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06.06.2023 | 04:44

Klimakrise: Kupfer ist das neue Öl! BYD, Orestone Mining, Ford, Nio – 100 % Beschleunigung im Bereich Greentech

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Bildquelle: pixabay.com

Die Analysten der Bank of America haben Anfang Mai einen neuen „Superzyklus“ für Grund- und Rohstoffe ausgerufen. Gemeint ist damit, dass bei einer ganzen Reihe von wichtigen Materialien über Jahre hohe Knappheit herrschen wird. Das Paradebeispiel ist das rote Metall: Kupfer. Der Preis des Industriemetalls hat sich in den vergangenen 12 Monaten nahezu verdoppelt. Er notiert aktuell mit rund 8.350 USD pro Tonne, nicht mehr weit weg vom historischen Höchstwert von 10.750 USD. Im Zuge der Pandemie war das Metall kurzfristig auf 4.500 USD gesunken. Aktuell überschlagen sich die Prognosen aber wieder einmal nach oben. Die Bank of America erwartet, dass sich der Preis in den nächsten drei Jahren noch einmal auf rund 18.000 USD mehr als verdoppeln wird. Wir blicken auf einige heiße Aktientitel.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ORESTONE MINING CORP. | CA6861543032 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , FORD MOTOR DL-_01 | US3453708600

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Inhaltsverzeichnis:


    Orestone Mining – Kupfer ist das neue Öl

    Kupfer wird stark benötigt und zwar in allen elektronischen Geräten, Gebäuden sowie strombasierten Infrastrukturen. Durch die Mediatisierung der Menschheit ist die Nachfrage nach Laptops, Smartphones, Routern oder Bildschirmen in den letzten 10 Jahren um das 3-fache gestiegen, zuletzt wegen der Verlagerung von Arbeitstätigkeiten ins Homeoffice. Jim Currie, Rohstoffexperte der US-Investmentbank Goldman Sachs, formulierte in einem Interview mit Bloomberg TV seine Vision: „Kupfer ist das neue Öl.“ Eine Steilvorlage für die Besitzer von Kupfer-Ressourcen.

    Der kanadische Explorer Orestone Mining (ORS) sitzt auf einer aussichtsreichen Lagerstätte namens Captain im Norden von British Columbia. Das Kupfer-Gold-Projekt beherbergt auf rund 105 Quadratkilometern ein goldhaltiges Porphyrsystem. Es befindet sich in einer guten Jurisdiktion und umfasst eine Reihe von geeigneten Porphyrzielen, die durch geophysikalische Untersuchungen und Bohrungen bereits erkundet wurden. Das Grundstück zeichnet sich durch ein relativ flaches Gelände, einen mäßigen Baumbestand und ein ausgedehntes Netz von Holzfäller- und Forstdienststraßen aus, welche ganzjährig für Explorationen genutzt werden können. In einer jüngsten Neubewertung hat Orestone das Vorhandensein von massiven Porphyrgängen nachweisen können, die innerhalb von dicken Abschnitten von gold-kupfermineralisiertem alteriertem Vulkangestein in drei Bohrlöchern waren. Diese stark alterierten Quarz-Monzonit-Porphyr-Gänge sind zwischen 4 und 110 Meter dick und weisen einen Gehalt von bis zu 0,84 Gramm pro Tonne Gold und bis zu 0,17 % Kupfer auf. Die Magnetuntersuchungen aus der Luft gehen jetzt im Frühjahr weiter.

    Die Aktie ist mit Kursen um 0,04 CAD noch unentdeckt, das gesamte Gold-Kupfer-Projekt wird daher nur mit knapp 2,3 Mio. CAD bewertet. Der Kurs dürfte sich bei guten Bohrergebnissen sehr schnell nach oben schwingen, denn neue Kupferprojekte werden von den großen Bergbauunternehmen stark gesucht.

    BYD – Der integrierte chinesische Alleskönner

    Trotz vieler Zweifler geht der Elektroboom in China auch im Jahr 2023 weiter. Dabei kann der chinesische Konzern „Build Your Dreams“ (BYD) mit seiner integralen Geschäftsstrategie besonders performen. Im vergangenen Jahr überholte der BYD-Konzern seinen Erzrivalen Tesla als größten Produzenten von E-Cars der Welt. Im laufenden Jahr zog man nun auch an Volkswagen vorbei und ist damit im größten Automarkt der Welt - China - zum Marktführer aufgestiegen.

    Zwar ist Norwegen mit einer elektrischen Neuwagenquote von 80-90 % der Spitzenreiter in Europa, doch die wichtigen Entscheidungen für die Branche fallen in China. Dennoch hat sich BYD mit einer EU-Zentrale in den Niederlanden recht schnell in Norwegen, Deutschland und Polen präsent gemacht. In den nächsten Monaten folgen Italien, Spanien und Portugal. Trotzdem: In China werden jährlich mehr Autos an den Mann gebracht, als in der EU und den USA zusammen. Der Nachholbedarf in der immer wohlhabenderen Mittelschicht ist riesig. Im März lag BYD im Automobil-Gesamtmarkt erstmals vor Volkswagen, wie Daten des Automobilverbands CPCA zeigen. Die deutschen Premiumhersteller Mercedes und BMW schafften es nicht einmal in die Top 10, da hinter BYD auch weitere chinesische Produzenten mit ihren Modellen punkten.

    BYD schaffte im gesamten ersten Quartal ein Wachstum von stolzen 89 % beim Absatz. Der deutsche Konkurrent VW musste dagegen bei seinen beiden Partnerschaften FAW und SAIC einen Absturz von 12 bis 32 % hinnehmen. Ob Preisnachlässe der Ausländer in China helfen werden ist fraglich, denn BYD hat in der Produktion durch die Kontrolle der Lieferketten deutliche Kostenvorteile. Die BYD-Aktie hatte im ersten Quartal zwar den Rückwärtsgang eingelegt, seit April steigt der Wert aber wieder von 23,50 auf jetzt 29,50 EUR. Das Hoch lag im Juli 2022 bei rund 41,80 EUR. Technisch ist der Weg mit Überwinden der 31 EUR-Marke nach oben frei.

    Im Chartvergleich haben Orestone und Ford die Nase klar vorne, Tesla, Nio und BYD sind aber auf dem steigenden Ast. Quelle: Refinitiv Eikon vom 05.06.2023

    Ford Motors und Nio – Bislang auf der Strecke geblieben

    Einen eher betrüblichen Blick verschaffen die E-Mobilitäts-Anfänger Ford und Nio. Beide Konzerne haben sich spät in die Technologie gewagt. Das wurde über die einbrechenden Börsenkurse bestraft. Ford hatte sich zu lange auf den Erfolg seiner PickUp-Modelle in den USA verlassen und den internationalen E-Car-Boom komplett verschlafen. Die Aktie stand Anfang 2022 im Hoch bei rund 25 USD und verlor im selben Jahr noch über 60 %.

    Ford wollte bereits in 2023 Modelle anbieten, die sich wegen ihres günstigen Preises an eine große Masse von Menschen richten. Diesen Traum ließ der Konzern aus Dearborn, Michigan nun platzen. Denn Ford-Chef Jim Farley prophezeite jüngst: „Heute sind E-Autos in erster Linie eine Alternative für alle, die sich auch einen luxuriösen Verbrenner leisten können. Die Preise sind so hoch, dass Benziner und Diesel fürs gleiche Geld praktisch eine Ausstattungsklasse nach oben springen. Daran wird sich so bald auch nichts ändern!“ Der CEO sieht bei vielen Herstellern von Elektroautos noch über Jahre deutlich höhere Kosten als in der Verbrenner-Industrie. Entsprechend ist auch mit einem Angleichen der Preise nicht vor 2030 zu rechnen. Das wird bei vielen Herstellern dann erst bei der zweiten bis dritten Generation der E-Autos der Fall sein. Die Ford-Aktie liegt innerhalb eines 12 Monatszeitraums mit etwa 7 % im Minus. Das ist aber immer noch besser als die Konkurrenten VW, BYD und Tesla.

    In der aktuell zweiten Runde des Preiskampfes zwischen den Automobilherstellern, werden gerade Hersteller mit einem kleinen Marktanteil unter die Räder kommen. Das betrifft in China die StartUps Nio, XPeng und Li Auto. Die Absatzzahlen von Nio und XPeng fielen folgerichtig recht schlecht aus. Nach den jüngsten Absatzzahlen von Nio, die im Mai mit 6.155 Einheiten einen Rückgang von 12,4 % gegenüber 2022 zu verkraften hatten, kam es zur Herabstufung der Kursziele durch große Brokerhäuser. Die Analysten von Jefferies senkten das Kursziel für die Nio-Aktie von 89,03 auf nunmehr 53,39 HKD. Dies ist sogar unter dem gehandelten Niveau von Anfang der Woche bei 58,45 HKD. Die Nio-Aktie ist mit -60 % schon jetzt einer der großen Verlierer auf 12-Monatsbasis. Den operativ ersten Gewinn will der noch junge Konzern aber bereits in 2025 erzielen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis 2025e liegt, den Schätzungen von Refinitiv Eikon nach, bei etwa 1,5. Wenn der Konzern allerdings weiter schrumpft anstatt zu wachsen, könnte das für die Nio-Aktie ein böses Ende nehmen.


    Die vollständige Elektrifizierung der Menschheit wird vermutlich an der Verfügbarkeit von Kupfer scheitern. Durch politisch grüne Idealvorstellungen wird der Markt aber in den nächsten Jahren vermutlich in einer Dauer-Übernachfrage landen. Damit haben Automobilhersteller mit steigenden Kosten zu kämpfen. Kommende Kupfer-Lieferanten wie Orestone Mining können hingegen feiern, wenn der wirkliche Wert zu Tage tritt.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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