Menü schließen




21.10.2026 | 05:30

Kommt nun der Quantensprung in der KI? AMD, Infineon, Aqarios Quantum, IBM und D-Wave im Rampenlicht

  • Quantum Rechenleistung KI Software
Bildquelle: Pixabay

Der aktuelle Blick auf KI und Quantentechnologie zeigt eine Verschiebung, die für die Industrie wesentlich relevanter ist als der pure Fokus auf Geschwindigkeit. Denn das Quanten-Computing wandert aus dem Forschungslabor in realistischere Betriebsmodelle, während KI-Plattformen zunehmend zu einer Steuerungs- und Infrastrukturschicht dieser Entwicklung werden. Die furiose Bewertungsrally am Tech-lastigen NASDAQ hat den Technologiesektor im Zuge des massiven KI-Booms auf historische Höchststände katapultiert. Inzwischen warnen Marktbeobachter jedoch vor akuten Korrekturgefahren, da die realen KI-Umsätze in vielen Segmenten deutlich hinter den extrem hohen Infrastruktur-Investitionen zurückbleiben. Klassische Halbleiter-Ausrüster leiden trotz der vorgelegten Rekordzahlen zunehmend unter dieser „Sektorsättigung“ und sehen sich volatilen Gewinnmitnahmen ausgesetzt. Mit Blick auf die KI-Performancesteigerung richtet sich der Blick des Marktes nun auf die nächste evolutionäre Stufe der Rechenleistung. Ein echter Quantensprung ist mittlerweile nötig, weil die physikalischen Grenzen traditioneller Silizium-Chips die langfristige Skalierung komplexer KI-Infrastrukturen zunehmend ausbremsen. In diesem spannungsgeladenen Umfeld drängt der Sektor des kommerziellen Quanten-Computings ins Rampenlicht, um die Datenverarbeitung für Künstliche Intelligenz grundlegend zu revolutionieren. Anleger sollten in die Tiefe gehen, um von den nächsten Innovationssprüngen profitieren zu können.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Fonterelli SPAC 4 AG | DE000A40UU44 , US4592001014 , US0079031078 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099 , INFINEON TECH.AG NA | DE0006231004

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    AMD und Infineon – Die KI-Sonderkonjunktur schafft Traumgewinne

    Was für eine Volatilität im Chip-Sektor! Vorgestern im Schnitt minus 7 % - gestern den halben Weg wieder hoch! Aber ist die Korrektur im Sektor schon abgeschlossen – eher nein? Denn vor allem technische Analysten zweifeln an der Nachhaltigkeit der überhitzten Kurse, obwohl Fundamentalmodelle mittelfristig ein hohes Aufwertungspotenzial berechnen. Auffällig stürmte der US-Chip-Designer AMD mit beeindruckender Dynamik in den Markt für ultraschnelle Speicher- und KI-Lösungen und steigerte seinen Q2-Umsatz im Vorjahresvergleich um 50 % auf 11,54 Mrd. USD. Trotz hoher Investitionen verbesserten die Kalifornier ihre finanzielle Schlagkraft stetig und erreichten in Q2 einen Rekord-Free-Cashflow auf 1,56 Mrd. USD. Während die Wall Street die operative Performance mit Kaufempfehlungen feiert und Analysten wie Bernstein Research ein Kursziel von 650 USD ausrufen, zeigt sich die Aktie im täglichen Handel von volatilen Kursprüngen geprägt. Beobachter schieben das Ganze auf steigende Zinsen und makroökonomische Verwerfungen. Auch könnten kriegsinduzierte Lieferkettenprobleme kurzfristig auf die operative Marge wirken. Bei Kursen um 538 USD liegt der Konsens der LSEG-Analysten aber immer noch bei 626 USD, rund 16 % höher.

    Auch der deutsche Halbleiterkonzern Infineon glänzt in dieser Sonderkonjunktur und steigerte seinen Quartalsumsatz um 13 % auf stolze 4,17 Mrd. EUR. Die Münchner bewiesen mit einer starken Segmentergebnismarge von 19,1 % und einem massiven Free-Cashflow-Turnaround auf plus 599 Mio. EUR eine extrem robuste operative Verfassung. Im direkten Vergleich kämpft AMD als aggressiver Chip-Designer an der vordersten Front der KI-Aufrüstung, während Infineon eher als defensiverer Profiteur im Hintergrund agiert. Denn die Deutschen liefern vor allem die unverzichtbare Energieeffizienz-Infrastruktur sowie Leistungshalbleiter, die für den Betrieb und die Kühlung moderner Serveranlagen zwingend gebraucht werden. Die aktuelle Kurs-Korrektur auf etwa 50 EUR drückt das KGV für 2027/28 auf günstige 13,4. So günstig war die Aktie in den letzten 10 Jahren selten zu haben.

    D-Wave Quantum – Erste Auslieferungen erzeugen große Aufmerksamkeit

    Die HighTech-Branche befindet sich in einer entscheidenden Übergangsphase, bei der Quanten-Systeme aus den reinen Forschungslaboren direkt in die physische, industrielle Praxis überführt werden. Durch den Aufbau lokaler Quanten-Hubs in Europa wird zudem die technologische Souveränität im globalen Wettlauf um die Rechenleistung der Zukunft gestärkt. Auf der Softwareseite ermöglichen neue, plattformunabhängige Schnittstellen bereits die nahtlose Verknüpfung von klassischen Algorithmen und quantenbasierter Optimierung für die Industrie. Zudem zeichnet sich eine wertvolle Symbiose ab, bei der künstliche Intelligenz bei der Fehlerkorrektur der sensiblen Quantenhardware hilft, während diese im Gegenzug die KI-Modelle beschleunigt.

    Der kanadische Quantenpionier D-Wave sorgt mit den ersten physischen Auslieferungen seiner neuesten Technologiegeneration weltweit für Aufsehen. Unter dem Namen VoltaB1 verweist das Unternehmen auf seine jüngste Installation in Europa. Es handelt sich um einen Advantage2-Quantencomputer, der nun in der Lombardei seine Arbeit verrichtet. Das System wurde von der Swiss Quantum Technology SA (SQT) finanziert und soll die italienische Q-Alliance-Initiative unterstützen. Diese Initiative verfolgt das Ziel, einen der weltweit leistungsstärksten Quanten-Hubs sowie ein offenes und nachhaltiges Ökosystem in Norditalien aufzubauen. Im Rahmen dieser Vereinbarung hat sich SQT für fünf Jahre die Hälfte der Systemkapazität gesichert und besitzt zudem eine Option auf den vollständigen Kauf.

    Der Advantage2-Quantencomputer verfügt über mehr als 4.400 Qubits und ist speziell für Quanten- sowie hybride Quantenanwendungen konzipiert. Kunden können über den "Leap-Quantencloud-Dienst" von D-Wave auf das in Como stationierte System zugreifen. Laut den Verantwortlichen stellt diese physische Infrastruktur einen historischen Meilenstein dar, denn bisher mussten europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen für solche Rechenleistungen auf Cloud-Server in den USA oder andere Länder ausweichen. Dass D-Wave nun echte Systeme vor Ort installiert, beweist, dass die Technologie den Sprung aus den Laboren direkt in die wirtschaftliche Praxis geschafft hat. 15 von 18 Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv halten den Daumen nach oben und erwarten im Schnitt von 11,8 auf 34,5 eine knappe Verdreifachung auf die nächsten 12 Monate. Wow!

    Aqarios Quantum Technologies – Google macht Quanten-Computing praxistauglicher

    Das in Deutschland ansässige StartUp Aqarios Quantum Technologies hat bereits erste Partnerschaften mit der Industrie umsetzen können und profitiert von technologischen Sprüngen der Techriesen. So begeistert Google Quantum AI mit seinem neusten technologischen Durchbruch. Denn auf seinem Willow-Prozessor konnte demonstriert werden, dass sich durch das sogenannte „Magic State Cultivation“-Verfahren die existierenden Fehler bei der Erzeugung wichtiger Quantenzustände um den Faktor 40 reduzieren lassen. Die im Fachmagazin Science veröffentlichte Arbeit adressiert damit einen seit rund zwei Jahrzehnten bekannten Engpass, denn die Erzeugung ausreichend präziser „Magic States“ kann einen Großteil der verfügbaren Rechenkapazität beanspruchen. Gelingt es, diesen Ressourcenbedarf weiter zu senken, könnten künftig mehr Rechenleistung für tatsächliche Anwendungen zur Verfügung stehen und die Entwicklung praktisch nutzbarer, fehlertoleranter Quantencomputer an Dynamik gewinnen. Diese Entwicklung könnte die Kommerzialisierung des Quanten-Computings entscheidend voranbringen und spielt damit auch Aqarios Quantum in die Karten. Das Münchner Unternehmen entwickelt dabei keine Quantenprozessoren, sondern baut die wichtige Software, mit der sich die neue Rechenleistung für industrielle Anwendungen erschließen lässt. Und hier liegt der strategische Ansatzpunkt: Je leistungsfähiger, zuverlässiger und wirtschaftlicher Quantencomputer werden, desto interessanter wird ihre Integration in komplexe Optimierungsprozesse der Industrie.

    Auf dem letzten International Investment Forum hat sich CEO Michael Lachner zu den Zukunftsperspektiven geäußert. Hier geht´s zum Video.

    YouTube-Video ansehen

    Für Aqarios ist diese Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil sich das Unternehmen mit seiner Luna-Plattform an der Schnittstelle zwischen komplexen industriellen Problemstellungen und unterschiedlichen Rechentechnologien positioniert hat. Kunden sollen damit anspruchsvolle Optimierungsaufgaben bearbeiten können, ohne selbst über tiefgehende Quantenexpertise verfügen zu müssen. Eine ausgereifte Quantenhardware könnte das Spektrum solcher Aufgaben erweitern und zusätzliche Anwendungsfälle wirtschaftlich interessant machen, etwa bei der Produktionsplanung, der Logistik, der Ressourcenverteilung oder der industriellen Prozessoptimierung. Das Unternehmen kombiniert Quantenverfahren mit künstlicher Intelligenz und klassischen Optimierungsalgorithmen und kann dadurch je nach Problemstellung die passende Technologie einsetzen. Diese hybride Ausrichtung ist ein wichtiger Vorteil, weil sie die Abhängigkeit von einem einzelnen technologischen Ansatz verringert und bereits vor dem endgültigen Durchbruch des Quanten-Computings praktische Einsatzmöglichkeiten eröffnet. CEO Michael Lachner hat diese strategische Stoßrichtung damit begründet, dass Quanten-Computing zwar das stärkste Werkzeug im Portfolio sei, derzeit aber KI-gestützte und klassische Verfahren zum Einsatz kämen, wo Quantenlösungen noch nicht die geeignete Wahl seien.

    Mit Referenzkunden wie IBM, BASF, MTU, E.ON und Schaeffler verfügt Aqarios bereits über wichtige Anknüpfungspunkte zu industriellen Anwendern, die von leistungsfähigeren Lösungen profitieren könnten. Die Google-Meldung ist dennoch kein Garant dafür, dass Aqarios unmittelbar höhere Umsätze erzielen wird: Denn bis zur breiten kommerziellen Nutzung fehlertoleranter Quantencomputer bleiben neue technische Herausforderungen zu meistern. Allerdings könnte die fortschreitende Hardwareentwicklung den Markt für spezialisierte Quantensoftware vergrößern und damit die strategische Bedeutung unabhängiger Softwareanbieter erhöhen. Lachners erklärtes Ziel, Aqarios frühzeitig für den erwarteten Aufschwung zu positionieren, erhält durch solche Fortschritte eine zusätzliche technologische Grundlage. Für Anleger bleibt die Aqarios-Aktie deshalb hoch attraktiv, denn sie besitzt trotz des frühen Entwicklungsstadiums des Unternehmens eine eingebaute „Raketenfunktion“, die sich aus der guten Positionierung und der noch niedrigen Bewertung von rund 42 Mio. EUR generiert. Sollte die Branche ähnliche Dynamiken wie der Chip-Sektor aufbauen, stehen hier ganz andere Zahlen im Raum. Höchst spannend!

    In den letzten 3 Monaten konnte das deutsche Tech-StartUp Aqarios (in der Grafik als grüne Linie und noch mit der alten Bezeichnung Fonterelli SPAC4 zu finden) mit über 100 % Anstieg bereits ordentlich zulegen. Die Gründe für diese Outperformance zum Vergleichs-Sektor haben wir im Text beschrieben.
    In den letzten 3 Monaten konnte das deutsche Tech-StartUp Aqarios (in der Grafik als grüne Linie und noch mit der alten Bezeichnung Fonterelli SPAC4 zu finden) mit über 100 % Anstieg bereits ordentlich zulegen. Die Gründe für diese Outperformance zum Vergleichs-Sektor haben wir im Text beschrieben.

    Fazit:

    Das Quanten-Computing dürfte wesentlich schneller in die betriebliche Ecke vorstoßen, als es der Nvidia-Chef Jensen Huang noch Anfang 2025 mit 15 bis 20 Jahren erwartete. Denn überrascht von der hohen Dynamik, korrigierte er seine Haltung bereits im Sommer 2025 grundlegend und erklärte, dass der Sektor nun einen „Inflexionspunkt“ erreicht habe und die Technologie viel schneller voranschreite als gedacht. Die Fortschritte bei Google Quantum AI liefern einen Beweis für diese These. Für risikobereite Investoren könnte der Quantum-KI-Sektor daher schon bald das nächste fundamentale Wachstumskapitel abseits überhitzter Tech-Werte aufschlagen. Die deutsche Aqarios Quantum Technologies ist mit vorne dabei und wird nur mit einem Bruchteil anderer Branchen-Player bewertet.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor