Menü schließen




05.08.2026 | 05:00

Akku-Revolution: CATL uneinholbar, SGL Carbon hat resigniert, HPQ Silicon besetzt vielversprechende Nischen

  • Batterietechnologie
  • Anodenmaterial
  • Siliziumanoden
  • pyrogene Kieselsäure
Bildquelle: KI

Schneller und vor allem weiter – egal ob im E-Auto oder bei Smartphones: Leistung und Ausdauer sind entscheidende Argumente, um Kunden zu überzeugen. Doch der Wettlauf um die besten Eckdaten wird immer erbitterter geführt und es kommt dabei auf viele Details der Akkutechnologie an. Das Potenzial von Graphit als Anodenmaterial scheint ausgereizt, stattdessen drängt sich Silizium auf. Wir beleuchten aktuelle Trends der Akkutechnologie und stellen beteiligte Unternehmen vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , SGL CARBON SE O.N. | DE0007235301 , CATL CONTEMPORARY AMPEREX TECHNOLOGY CO LTD | CNE100003662

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    CATL zementiert seine Vormachtstellung mit Gigafactories

    Marktführer CATL baut seine weltweite Vorherrschaft bei Batterien vor allem dank enormer Fertigungskapazitäten und seiner finanziellen Mittel aus. 2025 kletterte der Umsatz des Konzerns auf 423,70 Mrd. RMB, während der Gewinn nach Steuern um 42,28 % auf 72,20 Mrd. RMB geradezu explodierte. Um europäische Autobauer direkt vor Ort zu beliefern, steckt der Branchenprimus über 90 % der Mittel aus der jüngsten Kapitalerhöhung in den Ausbau seiner Standorte in Ungarn – allen voran die Gigafactory in Debrecen. Zusätzlich investiert CATL gemeinsam mit Stellantis 4,1 Mrd. EUR in ein separates Joint-Venture-Werk im spanischen Saragossa. Dank dieser neuen Werke wird CATL auch langfristig BMW, Volkswagen, Stellantis, Mercedes-Benz und Tesla in Europa beliefern können - Handelshemmnisse hin oder her. Doch Masse allein löst das Kapazitätsproblem im Inneren der einzelnen Batteriezelle noch nicht. Hier sind die findigen Forscher von CATL gefragt, die beständig für Innovationen sorgen.

    SGL Carbon flüchtet vor dem asiatischen Margendruck

    Für Innovationen rund um Batterien stand auch einmal das deutsche Unternehmen SGL Carbon. Doch die Konkurrenz aus Asien war zu stark. 2025 stellte SGL Carbon sämtliche Aktivitäten in der Sparte Battery Solutions offiziell ein und schloss bereits im Vorjahr das Forschungslabor in Meitingen. Weil unintegrierte westliche Verarbeiter bei synthetischem Graphit gegen die asiatische Konkurrenz kaum Überlebenschancen hatten, zog sich SGL Carbon komplett aus dem Markt für Anodenmaterialien zurück. Diese fundamentale Wende spiegelte sich in den Zahlen wider: Im Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz um 17,2 % auf 850,2 Mio. EUR, während Abschreibungen das Nettoergebnis auf -79,2 Mio. EUR drückten. Stattdessen konzentrieren sich die Hessen voll auf profitable Nischen wie Komponenten für Siliziumkarbid-Halbleiter, Bremsscheiben oder Spezialgraphit für Hochtemperatur-Kernreaktoren, wo man sich kürzlich einen 100 Mio. USD schweren Dreijahresvertrag sichern konnte. In den kommenden Jahren soll es für SGL Carbon wieder langsam aufwärts gehen.

    HPQ Silicon setzt neue Maßstäbe

    Mit einer Technologie, die Zukunft hat, will dagegen das kanadische Unternehmen HPQ Silicon durchstarten und setzt auf Silizium-Anoden. Während herkömmlicher Graphit auf eine theoretische Dichte von 372 mAh/g limitiert ist, ermöglicht Silizium theoretische Werte von bis zu 4.200 mAh/g. Allerdings führte die Ausdehnung des Werkstoffs in der Praxis bisher stets zur schnellen Zerstörung der Batteriezellen. Zusammen mit den Spezialisten des Beteiligungs-Unternehmens Novacium gelang es HPQ durch eine patentierte chemische Oberflächenbehandlung mit Fluor- und Schwefelverbindungen, eine künstliche Schutzschicht zu bilden, die diese Probleme verhindert.

    Wann springt die Aktie von HPQ Silicon an?

    Auch bei den Kosten punktet HPQ: Statt teures Monosilangas und kostspielige Aufdampfverfahren zu nutzen, setzt man auf das PUREVAP QRR Verfahren des Partners PyroGenesis, um direkt aus Quarz gewonnenes metallurgisches Silizium zu verarbeiten. Dieses Syntheseverfahren verdreifacht das Fertigungsvolumen, senkt den Energiebedarf um 20 % und reduziert unterm Strich die Anoden-Herstellungskosten um 25 % bis 30 %. Testergebnisse zeigen auch bei der Leistung große Fortschritte: Während Graphit-Anoden im 18650-Format bei 2.778 mAh verharren, steigerte das Entwicklerteam die Kapazität über die Generationen GEN1 mit 3.153 mAh und GEN2 mit 3.808 mAh schrittweise nach oben. Die GEN3-Zellen erreichten bereits 4.030 mAh sowie 6.050 mAh im 21700-Format. Die Hochleistungs-Zellen der Generation GEN4 im 21700-Format übertrafen schließlich alle Erwartungen. In umfangreichen Versuchsreihen erreichten die GEN4-Siliziumanoden eine durchschnittliche Entladekapazität von über 6.600 mAh mit Spitzenwerten von 6.696 mAh. Das bedeutet laut Unternehmensangaben einen Kapazitätszuwachs von 45 % gegenüber den besten Graphitzellen auf dem Markt.

    HPQ Silicon: Weitere Projekte rund um innovative Materialien und Nachhaltigkeit

    Neben den Batterieanoden aus Silizium treibt HPQ in Québec weitere nachhaltige Materialtechnologien voran. Über das Tochterunternehmen Silica Polvere will man gemeinsam mit PyroGenesis ein neuartiges Plasmaverfahren kommerzialisieren, das Quarz direkt in hochreine Kieselsäure verwandelt und dabei komplett ohne CO2-Emissionen auskommt. Kieselsäure ist ein Grundstoff verschiedener Industrien. Parallel dazu arbeitet HPQ an Systemen zur autonomen Erzeugung von Wasserstoff unter hohem Druck mittels Silizium-Hydrolyse sowie an fortschrittlichen Oberflächenbeschichtungen für Kathoden. Da HPQ seine Technologien schützt, hält das Unternehmen ein breites Portfolio an geistigem Eigentum.

    Fazit: HPQ Silicon an entscheidender Schwelle

    HPQ Silicon ist in spannenden Nischen der Materialwirtschaft tätig und könnte seinen Kunden laut der bisher bekannten Eckdaten große Vorteile bieten. Den großen Schritt zur Kommerzialisierung muss das Team jedoch noch machen. Als entscheidender Katalysator für eine künftige Neubewertung der Aktie gilt der Übergang von der erfolgreichen Prototypen-Zertifizierung hin zu ersten Abnahmeverträgen mit Zellherstellern. Doch auch die anderen Technologien bergen Potenziale – die Themen Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung sind immer gefragt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 68 Mio. CAD hat der Wert im Erfolgsfall noch Luft nach oben.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 17.07.2026 | 05:00

    Ende der Autoindustrie droht – folgt der Befreiungsschlag für Mercedes-Benz und Co.? Vorbild BYD, Problemlöser Rock Tech Lithium

    • Automotive
    • Batterietechnologie
    • Lithium

    Die Autoindustrie steckt in einer tiefen Krise, das zeigen nicht nur die Nachrichten von Volkswagen. Die Verfügbarkeit von Batterierohstoffen ist für Autobauer zu einem entscheidenden Faktor geworden. Laut einer Erhebung der Branchenexperten von Benchmark Minerals stieg die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 weltweit um 29 % auf insgesamt 1,59 Terawattstunden. Während stationäre Batteriespeicher das am schnellsten wachsende Segment waren, bleibt der Elektrofahrzeugsektor der gemessen am Volumen dominierende Treiber der Nachfrage. Diese Entwicklung verschärft den weltweiten Wettbewerb um kritische Rohstoffe. China hat hier die Nase vorn. Das Land kontrolliert schätzungsweise 85 % der globalen Batterieproduktion und veredelt rund 70 % des weltweiten Lithiums. Für westliche Automobilhersteller ist das ein Risiko. Eigene Lösungen müssen her. Wir analysieren die Situation und gehen auf eine potenzielle Lösung ein.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.07.2026 | 04:15

    Unverhofft kommt oft: Die Lithium-Rally 2.0! Mercedes, Porsche AG, Rock Tech Lithium und BASF im Brennpunkt

    • Automotive
    • E-Mobilität
    • Lithium
    • Rohstoffe
    • Infrastruktur
    • Batterietechnologie

    Nun ist es passiert! Die global drohende Stromknappheit entwickelt sich unerwartet zum massiven Katalysator für eine neue Sonderkonjunktur auf dem Rohstoffmarkt und treibt Lithium-Aktien erneut ins Rampenlicht. Das renommierte Fraunhofer-Institut kommt zu dem klaren Ergebnis, dass der europäische Bedarf an hochreinem Lithium-Hydroxid bis zum Jahr 2030 um das Sechsfache ansteigen wird. Die Analysten betonen dabei explizit, dass nur Unternehmen mit geschlossenen, regionalen Lieferketten in der Lage sind, die drohenden Produktionsengpässe durch Strom- und Rohstoffknappheit erfolgreich zu umgehen. Denn die westlichen Industriestaaten wollen ihre Asienabhängigkeit drastisch reduzieren und auf eigene Rohstoff-Vorkommen setzen. Für Investoren schlägt diese fundamentale Transformation eine hochattraktive Brücke zu den Profiteuren der nächsten Generation. Während Automobilkonzerne wie Mercedes und Porsche ihre Lieferketten durch Partnerschaften nun radikal absichern, rückt Rock Tech in der Zeitschiene perspektivisch in den Lieferantenstatus. Auch der Chemiekonzern BASF als unverzichtbarer Partner für Kathodenmaterialien ist mit von der Partie. Clevere Anleger nutzen die aktuelle Konsolidierungs-Phase, um sich frühzeitig bei den Gewinnern dieses Megatrends zu positionieren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 10.07.2026 | 05:00

    EU treibt die Silizium-Revolution: Wacker Chemie, BYD und Nischen-Player HPQ Silicon

    • Batterietechnologie
    • Chipindustrie
    • Silizium
    • Anodenmaterial

    Lithium-Ionen-Batterien können noch viel besser werden. Da klassische Anoden auf Basis von Graphit an ihre physikalischen Grenzen stoßen, setzt die weltweite Forschung auf Silizium als aktives Anodenmaterial. Kein Wunder, schließlich bietet der Rohstoff theoretisch die Aussicht auf eine Verzehnfachung des elektrochemischen Potenzials. Doch die Ausdehnung des Materials während des Ladeprozesses gilt als großes Risiko für die Technologie, da sie das Material schwächt und die Batteriezellen schneller altern lässt. Der Markt für Siliziumanoden, der laut der Analysten von SNS Insider bis zum Jahr 2035 ein Volumen von bis zu 31,27 Mrd. USD erreichen soll, gilt als äußerst chancenreich. Wir stellen drei Akteure vor und nennen einen Geheimtipp.

    Zum Kommentar