01.09.2026 | 05:10
AeroVironment, HPQ Silicon, BAE Systems – Jetzt entscheidet die Batterie
Drohnen verändern die moderne Kriegsführung grundlegend. Was früher Millionen kostete, kann heute mit vergleichsweise günstigen unbemannten Systemen aufgeklärt oder bekämpft werden. Entsprechend schnell fahren westliche Staaten ihre Beschaffung hoch. Doch mit den Anforderungen wachsen auch die technischen Herausforderungen. Reichweite, Nutzlast und Einsatzdauer hängen entscheidend von der Energieversorgung ab. Leistungsfähigere Batterien werden damit zu einer Schlüsseltechnologie des Drohnenbooms. Davon könnten nicht nur die großen Rüstungskonzerne profitieren, sondern auch bislang wenig beachtete Zulieferer.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , BAE SYSTEMS PLC LS-_025 | GB0002634946 , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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AeroVironment – Die US Army ruft
AeroVironment profitiert direkt vom weltweiten Drohnenboom. Am Mittwoch erhielt der US-Rüstungskonzern einen weiteren Auftrag der US Army über 51 Mio. USD für Switchblade-600-Systeme. Die Order erfolgt im Rahmen des Lethal Unmanned Systems IDIQ-Vertrags und unterstreicht die wachsende Nachfrage nach präzisen Loitering Munitions.
Switchblade 600 kombiniert Aufklärung und Angriff in einem System. Die Drohne kann mehr als 90 km zurücklegen, über 40 Minuten in der Luft bleiben und anschließend gegen gepanzerte Ziele eingesetzt werden. Gerade die Erfahrungen aus der Ukraine haben gezeigt, welche Bedeutung kostengünstige unbemannte Systeme inzwischen besitzen.
AeroVironment ist dabei längst breiter aufgestellt. Das Unternehmen entwickelt autonome Systeme für Luft, Land, See und Weltraum sowie Counter-UAS-, Cyber- und Electronic-Warfare-Technologien. Wie weit die Kompetenz reicht, zeigt eine zweite aktuelle Meldung. So erhielt AeroVironment einen Auftrag zur Entwicklung und Fertigung von drei autonomen Hubschraubern für die NASA-Mission SkyFall zum Mars. Der Start ist für 2028 vorgesehen.
Die Aufträge zeigen, wie schnell autonome Systeme technologisch voranschreiten. Mit höheren Reichweiten, zusätzlichen Sensoren und steigender Nutzlast wächst allerdings auch der Energiebedarf. Genau dadurch wird die Batterie zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Drohnenmarktes.
HPQ Silicon – Jetzt geht es um den Durchbruch
HPQ Silicon kommt der Kommerzialisierung seiner Batterietechnologie einen entscheidenden Schritt näher. Gemeinsam mit Novacium hat das Unternehmen jeweils zehn speziell konfigurierte Batteriepakete an drei europäische Drohnenhersteller ausgeliefert. Die Akkus befinden sich bereits in der letzten geplanten Evaluierungsphase vor einer möglichen Produktqualifizierung. Was Ende 2025 begann, könnte damit schon bald in eine kommerzielle Zusammenarbeit münden.
Die Batteriepakete wurden anhand der Rückmeldungen der Hersteller individuell an deren Drohnenplattformen angepasst. Novaciums GEN3- und GEN4-Technologie setzt auf Silizium-Anoden, die gegenüber klassischen Graphitanoden höhere Energiedichten ermöglichen sollen. Bei Drohnen kann daraus ein entscheidender Wettbewerbsvorteil entstehen und mehr Reichweite, höhere Nutzlast oder eine Kombination aus beidem bedeuten.
Der adressierte Markt wächst rasant. Die EU-Kommission erwartet, dass der europäische Markt für Drohnendienstleistungen bis 2030 auf rund 14,5 Mrd. EUR anwachsen könnte. Für HPQ ist die Entwicklung besonders interessant, da das Unternehmen an Novacium beteiligt ist und die exklusiven nordamerikanischen Rechte an dessen Technologien hält.
Die jüngsten Fortschritte kommen keinesfalls aus dem Nichts. Erst im August erhielt die HPQ-Endura+ GEN4-21700-Plattform die UN-38.3-Zertifizierung. Damit können die Zellen international für Kundenqualifizierungen und kommerzielle Anwendungen verschickt werden. Aus technischer Entwicklung wird damit Schritt für Schritt ein marktfähiges Produkt.
Doch Batterien sind nur ein Teil der Story. HPQ positioniert sich als Technologieplattform für fortschrittliche Materialien und industrielle Prozesse. Neben Energiespeichern entwickelt das Unternehmen eine neuartige Technologie zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure. Das Material aus dem Pilotreaktor erreichte bereits unabhängig bestätigte kommerzielle Qualität. Hinzu kommen Technologien für dezentrale Wasserstoffproduktion und die energetische Nutzung von Abfallstoffen.
Die drei europäischen Drohnenhersteller könnten nun zum entscheidenden Türöffner werden. Gelingt die Produktqualifizierung, hätte HPQ einen wichtigen Beleg dafür, dass die Technologie nicht nur im Labor funktioniert, sondern reale industrielle Anforderungen erfüllt. Dieser Übergang könnte für die weitere Bewertung der Aktie entscheidend werden.
BAE Systems – Aufrüstung läuft auf Hochtouren
BAE Systems zeigt, welche Dimension die Aufrüstung westlicher Streitkräfte inzwischen erreicht hat. In der abgelaufenen Woche wurden die ersten vier neuen ARCHER-8x8-Artilleriesysteme an die schwedischen Streitkräfte übergeben. Die Auslieferung ist Teil der Modernisierung der schwedischen Artillerie und unterstreicht die hohe Nachfrage nach modernen Waffensystemen.
ARCHER gehört zu den modernsten mobilen Artilleriesystemen Europas. Die automatisierte 155-mm-Haubitze kann schnell ihre Feuerstellung beziehen, mehrere Geschosse abfeuern und die Position wieder verlassen. Damit reagiert das System auf eine Entwicklung, die auch durch Drohnen beschleunigt wird.
Parallel meldete BAE Systems einen weiteren Großauftrag aus den USA. Für 149,8 Mio. USD modernisiert und wartet der Konzern das amphibische Angriffsschiff USS Boxer. Werden sämtliche Optionen gezogen, kann der Vertragswert auf 180 Mio. USD steigen.
BAE Systems steht damit exemplarisch für die hohen Investitionen in neue und bestehende Verteidigungssysteme. Gleichzeitig verschiebt sich der technologische Schwerpunkt. Autonome Systeme, Drohnen, Sensoren und elektronische Kampfführung gewinnen an Bedeutung. Damit steigt auch der Bedarf an leistungsfähiger mobiler Energieversorgung. Der Rüstungsboom schafft deshalb neue Märkte weit über klassische Panzer, Schiffe oder Artillerie hinaus.
Der Drohnenboom verändert nicht nur die Rüstungsindustrie, sondern auch deren Lieferketten. AeroVironment profitiert bereits von steigenden Switchblade-Bestellungen, während BAE Systems Milliarden in einem weltweit wachsenden Verteidigungsmarkt umsetzt. Für HPQ Silicon beginnt dagegen erst die entscheidende Phase. Nach dem ersten Auftrag für FPV-Drohnen werden 30 Batteriepacks nun von drei weiteren europäischen Herstellern getestet. Gelingt die Qualifikation, könnte die siliziumbasierte Batterietechnologie vom Entwicklungsprojekt zum kommerziellen Wachstumstreiber werden.
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