25.08.2026 | 05:00
Drohnen-Krieg auch bei uns? BAE Systems, Volatus Aerospace und Kratos Defense vor Sonderkonjunktur?
Immer mehr Drohnen werden auf NATO-Gebiet gesichtet und neutralisiert, inzwischen gar mit Sprengstoff bestückt. Der gnadenlose Abnutzungskrieg zwischen Russland und der Ukraine und die Drohungen des Aggressors zwingen Strategen im Westen zum Umdenken. Kostspielige Waffensysteme genügen längst nicht mehr, wenn Schwärme günstiger Drohnen die Luftverteidigung übersättigen. Aus einem aus der Not geborenen Engagement bei Drohnen ist im Westen inzwischen längst eine eigene Industrie geworden. Wir stellen wichtige Akteure und aktuelle Entwicklungen vor.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079 , BAE SYSTEMS PLC LS-_025 | GB0002634946
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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BAE Systems: Lange Flugzeiten und schwere Lasten
Große Rüstungskonzerne stehen vor der Herausforderung, ihre Entwicklungsprozesse an die Entwicklungsgeschwindigkeit des Kriegs in der Ukraine anzupassen. Das britische Unternehmen BAE Systems treibt über seine Innovationssparte FalconWorks vernetzte Plattformen voran, um bemannte Kampfflugzeuge zu entlasten. Beispiel ist das solar-elektrische Höhenflugsystem PHASA-35 der Konzerntochter Prismatic. Mit einer Spannweite von 35 m und einem Gesamtgewicht von lediglich 150 kg operiert der Flieger in Höhen von mehr als 66.000 Fuß. Das ultraleichte HAPS-System verweilt bis zu 12 Monate ununterbrochen in der Stratosphäre, um lückenlose 5G-Konnektivität und Frühwarnfunktionen bereitzustellen. Für den gefährlichen Nachschub an vorderster Front setzt das Unternehmen auf die zugekaufte T-Serie von Malloy. Die elektrischen Schwerlast-Flugkörper transportieren Nutzlasten zwischen 68 und 300 kg punktgenau selbst in schwer zugängliche Einsatzgebiete.
Kratos Defense setzt auf Jet-Turbinen für Drohnen
Die Realität an der Front in der Ukraine zeigt, dass Verteidiger auf günstige Massenprodukte angewiesen sind. Kratos Defense besetzt mit seinen strahlgetriebenen Systemen wie der XQ-58A Valkyrie das Segment der hochgradig autonomen Begleitflugzeuge mit eigenem Waffenschacht. Diese Flugplattformen dienen als unbemannte Begleiter für moderne Kampfjets und führen eigene Mini-Drohnen mit. Die Plattform Air Wolf basiert auf dem bewährten Zielflugkörper MQM-178 Firejet und teilt dessen Zelle, verfügt aber über eine völlig andere, kampftaugliche Avionik. Ein weiteres System, die agile UTAP-22 Mako, dient als Testplattform für autonome Drohnen-Schwärme sowie elektronische Gegenmaßnahmen. Kratos Defense orientiert sich mit seinen Systemen an der Replicator-Doktrin des Pentagons, die preiswerte Drohnen fordert.
Volatus Aerospace: Drohnen-Ökosystem aus Kanada
Während BAE Systems und Kratos Defense überwiegend auf schwere Frachtdrohnen oder teure Jet-Turbinen setzen, positioniert sich Volatus Aerospace als agiler, vertikal integrierter Komplettanbieter für das Gefechtsfeld. Durch den Ausbau seines Fertigungszentrums in Mirabel, Kanada, kann Volatus Aerospace seine Produktion skalieren. Aushängeschild der Kanadier ist die ReKam-Drohne. Sie erzielt eine Reichweite von rund 500 km bei Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h. Dank ihrer offenen Architektur lässt sich die Zelle flexibel für Aufklärung, Störeinsätze oder als Abfangjäger ausrüsten. Für weiträumige Überwachungseinsätze operiert die Starrflügler-Drohne Vigil V300 in Höhen von bis zu 16.000 Fuß mit minimalem akustischem sowie thermischem Profil. Weitere Produkte wie das Langstreckensystem Peremoha, die kabelgebundene Khronos-Plattform, die binnen zwei Minuten aus einer Fahrzeugbox auf 60 m Höhe steigen kann, runden das Angebot von Volatus Aerospace ab.

Rüstungsallianzen und Großprogramme treiben die Nachfrage
Das geopolitische Umfeld sorgt für steigende Investitionen in Drohnen-Programme. Die unter Führung Großbritanniens und Lettlands koordinierte Drone Coalition bündelt ein kumuliertes Budget von 4,5 Mrd. EUR für Lieferungen an die Ukraine. Über den gemeinsamen Fonds mit mehr als 180 Mio. EUR Kapital fließen Mittel für über eine Million FPV-Einheiten und Abfangsysteme. Auch Volatus Aerospace profitiert vom positiven Marktumfeld und der wachsenden Unterstützung staatlicher Stellen: Volatus Aerospace qualifizierte sich für die Phase-II-Evaluierung im U.S. Drone Dominance Program für weitreichende Angriffsplattformen. Der Zugang zu US-Verteidigungsprogrammen könnte dem kanadischen Drohnen-Pionier umfassende Aufträge bescheren. Auch europäische Initiativen, wie das 540 Mio. EUR umfassende Beschaffungspaket der Bundeswehr für bis zu 9.000 Loitering-Systeme, zeigen die Dynamik der Branche.
Fazit: Volatus Aerospace als spannende Drohnen-Aktie
Die Aktie von Volatus Aerospace gehörte zu den Gewinnern des Jahres 2025. Inzwischen hat der Wert konsolidiert. Parallel dazu hat das Unternehmen operative Fortschritte erzielt. Inzwischen konnte man sich bereits mehrere Aufträge aus NATO-Staaten sichern und scheint auch mit dem Drohnen-Angebot auf der Höhe der Zeit zu sein. Dass man als kanadisches Unternehmen anschlussfähig zur NATO ist und auch regulatorisch den Nerv des Bündnisses trifft, sollte Volatus zu einem Profiteur der aktuellen Sonderkonjunktur werden lassen. In einer Zeit, in der Drohnen nach Leipzig fliegen oder Gas-Plattformen im Schwarzen Meer bedrohen, kann es jederzeit zum Ernstfall kommen. Die Chancen, dass Volatus seine Fertigung in Mirabel auslasten kann und das Unternehmen weitere Aufträge aus NATO-Staaten erhält, stehen gut. Hinzu kommt, dass weitere Sichtungen von Drohnen oder gar eine Eskalation auf NATO-Gebiet die Karten für Unternehmen aus dem Drohnen-Sektor gänzlich neu mischen würde.
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