15.07.2026 | 05:00
Der perfekte Sturm: Kriege schieben Energieaktien wie Occidential Petroleum, American Atomics und First Solar an.
Der Krieg am Persischen Golf eskaliert wieder. Offensichtlich gibt es derzeit keine Chance auf einen friedlichen Ausweg zwischen den kämpfenden Parteien. In Russland wiederum brennen derweil Raffinerien, was die Dieselversorgung auch in Deutschland in Frage stellt. Die Preise für Öl, Gas und Co. ziehen wieder an. Die Märkte haben zügig reagiert und schieben Aktien aus dem Energiesektor an. Klar ist: Es entsteht gerade eine brenzlige Situation, zumal die Öllager selbst in den USA und trotz einer dort rekordhohen Ölproduktion leer laufen. Die hohen Preise laden aber auch ein, den Blick nicht nur auf den Ölmarkt zu werfen. Das Comeback der Atomenergie und der weitere Aufstieg von Solar bieten Chancen. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von Occidental Petroleum, American Atomics und First Solar.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
FIRST SOLAR INC. D -_001 | US3364331070 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Occidental Petroleum: Buffetts Liebling!
Occidental Petroleum ist zwar nicht die größte der börsennotierten Aktien, allerdings eine der beliebtesten bei Value Investoren. Denn seit 2019 ist Warren Buffett über sein Vehikel Berkshire Hathaway bei dem Konzern investiert. Über die Zeit hat die Investment-Legende ihre Position ausgebaut. Heute hält Berkshire fast 33 % der Anteile. Dazu kommen weiterhin Vorzugsaktien, sogenannte Preferred Stock, im Wert von ca. 8,3 Mrd. USD. Diese kauft „Oxy“ sukzessive zurück. Auch wenn es immer wieder Spekulationen gibt, dass eine Komplettübernahme möglich sei. Buffett hat klargestellt, dass er das Unternehmen nicht vollständig kaufen will. Inzwischen ist er Chairman bei Berkshire und sein Nachfolger als CEO könnte anders denken. Schließlich sitzt Berkshire inzwischen auf einem Cashbestand von weit über 350 Mrd. USD.
Occidental Petroleum liefert unterdessen eine gute operative Performance. Dabei profitierte man von den durch den Krieg am Golf stark gestiegenen Ölpreisen. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,06 USD deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten von 0,60 USD. Die Produktion lief auf Hochtouren. Mit durchschnittlich 1.426.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (Mboe/d) lag man am oberen Ende der eigenen Guidance. Im Zuge der Anadarko-Übernahme und der Pandemie hatte Occidental seine Dividenden drastisch gekürzt. Seit ein paar Jahren geht es wieder aufwärts. Für das Q1 wurden 0,26 USD pro Aktie ausgeschüttet.
Operativ fokussiert Occidental weiterhin auf das Kerngeschäft und eine Optimierung des Portfolios. Das Chemiegeschäft wurde an Berkshire Hathaway verkauft, denn der Schuldenabbau hat weiterhin oberste Priorität. Deshalb gibt es derzeit auch kein Aktienrückkaufprogramm.
Die Aktie von Occidental Petroleum gab nach dem Hoch im April um rund 10 % nach. Nach der Korrektur befindet sie sich aber nun wieder in einem ersten, zaghaften Aufwärtstrend. Da in diesem Jahr wohl weiter mit Verwerfungen am Ölmarkt zu rechnen ist, ist der 1920 in Kalifornien gegründete Konzern gut aufgestellt. Der Großteil des Geschäfts befindet sich in Nordamerika.
American Atomics: Wann bricht die Aktie aus?
Auch im Nuklearenergiesektor bewegt sich einiges. Die Chinesen bauen derzeit dutzende Kernkraftwerke. Und selbst Three Mile Island soll wieder ans Netz gehen. Dahinter steckt der riesige Bedarf der KI-Industrie an Rechenleistung und damit auch an Energie. Die Regierung in Washington will bis 2050 die Kapazität auf bis zu 300 Gigawatt hochfahren. Und damit steht auch das Thema Uran wieder auf der Agenda. Der Kongress hatte schon 2024 unter Biden beschlossen, dass man bis 2028 kein Uran mehr aus Russland importieren will. Der Anteil entsprach in etwa einem Fünftel des US-Bedarfs.
Dementsprechend wird massiv in den Uranabbau im eigenen Land investiert. Zudem wird Kanada als großer Partner gesehen. Die Ahornblatt-Nation ist einer der größten Uranproduzenten weltweit. American Atomics ist eines der Unternehmen, das diese Chance in den USA selbst nutzen will. Dabei will das Management nicht nur Uran für den US-Markt abbauen, sondern zu einem vertikal integrierten Unternehmen werden. So will man das Material selbst verarbeiten und so einen größeren Anteil an der Lieferkette bekommen.
Den Startpunkt stellt das Big Indian-Projekt in Utah dar. Es liegt in einem historischen Uranabbaugebiet, dem Lisbon Valley Mining District im Südosten des Bundesstaats. Hier besitzt American Atomics bereits mehr als 200 zusammenhängende Claims. Zudem hat man bereits Nägel mit Köpfen gemacht und in CVMR einen erfahrenen Partner für die Verarbeitung des Materials gefunden. Zusammen möchte man eine moderne Uranmühle auf der Liegenschaft bauen.
Die Aktie von American Atomics befindet sich seit Monaten in einer Seitwärtsbewegung und derzeit am unteren Ende derselben. Der Börsenwert beträgt lediglich 13 Mio. CAD. Wer an das Comeback der US-Uranindustrie glaubt, kann auf die Aktie setzen.
First Solar: Boom dank Rechenzentren
Es ist immer ein Energiemix nötig. Anders geht es in der modernen Welt nicht mehr. Und so ist es auch beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Das USA-Stromnetz ist heute nicht dafür ausgelegt, um die gewaltige Nachfrage zu bedienen. So setzen viele der KI-Hyperscaler auf dezentrale Lösungen. Neben Gas spielt auch die Solarenergie dabei eine große Rolle. In dem riesigen Land, das ohnehin im Süden von der Sonne geküsst wird, läuft schon seit Jahren ein Boom im Sektor – trotz Gegenwind aus Washington. Dabei hilft, dass Solarenergie sukzessive günstiger wird, weil sich Skaleneffekte in der Massenproduktion immer stärker bemerkbar machen und die Technologie Fortschritte feiert.
In den USA sind derzeit auf jeden Fall KI-Rechenzentren mit angeschlossenem Solarpark und Batteriespeicher en vogue. Der präferierte Partner ist dabei First Solar, der Platzhirsch in den USA. Er profitiert stark vom Ausbau von KI-Rechenzentren. Das Unternehmen aus Arizona hat erst jüngst ein Rechenzentrum von Microsoft in Arizona ausgestattet. Insofern spürt der Konzern derzeit eine Sonderkonjunktur. Neben der schieren Größe hilft auch die eigene Technologie. First Solar setzt auf Dünnschichtmodule, die als sehr leistungsfähig bei hohen Temperaturen gelten. Sie verlieren deutlich weniger an Effizienz als klassische Silizium-Paneele und gewährleisten somit auch eine konstante Energiezufuhr.
Aktuell kommt First Solar auf einen Börsenwert von rund 24 Mrd. USD. Im Q1 war das Unternehmen beim Umsatz um 24 % gewachsen. Die Aktie hat seit dem Jahreshoch Ende Mai fast ein Drittel an Wert verloren. Dies bietet Chancen für Anleger, die sich langfristig im Sektor positionieren wollen.
Fazit: Occidental Petroleum ist nicht nur Buffetts Liebling, sondern einer der am stabilsten aufgestellten Ölkonzerne der USA. Allerdings bremst noch der laufende Schuldenabbau. Mit American Atomics setzen Anleger auf den Ausbau der Uranförderung in den USA. Hier gibt es auch immer wieder Rückenwind aus Washington für die Branche. First Solar ist der Sonnen-Champion in Nordamerika und profitiert derzeit aufgrund des KI-Ausbaus von einer Sonderkonjunktur. Stimmen die Schätzungen der Analysten für KI, so sollte das Unternehmen noch jahrelang hiervon profitieren.
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