Menü schließen




11.02.2022 | 05:10

Deutsche Börse, Wallstreet:Online, Thyssen Krupp – Besser als erwartet

  • Märkte
  • Online Brokerage
Bildquelle: pixabay.com

Die Zahlensaison befindet sich aktuell auf ihrem Höhepunkt. So übertraf der Münchner Technologieriese Siemens im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 die Erwartungen von Analysten in Umsatz und operativen Gewinn deutlich. Auch der Großhandelskonzern Metro konnte dank des wichtigen Weihnachtsgeschäfts Umsatz und Ertrag deutlich steigern. Von Seiten der Technologieaktien wurde die Google-Mutter Alphabet gefeiert. Gute Voraussetzung für weiter steigende Aktienbörsen. Wir schauen heute auf die Entwicklung von drei Werten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEUTSCHE BOERSE NA O.N. | DE0005810055 , WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Wallstreet:Online wächst immer weiter

    Bei der Berliner wallstreet:online-Gruppe reißen die guten Nachrichten nicht ab. Die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum und Expansion. Rein rechtlich wurde mit dem Squeeze-Out der wallstreet:online Capital, die gleichzeitig die Betreibergesellschaft des größten Neobrokers Deutschlands nach Assets under Custody ist, alles in trockene Tücher gebracht. Nun wartet man auf die Entscheidung hinsichtlich der Erweiterung der KWG-Lizenz durch die BaFin. Dies würde den Hauptstädtern eine deutliche Ausdehnung des Geschäftsmodells ermöglichen. Neben dem Betrieb des Finanzkommissiongeschäfts, der Finanzportfolioverwaltung, dem Eigenhandel und dem Depotgeschäft soll es zukünftig auch möglich sein, das Business in seinem heutigen Setup weiter zu optimieren und für die künftige Marktentwicklung wettbewerbsfähig zu machen und gut aufzustellen. Eine schrittweise Abkehr der Zusammenarbeit mit DAB/BNP Paribas wäre dann die logische Folge. Mit der ausgeweiteten Lizenz wäre neben einer neuen Smartphone App auch der Aufbau einer neuen Plattform gegeben, was langfristig zu einer deutlichen Steigerung der Margen führen sollte.

    Auf operativer Seite liegt bei wallstreet:online die weitere Verzahnung der Community mit dem Transaktionsgeschäft auf dem Stapel ganz oben. So wurde vom mit Abstand größten verlagsunabhängigen Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum bekanntgegeben, dass die bestehenden journalistischen Inhalte durch den Premium-Bereich gestärkt werden sollen. Parallel dazu soll die bisherige Berichterstattung zu den Themenfeldern Börse und Finanzen um trading-spezifische Inhalte sowie selbstproduzierte Bewegtbildformate ergänzt werden. Neben kostenfreien Angeboten wird es auf den Portalen künftig auch Paid-Content-Dienste geben. Zu diesem Zweck hat das Berliner Unternehmen bereits eine Tochtergesellschaft unter dem Namen wallstreet:online Publishing GmbH gegründet.

    Im Zuge des schwachen Gesamtmarktes verpufft der seit Wochen gute Newsflow. Die Aktie kämpft aktuell mit der 20 EUR-Marke. Die Analysten von Alster Research vergaben in ihrer aktuellen Studie ein Kursziel von 34 EUR, das Urteil lautet „kaufen“.

    Deutsche Börse trotzt der Zyklik

    Das Pandemiejahr 2020 war sowohl für Online-Broker als auch die Deutschen Börse aufgrund der hohen Schwankungsbreite ein absolutes Ausnahmejahr und spülte durch die stark gestiegenen Transaktionen überdurchschnittlich viel Gewinne in die Kassen der Unternehmen. Doch auch das vergangene Jahr, in dem die Zyklik gegen den Börsenbetreiber spielte, konnten die Frankfurter besser als erwartet abschließen.

    Einer der Gründe für das Erreichen der Wachstumsziele liegt im anorganischen Wachstum in Form von Übernahmen, wie zum Beispiel ISS. Laut CEO Theodor Weimer liege man beim Thema M&A weiterhin vor den eigenen Plänen. Bereits zwei Drittel der im Strategieprogramm Compass 2023 genannten Ziele seien bereits erfüllt worden. Große M&A-Deals stünden nicht auf der Agenda, stellte Weimer klar. Aktienrückkäufe sind laut Finanzvorstand Gregor Pottmeyer derzeit ebenfalls nicht geplant. Auch im kommenden Jahr soll das Programm Compass 23 weiter umgesetzt werden.

    "Wir sind bestens im Plan. Wir haben unsere Wachstumsziele erfüllt. Und alles spricht dafür, dass wir auch in den beiden noch verbleibenden Jahren von Compass 2023 wie geplant weiterwachsen werden", sagte Konzernchef Theodor Weimer mit Verweis auf die Mittelfrist-Strategie "Compass 2023" am Donnerstag bei der Bilanzvorlage des DAX-Konzerns. "Wir werden im Jahresdurchschnitt zehn Prozent Wachstum erreichen: sowohl beim EBITDA als auch bei den Nettoerlösen."

    Abverkauf nach Zahlen

    Auch der Industriekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlverarbeitung und Deutschlands größter Stahlhersteller, ThyssenKrupp, konnte ein erfreuliches erstes Quartal des Geschäftsjahres 2021/2022 vermelden. So stieg das Neugeschäft um ein Drittel auf 10,4 Mrd. EUR. Die Erlöse erhöhten sich in den drei Monaten per Jahresende um 23% auf rund 9 Mrd. EUR. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs von 78 Mio. EUR auf 378 Mio. EUR. Dabei lagen die Zahlen über den Prognosen der Analysten.

    Für 2021/22 geht der Konzern weiterhin von einem bereinigten EBIT von 1,5 Mrd. EUR bis 1,8 Mrd. EUR aus, nach 796 Mio. EUR im Vorjahr. Dazu soll der Jahresüberschuss mindestens 1 Mrd. EUR erreichen. Nach ersten Kursgewinnen drehte die Aktie von ThyssenKrupp mit 2,5% deutlich ins Minus. Aus Händlerkreisen sei man nach dem erfolgreichen ersten Quartal enttäuscht von der Jahresprognose des Unternehmens. Aus charttechnischer Sicht rückt das Jahrestief bei 8,75 EUR in den Vordergrund. Sollte dies gebrochen werden, läge die nächste breite Unterstützung bei 8,25 EUR.


    Nach dem außergewöhnlichen Börsenjahr 2020 aufgrund der hohen Volatilität kam es sowohl bei Online-Brokern als auch Börsenbetreibern zu einer Normalisierung. Im Gegensatz zur Peer-Group wächst wallstreet:online jedoch weiter, auch die Deutsche Börse trotzt dem schwächelnden Markt. ThyssenKrupp konnte operativ ebenfalls deutlich zulegen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    3. BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 25.03.2024 | 05:10

    Siemens Energy, Carbon Done Right Developments, Rheinmetall – Licht am Ende des Tunnels

    • Märkte
    • Rüstung
    • Emissionszertifikate
    • erneuerbare Energien

    Durch die globale Aufrüstung und die Zeitenwende sind Rüstungsaktien wie Rheinmetall oder Hensoldt aktuell der letzte Schrei an der Börse. Leider, so muss man es ausdrücken, wird dieser Trend wohl durch weiter steigende Aufträge in den nächsten Jahren anhalten. Dagegen findet ein weiteres elementares Thema, die Klimawende, zumindest an den Märkten, aktuell kaum Beachtung. Unternehmen der erneuerbaren Energien korrigieren seit Monaten, arbeiten aktuell jedoch vermehrt an der Bodenbildung. Langfristig bieten sich hierbei antizyklische Einstiegsgelegenheiten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 11.03.2024 | 05:10

    Novo Nordisk, Defence Therapeutics, Bayer – Rally nach dem Ausbruch?

    • Biotechnologie
    • Märkte
    • Pharma

    Die Biotechnologie wurde nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2023 zu neuem Leben erweckt. Neben der Zinssenkungsphantasie, durch die besonders der kapitalintensive wie innovative Sektor profitieren dürfte, sollte die aktuelle Akquisitionswelle zu weiteren Kurssprüngen führen. Der breite Nasdaq Biotech-Index konnte seit Jahresanfang zwar lediglich eine Kurssteigerung von 3 % vorweisen, steht aber aktuell vor entscheidenden Widerstandsmarken. Sollten diese durchbrochen werden, könnte sich die Dynamik gen Norden beschleunigen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 26.02.2024 | 05:10

    Infineon, Saturn Oil + Gas, Block – Hier geht die Post ab

    • Öl
    • Märkte
    • Zahlen
    • Halbleiter

    In der vergangenen Woche waren alle Augen auf den Chipgiganten Nvidia gerichtet, der die Wall Street erneut positiv überraschen konnte und einen Anstieg des Nettogewinns von annähernd 770 % aufs Parkett legte. Auch in Deutschland setzte die Allianz mit einem Rekordgewinn und einer deutlichen Anhebung der Dividende ein Ausrufezeichen. Untergegangen ist dagegen eine Meldung, die die Zukunft der grünen Technologien stark beeinflussen könnte, mit positiven Signalen für die Öl- und Gasindustrie.

    Zum Kommentar