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13.07.2026 | 05:10

First Majestic Silver, Desert Gold, Strategy - Korrektur schafft historische Einstiegschancen

  • Gold
  • Silber
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Bildquelle: pixabay.com

Gold, Silber und Bitcoin stehen derzeit unter Druck. Solche Korrekturphasen haben in der Vergangenheit häufig den Grundstein für die nächste Aufwärtsbewegung gelegt. Während kurzfristig Gewinnmitnahmen und eine vorsichtigere Geldpolitik auf die Kurse drücken, bleiben die langfristigen Treiber intakt. Rekordschulden, geopolitische Spannungen, eine hohe Nachfrage der Zentralbanken nach Gold, der wachsende industrielle Silberbedarf durch Energiewende und KI sowie die zunehmende institutionelle Akzeptanz von Bitcoin sprechen weiterhin für steigende Preise. Für ausgewählte Unternehmen aus diesen Zukunftsmärkten könnten sich dadurch attraktive Einstiegschancen eröffnen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategy – Erneuter BTC-Verkauf

    Das einstige Softwareunternehmen ist der größte Bitcoin-Hodler der Welt und Gründer Michael Saylor kannte bislang nur die Buy-Side. Doch nun erfolgte, notgedrungen, ein Strategiewechsel. Strategy veräußerte erneut 3.588 seiner Bitcoin-Bestände für einen Gesamtwert von rund 216 Mio. USD. Die Verkäufe fanden in zwei Phasen zwischen Ende Juni und Anfang Juli statt. Somit hat Strategy zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte Bitcoins abgestoßen. Die Erlöse aus dieser Transaktion werden genutzt, um die USD-Reserven des Unternehmens aufzufüllen und Dividendenzahlungen auf Digital-Credit- und Vorzugsaktien zu finanzieren.

    Zeitgleich mit dem Verkauf veröffentlichte das Unternehmen die Zahlen für das zweite Quartal, in dem ein Verlust von 8,32 Mrd. USD auf die digitalen Vermögenswerte verbucht wurde. Dieser Verlust resultiert aus nicht realisierten Bewertungsverlusten, da die durchschnittlichen Anschaffungskosten der Bitcoin-Bestände bei 74.476 USD pro Stück liegen. Um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzusichern, hat Strategy zudem ein neues „BTC Monetization Program“ eingeführt, das bei Bedarf weitere Bitcoin-Verkäufe im Wert von bis zu 1,25 Mrd. USD zulässt.

    Trotz dieser Veräußerung, die 0,42 % des Gesamtbestandes ausmacht, bleibt das Unternehmen mit einem Restbestand von 843.775 Bitcoin der weltweit größte börsennotierte Halter der Kryptowährung. Die liquiden USD-Reserven belaufen sich durch den Verkauf nun auf 2,55 Mrd. USD.
    Trotz des Verkaufs und der horrenden Quartalsverluste bewerten Analysten die aktuelle Situation der Strategy-Aktie positiv. Die Investmentbank Mizuho reduzierte zwar ihr Kursziel von 265 auf 213 USD, behielt dennoch, aufgrund einer vorsichtigeren Bitcoin-Prognose, die Einstufung „Outperform“ bei. Auch Cantor Fitzgerald bestätigte eine Kaufempfehlung mit einem Zwölfmonats-Kursziel von 212 USD.

    Experten von Grayscale ordnen den Bitcoin-Verkauf nicht als Anzeichen einer finanziellen Schwäche, sondern als eine Maßnahme zur Optimierung der Bilanzstruktur ein. Durch die Erhöhung der liquiden Reserven sei das Risiko für kurzfristige Notfinanzierungen gesenkt worden. Die aktuellen Reserven reichen aus, um die Dividendenverpflichtungen für 17 bis 26 Monate zu decken. Es sei allerdings absehbar, dass regelmäßige Verkäufe zur Finanzierung von Dividenden die bisherige Unternehmensstrategie, Bitcoin ausschließlich langfristig zu halten, verändern könnten.

    Desert Gold Ventures vor entscheidenden Wochen

    Vor dem Hintergrund der anhaltenden Goldkorrektur eröffnen sich bei ausgewählten Explorationsunternehmen wieder interessante Chancen. Seit seinem Höchststand hat der Goldpreis rund 27 % eingebüßt. Auch die Aktie von Desert Gold Ventures korrigierte nach ihrem Jahreshoch im Mai 2026 von 0,15 CAD auf aktuell 0,11 CAD. Gerade diese Schwächephase könnte sich jedoch als attraktive Einstiegsgelegenheit erweisen. Denn die langfristigen Treiber für das Edelmetall bleiben intakt. Eine anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken, steigende geopolitische Spannungen sowie die weltweit zunehmende Staatsverschuldung sprechen laut dem World Gold Council und zahlreichen Marktanalysten weiterhin für einen strukturellen Bullenmarkt beim Edelmetall. Explorations- und Entwicklungsunternehmen mit fortgeschrittenen Projekten könnten davon überproportional profitieren.

    Das Flaggschiffprojekt von Desert Gold, SMSZ, umfasst rund 440 qkm entlang der hochproduktiven Senegal-Mali-Shear-Zone und grenzt unmittelbar an Minen von Allied Gold, B2Gold und Barrick Mining. Bereits heute verfügt das Projekt über eine Ressource von rund 1,2 Mio. Unzen Gold. Besonders attraktiv ist die oberflächennahe Oxidmineralisierung, die einen vergleichsweise kostengünstigen Abbau ermöglicht.

    Der nächste Meilenstein steht unmittelbar bevor. Mit Barani East will Desert Gold noch im Juli die Goldproduktion aufnehmen und damit den Sprung vom Explorer zum Produzenten schaffen. Statt Milliarden in ein Großprojekt zu investieren, verfolgt das Management einen modularen Ansatz mit einer mobilen Schwerkraftanlage. Parallel läuft ein 4.250 m umfassendes Bohrprogramm, um die Ressource weiter auszubauen. Die aktuelle PEA weist bei einem Goldpreis von 2.850 USD je Unze einen Nachsteuer-Kapitalwert von 61 Mio. USD und eine IRR von 57 % aus.

    Weiteres Potenzial liefert das 297 km² große Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste, auf dem bislang weniger als 20 % der Fläche systematisch untersucht wurden. Gleichzeitig verfügt Desert Gold mit der erfolgreichen Finanzierung über 7,18 Mio. CAD über eine solide Basis. Angesichts einer Börsenbewertung von rund 38 Mio. CAD und GBC-Kurszielen von bis zu 0,93 CAD könnte der bevorstehende Produktionsstart der Auslöser für eine deutliche Neubewertung sein.

    First Majestic Silver mit operativer Stärke

    Der kanadische Silberproduzent First Majestic Silver überzeugte mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 und reagierte darauf mit einer Anpassung seiner Jahresprognose.
    Im abgelaufenen zweiten Quartal belief sich die Förderung auf 3,8 Mio. Unzen Silber und 34.660 Unzen Gold. Dies entspricht einem leichten Anstieg von 3 % beim Silber und 2 % beim Gold im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine entscheidende Rolle bei diesem Zuwachs spielte die mexikanische Mine La Encantada, die durch höhere Durchsatz- und Gewinnungsraten ihre Silberproduktion um 65 % auf über 1 Mio. Unzen steigern konnte. Auch in der Mine Santa Elena wurde die Produktion ausgeweitet. Produktionsrückgänge in den Minen San Dimas aufgrund von technischen Ausfällen und Los Gatos aufgrund eines Felssturzes im April konnten damit ausgeglichen werden.

    Auf Basis dieser Entwicklung hat das Management die Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Es wird nun mit einer Jahresproduktion von 14,6 bis 15,5 Mio. Unzen Silber, einem Plus von 10 %, und 128.000 bis 135.000 Unzen Gold (plus 7 %) gerechnet. Parallel dazu erhöhte First Majestic das Budget für Investitionsausgaben deutlich auf 318 bis 344 Mio. USD. Die Mittel sollen in die Erschließung bei Santa Elena und den Wiederanlauf der Mine Jerritt Canyon in Nevada fließen, bei der der Start für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant ist.

    Neben den operativen Updates meldete First Majestic den Verkauf der San-Martin-Mine im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Die Silber- und Goldmine, die sich seit Mitte 2019 im Wartungsmodus befand, wird an das mexikanische Unternehmen Flextronics veräußert. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 90 Mio. USD. Die Zahlung erfolgt in mehreren Phasen. Nach einer Anzahlung von 2,5 Mio. USD bei Abschluss sowie weiteren 2,5 Mio. USD ein halbes Jahr später, sind über fünf Jahre jährliche Raten von je 10 Mio. USD vereinbart. Eine Schlusszahlung in Höhe von 35 Mio. USD wird 2032 fällig. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, dies allerdings nur unter Zustimmung der Kartellbehörden.


    Korrekturen gehören zu jedem Bullenmarkt. Entscheidend ist, welche Unternehmen daraus gestärkt hervorgehen. Strategy bleibt trotz erster Bitcoin-Verkäufe der weltweit größte börsennotierte BTC-Halter. Desert Gold Ventures könnte mit dem bevorstehenden Produktionsstart und einer vergleichsweise niedrigen Bewertung vor einer Neubewertung stehen. First Majestic Silver überzeugt derweil mit steigender Produktion und einer angehobenen Jahresprognose.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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