. Die Auftragseingänge von rund 20 Mrd. USD bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von 2,42 zeigen, wie hoch die Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen wie Patriot und AMRAAM immer noch ist. Vor allem internationale Kunden bestellen diese Systeme und machen mittlerweile 48 % des Auftragsbestands aus. Bei Pratt & Whitney zeichnet sich eine Wende bei den Problemen mit den Geared Turbofan-Turbinen ab. Die Zahl der am Boden befindlichen Fahrzeuge konnte um 25 % gesenkt werden, während die Wartungs-Kapazität um über 40 % erweitert wurde.
Mit einem Rekordauftragsbestand von 289 Mrd. USD im Rücken hat der Konzern die Jahresprognose angehoben und geht von einem bereinigten Umsatz von 95 bis 96 Mrd. USD, einem Gewinn pro Aktie von 7,10 bis 7,25 USD aus. Die Herausforderung bleibt die Lieferkette und das Working Capital durch die Kapazitätsausweitungen. Ob die Geschwindigkeit des Wachstums im zweiten Halbjahr beibehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Doch das Auftragspolster und die breite Aufstellung im zivilen und militärischen Luftfahrtbereich bieten Planungssicherheit. Momentan kostet die Aktie 216,65 USD.
Der Rüstungs-Superzyklus ist mittlerweile Realität geworden, angetrieben von erschöpften Munitionslagern und den immer noch andauernden geopolitischen Konflikten. Almonty Industries sichert mit dem Produktionsstart in Südkorea und langfristigen Abnahmen die kritische Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas. Rheinmetall liefert mit Rekordumsätzen und einem Auftragsbestand von 80 Mrd. EUR den Beweis für die enorme Nachfragedynamik, auch wenn der negative Cashflow kurzfristig belastet. RTX glänzt mit starken Quartalszahlen und einem Rekordauftragsbestand von 289 Mrd. USD, wobei internationale Kunden immer mehr dazu beitragen.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.