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24.03.2025 | 05:10

Bayer, Vidac Pharma, BioNTech – Niederschläge und neue Maßstäbe

  • Biotechnologie
  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Glyphosat und kein Ende. Die Übernahme des US-amerikanischen Agrarunternehmens Monsanto durch Bayer im Jahr 2018 entwickelt sich weiterhin zum Milliardengrab, erneut entschied ein Gericht gegen die Leverkusener. Milliardenumsätze fielen auch beim Impfstoffhersteller BioNTech nach dem Abklingen der Corona-Pandemie aus den Büchern. Dagegen setzt ein innovatives, biopharmazeutisches Unternehmen neue Maßstäbe in der Behandlung pädiatrischer Hirntumore.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics Inc.
    "[...] Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich mit den zugrunde liegenden Gesundheitszuständen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu befassen, und hat dazu geführt, dass der Herzgesundheit auf breiterer Ebene Priorität eingeräumt wird. [...]" David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics Inc.

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    Bayer – Jetzt wird’s ernst

    Nachrichten, die am Wochenende veröffentlicht werden, sind meistens negativer Natur. So auch die neueste Hiobsbotschaft des Pharma- und Agrarriesen Bayer. Und es geht um das beherrschende Thema der letzten Jahre, dass die Leverkusener stark in die Bredouille brachte - Schadensersatzklagen wegen dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

    Demnach verurteilte eine Jury im US-Bundesstaat Georgia den Bayer-Konzern, rund 2,1 Mrd. USD an einen Betroffenen zu zahlen. Der klagte, aufgrund von Roundup, an Krebs erkrankt zu sein. Die angeordnete Zahlung ist eine der höchsten Summen, die bislang in den gesamten Prozessen verhängt wurden. Bis dato hat Bayer rund 10 Mrd. USD für gerichtliche Streitigkeiten im Zusammenhang mit Glyphosat beglichen. Jedoch sind noch immer 60.000 Fälle offen, die noch verhandelt werden müssen. In diesem Zusammenhang gab Bayer vor kurzem bekannt, sich für die Beilegung der Rechtsstreitigkeiten einen Risikopuffer in Höhe von 2,5 Mrd. EUR zu beschaffen.

    Bayer hat am Samstag den kürzlich ergangenen Gerichtsentscheid als unbegründet zurückgewiesen. Das Unternehmen betonte, dass der Entscheid nicht mit dem überwiegenden Teil der wissenschaftlichen Forschung übereinstimmt. „Wir sind überzeugt, dass wir in der Berufung starke Argumente haben, um dieses Urteil aufzuheben oder zumindest den überhöhten und verfassungswidrigen Schadensersatz zu reduzieren“, heißt es in der Stellungnahme des Konzerns.

    Vidac Pharma – Meilenstein für bahnbrechende Therapien

    Im Gegensatz zum Bayer-Konzern läuft die Geschäftsentwicklung beim biopharmazeutischen Unternehmen, das von Max Herzberg, einem der Gründerväter der israelischen Biowissenschaftsindustrie, geführt wird, hervorragend. Der Ansatz des Unternehmens ist dabei revolutionär. Vidac Pharma entwickelt Krebsmedikamente, indem es die hyperglykolytische Mikroumgebung des Tumors verändert und auf die Überexpression und falsche Verankerung des metabolischen Kontrollpunkts Hexokinase 2 in Krebszellen abzielt, um die Mikroumgebung des Tumors zu verändern und seinen programmierten Tod selektiv herbeizuführen, ohne das umliegende normale Gewebe zu beeinträchtigen.

    Im Rampenlicht der pharmazeutischen Innovation steht derzeit das Flaggschiff-Produkt von Vidac Pharma, VDA-1275. Der Medikamentenkandidat zur Bekämpfung solider Tumore hat in den vorklinischen Studien für Aufsehen gesorgt. Als eigenständige Behandlung angewandt, konnte VDA-1275 bereits signifikante Wirksamkeit beweisen.

    Herausragend sind vor allem die synergistischen Effekte, die sich zeigen, wenn VDA-1275 mit bestehenden Krebstherapien kombiniert wird. Diese Kombinationstherapie könnte einen neuen Standard in der Onkologie setzen.

    Ein Ausrufezeichen setzte Vidac Pharma beim Pädiatrischen Hirntumor-Forschungstreffen am 9. März 2025 in Jerusalem, bei dem sich die Elite der Tumorforschung zusammenfand. CEO Herzberg stellte den zweiten Kandidaten VDA-1102 vor, der auf eine Art formuliert werden konnte, dass die Blut-Hirn-Schranke bei einem fünfjährigen Kind überwunden und so der Hirntumor im Kopf des Kindes von dem eingesetzten Wirkstoff erreicht werden konnte, was einen bedeutenden Meilenstein darstellt, der neue Möglichkeiten für bahnbrechende Therapien zur Behandlung von Hirnerkrankungen eröffnet.

    Die Aktie von Vidac Pharma konsolidiert nach einer Rally von über 660 % bis auf ein Hoch bei 1,30 EUR und befindet sich aktuell in der Unterstützungszone bei 0,50 EUR in der Bodenbildungsphase. Die Analysten von Sphene Capital vergaben in ihrer Studie ein Kursziel in Höhe von 4,90 EUR, was auf das derzeitige Kursniveau ein Kurspotenzial von rund 870 % bedeuten würde.

    BioNTech – positive Analysten, negatives Chartbild

    Die Ergebnisse des vierten Quartals sowie des Gesamtjahres 2024 quittierten BioNTech-Aktionäre mit Abverkäufen. Seither verlor die Aktie rund 13 % an Wert und brach erneut die psychologische Marke von 100 USD. Weitere Verluste drohen, fällt der Kurs unter den markanten Unterstützungsbereich von 93 USD. Sollte dieser nachhaltig nach unten durchbrochen werden, käme bereits das Tief des vergangenen Jahres bei 76,53 USD als Zwischenziel in Frage.

    Durch das Ende der Corona-Pandemie brach beim Mainzer Biotechunternehmen die größte Erlösquelle weg. Für das Geschäftsjahr 2024 ergaben sich Umsatzerlöse von 2,75 Mrd. EUR, verglichen mit 3,82 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Forschungs- und Entwicklungskosten wuchsen dagegen auf 2,3 Mrd. EUR, verglichen mit 1,78 Mrd. EUR im Jahr 2023. Für das Geschäftsjahr 2024 belief sich der Nettoverlust auf 665,3 Mio. EUR, verglichen mit einem Nettogewinn in Höhe von 930,3 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Verlust je Aktie betrug 2,77 EUR gegenüber einem Gewinn von 3,83 EUR 12 Monate zuvor.

    Der Hoffnungsträger für die Zukunft ist zweifelsohne die Onkologie-Pipeline, die laut dem Management im vergangenen Jahr erhebliche Fortschritte verbuchen konnte. So wurden mehrere globale klinische Phase-3-Studien für den Antikörperkandidaten BNT327 gestartet und neue Daten aus dem mRNA-Krebsimmuntherapie-Programmen vorgestellt.

    Laut Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech „wird 2025 ein Jahr mit zahlreichen wichtigen Daten-Updates aus unseren klinischen Fokus-Programmen. Wir glauben, dass diese Kandidaten, vorbehaltlich ihrer erfolgreichen Entwicklung und Zulassung, ein disruptives Potenzial haben und den aktuellen Behandlungsstandard verbessern können.“


    Der Pharma- und Agrarriese Bayer musste erneut eine Schlappe vor Gericht einstecken, eine Milliardenstrafe droht. BioNTech legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung seiner Onkologie-Pipeline. Vidac Pharma konnte einen Meilenstein verbuchen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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