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22.10.2026 | 05:38

Gold und Betongold: Wenn zwischen Substanz und Börsenkurs Welten liegen - Lahontan Gold, Vonovia und LEG Immobilien unter der Lupe!

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Bildquelle: Pixabay

An der Börse haben Vermögenswerte manchmal zwei Preise. Einen errechneten bzw. einen theoretischen Wert und einen aktuellen Wert, den Aktienkurs. Wenn zwischen Wert und Preis eine (zu) große Lücke klafft, entstehen Chancen für vorausschauende Anleger. Oder handelt es sich bei den Bewertungsabschlägen doch nur um eine Value Trap? Die spannenden aktuellen Entwicklungen der drei Gesellschaften sind für uns Anlass genauer hinzuschauen. Die “druckfrische” PEA, also die Wertindikation des Goldprojekts von Lahontan Gold, liegt 8-mal (!) höher als der Börsenwert der Kanadier! Immobilienaktien gehören in den letzten Monaten zu den Verlierern. Steigende Zinsen, Konjunktursorgen und eine politische Unsicherheit belasten. Das trifft auch die Großen der Branche wie Vonovia. Dass durch Kursrückgänge attraktive Bewertungsniveaus entstehen können, zeigt der aktuelle Einstieg bei LEG. Was heißt das nun konkret für Anleger?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Lahontan Gold Corp | CA50732M1014 , VONOVIA SE NA | DE000A1ML7J1 , LEG Immobilien SE | DE000LEG1110

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Inhaltsverzeichnis:


    Lahontan Gold: Enorme Bewertungsdiskrepanz

    Bei Lahontan Gold steht die Wiederinbetriebnahme der früheren Santa-Fe-Mine im US-Bundesstaat Nevada im Mittelpunkt. Mit der kürzlich veröffentlichten neuen vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) liefern die Kanadier einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Produktionsbeginn.

    Die PEA beziffert den Projektkapitalwert nach Steuern auf 820 Mio. USD. Grundlage sind angenommene Preise von 3.600 USD je Goldunze und 49 USD je Silberunze. Über elf Betriebsjahre sieht das Modell eine durchschnittliche jährliche Produktion von rund 92.000 Unzen Goldäquivalent vor, wobei die Kosten pro Unze (AISC) auf 2.250 USD taxiert werden. Lahontan erwartet die erforderlichen Baugenehmigungen 2027. Ein Produktionsbeginn im selben Jahr bleibt damit ein ambitioniertes Unternehmensziel.

    Die Börse reagierte zunächst mit Kursabschlägen auf die jüngste Meldung. Hatte der Markt zu viel erwartet? Oft sind die Unsicherheit über die Finanzierung des Projekts und die anstehenden verwässernden Kapitalerhöhungen ein Faktor. Bei einem angestrebten Eigenkapitalanteil von lediglich 20 % der Gesamtinvestitionen von rund 170 Mio. USD sollte die Verwässerung vergleichsweise moderat ausfallen. Nach Angaben des Unternehmens werden schon seit längerer Zeit Gespräche mit mehreren potenziellen Fremdfinanzierungspartnern geführt.

    Zusätzliche Perspektiven bietet die im September vereinbarte Übernahme von Emergent Metals. Bei Vollzug soll Lahontan unter anderem das aussichtsreiche Gebiet West Santa Fe vollständig kontrollieren, bestimmte Förderabgaben eliminieren und das angrenzende Projekt New York Canyon erhalten. Die Gegenleistung erfolgt überwiegend in Aktien, wobei die bisherigen Emergent-Aktionäre später rund 4,7 % halten sollen.

    Vonovia: Seit Jahresbeginn um 30 % gefallen

    Vonovia gehört mit einem Besitz von rund 528.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich zu den Großen der Branche. Mieten bilden den Kern der Einnahmen; Dienstleistungen, Energieversorgung, Verkäufe und Projektentwicklung runden das Profil ab. Im ersten Halbjahr legte das bereinigte EBITDA leicht um 2,4 % auf 1,46 Mrd. EUR zu. Das bereinigte Vorsteuerergebnis sank dagegen um 2,6 % auf 962 Mio. EUR.

    Gegenüber der in der Branche häufig verwendeten Kennzahl EPRA-NTA weist die Aktie einen großen Abschlag auf. Der EPRA-NTA beschreibt ein nach Branchenregeln angepasstes Netto-Sachvermögen. Ein EPRA-NTA zum Halbjahr von 46,22 EUR im Vergleich zum aktuellen Kurs zeigt einen Abschlag von über 60 %.

    Steigende Zinsen, Konjunktursorgen und die politische Debatte um Wohnungsenteignungen in Berlin belasten. Die Aktie hat seit Jahresanfang rund 30 % nachgegeben. Analysten erkennen auf dem ermäßigten Niveau eine Kaufchance. Die Experten formulieren für den Titel durchschnittlich ein Aufwärtspotenzial von über 40 % in den kommenden 12 Monaten. Die nächsten Quartalszahlen legt die Gesellschaft am 4. November vor.

    LEG Immobilien: Neuer Großaktionär

    LEG konzentriert sich auf bezahlbaren Wohnraum, vor allem in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands. Im ersten Halbjahr stiegen die Mieten auf vergleichbarer Fläche um 3,7 %, während die entsprechende Leerstandsquote auf 2,3 % sank. Der AFFO, eine um Investitionen bereinigte operative Ertragskennzahl, fiel allerdings von 126,6 auf 110,5 Mio. EUR. Das Unternehmen begründete dies mit höheren beziehungsweise zeitlich vorgezogenen Investitionen. Für 2026 bestätigte LEG ein AFFO-Ziel von 220 bis 240 Mio. EUR.

    Auch bei LEG klaffen Substanzkennzahl und Kurs auseinander. Bei einem EPRA-NTA von 139,04 EUR je Aktie per Ende Juni und einem aktuellen Kurs von rund 48 EUR beträgt der rechnerische Abschlag rund 66 %. Aufmerksamkeit und einen Bewertungsanker schafft die jüngst gemeldete 20 %-Beteiligung von Grand City Properties an LEG. Grand City Properties stuft das Engagement bei der mit fast 4 Mrd. EUR bewerteten LEG selbst als Finanzinvestition ein. Analysten billigen der dividendenstarken Aktie mit einer Ausschüttung von über 6 % jährlich ein Upside von rund 40 % in den kommenden 12 Monaten zu.

    Fazit

    Der Übergang zum Goldproduzenten sollte bei Lahontan schrittweise auch zu höheren Kursen führen. Der Projektwert liegt mehr als 8-mal höher als der aktuelle Börsenwert! Vonovia verfügt über ein breites Vermietungsgeschäft, kann sich aber vom herausfordernden Branchenumfeld nicht abkoppeln. Durch den Einstieg bei LEG setzt Grand City Properties einen Bewertungsanker, der die Unterbewertung der Aktie verdeutlicht.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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