20.05.2026 | 04:00
Übernahme Kandidaten für 2026! Heiß wird es im LifeScience-Sektor bei Evotec, BioNxt, BioNTech und Formycon!
Die Börse hat sich in den letzten Monaten primär auf HighTech und Rüstung konzentriert. Der gesamte BioTech-Sektor wurde damit links liegen gelassen. Kurzfristig mag diese Strategie für Investoren aufgegangen sein, doch nun sind einige LifeScience-Werte einfach zu billig geworden. Der Hamburger Wirkstoff-Forscher Evotec hat in den letzten 3 Jahren rund 75 % seines Kurswertes verloren, ähnlich erging es BioNTech, Formycon und BioNxt. Doch manch Pipeline ist eben doch wertvoll und von jahrelanger Forschung begleitet. Für einen Aufkäufer mit voller Kasse ein lukratives Geschäft, denn die kostenträchtigen Versuchsreihen sind schon gemacht. Wir blicken auf einen Sektor, der zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Wo lauern die Chancen für risikobewusste Anleger?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , FORMYCON AG | DE000A1EWVY8 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , EVOTEC SE ADR/2 O.N. | US30050E1055
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Evotec – Die Wandelanleihe belastet erneut
Von Norden beginnend stoßen wir in der Peergroup-Analyse auf den Hamburger Wirkstoff-Entwickler Evotec. In den letzten 3 Jahren hat das Papier bereits ordentlich Federn gelassen, denn seit dem Weggang des langjährigen CEO Lanthaler scheint sich das Unternehmen neu aufzustellen. Das erste Quartal verlief wieder etwas holprig. So fiel der Umsatz deutlich von 200 auf 157 Mio. EUR, während das bereinigte EBITDA mit -21,9 Mio. EUR klar ins Minus rutschte. Trotz des schwierigen Starts hält Evotec aber an seinem Ausblick fest. "Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung, unterstützt durch eine Erholung des Marktumfelds", sagte CEO Christian Wojczewski.
In der letzten Woche überraschten die Hamburger dann mit einer Refinanzierung über 116 Mio. EUR in Form einer Wandelanleihe. Man begründete den erhöhten Finanzierungsbedarf mit dem laufenden Umbauprogramm „Project Horizon“. Operativ bleibt der Fokus damit klar auf der Restrukturierung, während der Kapitalmarkt vor allem die Finanzierungskosten und mögliche Verwässerungspotenziale neu zu bewerten hat. Die Analysten von Berenberg und RBC erneuerten dennoch ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 9,40 bzw. 10,00 EUR – rund 100 % Potenzial! Charttechnisch scheint das Allzeittief von 4,01 EUR allmählich in die Ferne zu rücken. Beobachten!
BioNxt Solutions – Semaglutid in Reichweite
Die BioNxt Solutions-Aktie hat das Jahr 2026 bislang noch nicht rocken können. Mit der gestrigen Meldung werden die Karten aber neu gemischt. Denn das kanadische Unternehmen betritt nun ernsthaft den milliardenschweren GLP-1-Markt, besser bekannt unter Semaglutid. Während Investoren weltweit auf Adipositas- und Diabetes-Therapien setzen, positioniert sich BioNxt nicht als weiterer Wirkstoffentwickler, sondern als Technologieanbieter für die nächste Generation der Medikamentenverabreichung. Hier liegt der strategische Reiz: Das Unternehmen arbeitet an einer sublingualen Dünnfilm-Lösung für Semaglutid, die sich direkt im Mund auflöst und damit potenziell die Schwächen klassischer Tabletten und Injektionen adressiert.
Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein. GLP-1-Therapien entwickeln sich derzeit zu einem der dynamischsten Wachstumsmärkte der globalen Pharmaindustrie. Milliardenumsätze, explodierende Nachfrage und ein wachsender Fokus auf patientenfreundliche Anwendungen öffnen die Tür für neue Verabreichungstechnologien. BioNxt setzt dabei auf drei Schwerpunkte: Komfort, Mobilität und Nadelfreiheit – alles Eigenschaften, die bei chronischen Therapien über Akzeptanz und Therapietreue entscheiden können. Dabei startet BioNxt nicht bei Null. Im Gegenteil: Die firmeneigene ODF-Plattform wurde bereits über frühere Programme aufgebaut und technologisch validiert. Vor allem das Cladribin-Projekt im Bereich Multiple Sklerose lieferte vielversprechende präklinische Daten und schuf wertvolles Know-how für Formulierung, Herstellung und pharmazeutische Entwicklung. Dieses Fundament könnte nun auf den wesentlich größeren GLP-1-Markt übertragen werden. Mit dem Eintritt in die aktive Entwicklungsphase gewinnt das Semaglutid-Programm erstmals operative Tiefe. Formulierungsentwicklung, analytische Charakterisierung und Proof-of-Concept-Arbeiten laufen bereits gemeinsam mit dem deutschen Entwicklungspartner Gen-Plus GmbH. Gelingt der Nachweis einer funktionierenden sublingualen Semaglutid-Verabreichung, würde BioNxt in einen Markt vorstoßen, der aktuell von wenigen Schwergewichten dominiert wird, technologisch aber noch erhebliches Innovationspotenzial besitzt.
Das klingt nach einer neuen Investmentstory: Kleine Plattformunternehmen mit funktionierender Drug-Delivery-Technologie werden in Boomphasen häufig zu begehrten Übernahmekandidaten oder Lizenzpartnern größerer Pharmakonzerne. Gleichzeitig ist die aktuelle Bewertung mit gerade mal 33 Mio. EUR im Verhältnis zur adressierbaren Marktchance noch vergleichsweise niedrig. Natürlich bleibt das Unternehmen ein früher Biotech-Wert mit entsprechenden Entwicklungsrisiken. Doch wer frühzeitig auf die nächsten Evolutionsstufen setzen will, findet hier eine wachstumsstarke, technologisch spannende und bislang noch wenig entdeckte Turnaround-Story. Einsammeln!

Formycon – Fast in Vergessenheit geraten
Die deutsche Biosimilar-Hoffnung Formycon hat auf 3-Jahressicht nun auch 75 % Kursabschlag hinter sich gebracht. Seit März scheint sich der Chart nun zu beruhigen und gestern gab es auch wieder Neuigkeiten. Die Münchener erweitern mit dem europaweiten Launch von FYB203 ihr kommerzielles Biosimilar-Portfolio strategisch um ein weiteres ophthalmologisches Schlüsselprodukt. Das unter den Marken Ahzantive und Baiama eingeführte Präparat adressiert hochvolumige Indikationen wie altersbedingte Makuladegeneration und positioniert sich als Nachahmerprodukt des Blockbusters Eylea. Die Markteinführung in Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich und Italien signalisiert den Übergang von der Entwicklungs- in die Monetarisierungsphase. Entscheidend dabei ist die zuvor erzielte Lizenz- und Vergleichsvereinbarung mit Regeneron Pharmaceuticals und Bayer AG, die regulatorische und patentrechtliche Risiken deutlich reduziert. Mit inzwischen drei kommerzialisierten Eigenentwicklungen stärkt Formycon seine Position als spezialisierter Biosimilar-Anbieter im margenstarken Ophthalmologie-Markt. Zusätzliche Wachstumsfantasie entsteht durch den geplanten US-Launch ab dem vierten Quartal 2026, der das Umsatzpotenzial signifikant erweitern könnte. Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv berechnen für 2027e nur noch ein KGV von 14,5. Auch charttechnisch fühlt sich die Bodenbildungsphase seit März recht gut an!
BioNTech – Gründer verlassen den Kommandostand
Der Mainzer Corona-Impfstoff-Shootingstar BioNTech befindet sich nach dem pandemiegetriebenen Ausnahmeboom in einer strategischen Neuorientierung. Wie groß die Probleme sind, zeigt der massive Kursrückgang seit 2021 um knapp 80 %. Er reflektiert vor allem den Übergang von kurzfristig hochprofitablen Impfstofferlösen hin zu einem kapitalintensiven Forschungsmodell ohne kurzfristige Nachfolgeprodukte. Der Markt bewertet BioNTech inzwischen wieder primär als BioTech-Unternehmen statt als globalen Pharmakonzern. Entsprechend stehen Entwicklungsrisiken, lange Zulassungszyklen und die Kommerzialisierung der Onkologie-Pipeline im Fokus. Besonders mRNA-basierte Krebsimmuntherapien gelten zwar als technologisch vielversprechend, dürften jedoch erst mittelfristig relevante Umsätze generieren. Belastend wirkt zudem der Rückzug der Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci aus dem operativen Zentrum, Analysten stehen nun vor der Bewertung einer neuen wissenschaftlichen Identität. Parallel reagiert das Unternehmen mit Restrukturierungen und Standortschließungen auf die postpandemische Nachfrageschwäche. Reizvoll bleibt die üppige Kassenposition von ca. 17 Mrd. EUR, die eigentlich an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollte. Das aktuelle Aufgeld für ein reines BioTech-Unternehmen ist aus Risikosicht immer noch zu hoch.
Die weltweiten Börsen feiern trotz geopolitischer Belastungen fast täglich neue Höchststände. Das betrifft vor allem die heiß gelaufenen HighTech-Titel an der NASDAQ. Am BioTech-Sektor gehen die meisten Handelsumsätze derzeit vorbei. Einige Charts wie z. B. BioNxt, Evotec oder Formycon zeigen nun aber interessante Bodenbildungsformationen. Rein zyklisch wäre eine Branchen-Rotation zu Gunsten der BioTechs überfällig.
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