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09.10.2026 | 05:01

Kupfer im globalen Spannungsfeld: Blick auf die Aktien von BHP, Southern Copper und Power Metallic Mines!

  • Kupfer
  • BHP
  • Power Metallic Mines
  • Southern Copper
Bildquelle: Gemini

Der Kupferpreis hält sich auch in diesen volatilen Zeiten wacker auf hohem Niveau. Zuletzt kamen einfach zu viele schlechte Nachrichten vom physischen Markt. So bleibt die Produktion in Chile, dem mit Abstand größten Förderland, auf niedrigem Niveau und sinkt teilweise. Dort drohen nun auch in mehreren Minen Streiks, zuletzt meldete Antofagasta den Beginn eines Arbeitsausstands auf seiner Centinela-Mine in dem Andenstaat. Noch dazu rückte das Rohstoffteam der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie die geopolitischen Aspekte in den Vordergrund. Kupfer wird schließlich in praktisch allen Wirtschaftszweigen benötigt, vom Bau, dem Energienetz, in der Industrie und selbst bei KI-Rechenzentren. Demnach kontrollieren die USA und China inzwischen direkt oder indirekt 70 % der globalen Kupferproduktion. Das sind schlechte Nachrichten für Europa und viele andere Regionen. Die Souveränität in der Rohstoff-Lieferkette bleibt ein heißes Eisen. Wir blicken auf dieses Spannungsfeld mit den Aktien von Power Metallic Mines, BHP und Southern Copper.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4 , SOUTHERN COPPER DL-_01 | US84265V1052 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF

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Inhaltsverzeichnis:


    BHP: Viele Sorgen um Escondida!

    Dass die Kupferproduktion bei BHP schwächelt, ist für Branchenkenner keine Neuigkeit. Doch die Probleme im laufenden Geschäftsjahr häufen sich. In diesem Fall kann aber das Unternehmen nicht immer etwas dafür. Denn der weltgrößte Bergbaukonzern kämpft mit geologischen Herausforderungen auf seiner Flaggschiff-Mine Escondida, dem größten Kupfer-Bergwerk der Welt.
    So kämpft BHP auf Escondida schon seit Längerem mit sinkenden Erzgehalten. Das Vorkommen in der Atacama-Wüste im Norden Chiles wurde schließlich bereits 1981 entdeckt, der kommerzielle Betrieb läuft seit Dezember 1990. Dementsprechend machen sich Alterserscheinungen bemerkbar. Die Bereiche mit höheren Kupfergehalten im Gestein wurden bereits in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten abgebaut. Der Durchschnittsgehalt ist inzwischen auf nur noch 0,70 % gesunken.
    Um dieselbe Menge Kupfer zu gewinnen, muss also deutlich mehr Gestein abgebaut, transportiert und verarbeitet werden. Da die Kapazitäten der Aufbereitungsanlagen limitiert sind, führt der geringere Metallgehalt direkt zu einer niedrigeren Gesamtproduktion an Kupfer. Dieses Geschäftsjahr erwartet BHP daher einen Rückgang der Konzern-Kupferproduktion auf 1,65 bis 1,80 Millionen Tonnen. Im Vorjahr waren es noch fast 2 Millionen Tonnen. Dazu kommen temporäre Unterbrechungen durch Tarifverhandlungen, die zu kurzen Streiks führten.
    BHP investiert nun massiv in die Infrastruktur auf Escondida. So soll beispielsweise eine neue Aufbereitungsanlage gebaut werden, zudem sollen die Entsalzungsanlagen erweitert werden. Während des Umbaus kann nicht durchgehend auf Volllast gearbeitet werden.
    BHP wird also zumindest dieses Jahr mit diesen Umständen leben müssen. Der hohe Kupferpreis könnte allerdings einen Teil der Ausfälle in der Produktion wettmachen. Die Aktie von BHP bewegt sich genau deshalb weiter auf hohem Niveau und kann den Anstieg seit dem vergangenen Jahr verteidigen. Wer an weiter steigende Kupferpreise und die angespannte Marktlage glaubt, kann sukzessive Positionen aufbauen.

    Power Metallic Mines: Zweite Chance!

    Eine richtig starke Performance zeigte die Aktie von Power Metallic Mines im Vorfeld der Anfang September veröffentlichten Ressourcenstudie für das polymetallische Projekt NISK im Norden der kanadischen Provinz Québec. Das Papier stieg vom August-Tief bei 1 CAD um 50 %. Nach Veröffentlichung der Studie ging es dann aber steil bergab, es kam zu Gewinnmitnahmen. Und so bietet sich die Chance für Neuanleger, hier wieder auf niedrigerem Niveau einen Fuß in die Tür zu bekommen.
    Die Ressourcenschätzung selbst galt nur für einen Teil der Liegenschaft, und zwar für das Lion-Vorkommen. Die Indicated Resource umfasst nun 2,47 Mio. Tonnen Erz mit einem Durchschnittsgehalt von 3,89 % Kupferäquivalent bzw. 2,03 % Nickeläquivalent. In der niedrigeren Kategorie Inferred kommen weitere 0,43 Mio. Tonnen Erz mit 3,08 % Kupferäquivalent bzw. 1,61 % Nickeläquivalent hinzu. Damit fallen mehr als 85 % der Gesamtressource in die höherklassige Kategorie Indicated. Bemerkenswert ist, dass das Vorkommen neben Kupfer und Nickel auch Platin, Palladium, Gold und Silber beinhaltet. Für einen zukünftigen Abbau ist zudem vorteilhaft, dass der größte Teil der Metalle in der oberflächennahen Zone liegt. Die Ressource selbst basiert übrigens auf den Bohrergebnissen des laufenden 100.000-Meter-Bohrprogramms und berücksichtigt nur die Daten bis Mitte April.
    Bei Kupfer bzw. polymetallischen Vorkommen kommt es vor allem auf die Größe an. Insofern ist es für das Unternehmen genauso wichtig, dass die Ressource weiter vergrößert werden kann. Die Lion-Zone wird noch weiter in die Tiefe exploriert, ebenso weitere Entdeckungen im direkten Umfeld. Dass sich insbesondere der Blick in die Tiefe lohnt, zeigten die neuesten Bohrergebnisse. Demnach durchteufte man in einer Tiefe ab 845 Metern bei Bohrloch PML-26-125 ein Intervall mit 14 % Kupferäquivalent über eine Länge von 5,70 Metern.
    Für die Anleger dürfte nun der nächste Meilenstein im Fokus stehen. Denn Power Metallic Mines bereitet auf Basis der ersten Ressourcenschätzung nun eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung vor, das sogenannte Preliminary Economic Assessment (PEA). Mit einer Veröffentlichung dieser Wirtschaftsanalyse darf im Laufe des ersten Halbjahrs 2027 gerechnet werden.
    Die Analysten von GBC Research haben ihre Einschätzung zu der Aktie von Power Metallic Mines jüngst aktualisiert. Sie raten zum Kauf und haben ein Kursziel von 3 CAD für das Papier ausgegeben. Damit hat der Titel das Potenzial zum Fast-Verdreifacher!

    Southern Copper: Historische Wachablösung!

    Dieses Jahr dürfte börsentechnisch in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen. Das gilt auch für den globalen Rohstoffmarkt. Jahrelang waren BHP und Rio Tinto die mit Abstand wertvollsten Mining-Konzerne der Welt. Inzwischen aber musste der Gemischtwarenladen Rio Tinto seinen zweiten Platz räumen. Der auf Kupfer fokussierte Produzent Southern Copper zog in Sachen Marktkapitalisierung an den Briten vorbei. Das Unternehmen kommt inzwischen auf einen Wert von umgerechnet 150 Mrd. EUR, Rio Tinto liegt bei etwa 102 Mrd. EUR.
    Die Aktie von Southern Copper hat sich binnen vier Jahren in etwa vervierfacht. Aktuell liegt sie nur knapp unter dem Allzeithoch von knapp 220 USD. Das Besondere an Southern Copper ist die Struktur. Das Unternehmen wurde 1952 in den USA gegründet, hat den Hauptsitz in Phoenix (Arizona) und ist an der NYSE gelistet. Die Hauptminen befinden sich jedoch in Peru und Mexiko und kontrolliert wird der Konzern von dem mexikanischen Bergbau- und Infrastrukturunternehmen Grupo México.
    Rein zahlentechnisch läuft es für Southern Copper weiter prima. Im ersten Halbjahr stieg der Nettoumsatz um 38 % auf 8,54 Mrd. USD. Beim Nettogewinn erreichte man 3,25 Mrd. USD und damit rund 69 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Da Southern Copper durch wertvolle Beiprodukte wie Silber oder Molybdän sehr niedrige Produktionskosten hat, erreichte man eine hohe EBITDA-Marge von 65 % für die ersten sechs Monate. Die Aktie notiert derzeit nur leicht unterm Top. Wer hier langfristig orientiert ist und an anhaltend hohe Kupferpreise glaubt, kann Korrekturen zum Aufbau von Positionen nutzen.


    Fazit: BHP kämpft derzeit mit vielen Problemen und befindet sich mit dem Ausbau auf Escondida kupferseitig in einem Übergangsjahr. Power Metallic Mines hat seine erste Ressource vorgelegt, nun gilt der Blick neuen Bohrergebnissen und der für 2027 geplanten PEA. Southern Copper fährt mit Kupfer hohe Margen ein und hat die Kosten im Griff.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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