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13.07.2026 | 05:20

Öl, Gold oder Bitcoin? Lohnt sich jetzt der Einstieg in Shell, Kobo Resources und Strategy?

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Bildquelle: pixabay.com

Ein Ölpreis, der durch geopolitische Risiken und Konjunktursorgen stark schwankt, ein Goldpreis, der nach neuen Rekordmarken zuletzt konsolidierte und als sicherer Hafen gefeiert wird, sowie ein Bitcoin, der nach spektakulären Höhenflügen eine ernüchternde Korrektur durchläuft. Während die einen auf die Stabilität des Edelmetalls setzen, wittern andere im volatilen Krypto-Markt die große Chance. Anleger stehen vor der Qual der Wahl. Doch die eigentliche Kunst liegt nicht in der Entscheidung für eine Klasse, sondern in der klugen Kombination. Wir sehen uns daher heute aus jedem Bereich ein Unternehmen an: Shell, Kobo Resources und Strategy.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Shell PLC | GB00BP6MXD84 , KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR

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Inhaltsverzeichnis:


    Shell – mit milliardenschweren Weichenstellungen

    Die jüngste Quartalsprognose von Shell zeigt ein bemerkenswertes Bild. Die Förderung im Integrierten-Gas-Geschäft wird für April bis Juni auf 610.000-650.000 Barrel Öläquivalent pro Tag beziffert. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber der vorherigen Erwartung. Der anhaltende Ausfall der Pearl-Anlage in Katar infolge des Angriffs im März lastet jedoch schwer auf den Volumina. Das Handelsergebnis im Gasbereich soll sich deutlich verbessern, getrieben von höheren Preisen und verzögerten Effekten aus langfristigen Verträgen. Die Raffineriemargen erholen sich auf rund 20 USD pro Barrel, während die Chemiesparte von 139 auf etwa 240 USD pro Tonne zulegt. Der operative Cashflow dürfte nach dem massiven Mittelabfluss im 1. Quartal wieder in die positive Zone drehen.

    Die geplante ARC-Übernahme für 16,4 Mrd. USD hat das Aktienrückkaufprogramm vorerst gestoppt. Nach der Aktionärsabstimmung am 14. Juli zeigt sich, ob das Programm wieder aufgenommen wird. Parallel treibt das Management den Portfolio-Umbau voran. Der Verkauf des Offshore-Windgeschäfts steht bevor, während man in Venezuela neue Projekte anstößt. Der Abschluss des Verkaufs des südafrikanischen Tankstellennetzes an ADNOC für 1 Mrd. USD unterstreicht die Fokussierung auf das Kerngeschäft. Ein umfangreicher Anleihentausch über 6,3 Mrd. USD verbessert die Finanzierungsflexibilität. Der vollständige Quartalsbericht Ende Juli wird weitere Aufschlüsse geben.

    Die Krise im Nahen Osten bleibt der bestimmende Faktor für das LNG-Geschäft. Rund 10 % der Shell-Förderung stammen aus Katar. Das ist ein erheblicher Teil, der aufgrund der unsicheren Lage in der Straße von Hormus weiterhin lahmliegt. Die europäischen Gasspeicher liegen unter dem Fünfjahresdurchschnitt, was auf einen angespannten Winter hindeuten könnte. Langfristig bleibt der Ausblick positiv. Shell erwartet bis 2050 einen Nachfrageanstieg um 65 %, getrieben durch das Wirtschaftswachstum in Südostasien. Die Unsicherheiten durch die geopolitischen Spannungen und der beschleunigte Rückzug aus Erneuerbaren-Projekten werfen jedoch Fragen zur langfristigen Strategie auf. Derzeit ist die Aktie für 35,935 EUR zu haben.

    Kobo Resources - 2 Goldprojekte, 2 Strategien – ein klares Ziel

    Kobo Resources treibt die Goldexploration in der Elfenbeinküste mit bemerkenswerter Konsequenz voran. Das Kossou-Projekt, nur 35 km von Yamoussoukro entfernt, hat bereits über 42.000 m Bohrung in 222 Löchern vorzuweisen. Die jüngsten Ergebnisse aus den Zonen Jagger und Road Cut bestätigen nicht nur die Kontinuität der Mineralisation, sondern liefern mit Werten wie 7,0 m bei 5,67 g/t Gold auch handfeste Beweise für die Qualität des Systems. Die kürzlich abgeschlossenen metallurgischen Tests von SGS ergaben durchschnittliche Goldrückgewinnungsraten von rund 97 % bei konventioneller Aufbereitung. Das ist ein entscheidender Faktor für die spätere Wirtschaftlichkeit.

    Die strategische Ausrichtung des Unternehmens überzeugt durch ihre Klarheit. Während Kossou mit seiner Nähe zu bestehender Infrastruktur und einer operierenden Mine den Weg zur ersten Ressourcenschätzung im zweiten Halbjahr 2026 ebnet, verfolgt Kobo mit Kotobi einen komplett anderen Ansatz. Das 301,75 qkm große Projekt ist zwar infrastrukturell noch im Aufbau, doch genau das macht das enorme Potenzial aus. Hier kann ein eigenständiges Projekt mit nennenswerter Ressourcenbasis entstehen, sobald die vielversprechenden Anomalien in Substanz überführt sind. Diese duale Strategie mit unterschiedlichen Exit-Szenarien zeigt, dass hier nicht einfach gebohrt, sondern systematisch gedacht wird. Die jüngste Finanzierung über 5,5 Mio. CAD, angeführt von Funde Investment, sichert die Umsetzung.

    Im zweiten Halbjahr 2026 stehen entscheidende Schritte an. Derzeit sind 2 Bohranlagen auf der Kossou Liegenschaft im Einsatz, die Ergebnisse der laufenden Kampagne werden in den kommenden Wochen erwartet. Die Veröffentlichung der ersten Mineralressourcenschätzung für Kossou wird Klarheit über die Größenordnung bringen und das Übernahmepotenzial untermauern. Parallel dazu startet im 3. Quartal das Bohrprogramm auf Kotobi, wo bereits 4 robuste Goldanomalien identifiziert wurden. Wer diese Entwicklung verfolgt, sollte nicht auf spektakuläre Einzelwerte schauen, sondern die systematische Aufarbeitung beider Projekte im Auge behalten. Sie liefert die Grundlage für nachhaltigen Wertzuwachs. Aktuell notiert die Aktie bei 0,205 CAD.

    Strategy – mit Strategiewechsel

    Der einstige Bitcoin-Akkumulator Strategy hat sein über Jahre gepflegtes "Verkaufe niemals"-Mantra im Sommer 2026 über Bord geworfen. Mit dem neuen Digital Credit Capital Framework ermächtigte der Vorstand erstmals gezielte Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Mrd. USD. Das ist ein fundamentaler Bruch mit der bisherigen Doktrin. Der Schritt war alternativlos. Die Vorzugsaktie STRC war um 24 % unter den Nennwert gefallen, während die jährlichen Dividendenzahlungen auf 1,2 Mrd. USD explodierten. Der einst zuverlässige Finanzierungskreislauf aus Vorzugsaktien-Emission und Bitcoin-Kauf war ins Stocken geraten.

    Zwischen dem 1. und 5. Juli vollzog Strategy die bislang größte Bitcoin-Liquidation ihrer Geschichte. 3.588 Bitcoin wurden für rund 216 Mio. USD verkauft und das deutlich unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten von 74.476 USD. Der buchhalterische Verlust wird auf 11,4 Mrd. USD geschätzt. Die USD-Reserven beliefen sich danach auf 2,55 Mrd. USD, was für rund 17 Monate Dividendenzahlungen reicht. Die Analysten zeigen sich gespalten. Während Barclays und Citi Kaufempfehlungen aussprechen, warnt JPMorgan vor einem "vermeidbaren zweiseitigen Risiko".

    Strategy ist von einem reinen Bitcoin-Akkumulator zu einem aktiven Vermögensverwalter mutiert, der seine Reserven als Arbeitskapital für hochverzinsliche Finanzprodukte einsetzt. Die Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch rund 80 % verloren. Eine Erholung wird nicht allein von steigenden Bitcoin-Kursen abhängen. Entscheidend wird sein, ob das Management den Spagat zwischen Liquiditätssicherung, Kapitaldisziplin und der ursprünglichen Bitcoin-Vision meistern kann. Für Anleger, die an Bitcoin glauben, bietet Strategy mit einem Verhältnis von Marktkapitalisierung zum Nettovermögenswert nahe 1,0 eine interessante, wenn auch komplex gewordene Wette auf die Zukunft. Momentan kostet die Aktie 94,64 USD.


    Die Qual der Wahl zwischen Öl, Gold und Bitcoin entpuppt sich als Frage des Anlagehorizonts. Shell sichert mit starkem Gasgeschäft und Portfolio-Umbau die Gegenwart, kämpft aber mit geopolitischen Risiken in Katar. Kobo Resources bereitet mit systematischer Exploration in der Elfenbeinküste und zwei unterschiedlichen Projektstrategien den Boden für potenzielle Wertsteigerung in den kommenden Monaten. Strategy wiederum hat mit dem Verkauf von Bitcoin und der Neuausrichtung als aktiver Vermögensverwalter einen tiefgreifenden Wandel vollzogen, dessen Erfolg ungewiss bleibt. Kurzfristige Volatilität bei Shell und Strategy steht bei Kobo Resources langfristigem Wertaufbau gegenüber.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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