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22.04.2025 | 05:30

Almonty Industries – Eskalationsstufe erhöht

  • Handelskrieg
  • Rohstoffe
  • Wolfram
Bildquelle: pixabay.com

Der Handelskrieg zwischen den USA und China erreichte in der vergangenen Woche eine neue Stufe. Nachdem US-Präsident Trump am „Liberation Day“ die Strafzölle auf unglaubliche 125 % erhöhte, kontert das Reich der Mitte nun mit Exportkontrollen auf seltenen Erdmetallen, die für die Herstellung von Elektromotoren, Batterien und Magneten, aber auch für die Rüstungsindustrie unerlässlich sind. Seit Ende des Jahres sind zudem ähnliche Beschränkungen für Gallium, Germanium und Wolfram aktiv. Zumindest bei Wolfram, das zur Verwendung zum Beispiel bei panzerbrechender Munition benötigt wird, deutet sich mit der Produktionsaufnahme der Sangdong-Mine in Südkorea Entspannung an. Die Aktie des Betreiberunternehmens, Almonty Industries, konnte die Erwartungen in den vergangenen Monaten teilweise aufzeigen, besitzt laut Analysten jedoch noch deutliches Potenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

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Inhaltsverzeichnis:


    Exportstopp und Chaos in der Lieferkette

    Wolfram ist ein kritisches Metall mit einzigartigen physikalischen Eigenschaften wie hoher Dichte, Härte und Hitzebeständigkeit. In der Elektromobilität wird Wolfram zunehmend in innovativen Batterieanoden eingesetzt, beispielsweise in Kombination mit Niob, um die Ladegeschwindigkeit erheblich zu steigern. Zudem ist es Bestandteil von Hartmetallen, die für die Fertigung von Präzisionskomponenten in Elektromotoren und Leistungselektronik benötigt werden. Bei der Rüstungsindustrie, die durch die Zeitenwende deutlich mehr des Rohstoffs benötigt, findet Wolfram, auch bekannt als Tungsten, Anwendung in panzerbrechender Munition, ballistischen Schutzsystemen und Raketentriebwerken.

    China dominiert den globalen Wolframmarkt mit einem Anteil von etwa 85–93 % an der weltweiten Produktion. Diese Marktmacht ermöglicht es der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, durch Exportrestriktionen erheblichen Einfluss auf die weltweite Versorgung auszuüben. Ein Exportstopp Chinas würde die Lieferketten in der Elektromobilität und Rüstungsindustrie massiv beeinträchtigen. Experten warnen, dass die aktuellen Vorräte in westlichen Ländern nur für drei bis sechs Monate ausreichen würden, was zu Produktionsausfällen und Preissteigerungen führen könnte. Angesichts dieser Abhängigkeit sind Investitionen in alternative Förderquellen außerhalb Chinas, wie beispielsweise in Südkorea oder Portugal, von strategischer Bedeutung, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

    Almonty Industries – Der weiße Ritter der westlichen Welt

    Almonty Industries hat sich seit Jahren auf den Erwerb und der Optimierung von Wolframminen spezialisiert. Mit der ältesten und produktivsten Wolframmine Europas, der Panasqueira-Mine in Portugal, sowie der Los Santos-Mine in Spanien mutierte Almonty Industries bereits zum europäischen Marktführer. Durch die Produktionsaufnahme der Sangdong-Mine in Südkorea steigt das kanadische Unternehmen dann jedoch in neue Sphären. Rund 30 % der Wolframproduktion außerhalb von China und Russland soll das Megaprojekt dann abdecken. Zum Start soll eine Jahresproduktion von 5.000 t entstehen, die jedoch sukzessive erweitert werden soll. Mit dem Produktionsstart, der noch in diesem Jahr erwartet wird, dürfte auch die Almonty-Aktie einen weiteren Impuls erleben.

    Neben Wolfram besitzt die Mine durch ein Molybdän-Vorkommen zusätzliches Steigerungspotenzial. Ab 2026 sollen bis zu 5.600 t Molybdän zu einem Mindestpreis von 19 USD pro Pfund an den SpaceX-Zulieferer SeAH M&S abgegeben werden, ein Abnahmevertrag wurde vor wenigen Wochen veröffentlicht.
    Apropos Abnahmevertrag: Mit einem der größten Aktionäre von Almonty Industries, die österreichische Plansee-Gruppe hält 15 % der Unternehmensanteile, wurde seit längerem ein 15-jähriger Abnahmevertrag über Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine abgeschlossen. Dieser Vertrag deckt etwa 50 % der erwarteten Produktion ab und garantiert einen Mindestpreis von 235 USD pro metrischer Tonne Einheit (MTU) APT-Äquivalent. Ein weiterer Großaktionär ist die Deutsche Rohstoff AG mit 12,8 %. Rund 19 % halten CEO Lewis Black sowie die Almonty Partners LLC.

    Lyndsay Malchuk interviewt Matthias Greiffenberger, Analyst der GBC AG **

    Analysten sehen weiteres Potenzial

    Wie Matthias Greiffenberger, Analyst der GBC AG, in einem Interview mit Lyndsay Malchuk von Stockhouse erläuterte, ist das Kurspotenzial der Almonty Industries noch enorm. Der aktuelle Börsenwert von 741,30 Mio. CAD bedeutet lediglich das rund 2,9fache der geplanten Erlöse des Jahres 2027, was im Peer-Group Vergleich zu vergleichbaren Projekten wie der Mountain Pass-Mine, einem seltene Erden-Projekt in Kalifornien, deutlich zu niedrig sei. Das 12 Monats-Kursziel für den „Game Changer am Wolfram-Markt“ wurde aufgrund dessen auf 4,20 CAD angehoben, das Anlageurteil lautet „Kaufen“. Derzeit notiert die Almonty-Aktie bei 2,64 CAD.

    Ins gleiche Horn blies Peter Thilo Hasler, Chefanalyst von Sphene Capital. Das Kursziel erhöhten die Münchner aufgrund der Anpassungen der Prognosen von 3,21 CAD auf 5,20 CAD. Bereits im kommenden Jahr sollen Umsätze von über 192 Mio. CAD und ein EBIT von 69,4 Mio. CAD in die Bücher wandern. Dies wiederum bedeute laut Sphene Capital einen Nettogewinn in Höhe von 46,8 Mio. CAD beziehungsweise 0,19 CAD je Aktie.

    Trump befeuert den Markt

    Durch die teilweise chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung könnte der Handelskrieg weiter eskalieren. Sogar ein Exportstopp kritischer Metalle durch China ist aktueller denn je. Dies wiederum würde zum Ausfall von Lieferketten und exorbitanten Preissteigerungen der Rohstoffe wie Wolfram führen. Almonty Industries besitzt mit dem Produktionsstart der Wolfram-Mine in Südkorea Game Changer-Potenzial. Die aktuelle Marktkapitalisierung spiegelt laut den Analysten der GBC AG sowie von Sphene Capital das Potenzial kaum wider.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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