22.06.2026 | 04:30
Gold und Silber im Fokus: Aktien von Hecla Mining, Desert Gold und Kinross Gold bieten Chancen!
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben offensichtlich begonnen. Es gibt Grundlagen, und es bleibt sehr viel Zeit, um eine langfristige Vereinbarung zu schließen. Die Investoren rannten während der Kampfhandlungen kurioserweise in den US-Dollar – einer Währung, die eigentlich zu den Verlierern gehört. Es bleibt wohl ein Rätsel der Aktienmärkte, warum ausgerechnet die Währung eines völlig überschuldeten Landes ein sicherer Hafen sein soll. Viele machen die Entwicklung der Zinserwartungen dafür verantwortlich. Ein starker Dollar aber drückte in den vergangenen Monaten auf den Goldpreis. Dieser hat sich nun über der Marke von 4.000 USD je Unze eingependelt. Goldman Sachs nahm jüngst ein Update zum Markt vor und gab ein Preisziel von 5.000 USD bis Jahresende aus. Das liegt zwar ein paar hundert Dollar unter dem vorherigen, doch sollte sich die Prognose der Analysten bewahrheiten, dürften Goldaktien stark profitieren. Das wären etwa 20 % über dem aktuellen Preis. Ganz ähnlich ist die Situation am Silbermarkt. Dort herrscht ein knappes, physisches Angebot und der steigende Dollar sorgte für Preisrücksetzer. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von drei attraktiven Werten aus dem Edelmetallsektor: Hecla Mining, Desert Gold und Kinross Gold.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , KINROSS GOLD CORP. | CA4969024047 , HECLA MNG DL-_25 | US4227041062
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Hecla Mining: Auf dem Weg zum Silber-Champion
Es gibt ja auf dem Kurszettel nur wenige echte Silberproduzenten. Oft ist das Metall nur ein Nebenprodukt einer Gold-, Kupfer- oder Zinkmine. Hieraus stammt mehr als zwei Drittel der jährlichen Welt-Produktion. Für Anleger, die direkt in einen reinen Silberminer investieren wollen, bleibt die Auswahl daher klein. Hecla Mining gehört zu diesen wenigen Konzernen, die für Silber schwärmen. Und das Management forciert diese Entwicklung. So wurde die kanadischen Goldmine Casa Berardi verkauft. Im ersten Quartal lag dadurch der Produktionsanteil von Silber bereits bei mehr als 70 %.
Für die Anteilseigner gab es aber noch weitere gute Nachrichten: So wies der bereits 1891 in Idaho gegründete Konzern zum Quartalsende mehr als 588 Mio. USD an Cash aus. Kurz nach Quartalsende, am 9. April, meldete man dann die vollständige Rückzahlung einer vorrangigen Anleihe über 263 Mio. USD. Damit ist Hecla Mining frei von langfristigen Schulden und hat zudem eine bisher nicht gezogene Kreditlinie von 225 Mio. USD zur Verfügung. Damit können Expansionen über Zukäufe und eigene Entwicklungsvorhaben finanziert werden.
Bilanzseitig gab es einen Bilderbuch-Start ins neue Jahr. Dank der hohen Silberpreise wurde der Umsatz auf 411,43 Mio. USD verdoppelt - im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie lag bereinigt bei 0,24 USD. EBITDA und Cashflow befinden sich auf Rekordständen. Das wird zwar aufgrund des gesunkenen Silberpreises nicht in diesem Quartal wiederholbar sein. Dennoch stehen die US-Amerikaner gut da. Denn die Kosten sind gering: So fördert man 3,9 Mio. Unzen Silber im Q1 zu AISC-Kosten von lediglich 8,17 USD je Unze.
Hecla Mining will massiv wachsen und eine Jahresproduktion von mehr als 20 Mio. Unzen Silber erreichen. Für dieses Jahr gab der Vorstand eine Guidance von 15,1 bis 16,5 Mio. Unzen Silber aus. Das Wachstum soll durch den Hochlauf der Keno Hill Mine im Yukon sowie Optimierungen auf Lucky Friday entstehen. Zudem arbeitet man dieses Jahr mit einem Rekord-Explorationsbudget in Höhe von 55 Mio. USD, wo der Fokus vor allem auf Nevada liegt. Die Hecla-Aktie hat sich seit dem Top Ende Januar fast halbiert. Aufgrund des starken Silber-Exposures geht es hier oft sehr schnell abwärts. Bleibt Silber (und Gold) aber stabil oder steigt gar, kann es ebenso so schnell wieder aufwärts gehen!
Desert Gold: Die Lassonde-Kurve weist den Weg!
In der Rohstoffbranche gibt es die berühmte Lassonde-Kurve. Der Geologe und Unternehmer Pierre Lassonde aus Québec entwickelte eine Theorie, um die Phasen eines Junior-Unternehmens anhand des Aktienkurses darzustellen. Und diese Kurve ist recht verlässlich. Nach der Entdeckung eines Vorkommens geht es meist schnell aufwärts, es wird oft euphorisch. Stellt sich heraus, dass hier ein Minenbetrieb möglich ist, kommt die zweite Phase. Das entspricht oft einer zähen Seitwärtsbewegung der Aktie, wo es operativ vor allem um technische Studien und Genehmigungen geht. Der nächste Sprung folgt dann, sobald der Minenbetrieb beginnt. Desert Gold Ventures befindet sich genau an diesem Punkt. Und das kann man auch am Aktienkurs ablesen. Nach dem Hype Anfang des Jahrzehnts ging es stark runter und es folgte eine sehr lange Seitwärtsphase. Nun aber steht das Unternehmen vor dem Start der Produktion auf dem SMSZ-Projekt im Senegal-Mali-Scherzonen-Gürtel. Die Liegenschaft erstreckt sich über eine riesige Fläche von 440 km². Dabei folgt das Management einer sehr kapitalschonenden Strategie. Man will nicht jahrelang auf den Bau einer großen Mine hinarbeiten, sondern über einen gestaffelten Weg die Produktion beginnen.
Desert Gold hat sich für den Start auf dem Teilprojekt Barani East entschieden. Es soll zunächst eine einfache, modulare Schwerkraft-Verarbeitungsanlage gebaut werden. Die Kapazität beträgt anfänglich 200 bis 240 Tonnen pro Tag (tpd) und soll dann im nächsten Schritt bis Jahresende auf 1.200 Tonnen pro Tag vergrößert werden. In China erfolgte bereits im April die technische Abnahme der Anlage. In diesen Tagen wird die Ankunft im Hafen von Dakar erwartet. Für Mitte/Ende Juli ist dann die Kommissionierung geplant.
Für das Unternehmen könnte es – folgend der Lassonde-Kurve – nun zu einer Neubewertung kommen. Sobald die ersten Cashflows eingefahren werden, steht Desert Gold finanziell auf ganz anderen Beinen. Abzulesen ist diese Entwicklung so langsam auch am Aktienkurs. Anfang des Jahres wurde die Seitwärtsphase beendet und der Kurs konnte kräftig zulegen. Der Börsenwert von umgerechnet nur 28 Mio. EUR zeigt aber an, dass es noch viel Raum nach oben gibt. Die Neubewertung der Aktie befindet sich noch in einer frühen Phase. Das Research-Haus GBC ist bullisch für das Papier und hat ein Kursziel von 0,93 CAD errechnet. Zum Vergleich: Aktuell kostet ein Stück lediglich 0,125 CAD. Glaubt man also den Analysten, bietet sich hier die Chance auf eine Vervielfachung des Einsatzes. Und das muss nicht das Ende sein. Die riesige Liegenschaft – etwa halb so groß wie Berlin - wird weiter exploriert. Insofern bietet sich Potenzial für eine mittel- bis langfristig steigende Produktion.
Kinross Gold: Technisch wieder interessant!
Die Aktie von Kinross Gold befindet sich charttechnisch derzeit in einer sehr interessanten Phase. Der kanadische Goldproduzent mit einem Börsenwert von rund 31 Mrd. USD hatte seit Anfang 2024 eine extrem starke Performance gezeigt. In der Spitze konnte sich der Titel versiebenfachen. Seit Ende Januar läuft eine starke Korrektur, die fast 30 % an Börsenwert kostete. Doch aktuell lohnt sich wieder der technische Blick auf das Papier.
Formal hat die Aktie den übergeordneten Aufwärtstrendkanal nach unten verlassen. Sie notiert inzwischen unter den gleitenden Durchschnitte von 50 und 100 Tagen. Langfristig aber sieht es neutral aus. Die Aktie kämpft derzeit um die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie und notiert aktuell knapp darüber. Das Spannende: In den vergangenen Wochen hat der Chart klare Trading-Zonen definiert, an denen sich Anleger für die kommenden Wochen orientieren können. So befindet sich nach oben der stärkste Widerstand im Bereich von 30/31 USD. Hier verlaufen die alten Hochs sowie die 100 Tage Linie. Ein Ausbruch darüber macht den Weg bis zum Jahreshoch frei. Nach unten wiederum befindet sich um 23,20 USD das jüngste lokale Tief, was Swing-Trader zum Abfischen nutzen können. Erst ein Fall unter die Marke von 21 USD würde kritisch werden. Eine abnehmende Volatilität und ein neutrales Momentum deuten derzeit auf eine Stabilisierung hin. Konservative Anleger legen sich dementsprechend auf die Lauer und greifen erst zu, wenn der Widerstand bei 26,40 USD per Tagesschlusskurs nachhaltig fällt. Wer aggressiv handeln will, nutzt Abstauber-Limits im Unterstützungsbereich von 23,30 bis 23,80 USD für Positionierungen.
Operativ läuft es bei Kinross Gold rund. Im ersten Quartal wurden historische Rekorde aufgrund des hohen Goldpreises gebrochen. Der Free Cashflow erreicht 837,5 Mio. USD, der Nettogewinn stieg bereinigt auf 878 Mio. USD im Quartal. Mit Barmitteln über 2,2 Mrd. USD steht man sehr solide da und könnte auch auf dem Übernahmemarkt aktiv werden. Mittelfristig soll die geplante Riesenmine Lobo Marte für Wachstum sorgen. Der Konzern investiert hier rund 3 Mrd. USD in der Atacama-Wüste in Chile. Dort soll ab den frühen 2030ern für mehr als zwei Dekaden Gold abgebaut werden. Kumuliert erwartet Kinross über die Lebensdauer der Mine eine Produktion von 4,7 Mio. Unzen.
Fazit: Mit Hecla Mining setzen Silberfreunde auf einen der wenigen Pure Plays in der Branche. Nach der Halbierung der Aktie bieten sich Chancen, einige Stücke günstig abzugreifen. Desert Gold befindet sich in der Metamorphose vom Explorations-Unternehmen zum Goldproduzenten. Hier lassen sich der Lassonde-Kurve zufolge in der Regel hohe Kursgewinne einfahren. Bei Kinross sieht es technisch interessant aus, weil der Chart klare Anweisungen gibt, wie getraded werden kann.
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