06.08.2026 | 04:50
Das grüne Gold der Altlasten – Zefiro Methane erntet, was BP und Shell gesät haben!
Unsichtbar, hochgefährlich für das Klima und streng reguliert. Methan rückt immer stärker in den Fokus von Politik und Börse. Die europäischen Öl- und Gasgiganten Shell und BP trotzen derweil weltweiten Konjunktursorgen, geopolitischen Turbulenzen und steigenden Nachhaltigkeitsauflagen. Mit den jüngst vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal untermauern beide Konzerne ihre Rolle als zuverlässige Cash-Maschinen. Für Anleger bedeutet das prall gefüllte Töpfe für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe. Der Green-Tech-Spezialist Zefiro Methane setzt hingegen bei einem massiven Problem an, welches die Branche verschuldet hat und wandelt es in ein hochrentables Geschäftsmodell um. Über zwei Millionen verwaiste Öl- und Gasbohrlöcher (Orphan Wells) stoßen allein in den USA unkontrolliert Methan aus. Methan ist für rund 30 % des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich und weist in einem Zeitraum von 20 Jahren eine rund 80-mal stärkere Erwärmungswirkung auf als Kohlendioxid. Milliardenschwerere Regierungsprogramme adressieren das Problem. Zefiro Methane hat sich in diesem mit rund 500 Mrd. USD schweren Markt exzellent positioniert. Die Anteilsscheine besitzen nach Meinung von Analysten ein Kurspotenzial von über 200 %.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , Shell PLC | GB00BP6MXD84 , BP PLC DL-_25 | GB0007980591
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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Zefiro Methane – Hidden Champion in einem 500 Mrd. USD Markt
Über zwei Millionen verwaiste Öl- und Gasbohrlöcher („Orphan Wells“) stoßen in den USA unkontrolliert Methan aus. Methan ist für rund 30 % des globalen Temperaturanstiegs verantwortlich und weist in einem Zeitraum von 20 Jahren eine rund 80-mal stärkere Erwärmungswirkung auf als Kohlendioxid. Das Gas gilt deshalb in der Klimapolitik als der schnellste Hebel, um die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen.
Allein in den USA schlummern gigantische Altlasten. Schätzungsweise zwei Millionen inaktive, nicht ordnungsgemäß versiegelte Öl- und Gasbohrlöcher sowie vermutlich über eine Million unkartierte Altbohrungen stoßen kontinuierlich Methan aus. Der Sanierungsbedarf zur Behebung dieses logistischen, technischen und ökologischen Desasters wird auf rund 500 Mrd. USD veranschlagt. Die Politik hat milliardenschwere Förderprogramme wie den Infrastructure Investment and Jobs Act der US-Regierung ins Leben gerufen, um zu helfen.
Der Green-Tech-Spezialist verwandelt dieses enorme ökologische Problem in ein hochrentables Geschäftsmodell und bildet als integrierter Dienstleister die gesamte Wertschöpfungskette ab. Zefiro identifiziert, misst und verschließt stillgelegte und verwaiste Bohrlöcher.
Über die Tochtergesellschaft Plants & Goodwin haben sich die Kanadier in den USA eine gute Position und einen guten Ruf erarbeitet und kommen bei einem beachtlichen Teil der Ausschreibungen zum Zuge.
Durch die jüngste Akquisition von Viking Well Service ist Zefiro in mehrfacher Hinsicht ein strategisch kluger Schachzug gelungen. Das Unternehmen sicherte sich nicht nur zusätzliche Ausrüstungsflotten und dringend benötigtes spezialisiertes Personal, sondern erweiterte zugleich seine geografische Präsenz auf 13 US-Bundesstaaten und schuf damit die Grundlage für eine beschleunigte Expansion.
Der eigentliche Renditehebel, der mittelfristig eine hohe Bedeutung erlangen wird, ist jedoch das Monetarisierungsmodell mit Carbon Credits. Zefiro ist Pionier bei der Generierung dieser Emissionsgutschriften, welche durch die Einsparung bzw. Vermeidung der klimaschädlichen Abgase entstehen. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen den ersten Verkauf von CO₂-Offset-Zertifikaten unter der anerkannten Orphan Well Methodology des American Carbon Registry (ACR) an EDF Trading.
Strategisch sehr wertvoll und richtungsweisend ist die zuletzt bekannt gegebene Zusammenarbeit mit der Well Done Foundation. Die Stiftung hat Zefiro als bevorzugten Dienstleister für die Stilllegung verwaister Öl- und Gasbohrungen in den USA ausgewählt. Der erste Auftrag umfasst 10 Bohrlöcher im US-Bundesstaat Oklahoma, weitere rund 60 Bohrlöcher sollen folgen. Die Well Done Foundation gehört zu den bekanntesten Akteuren in der Branche und ist in 18 Bundesstaaten aktiv.
Seit einem Managementumbau im Sommer 2025 fahren die Kanadier einen steilen Wachstums- und Profitabilitätskurs. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte Zefiro den Umsatz um 36 % auf 33 Mio. USD. Das EBITDA drehte eindrucksvoll ins Plus und erreichte 3,1 Mio. USD nach einem Verlust von 5,5 Mio. USD im Vorjahr.
Die Analysten von GBC sind bullish für die Aktie und formulieren ein Kursziel von 1,50 USD bzw. 2,12 CAD. Die Analysten erwarten in den kommenden drei Geschäftsjahren mindestens eine Verdreifachung des EBITDA auf über 12 Mio. USD. Der aktuelle Kurs von 0,60 CAD indiziert somit ein Aufwärtspotenzial von mehr als 200 %.
Shell – Starke Gewinne und aktionärsfreundliche Mittelverwendung
Getrieben von hohen realisierten Preisen sowie starken Erträgen im Raffinerie- und Handelsgeschäft kletterte der bereinigte Gewinn des Konzerns auf 9,8 Mrd. USD im zweiten Quartal. Shell punktet mit seinem dominanten LNG-Portfolio. Da verflüssigtes Erdgas als Übergangsenergie weltweit gefragt bleibt, winken hier besonders attraktive Margen.
Der operative Cashflow (CFFO) erreichte 21,4 Mrd. USD. Die Gesellschaft hat in den vergangenen 12 Monaten 44 % des CFFO an Aktionäre ausgeschüttet. Die Quartalsdividende wurde mit 0,3906 USD je Anteilsschein beibehalten. Shell kündigte für das laufende Quartal ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD an. Dies ist das 19. Quartal in Folge, in dem der Konzern eigene Anteile im Wert von mindestens 3 Mrd. USD zurückkauft.
Mit 8 und 9,4 weist die Gesellschaft moderate KGVs für das laufende und kommende Geschäftsjahr auf. Zudem wird die attraktive fundamentale Bewertung mit einer Dividendenrendite von über 3 % kombiniert. Im Durchschnitt errechnen Analysten ein Upside von 12 % für den Titel.
BP – Gutes Gesamtpaket
Auch bei den Briten sprudeln die Gewinne. Im zweiten Quartal legte der Ertrag auf 5,7 Mrd. USD zu. Neben deutlich besseren Raffineriemargen machten sich höhere Öl- und Gaspreise positiv bemerkbar. Der operative Cashflow kletterte auf 10,9 Mrd. USD. Aktionäre profitieren mit einer um 4 % erhöhten Quartalsdividende von 8,66 US-Cents.
Anders als Shell muss BP ein größeres Gewicht auf seine Bilanz und gesunde Relationen legen. Die Nettoverschuldung wurde im abgelaufenen Quartal um 3 Mrd. USD auf 22,3 Mrd. USD zurückgefahren. Ebenso setzte BP konsequent die Trennung von Randaktivitäten fort.
Trotz deutlicher Kurszuwächse in der Vergangenheit und einer Performance von 20 % seit Januar, besitzen die Anteilsscheine mit rund 5 % eine attraktive Dividendenrendite. Analysten bescheinigen der Aktie innerhalb der nächsten 12 Monate ein Aufwärtspotenzial von 14 %. Die KGVs von 7,3 und 9,9 für 2026 und 2027 sind nicht zu teuer.
Fazit
Sowohl Shell als auch BP haben ihre Strategie in den letzten Jahren konsequent geschärft. Weg von überstürzten renditeschwachen Erneuerbare-Energien-Projekten hin zu maximaler Disziplin im traditionellen Öl- und Gasgeschäft. Nun sprudeln die Gewinne bei beiden Playern wieder, wovon Aktionäre durch attraktive Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe profitieren. Zefiro positioniert sich als Hidden Champion, in einem Bereich, der sukzessive an Bedeutung gewinnt und für einen 500 Mrd. USD großen Markt steht. Die Anteilsscheine besitzen nach Meinung von Analysten ein Kurspotenzial von über 200 %.
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