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10.06.2026 | 05:00

Dividendenstrategien im Härtetest: Margendruck bei McDonald’s und Johnson & Johnson – RE Royalties zeigt Krisenresilienz

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Bildquelle: KI

Die weltumspannenden Kapitalmärkte erleben einen Wandel: Was gestern noch Erträge brachte, kann heute schon riskant sein. Über Jahrzehnte galten etablierte Konsumgütermarken und forschungsintensive Pharmakonzerne als robuste Eckpfeiler von Dividenden-Strategien. Doch dieses Paradigma gerät zunehmend unter Druck. Steigende operative Kosten, regulatorische Eingriffe und der unerbittliche Zyklus von Patentabläufen fordern selbst die widerstandsfähigsten Marktführer heraus. In diesem Marktumfeld gewinnen alternative Finanzierungsmodelle mit Asset-Light-Ansatz an Bedeutung. Natürliche Energieträger wie Wind- und Solarkraft bieten über innovative Lizenzgebührenstrukturen die Chance auf stabile, wiederkehrende und vor allem inflationsgeschützte Ertragsströme. Das ist genau das, was Investoren gerade suchen. Wir geben einen Überblick.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: JOHNSON + JOHNSON DL 1 | US4781601046 , MCDONALDS CORP. DL-_01 | US5801351017 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF

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Inhaltsverzeichnis:


    McDonald's: Satte Cashflows und Immobilien

    Das Geschäftsmodell von McDonald's basiert entgegen der allgemeinen Wahrnehmung nur zu einem Bruchteil auf dem direkten Verkauf von Lebensmitteln. Unter der Führung des damaligen Präsidenten und CEO Harry J. Sonneborn vollzog man bereits in den 1950er-Jahren eine strategische Kehrtwende, die das Unternehmen zu einem der weltweit größten Eigentümer von Gewerbeimmobilien machte. McDonald's agiert als hybrider Franchisegeber und Vermieter, indem es strategisch erstklassige Grundstücke erwirbt und mit einem erheblichen Aufschlag an Franchise-Partner weiterverpachtet.

    Innerhalb dieser Struktur tragen Franchisenehmer 100 % der Kosten für den Restaurantbetrieb, das Personal sowie den lokalen Ausbau, während der Mutterkonzern eine umsatzabhängige Franchisegebühr und eine variable Miete von 8 bis 15 % des Bruttoumsatzes einzieht. An der New York Stock Exchange wird das Unternehmen mit satten 197 Mrd. USD bewertet. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2025 beläuft sich auf 26,89 Mrd. USD bei einem Reingewinn von üppigen 8,56 Mrd. USD. Franchise-Restaurants erzielten für McDonald's in der Vergangenheit eine Segment-Marge von rund 82 %, während die eigenen Restaurants mit deutlich niedrigeren Margen arbeiteten – ein strukturelles Merkmal des Hybrid-Modells. Dennoch ist das System nicht gänzlich krisenfrei, da Partner vor Ort unter der Teuerung und steigenden Mindestlöhnen leiden. Die Dividendenrendite von McDonald’s beträgt rund 2,7 %.

    Johnson & Johnson und der Kampf an der Patentklippe

    Johnson & Johnson behauptet seine führende Marktposition durch ein breit diversifiziertes Healthcare-Portfolio, das nach der Abspaltung des Konsumentengeschäfts aus den beiden operativen Segmenten Innovative Medicine und MedTech besteht. An der Börse notiert das Papier nahe seinem Allzeithoch und reflektiert eine Marktkapitalisierung von rund 558 Mrd. USD. Im Geschäftsjahr 2025 generierte der Konzern einen Umsatz von 94,193 Mrd. USD und einen Reingewinn von rund 26 Mrd. USD. Die Dividendenrendite liegt bei soliden 2,30 %.
    Die fundamentale Herausforderung von Johnson & Johnson ist, das Portfolio gegen den natürlichen Verfall des Patentschutzes abzusichern - der Pharmaindustrie droht bis zum Jahr 2030 durch eine beispiellose Patentklippe ein Einnahmeverlust von rund 300 Mrd. USD. Stelara erzielte 2023 einen Rekordumsatz von rund 10,9 Mrd. USD, verlor jedoch ab 2024 durch eintretende Biosimilar-Konkurrenz zunehmend Marktanteile, was zu einem erheblichen Umsatzrückgang führte. Um diese Erosion zu stoppen, forciert das Management die Erforschung neuer potenzieller Blockbuster in der klinischen Pipeline. Beispiele sind die Wirkstoffe Nipocalimab sowie Rybrevant.

    RE Royalties: Finanzierung ohne Verwässerung für die Energiewende

    Das kanadische Wachstumsunternehmen RE Royalties hat das aus dem Rohstoffsektor bewährte Prinzip der Lizenzgebührenfinanzierung auf den Markt der erneuerbaren Energien übertragen. Das Unternehmen agiert als Finanzierungspartner für kleine bis mittelgroße Entwickler von Infrastrukturprojekten, die von klassischen Banken oft kaum beachtet werden. RE Royalties stellt den Entwicklern nicht-verwässerndes Kapital zur Verfügung und erhält im Gegenzug eine vertraglich fixierte Beteiligung von meist 1 % bis 2 % am Bruttoumsatz der Anlagen über Laufzeiten von 15 bis 25 Jahren.

    Dank dieser Beteiligungen ist RE Royalties vollständig von operativen Kostensteigerungen, Lohninflationen oder Betriebsrisiken isoliert und erwirtschaftet gemessen am aktuellen Kurs bei minimalen Fixkosten eine Forward-Dividendenrendite von rund 10 %. Das diversifizierte Gesamtportfolio umfasst mehr als 120 aktive Royalties mit einer Kapazität von 492 MW, aufgeteilt in Solar-Projekte, Batteriespeichersysteme, Windparks, Wasserkraftwerke, Energieeffizienz-Projekte und eine Biogasanlage. Diese Projekte stützen sich auf langfristige Verträge mit Energieversorgern, die wegen ihrer Geschäftsmodelle prognostizierbare Erträge sichern.

    Regenerative Energie als Dividendenbringer: RE Royalties.

    Unorthodoxe Insider-Käufe und ein strategischer Überprüfungsprozess, der alles verändern kann

    Das Management von RE Royalties unter CEO Bernard Tan und COO Peter Leighton ist selbst im großen Stil im eigenen Unternehmen investiert. Im Herbst 2025 erwarben mehrere Insider Aktien über den freien Markt, sodass die Managementquote aktuell bei rund 24 % aller ausstehenden Aktien liegt. Um den eklatanten Widerspruch zwischen der aktuellen Marktkapitalisierung von nur rund 17 Mio. CAD und dem tatsächlichen inneren Wert des Portfolios aufzulösen, kündigte das Board im März ein Strategic Review von PricewaterhouseCoopers an. RE Royalties sitzt auf einer Pipeline von rund 20 Mio. CAD in verbindlichen Absichtserklärungen sowie weiteren 200 Mio. CAD an Projekten in aktiver Prüfung, deren eigenständige Finanzierung über den regulären Kapitalmarkt kaum realisierbar ist. RE Royalties ist also erste Adresse und dürfte profitieren.

    Fazit: RE Royalties passt perfekt in die Zeit

    Das Geschäftsmodell von RE Royalties gilt in Zeiten der Inflation als krisenresistent und dürfte vielen klassischen Dividenden-Aristokraten überlegen sein. Während McDonald’s durch den Margendruck seiner Franchise-Nehmer limitiert ist und Johnson & Johnson permanent Milliarden in die Entwicklung neuer Wirkstoffe investieren muss, bleibt RE Royalties von Betriebsrisiken weitgehend unberührt. Angesichts der laufenden strategischen Überprüfung durch PricewaterhouseCoopers könnte die Aktie auf ihrem aktuellen Kursniveau von 0,39 CAD ein potenzielles Übernahmeziel für größere Infrastruktur- und ESG-Fonds darstellen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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