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30.09.2026 | 05:00

Kupfer-Rally auf Rekordkurs: Was die Ausfälle bei Freeport-McMoRan und Ivanhoe Mines für Explorer wie Power Metallic Mines bedeuten

  • Kupfer
  • Polymetallische Vorkommen
  • Kanada
  • Batteriemetalle
Bildquelle: Nano Banana KI

Was die Welt am Laufen hält, braucht Kupfer. Ob künstliche Intelligenz, riesige Rechenzentren oder Rüstungsgüter – die Nachfrage zieht quer durch alle Schlüsselsektoren an. Laut einer aktuellen Studie von S&P Global steuert der Markt bis 2040 auf ein jährliches Defizit von 10 Mio. t zu. Während die Preise an den Rohstoffbörsen neue Rekordmarken erreichen und US-Zolldrohungen die physischen Bestände verknappen, zeigen Lieferketten grundlegende Schwächen. Eine strategische Neuausrichtung der Bergbauindustrie scheint unausweichlich. Wir beleuchten Gemengelage und Schlüsselakteure.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570 , IVANHOE MINES A | CA46579R1047

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Inhaltsverzeichnis:


    Freeport-McMoRan: Probleme in Indonesien verschärfen den globalen Kupfer-Engpass

    Wie verwundbar selbst moderne Großminen sind, zeigt sich nirgendwo deutlicher als beim US-Konzern Freeport-McMoRan im indonesischen Grasberg. Ein massiver Schlammeinbruch im September 2025, bei dem sieben Arbeiter ums Leben kamen, legte weite Teile der Grasberg-Block-Cave lahm. Weil das Erz deutlich nasser ist als erwartet, muss Freeport die Erzabzugs- und Transportinfrastruktur umbauen. Für 2026 rechnet der Konzern im Grasberg-Distrikt deshalb nur noch mit rund 0,8 Mrd. Pfund (ca. 360.000 t) Kupfer. Wie der Präsident von Freeport Indonesia, Tony Wenas, im Mai mitteilte, soll der Komplex Anfang 2028 wieder mit voller Kapazität produzieren. Der Mutterkonzern peilt Ende 2027 an. Goldman Sachs bezifferte den Angebotsausfall durch Grasberg bereits im Herbst 2025 auf insgesamt 525.000 t Kupfer. Solche Produktionsausfälle belasten die weltweiten Lieferketten.

    Ivanhoe Mines: Hohe Erzgehalte als Margenhebel – aber kein Schutz vor Geologierisiken

    Dass hohe Gehalte ein Puffer gegen stark steigende Betriebskosten sein können, zeigt der kanadische Produzent Ivanhoe Mines im Central African Copperbelt. Während viele große Minen weltweit mit deutlich niedrigeren Gehalten arbeiten, liefert die Vorzeige-Mine Kamoa-Kakula in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) Spitzenwerte. Laut Unternehmensangaben vergrößerte Ivanhoe Mines die benachbarte Entdeckung Western Forelands um 30 % auf rund 12 Mio. t enthaltenes Kupfer. Die angezeigten Ressourcen im Makoko-Distrikt weisen dabei 2,66 % Kupfer auf. Die Entdeckungskosten sind mit weniger als 0,01 USD je Pfund extrem niedrig.

    Doch auch Kamoa-Kakula ist nicht immun. Zwar wurde der Phase-3-Konzentrator bereits im Mai 2024 vorzeitig fertiggestellt und hob die Nennkapazität auf über 600.000 t Kupfer pro Jahr. Nach seismischen Ereignissen und der anschließenden Flutung von Teilen der Kakula-Mine senkte Ivanhoe die Prognose für 2026 jedoch auf 290.000 bis 330.000 t. Mehr als 500.000 t pro Jahr sollen erst ab 2028 wieder erreicht werden. Ivanhoe zeigt damit beides: Gute Geologie verbessert die Kostenstruktur, schützt aber nicht vor operativen Rückschlägen.

    Power Metallic Mines: Tiefenbohrung erweitert Lion-Mineralisierung in Québec

    Die Kombination aus hohen Gehalten und westlicher Rechtssicherheit bietet der kanadische Explorer Power Metallic Mines im Nisk-Distrikt in Québec. Kürzlich lieferte ein Bohrprogramm einen wichtigen Hinweis auf die Skalierbarkeit des Projekts. Power Metallic Mines durchteufte in einer Tiefe von rund 800 m Kupfersulfide und meldete 14,00 % CuEq über 5,70 m. Darin enthalten ist eine hochgradige Kernzone von 20,30 % Cu über 2,15 m. Der Treffer liegt rund 150 m unter der bisher tiefsten Bohrung und mehr als 25 % unterhalb der Basis der aktuellen Ressourcenschätzung.

    Sell on good news bei Power Metallic Mines?

    Die Experten von SGS Canada wiesen in der ersten Ressourcenschätzung für die Lion-Zone vom September 2026 bereits 4,145 Mio. t an angezeigten Ressourcen mit durchschnittlich 3,86 % Kupferäquivalent aus. Diese Indicated-Kategorie umfasst neben 1,68 % reinem Kupfer auch 2,61 g/t Palladium, 0,85 g/t Platin und 12,21 g/t Silber. Ein Vorteil liegt in der Geometrie der Lagerstätte: Rund 59 % der Tonnage entfallen auf einen potenziellen Tagebau. Vorläufige metallurgische Tests ergaben Gewinnungsraten von 98,9 % für Kupfer sowie 93,9 % für Palladium. Mittels konventioneller Flotation bündelt Power Metallic Mines die werthaltigen Edelmetalle in einem einzigen Konzentrat mit 25,8 % Kupferanteil. CEO Terry Lynch verweist dabei auf Talon Metals: Auch dort seien Lagerstätten dieses Typs in der Tiefe mächtiger und reicher geworden.

    Power Metallic Mines: Infrastruktur und Entwicklungstempo befeuern Übernahmefantasien

    Neben der geologischen Beschaffenheit hat das Unternehmen einen weiteren Standortvorteil: Die ganzjährig befahrbare Allwetterstraße Route du Nord verläuft direkt durch das Projektgebiet. Hinzu kommt die energetische Anbindung. Die Albanel-Umspannstation des staatlichen Versorgers Hydro-Québec liegt nach Unternehmensangaben nur 9,1 km entfernt und ermöglicht potenziell den Zugang zu günstiger, sauberer Wasserkraft.

    CEO Terry Lynch zufolge halten Analysten eine Tagebau-Erstinvestition von unter 200 Mio. USD mit einer Amortisation von etwa einem Jahr für möglich. Belastbare Zahlen soll erst die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) im ersten Halbjahr 2027 liefern. Ein für Ende Oktober/Anfang November angestrebtes ADR-Listing an der Nasdaq soll zudem institutionelles Kapital anlocken. Es setzt allerdings eine Kapitalaufnahme von rund 15 Mio. USD voraus. Da die Gehalte selbst bei internationalen Top-Minen sinken und Genehmigungen trotz gegenteiliger Bekundungen der Regierungen immer länger dauern, schwenken Großkonzerne zunehmend auf Übernahmen um. Power Metallic Mines dürfte angesichts dieser Eckdaten vielerorts als Hoffnungsträger diskutiert werden.

    Katalysatoren voraus – heißer Herbst bei Power Metallic Mines?

    Die Aktie schwächelt derzeit: Nach Veröffentlichung der Ressourcenschätzung, deren Tonnage unter den Markterwartungen blieb, gab der Kurs deutlich nach. Dennoch bergen die kommenden Monate Aufwärtspotenzial. Die erwartete Wirtschaftlichkeitsstudie im ersten Halbjahr 2027, anhaltende Tiefenbohrungen unterhalb von 800 m sowie das geplante Nasdaq-Listing werfen ihre Schatten voraus. Trotz bestehender Risiken im aktuellen Entwicklungsstadium liefert die Kombination aus einem oberflächennahen Tagebau-Szenario, staatlicher Förderung für kritische Mineralien in Kanada und dem geologischen Expansionspotenzial eine Investment-Story, die im aktuellen Kupfermarkt auf Interesse stoßen dürfte.

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    Der Autor

    Nico Popp

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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    Der Kupferpreis hält sich auch in diesen volatilen Zeiten wacker auf hohem Niveau. Zuletzt kamen einfach zu viele schlechte Nachrichten vom physischen Markt. So bleibt die Produktion in Chile, dem mit Abstand größten Förderland, auf niedrigem Niveau und sinkt teilweise. Dort drohen nun auch in mehreren Minen Streiks, zuletzt meldete Antofagasta den Beginn eines Arbeitsausstands auf seiner Centinela-Mine in dem Andenstaat. Noch dazu rückte das Rohstoffteam der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie die geopolitischen Aspekte in den Vordergrund. Kupfer wird schließlich in praktisch allen Wirtschaftszweigen benötigt, vom Bau, dem Energienetz, in der Industrie und selbst bei KI-Rechenzentren. Demnach kontrollieren die USA und China inzwischen direkt oder indirekt 70 % der globalen Kupferproduktion. Das sind schlechte Nachrichten für Europa und viele andere Regionen. Die Souveränität in der Rohstoff-Lieferkette bleibt ein heißes Eisen. Wir blicken auf dieses Spannungsfeld mit den Aktien von Power Metallic Mines, BHP und Southern Copper.

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