Menü schließen




06.08.2026 | 05:30

RENK Group, Volatus Aerospace und TKMS: Rüstungsboom – jetzt die drei Hebel Land, Luft und Wasser nutzen

  • RENK Group
  • Volatus Aerospace
  • TKMS
  • Getriebe
  • Rüstung
  • Rüstungsindustrie
  • Drohnen
  • Drohnenabwehr
  • unbemannte Systeme
  • UBoote
  • Marine
  • NATO
Bildquelle: Pixabay

Der Westen muss seine Sicherheitsarchitektur grundlegend neu aufbauen. Nachdem man über Jahre dem Frieden vertraut hat, müssen nun die Budgets teilweise deutlich nach oben geschraubt werden. Aktuell profitieren alle Unternehmen, die den strukturellen Wandel der Verteidigungsindustrie tragen. Es zählt nicht mehr allein die Masse der Systeme, sondern die Vernetzung von Mobilität, Aufklärung und maritimer Schlagkraft. Diese Veränderungen an Land, in der Luft und auf dem Wasser bringen die RENK Group, Volatus Aerospace und TKMS zusammen. Sie bieten unterschiedliche Hebel, um vom anhaltenden Rüstungstrend zu profitieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RENK Group AG | DE000RENK730 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    RENK Group - schließt Refinanzierung erfolgreich ab

    Die RENK Group hat ihre alte Leveraged Buyout-Finanzierung aus alten IPO-Zeiten abgelöst und sich mit einem unbesicherten Kreditpaket von insgesamt 1,05 Mrd. EUR neu versorgt. Das Geld verteilt sich auf ein langfristiges Konsortialdarlehen über 450 Mio. EUR, eine revolvierende Fazilität von 225 Mio. EUR sowie eine Kreditlinie von 375 Mio. EUR. Alle sind mit einer fünfjährigen Laufzeit und einer zweimaligen Verlängerungsoption ausgestattet. Durch den Wegfall der Besicherungen hat das Management nun mehr unternehmerische Freiheit für Akquisition und Investitionen. Die Banken haben die Finanzierung deutlich überzeichnet, was für Vertrauen in das Unternehmen spricht. Die Finanzchefin Mänz-Siebje sieht die neue Finanzierung als Basis, um die Ziele bis 2030 zu erreichen.

    Mit der bindenden Übernahme von David Brown Defence sichert sich Renk den Zugang zu den zentralen Marineprogrammen der Five-Eyes-Staaten. Der britische Getriebespezialist bringt einen Auftragsbestand von über 700 Mio. Pfund bis 2030 sowie Know-how für geräuscharme U-Boot-Antriebe ein. Der Abschluss der Transaktion wird für das 4. Quartal erwartet und erweitert das Portfolio um Überwasser- und Unterwasserlösungen und erschließt zeitgleich langfristige Aftermarket-Erlöse. Außerdem ergänzen britische Landprogramme wie Challenger 2 und Boxer das bestehende Geschäft. Diese Integration stärkt RENKs Position im internationalen Verteidigungsmarkt deutlich.

    Für das 2. Quartal zeichnet sich ein Rekordauftragseingang ab, vor allem durch die Großverträge wie den THOR4-Rahmenvertrag mit der US-Armee über 691 Mio. USD und die Erweiterung der Rheinmetall-Kooperation im Lynx-Programm. Das Management geht davon aus, dass die Jahresprognose von über 1,5 Mrd. EUR Umsatz und einer EBIT-Marge im oberen Zielkorridor erreicht wird. Die Analysten warnen vor möglichen Budgetrisiken im deutschen Verteidigungshaushalt ab 2027, die möglicherweise die Landsysteme treffen könnten. Der Halbjahresbericht am 6. August wird zeigen, wie die operative Dynamik aussieht.

    Volatus Aerospace – erweitert sein Geschäftsfeld

    Volatus Aerospace hat sich vom reinen Drohnenproduzenten zu einem Dienstleister im Bereich der autonomen Luftfahrtsysteme entwickelt. Mit 28 bemannten Flugzeugen und über 100 Drohnen ist das Unternehmen in Kanada, den USA, Großbritannien und Südamerika aktiv. Bei den jährlichen Pipeline-Inspektionen werden rund 1,7 Mio. km zurückgelegt und liefern Daten für die Weiterentwicklung. Im Juni eröffnete das Unternehmen die Mirabel-Fertigung mit 53.000 Quadratfuß. Dort werden bereits in Serie Docking-Stationen produziert. Die V-Series Flugzeuge sollen später folgen. Das Management ist vom Unternehmen überzeugt und hält rund 21 % der Anteile.

    Am 4. August verkündete das Unternehmen die Partnerschaft mit Singular Aircraft und eröffnet Volatus damit ein neues Geschäftsfeld. Der FlyOx 1 ist ein autonomes Schwerlastflugzeug mit amphibischen Fähigkeiten. Es hat ein Startgewicht von rund 4.000 kg und kann 1.560 Liter Löschmittel transportieren. Es operiert auf unbefestigten Landebahnen und Wasserflächen vollautomatisch. Insgesamt fünf Luftfahrtbehörden auf vier verschiedenen Kontinenten haben bereits den Flugbetrieb dokumentiert. Da Kanada mit Rekordwaldbränden kämpft, die riesige Schäden verursachen und die Flotte von rund 100 Wasserbombern zunehmend altert, gleichzeitig neue Maschinen etwa 80 Mio. CAD kosten, aber Lieferzeiten von vier Jahren haben, ist das ein Ansatz mit viel Potenzial.

    Der FlyOx 1 schließt diese Lücke mit einer autonomen Alternative, die schnell eingreifen kann. In einem beispielhaften Szenario mit 3 Flugzeugen in einer staatseigenen, von Volatus betriebenen Struktur liegt die Umsatzchance bei mindestens 15 bis 20 Mio. CAD, mit wiederkehrenden Erträgen aus Betrieb und Wartung. Die Zulassung für BVLOS-Flüge und die Forschungspartnerschaft mit Concordia unterstreichen die technologische Tiefe des Unternehmens. Der Verteidigungsumsatz kommt bisher aus europäischen NATO-Staaten, aber Kanadas neue Rüstungsstrategie, die in den nächsten Jahren Milliarden in die heimische Rüstungsindustrie pumpen will, eröffnet zusätzliches Potenzial. Die Weichen für eine skalierbare Plattform mit wachsenden Erlösen sind gestellt.

    TKMS - Rekordaufträge und operative Herausforderungen

    TKMS hat sich innerhalb kürzester Zeit zwei milliardenschwere Projekte gesichert, wodurch der Auftragsbestand auf ein Rekordhoch nach oben schnellte. Die kanadische Regierung wählte das deutsch-norwegische Konsortium um TKMS für ihr U-Boot-Programm CPSP aus. Bis zu 12 U-Boote der 212CD-Klasse sollen ab 2033 ausgeliefert werden. Parallel dazu erhielt TKMS von der Bundesregierung den Zuschlag für den Bau von 8 Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU, nachdem das F126-Projekt gestoppt wurde. Die erste Fregatte will der Konzern bereits 2029 übergeben. Des Weiteren ist ein kurz vor dem Abschluss stehender Deal mit Indien in der Pipeline. Hier geht es um rund 8 Mrd. EUR.

    Die Zahlen für das erste Halbjahr 2025/2026 zeigen ein solides Wachstum. Der Umsatz stieg um 10 % auf 1,168 Mrd. EUR und das bereinigte EBIT legte um 14 % auf 60 Mio. EUR zu. Die Marge konnte sich leicht von 5,0 auf 5,1 % verbessern. Lediglich der Free Cashflow rutschte aufgrund von Investitionen zur Projektabwicklung auf minus 72 Mio. EUR. Besonders die U-Boot-Sparte verbesserte ihre Marge dank des Auslaufens alter Verträge. Die Tochter Atlas Elektronik konnte den Umsatz um 25 % steigern bei einer Marge von 10,9 %. Lediglich der Surface Vessels Bereich belastete das Ergebnis aufgrund von Währungseffekten.

    Mit Navantia geht man eine Partnerschaft im U-Boot-Segment ein, was die industriellen Kapazitäten bündeln soll und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit stärken soll. Schwieriger verlief der Rückzug vom Kaufangebot für die Werft German Naval Yards Kiel. Man konnte sich mit dem Besitzer nicht auf die Konditionen einigen und so blieb Rheinmetall als letzter Bieter übrig. Anfang August blockierten Aktivisten die Zugänge zum Kieler Werftgelände aus Protest gegen die Kriegswaffenproduktion, speziell gegen die U-Boot-Lieferungen nach Israel. Die Aktie reagierte auf die Auftragsflut verhalten. Die wahre Wertschöpfung wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.


    Der Westen ist dazu gezwungen, seine Verteidigungsfähigkeit fundamental neu zu gestalten, und zwar an Land, in der Luft und auf See. Die RENK Group sichert sich mit der Übernahme von David Brown Defence den Zugang zu Marineprogrammen und stärkt ihr Landgeschäft, während Volatus Aerospace mit dem autonomen FlyOx 1 eine kostengünstige, skalierbare Lösung für die Luftaufklärung und Brandbekämpfung bietet. TKMS wiederum profitiert von milliardenschweren U-Boot- und Fregattenaufträgen und festigt seine maritime Spitzenposition. Der Rüstungstrend bleibt intakt.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 16.09.2026 | 05:20

    DroneShield, Volatus Aerospace, Kratos Defense – wer den Luftraum schützt, kassiert die neuen Budgets

    • DroneShield
    • Volatus Aerospace
    • Kratos Defense
    • Drohnen
    • Drohnenabwehr
    • Drohnentechnologie
    • Drohnenkrieg
    • kommerzielle Anwendung
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie

    Ein einziges Fluggerät reicht, um einen Flughafen lahmzulegen. Der gescheiterte Drohnenangriff auf Leipzig/Halle im August 2026 hat Berlin, Brüssel und Washington aufgeschreckt. Die Politik wurde von dem Vorfall aufgeschreckt. Die Bundesregierung bereitet ein Paket gegen Sabotage vor, und zwischen Januar und September 2026 wurden weltweit Aufträge zur Drohnenabwehr über mehr als 53 Mrd. USD öffentlich bekannt. Was gestern Nischentechnik war, rutscht gerade mitten in die Verteidigungsbudgets. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die Drohnen aufspüren, abwehren und mobile Ziele schützen, nämlich DroneShield, Volatus Aerospace und Kratos Defense.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 15.09.2026 | 04:00

    Entwickelt sich Wolfram zum Showstopper fragiler Lieferketten? Rheinmetall, Almonty Industries und Airbus im Fokus

    • Kritische Metalle
    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie
    • Rohstoffe
    • Lieferketten

    Der Nahost-Konflikt geht in die nächste Runde. Dabei setzt der explodierende Ölpreis die Weltwirtschaft gehörig unter Druck und rückt strategische Branchen wie Rüstung und Luftfahrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Rheinmetall und Airbus kämpfen dabei nicht nur mit geopolitischen Risiken, sondern auch um stabile Lieferketten für die dringend benötigten kritischen Metalle. Neben Kupfer gewinnt dabei vor allem Wolfram an Bedeutung: Das extrem harte und hitzebeständige Metall ist für verschleißfeste Werkzeuge, Speziallegierungen und zahlreiche Anwendungen in der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie unverzichtbar. Während die anhaltenden Spannungen die Rohstoffpreise also weiter antreiben, sollten Anleger den Blick über den Ölmarkt hinaus auf jene Schlüsselmetalle richten, welche Europas industrielle Zukunft sichern. Im Fokus haben wir deshalb den Wolfram-Lieferanten Almonty, der mit neuen Beschaffungswegen in Afrika die nächste Raketenstufe zündet. Eine klare Prioritätenliste macht Sinn!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 11.09.2026 | 05:00

    Jetzt geht’s um die Anode: Wie Ferroglobe, Wacker Chemie und HPQ Silicon die Marktmacht Chinas brechen wollen

    • Anodenmaterial
    • Siliziumanoden
    • Drohnen
    • Batterietechnologie

    Wer heute in ein Elektroauto steigt, verlässt sich wie selbstverständlich auf eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern und zügiges Nachladen an der Autobahn. Doch auch wenn E-Autos heute ziemlich unkompliziert sind, haben die Lieferketten dahinter Sollbruchstellen. Während sich Einkäufer aus dem Westen jahrelang auf Kathodenmetalle wie Lithium oder Kobalt fokussierten, sicherte sich Peking fast vollständig die Kontrolle über die Anode. Ohne Graphit aus Fernost würde derzeit nahezu jede westliche Batteriefabrik stillstehen. Die Internationale Energieagentur (IEA) beziffert den chinesischen Anteil an den weltweiten Produktionskapazitäten für Anodenmaterialien auf 97 %. Für den Westen führt die Flucht nach vorn über ein innovatives Material wie Silizium und dessen smarten Einsatz. Wir stellen innovative Geschäftsmodelle vor.

    Zum Kommentar