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14.09.2026 | 05:10

Eldorado Gold, Globex Mining, USA Rare Earth – Die Unabhängigkeit des Westens steigt

  • kritische Rohstoffe
  • Edelmetalle
Bildquelle: Chat GPT KI-generiert

Gold befindet sich im langfristigen Aufwärtstrend, Kupfer wird durch den Ausbau von Stromnetzen, Rechenzentren und KI-Infrastruktur immer wichtiger und bei Seltenen Erden versucht der Westen, seine Abhängigkeit von China zu reduzieren. Gleichzeitig rücken Versorgungssicherheit und geopolitische Risiken stärker in den Fokus. Damit verändert sich die Bewertung von Rohstoffvorkommen grundlegend. Entscheidend ist nicht mehr nur, was heute gefördert wird, sondern wer über große Ressourcen verfügt, neue Lagerstätten erschließt und künftig jene Lieferketten kontrollieren kann, die für Energie, Digitalisierung und Industrie unverzichtbar werden.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ELDORADO GOLD CORP. | CA2849025093 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF , USA RARE EARTH INC | US91733P1075 | NASDAQ: USAR

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Inhaltsverzeichnis:


    Eldorado Gold - Analysten sehen hohes Kurspotenzial

    Das Bergbauunternehmen Eldorado Gold konnte einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit gegenüber chinesischen Lieferketten gehen. So wurde in der griechischen Anlage Skouries Anfang September 2026 erstmals ein Konzentrat aus Kupfer und Gold hergestellt. Dieser Vorgang folgte auf den Beginn der maschinellen Erzzerkleinerung im Juli dieses Jahres. Um eine durchgehende Auslastung der Aufbereitungsanlagen zu sichern, hat das Unternehmen einen Vorrat von über 4,6 Mio. t Erz angelegt. Diese Menge deckt den geplanten Verarbeitungsbedarf für mehr als sieben Monate ab. Die metallurgische Qualität dieses Vorrats liegt laut Unternehmensangaben über dem durchschnittlichen Gehalt der regulären Reserven.

    Derzeit wird die Anlage vorübergehend mit lokalen Stromerzeugern betrieben. Der Anschluss an das reguläre griechische Stromnetz ist für September 2026 geplant, sobald die zuständigen staatlichen Stellen die notwendigen Prüfungen abgeschlossen haben. Das Unternehmen plant, im vierten Quartal 2026 in den regulären Betriebsmodus überzugehen. Das langfristige Produktionsziel für diese Anlage ist ein jährlicher Ertrag von 140.000 Unzen Gold sowie 67 Mio. Pfund Kupfer.

    Diese Entwicklung spiegelt sich in der aktuellen Marktbewertung wider. Hinzu kommt, dass Eldorado Gold gute Quartalszahlen präsentierte, wofür hauptsächlich die hohen Goldpreise verantwortlich gemacht werden. Das Analyseunternehmen Jefferies rät zum Kauf der Aktie und setzt ein Kursziel von 50 USD. Ausgehend von einem Aktienkurs von rund 29 USD böte dies ein Kurspotenzial von rund 70 %. Die Einstufung wird mit den abnehmenden Unsicherheiten beim Bau der Standorte Skouries und McIlvenna Bay begründet. Zudem wird darauf verwiesen, dass das Unternehmen derzeit den Wechsel von der reinen Projektentwicklung hin zur aktiven Produktion vollzieht, was zukünftig höhere liquide Mittel generieren dürfte.

    Globex Mining – Rohstoff-Warenhaus mit besonderem Modell

    Globex Mining sorgt mit neuen Ergebnissen vom Duquesne-West-Goldprojekt in Québec für Aufmerksamkeit. Partner Emperor Metals meldete weitere starke, oberflächennahe Goldmineralisierungen. Zu den Highlights zählen 24,1 Meter mit 2,6 g/t Gold, darin 7,1 Meter mit 7,5 g/t, sowie 14,3 Meter mit 2,2 g/t Gold. Die Ergebnisse stammen aus geringer vertikaler Tiefe und bestätigen das Potenzial in Bereichen nahe der bestehenden Ressource. Das laufende Programm liefert inzwischen mehr als 28.000 m zusätzliche Daten aus neuen Bohrungen und der erneuten Untersuchung historischen Bohrkerns. Dabei stehen noch zahlreiche Analyseergebnisse aus.

    Für Globex ist das besonders interessant: Duquesne West wird von Emperor entwickelt und ist im Besitz von Duparquet Assets, an der Globex wiederum zu 50 % beteiligt ist, unter Option. Bereits 2025 wurde dort eine abgeleitete Ressource von 26,9 Mio. Tonnen mit 1,69 g/t Gold beziehungsweise 1,46 Mio. Unzen definiert. Die aktuellen Bohrungen sollen die Ressource weiterentwickeln und teilweise in die höherwertige Kategorie „Indicated“ überführen.

    Doch Duquesne West ist nur ein Baustein. Globex gleicht einem Rohstoff-Warenhaus. Stand Juli befinden sich in der „Mineral Bank“ 274 Projekte, darunter 105 Royalty-Beteiligungen. 136 Projekte entfallen auf Edelmetalle, weitere 138 auf Basismetalle, Seltene Erden, Industrieminerale und Spezialmetalle. Mehr als 80 Liegenschaften besitzen historische oder NI-43-101-Ressourcen, über 40 waren früher produzierende Minen.

    Der entscheidende Hebel steckt im Geschäftsmodell. Globex entwickelt Projekte selbst, verkauft oder optioniert sie und behält häufig Royalties. Partner investieren dadurch jedes Jahr Millionen in die Exploration, während Globex über Zahlungen, Aktien und Lizenzrechte partizipieren kann. Dazu kommt eine außergewöhnlich solide Basis. Globex Mining ist schuldenfrei und besitzt mehr als 40 Mio. CAD an Cash und börsennotierten Wertpapieren.

    Damit setzen die Kanadier nicht auf den Erfolg einer einzigen Mine. Gold, Kupfer, Antimon, Lithium oder Seltene Erden eröffnen zahlreiche Chancen. Jeder Explorationserfolg eines Partners kann zusätzlichen Wert schaffen, ohne dass Globex sämtliche Entwicklungskosten selbst stemmen muss.

    USA Rare Earth baut westliche Lieferkette aus

    USA Rare Earth macht aus der geopolitischen Rohstoffwende ein Industrieprojekt. Das Unternehmen baut derzeit in South Carolina eine neue Fabrik zur Produktion von Seltenerdmetallen und Magneten. Das Bauprojekt hat ein Investitionsvolumen von etwa 1,2 Mrd. USD und soll in der Region knapp 500 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Ab dem Jahr 2028 planen die US-Amerikaner, in dieser Anlage jährlich 6.400 t Permanentmagnete sowie 5.000 t Metall- und Legierungsprodukte herzustellen.

    Zudem konnte USA Rare Earth Anfang September 2026 die Fusion mit der brasilianischen Serra Verde Group offiziell abschließen. Durch diesen Schritt entsteht ein Anbieter, der alle Produktionsschritte von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Magneten abdeckt. Serra Verde bringt in den Zusammenschluss eine wichtige Förderstätte ein, die alle vier relevanten schweren Seltenerdelemente abbaut. Diese Anlage soll bis Ende des Jahres 2026 eine Produktionsmenge von 4.000 t erreichen. Im Zuge der Fusion ändert sich auch die Struktur der Unternehmensführung. Der bisherige Chef von Serra Verde, Thras Moraitis, übernimmt ab Anfang Oktober 2026 die Leitung des gesamten Unternehmens und löst die vorherige Geschäftsführung ab.

    Jefferies rät bei der USA Rare Earth-Aktie mit einem Kursziel von 21 USD weiterhin zum Kauf. Die Analysten bewerten vor allem die Eigenständigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg als klaren Vorteil. Das Unternehmen verfüge über gesicherte finanzielle Mittel in Höhe von 3,5 Mrd. USD mit staatlichen Förderungen inbegriffen. Für das zweite Halbjahr 2027 erwarten die Analysten ein operatives Ergebnis im Bereich von 550 bis 650 Mio. USD. Als hauptsächliches Risiko für diese Prognosen sehen die Experten jedoch zeitliche Verzögerungen bei den laufenden Bauprojekten sowie unerwartete Kostensteigerungen.


    Der neue Rohstoffzyklus reicht weit über Gold hinaus. Eldorado Gold bringt mit Skouries eine große europäische Kupfer-Gold-Mine in Produktion, während USA Rare Earth 1,2 Mrd. USD in eine amerikanische Lieferkette für Seltene Erden und Magnete investiert. Globex Mining verfolgt einen anderen Ansatz: Das breite Portfolio verteilt die Chancen auf zahlreiche Rohstoffe und Projekte. Fortschritte werden häufig von Partnern finanziert. Gerade im Wettlauf um strategische Ressourcen könnte dieses Modell zunehmend interessant werden.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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