25.09.2026 | 05:36
Gold im Bann der Zinsen: Chancen bei Lundin Gold, Kobo Resources und Barrick Mining!
Zinsen hoch oder runter: Die Federal Reserve hat auf den Druck der Bond-Märkte reagiert und erstmals seit vielen Jahren wieder die Zinsen erhöht. Das belastet den US-Haushalt extrem und dürfte auch für Dämpfer am ohnehin angeschlagenen Immobilienmarkt sorgen. Die erste Reaktion der Goldanleger fiel ebenfalls negativ aus. Der Preis korrigierte, dennoch dürfte dies nur eine Momentaufnahme sein. Clevere Notenbanker wie jene der People´s Bank of China nutzen das aktuelle Preisniveau für massive Käufe. Auch bei den Gold-ETF steigt derzeit die Zahl der Käufe. Die aktuelle Korrektur beim Goldpreis ist daher vor allem auch eine Chance für Aktienanleger bei spannenden Aktien. Wir blicken heute deshalb auf die Papiere von Lundin Gold, Kobo Resources und Barrick Mining.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , LUNDIN GOLD INC. | CA5503711080 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Barrick Mining: Unterbewertet?
Wer regelmäßig durch soziale Medien scrollt, wird es in den vergangenen Wochen bemerkt haben: Barrick Mining rückt wieder in den Fokus vieler Anleger. Der drittgrößte, westliche Goldproduzent der Welt ist unterbewertet, heißt es. Das zumindest scheinen immer mehr Anleger zu glauben.
Angeführt wird gerne der hohe Cashflow, der allein im ersten Halbjahr bei 1,351 Mrd. USD lag. Im laufenden zweiten Halbjahr könnten es noch mehr werden, da Barrick viel Capex in das zweite Quartal gepackt hat. Der hohe Goldpreis ermöglicht zudem extrem hohe Gewinnmargen, die historisch nie in der Branche in dieser Form vorkamen. Nicht zuletzt sehen die Analysten die Aktie als niedriger bewertet an im Vergleich zur Peer Group, vor allem mit Blick auf das Kurs-Cashflow-Verhältnis. Der strategische Schwenk zu mehr Kupfer im Portfolio lässt Barrick von den hohen Preisen für das rote Metall profitieren. Der Kupferpreis markierte erst diese Woche ein neues Allzeithoch in Nordamerika.
Klar ist aber auch: Noch stammen mehr als 80 % des EBITDA aus dem Gold-Business. Und damit sind wir auch schon bei den Risiken. So dürfte Barrick im Vergleich zu Konkurrenten wie Agnico Eagle oder Newmont das höchste geopolitische Risiko aufweisen, beispielsweise mit Minen und Großprojekten in Mali, Demokratische Republik Kongo und Pakistan. Zudem spürt das Unternehmen die steigenden operativen Kosten infolge der globalen Inflation deutlich. Manche Produzenten wie B2Gold können diese besser auffangen.
Wir sehen aber insgesamt vor allem die Pläne zur Abspaltung des nordamerikanischen Goldgeschäfts samt Börsengang als stärkstes Kaufargument für alle Fans von Barrick. Manche Analysten sehen hier eine Bewertung von über 50 Mrd. USD. Heute ist Barrick insgesamt knapp 70 Mrd. USD wert.
Kobo Resources: Starke Bohrergebnisse
Mit dem Kossou-Projekt scheint Kobo Resources tatsächlich auf viele Goldadern gestoßen zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Anfang September erst gaben die Kanadier ein Update zu den aktuellen Bohrarbeiten. Dem Management geht es vor allem darum, die Grenzen der bereits bekannten Mineralisierung zu testen. Nun konnte man im Norden von Kossou mit mehreren hochgradigen Bohrlöchern punkten. In dieser sogenannten Road Cut Zone traf man unter anderem auf 5 Meter mit 4,55 g/t Gold, sechs Meter mit 2,30 g/t Gold sowie auf ein Intervall von einem Meter mit gleich 68,6 g/t Gold.
Inzwischen hat das Unternehmen auf Kossou 51.295 Meter an Bohrungen niedergebracht und arbeitet kontinuierlich auf die erste Ressourcenschätzung hin, die laut CEO Edward Gosselin Anfang 2027 veröffentlicht werden dürfte. Dafür laufen derzeit beide Bohrprogramme parallel. Neben der Ausweitung der Arbeiten über die Grenzen der bekannten Mineralisierung hinaus, will Gosselin auch in Tiefen von 200 Metern und mehr bohren.
Dem Markt ist noch nicht das Potenzial der Aktie bewusst, denn neben den hohen Goldgraden punktet Kobo Resources auch mit einer guten Infrastruktur. So liegt das Kossou-Goldprojekt in der Elfenbeinküste, der besten Mining-Location Westafrikas laut Fraser Institute. Das Projekt liegt nur rund 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Yamoussoukro und unweit des Kossou-Staudamms. Dadurch ist der Zugriff auf Arbeitskräfte, die Straßeninfrastruktur und Zugang zu Energie und Wasser gesichert.
Spannend ist, dass in der Nachbarschaft bereits produzierende Goldminen wie Yaouré von Perseus Mining bereits existieren. Analysten gehen davon aus, dass Perseus hier Bedarf an Erz hat, weil die Anlage auf Dauer nicht ausgelastet sein wird. Sie liegt weniger als zehn Kilometer von Kossou entfernt. Das muss aber nicht heißen, dass die Australier der sichere Übernehmer von Kobo Resources sein werden. In der Elfenbeinküste sind weitere kanadische Unternehmen wie chinesische Unternehmen im Land aktiv.
Offenbar sehen das auch etablierte Investoren ähnlich. So liegen knapp 10 % der Aktie bei Chang Ying No.1 Fund, zudem gehört der Schweizer Fonds Gold2000 zum Aktionariat. Das stärkste Kaufargument dürfte aber der Anteil des Managements sein, der bei knapp der Hälfte liegt. Mit einem Börsenwert von gerade einmal 31 Mio. CAD gehört Kobo Resources noch zu den echten Smallcap-Perlen im Goldsektor. Wenn die Ressourcenschätzung überzeugend ausfällt, dürften hier deutlich höhere Kurse möglich sein.
Lundin Gold: Die Cash-Cow liefert!
Goldfirmen mit nur einer einzigen Mine sind rar gesät. Lundin Gold dürfte das größte Beispiel hierfür in der westlichen Welt sein. Die Kanadier betreiben die Fruta del Norte-Mine in Ecuador. Dieser Untertage-Komplex zählt zu den hochgradigsten, jemals entdeckten Vorkommen. Die Verarbeitungsanlage verarbeitet über 5.500 Tonnen Erz pro Tag und liefert rund 475.000 bis 525.000 Unzen Gold pro Jahr. Bei einem extrem hohen Erzgehalt von 8,4 g/t Gold ergab sich im ersten Halbjahr eine Förderung von fast 239.000 Unzen Gold. Zum Vergleich: S&P Global geht davon aus, dass die durchschnittliche Goldmine weltweit auf lediglich 1 g/t Gold kommt. In Geld gesprochen brachte Fruta del Norte allein im ersten Halbjahr Einnahmen von mehr als 1 Mrd. USD und einen Free Cashflow von 445 Mio. USD.
Das Besondere: Lundin Gold will sich gar nicht diversifizieren. Die Expansion setzt voll auf die bestehende Mine. Das Vorkommen erweist sich als so groß, dass man hier wohl noch Jahrzehnte Gold abbauen können wird. Mit FDN East, Bonza Sur und Trancaloma exploriert und entwickelt man derzeit gleich drei neue Mineralisierungszonen.
Wer über ein Investment bei Lundin Gold nachdenkt, sollte sich aber auch mit dem Länderrisiko von Ecuador auseinandersetzen. So haben in den vergangenen Jahren fehlende Regeln für die indigene Bevölkerung, strikte Umwelturteile des Verfassungsgerichts sowie bürokratische Hürden viele Bergbaufirmen abgeschreckt. Die Produktion auf Fruta del Norte war hiervon aber nicht betroffen. Mit einem Reformprogramm versucht die Regierung, hier wieder für Interesse an Investitionen zu sorgen.
Aktuell kommt Lundin Gold auf einen Börsenwert von rund 22 Mrd. CAD. Die Aktie folgte insbesondere dieses Jahr recht streng dem Goldpreis. Mit den Ausbauinitiativen könnten die Kanadier künftig wieder stärker punkten.
„Fazit:“ Mit Lundin Gold setzen Anleger auf eine hochprofitable Firma, die allerdings ein erhebliches Länderrisiko mitbringt. Kobo Resources meldet laufend Bohrerfolge auf seinem Goldprojekt, die Aktie wird noch wenig von Anlegern berücksichtigt. Barrick ist immer ein zweischneidiges Schwert: viel Risiko, aber auch viele Chancen.
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