Menü schließen




09.09.2026 | 04:59

Comeback, Aufträge, Monopole: Aktien von Rheinmetall, Almonty Industries und Micron Technology im Blick!

  • Almonty Industries
  • Micron Technology
  • Rheinmetall
  • Aktien
  • Rüstung
  • Wolfram
  • Speicherchips
Bildquelle: Gemini

An den Aktienmärkten verlief der Sommer äußerst volatil und intensiv. Krieg, Ölpreis, US-Dollar, Zinsen oder die extremen Bewegungen bei Chip-Aktien bewegten die Kurse und sorgten trotz Sommerpause für Schlagzeilen. Fakt ist aber auch, dass der richtige Handel eigentlich erst jetzt wieder beginnt. Mit dem Labour-Day am Montag in Nordamerika ist die quasi offizielle Sommerpause beendet. Viele Investoren kehrten somit an ihre Bildschirme zurück und dürften schauen, welche attraktiven Titel auf sie warten. Damit sollten auch die Handelsvolumina an den Märkten wieder deutlich steigen. Klar ist, dass die extremen Ausschläge zu Chancen geführt haben. Chancen dürfte es vor allem im Bereich von KI, Rüstung und Rohstoffen geben. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von Rheinmetall, Almonty Industries und Micron Technology.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall: Großer Auftrag oder großer Reinfall!

    Dass die USA inzwischen mehr als 40 Billionen USD an Schulden aufgetürmt haben, liegt auch am aufgeblähten Militärhaushalt. Dafür muss der Steuerzahler irgendwann bezahlen, sei es per Inflationierung oder Rückzahlung. Wobei an die Mär von der Rückzahlung selbst die wohl größten Patrioten kaum glauben.
    Was also den US-Bürger trifft, ist für die Verteidigungsindustrie wie ein Lottogewinn. Und hier mischt auch Rheinmetall kräftig mit. Die Düsseldorfer sind beim XM30-Programm der U.S. Army mit an Bord und spielen dabei eine tragende Rolle. Das Militär will den in die Jahre gekommenen Schützenpanzer M2 Bradley durch eine amerikanisierte Variante des Rheinmetall-Flaggschiffs Lynx KF41 ersetzen. Das gesamte Auftragsvolumen wird auf bis zu 45 Mrd. USD geschätzt. Davon könnten Rheinmetall im Maximalfall bis zu 15 Mrd. EUR zukommen. Noch dazu würde ein Auftrag das Renommee erheblich steigern und die Chancen auf weitere Orders von NATO-Ländern oder US-Verbündeten erhöhen. Nicht zuletzt bekommen die Rheinländer einen großen Fuß in die Tür im US-Markt, dem mit Abstand größten Militärmarkt der Welt.
    Dabei führt das Unternehmen über seine Tochtergesellschaft American Rheinmetall Vehicles ein Konsortium aus US-Partnern an, zu dem u. a. Raytheon, L3Harris oder Textron Systems gehören. Dadurch werden auch die Vergabekriterien für „Made in the USA“ erfüllt. Momentan hat Rheinmetall bereits in der ersten Phase einen Prototypen geliefert, sieben weitere sollen folgen. Das allein bringt bereits mehr als 750 Mio. USD an Einnahmen. Nun geht es darum, die Tests zu bestehen und tatsächlich den Auftrag zu erhalten. Als letzter Konkurrent ist General Dynamics Land Systems verblieben. Die endgültige Entscheidung soll bis Ende 2027 erfolgen.
    Bis dahin schlägt sich Rheinmetall mit dem Alltag herum. Derzeit gibt es Gerüchte über einen negativen Free Cashflow für dieses Jahr. Zudem mussten mehr als 5.200 Schutzplatten für Berliner Polizeikräfte wegen Mängeln entsorgt werden. Nicht zuletzt halten die Klagen über Verzögerungen bei Bundeswehrprojekten an.
    Diese Nachrichten scheinen die Aktie derzeit von einem nachhaltigen Ausbruch abzuhalten. Sie notiert zwar wieder über 1.000 EUR, aber die Volatilität war zuletzt sehr hoch. Für dieses Jahr gehen die Analysten von einem EPS über 55 EUR aus. Damit ist die Aktie nicht wirklich günstig, aber auch nicht teuer. Allerdings sind die Meinungen breit gestreut. Die Kursziele reichen von rund 1.300 EUR bis zu 2.300 EUR von Goldman Sachs. Immerhin: Auch ohne den Monster-Auftrag der US-Army liegt die Order-Pipeline im hohen zweistelligen Milliardenbereich, was das Geschäft gut planbar macht.

    Almonty Industries: Nächste Analysten heben den Daumen!

    Steil bergauf ging es in den vergangenen Wochen bei der Aktie von Almonty Industries. Nachdem sich das Papier vom Allzeithoch im Frühling nahezu halbiert hatte, wurde ein Großteil der Verluste korrigiert. Seit dem Jahrestief im Juli hat Almonty um rund 60 % zugelegt.
    Offenbar scheint der Markt zu erkennen, in was für einer strategisch starken Marktposition sich das kanadische Unternehmen befindet. Mit seiner Sangdong-Mine in Südkorea hat sich der Konzern eine führende Stellung im Wolfram-Markt außerhalb Chinas aufgebaut. Es gibt nur wenig Konkurrenz, größere Vorkommen wie in Großbritannien und Kanada befinden sich allesamt noch in der Entwicklung. Nicht zuletzt verfügt Almonty selbst zudem mit Gentung und Pilot Mountain über zwei Vorkommen in den USA, die sich bereits im fortgeschrittenen Stadium bewegen. Nachdem man auch den Firmensitz in die Staaten verlegt hat, ist man damit in einer guten Position, um ein bevorzugter Lieferant des US-Militärs zu werden.
    Dabei sorgt Sangdong allein bereits für viel Wind. Die Mine wird seit März hochgefahren und hat sich erstmals in den Q2-Zahlen positiv bemerkbar gemacht. So lag der Umsatz zwischen April und Ende Juni bei 43 Mio. CAD, ein Plus von 498 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zudem wurde mit 181,8 Mio. CAD erstmals ein Nettogewinn ausgewiesen. Zum Vergleich: Im Q2 2025 gab es noch einen Verlust von 58,2 Mio. CAD wegen der hohen Investitionen in den Minenbau.
    Analysten gehen davon aus, dass eine voll hochgefahrene Mine die Gewinne und Umsätze explodieren lassen wird. Denn Almonty will als erstes Ziel eine Verarbeitung von 640.000 Tonnen pro Jahr schaffen. In Phase zwei soll diese Kapazität verdoppelt werden. Zuletzt rieten die Analysten von Jefferies zum Kauf der Aktie und gaben ein Kursziel von 26,25 USD an. Als Argumente nennen die Analysten die starke Marktposition durch die Sangdong-Mine, die langfristigen Abnahmeverträge und die solide finanzielle Basis. Und die sieht gut aus, denn per Ende Juni verfügte Almonty über einen Cashbestand von rund 1,2 Mrd. CAD. Deshalb gab das Unternehmen auch ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 300 Mio. USD bekannt. Insgesamt sollen etwa 5 % der ausstehenden Stücke zurückgekauft werden. CEO Lewis Black begründete diesen Schritt mit der aus seiner Sicht niedrigen Bewertung des Unternehmens.

    Micron Technology: Kommt jetzt die nächste Rallye?

    Mit der Aktie von Micron Technology dürfte so mancher Anleger reich geworden sein. Denn zwischen Mitte 2025 bis zum Jahreshoch 2026 konnte sich der Wert mehr als verfünffachen. Wer was riskiert hat und ausgestiegen ist, darf sich über satte Kursgewinne freuen. Doch seit dem Allzeithoch im Juni befindet sich der Titel in einer Konsolidierungsphase. Da halfen auch die mega-starken Quartalszahlen nicht. Mit einem Quartalsumsatz von 41,46 Mrd. USD (nahezu verfünffacht) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 25,11 USD hatte man die Erwartungen des Marktes geradezu pulverisiert. Im laufenden Quartal soll bei den Einnahmen die 50 Mrd. USD-Marke fallen. Die Bruttomarge soll auf 85 % steigen.
    Die US-Amerikaner sind einer der größten Profiteure des Investitionsbooms bei KI-Rechenzentren. Die Speicherchips des bereits 1978 gegründeten Unternehmens werden in den KI-Rechenzentren benötigt, damit die Prozessoren von Nvidia und Google auch arbeiten. Micron spürt dabei nicht nur die stark steigende Nachfrage, sondern kann auch die Preise erhöhen. Dies trifft inzwischen auch Konsumenten, da die Preise für Smartphones und Laptops ebenfalls zulegen.
    Das Micron-Management lässt zudem verlauten, dass man bis Jahresende 2027 ausverkauft ist. Nun plant man die Kapazitäten wohl kräftig auszubauen. Laut Branchenmedien sollen die Kapazitäten bis Ende 2026 auf insgesamt rund 100.000 HBM Waferstarts pro Monat quasi verdoppelt werden. Der Fokus liegt dabei auf der nächsten Technologiegeneration. Als Standorte sollen vor allem Microns bestehende Standorte in Taiwan und Singapur profitieren. Damit setzt man wohl auch ein Zeichen gegen die Konkurrenz. Denn der Markt für HBM-Speicher wird derzeit klar von den Südkoreanern SK Hynix und Samsung dominiert. Micron liegt hier mit rund 18 % nur auf Platz 3.
    Die Aktie von Micron Technology konnte zuletzt an der Nasdaq wieder die 1.000 USD-Marke nehmen. Die Analysten sind optimistisch für die Aktie. Ihre Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Preis und reichen bis über 2.000 USD.


    Fazit: Rheinmetall hat eine starke Auftragslage und könnte Ende 2027 einen Volltreffer bei der US Army landen. Kurzfristig scheinen Projektprobleme in Deutschland zu belasten. Almonty kann aus einer Position der Stärke seine Wolfram-Mine hochfahren. Gelingt die Positionierung mit den US-Projekten, sichert man sich wohl weitere langfristige Lieferverträge. Die Aktie von Micron Technology konsolidiert gerade. Die Aussichten aber bleiben laut Analysten dank KI-Boom rosig!


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.09.2026 | 04:00

    Sachsen-Anhalt, Leipzig, NATO und Gold – Jetzt geht´s los! Ins Rampenlicht rücken Rheinmetall, Renk, DRC Gold und CSG

    • Defense-Sektor
    • Rüstung
    • HighTech
    • Gold
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle

    Es brodelt gewaltig auf dem internationalen Parkett. Und mittendrin mischen Akteure mit, welche für maximale Spannung sorgen. In Sachsen-Anhalt und rund um den Logistikhub Leipzig dreht sich derzeit alles um strategische Weichenstellungen in der Verteidigungspolitik von immenser Tragweite. Die NATO zieht im Hintergrund die Fäden, während die Nachfrage nach Sicherheit und handfesten Sachwerten wie Gold ein neues Allzeithoch erreicht. In diesem hochexplosiven Marktumfeld rückt der Rüstungsgigant Rheinmetall mit neuen Großaufträgen und Kapazitätserweiterungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dicht dahinter folgt der Getriebespezialist Renk und auch der tschechische Rüstungs-Konzern CSG mit ordentlichen Wachstumssprüngen. Gleichzeitig bringt DRC Gold die nötige Würze in das spekulative Spiel um knappe Rohstoffe und Krisenschutz. Diese Mischung aus geopolitischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Dynamik verleiht der aktuellen Lage eine ganz besondere Brisanz. Jetzt sind Weichenstellungen im Depot nötiger denn je!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 07.09.2026 | 05:00

    Almonty: Analysten sprechen Tacheles – Airbus und Sandvik müssen sich bei Wolfram breiter aufstellen

    • Wolfram
    • Luftfahrt
    • Industrie
    • Exportrestriktionen

    Wenn riesige Turbinen auf dem Rollfeld aufheulen und tonnenschwere Passagierjets starten, denkt kaum jemand daran, wie moderne Flugzeuge gefertigt werden und worauf es dabei ankommt. Oft entscheidet ein einziges, extrem widerstandsfähiges Metall über den Takt der modernen Luftfahrt – Wolfram. Ohne Wolfram würden die Montagestraßen der Luftfahrtindustrie schlagartig stillstehen. Mit einer Dichte nahe an Gold und dem höchsten Schmelzpunkt aller Elemente trotzt das Schlüsselmetall extremen Belastungen und ist daher in der Luft- und Raumfahrt sowie in vielen anderen Zukunftstechnologien wie etwa der Fusionsenergie wichtig. Doch während der Westen die neuesten Jets entwickelt und baut, kontrolliert China über 80 % der globalen Wolfram-Produktion. Dieses Klumpenrisiko ist brandgefährlich, doch es gibt eine Lösung.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 01.09.2026 | 05:10

    AeroVironment, HPQ Silicon, BAE Systems – Jetzt entscheidet die Batterie

    • Batterietechnologie
    • Rüstung

    Drohnen verändern die moderne Kriegsführung grundlegend. Was früher Millionen kostete, kann heute mit vergleichsweise günstigen unbemannten Systemen aufgeklärt oder bekämpft werden. Entsprechend schnell fahren westliche Staaten ihre Beschaffung hoch. Doch mit den Anforderungen wachsen auch die technischen Herausforderungen. Reichweite, Nutzlast und Einsatzdauer hängen entscheidend von der Energieversorgung ab. Leistungsfähigere Batterien werden damit zu einer Schlüsseltechnologie des Drohnenbooms. Davon könnten nicht nur die großen Rüstungskonzerne profitieren, sondern auch bislang wenig beachtete Zulieferer.

    Zum Kommentar