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12.10.2026 | 05:15

Nicht verpassen! Krebsmedizin und Comeback-Chancen: Vidac Pharma, Bayer und Evotec im Trendcheck!

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Bildquelle: Pixabay

Neue Krebstherapien zielen auf medizinische Durchbrüche ab. Für Anleger ist jedoch entscheidend, wann sich Fortschritte auch in steigenden Börsenkursen widerspiegeln. Vidac Pharma befindet sich in einer sehr spannenden Unternehmensphase. Die Gesellschaft wartet auf entscheidende Studiendaten, die den innovativen Ansatz in Bezug auf den Krebszellstoffwechsel untermauern und einen Meilenstein markieren könnten. Bayer baut sein Onkologiegeschäft aus, muss sich jedoch gleichzeitig einer Reihe von Herausforderungen stellen. Evotec muss beweisen, dass sich Forschung, Technologieplattformen und strategische Partnerschaften profitabel vermarkten lassen und verlorenes Anlegervertrauen zurückgewinnen. Welche Fortschritte könnten nun zu einer Neubewertung führen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809

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Inhaltsverzeichnis:


    Vidac Pharma – Grünes Licht für die Europa-Offensive

    Vidac verfolgt einen neuartigen Ansatz in der Krebsmedizin. Die Wirkstoffe des Unternehmens sollen den gestörten Energiestoffwechsel von Krebszellen beeinflussen und dadurch deren Wachstum hemmen und schließlich den Zelltod fördern. Im Mittelpunkt steht die Interaktion der Proteine HK2 und VDAC. Wichtigster klinischer Hoffnungsträger ist VDA-1102, eine Salbe zur Behandlung aktinischer Keratose, einer sonnenbedingten Hautveränderung mit potenziellem Krebsrisiko.

    Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Ergebnisse der Phase-2b-Studie mit VDA-1102 bei aktinischer Keratose. Nach Abschluss der Patienten-Nachbeobachtung im September 2026 kündigte Vidac eine finale Datenauswertung an. Positive Ergebnisse könnten den Weg für die weitere klinische Entwicklung ebnen und das Interesse potenzieller Partner wecken. Zusätzliche Impulse könnten Fortschritte bei weiteren Indikationen und neue Studiendaten liefern. In seiner Mitteilung vom 14. September kündigte Vidac die abschließende Datenprüfung und statistische Auswertung an. Ergebnisse einschließlich der Gewebeanalysen wurden für die folgenden Wochen in Aussicht gestellt.

    Weitere Entwicklungsprogramme betreffen das kutane T-Zell-Lymphom und solide Tumoren. Mit VDA-1275 arbeitet Vidac zudem an einem präklinischen Wirkstoffkandidaten, der den Krebsstoffwechsel verändern und möglicherweise die Wirkung etablierter Chemotherapien verstärken soll.

    Die jüngsten Hauptversammlungsbeschlüsse erweitern Vidacs Finanzierungsspielraum und ermöglichen die Ausgabe weiterer Aktien. Zudem billigten die Aktionäre die geplante Zusammenarbeit mit der französischen Gesellschaft Eutopos Pharma, die von Straßburg aus Kapital einwerben, die klinische Entwicklung koordinieren und strategische Partnerschaften vorantreiben soll. Ergänzend finanziert das Management das Wachstum, indem es Aktien verkauft und die Erlöse dem Unternehmen als frisches Kapital zur Verfügung stellt.

    Bayer – Gemischtes Bild

    Der Life-Science-Konzern agiert in zwei Bereichen, die jeweils fast hälftig den Umsatz bilden, welchen Analysten im laufenden Geschäftsjahr auf 45,9 Mrd. EUR schätzen. Crop Science, das Geschäft mit Lösungen für Landwirtschaft und Pflanzenschutz, ist nach wie vor das Sorgenkind durch den Glyphosat-Rechtsstreit seit der Monsanto-Übernahme im Jahr 2018. Kläger werfen dem Konzern vor, dass der Unkrautvernichter Roundup Krebs verursache. Nach einem für Bayer positiven Urteil des US Supreme Court im Sommer streben die Deutschen weiterhin einen Sammelvergleich über bis zu 7,25 Mrd. USD an, dessen endgültige gerichtliche Genehmigung nach der Anhörung vom 14. September jedoch noch aussteht. Ein verbindlicher Abschlusszeitpunkt ist noch nicht absehbar.

    Der Bereich Pharma entwickelt verschreibungspflichtige Medikamente, etwa gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Consumer Health bietet dagegen rezeptfreie Gesundheitsprodukte an. Diese beiden Segmente bilden die andere Hälfte der Gesamterlöse. Im zweiten Quartal erzielte Bayer einen Konzernumsatz von 10,9 Mrd. EUR und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf bereinigter Basis (EBITDA) von 2,1 Mrd. EUR. Unter dem Strich verblieben 219 Mio. EUR Gewinn. Die Nettoverschuldung betrug zum Stichtag 33,6 Mrd. EUR. Diese soll laut Unternehmensangaben bis zum Jahresende auf 29 bis 30 Mrd. EUR reduziert werden.

    Bayers Pharmageschäft spiegelt den typischen Lebenszyklus von Medikamenten wider. Während das Prostatakrebsmittel Nubeqa im zweiten Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 64 % zulegte, geraten die Blockbuster Xarelto (Blutgerinnungshemmer) und Eylea (Augenmedikament) durch auslaufenden Patentschutz und Konkurrenzpräparate unter Druck. Neue Medikamente sollen die Umsatzeinbußen auffangen. Neben Nubeqa sieht der Konzern großes Potenzial bei Kerendia zur Behandlung bestimmter Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Um die Bilanz zu stärken, vereinbarte Bayer im Juli mit dem Finanzinvestor Apollo eine hybride Kapitalzufuhr von 3 Mrd. EUR für das Geschäft mit Langzeitverhütungsmitteln, zu dem etwa Hormonspiralen gehören. Die Transaktion wurde Mitte September abgeschlossen, KKR ist als weiterer Investor beteiligt. Damit kann Bayer mit eigenkapitalähnlichen Mitteln die Bilanz stärken ohne eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

    Auch an anderer Stelle wurde zuletzt von Erfolgen berichtet. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Sevabertinib im September beschleunigt auch als Erstlinientherapie für Erwachsene mit fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligem Lungenkrebs und bestimmten HER2-Mutationen zugelassen. Damit erweitert Bayer das Einsatzgebiet des Krebsmedikaments und das potenzielle Patienten- und Umsatzvolumen. Am 3. November veröffentlichen die Deutschen die Zahlen zum dritten Quartal. Analysten bescheinigen dem Titel durchschnittlich ein Upside von gut 30 %.

    Evotec – Eigentlich, aber…

    Eigentlich existieren mehrere positive Aspekte, die die Biotech-Branche beflügeln könnten, aber sie greifen nicht bei jedem Unternehmen. Im Zuge des KI-Booms werfen Anleger zunehmend einen Blick auf die Branchenvertreter. Marktteilnehmer setzen darauf, dass künstliche Intelligenz die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigt und damit auch die Nachfrage nach Laborgeräten, Forschungstechnik und Testsystemen ankurbelt. Zuletzt stimmten auch einzelne M&A-Transaktionen positiv.

    Mit der im Sommer gesenkten Jahresprognose auf 570 bis 610 Mio. EUR Umsatz und einem höheren bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 70 bis 105 Mio. EUR mussten Anleger erneut einen Nackenschlag wegstecken. Verschobene Beiträge bestehender Partnerschaften und geringere erwartete Erlöse aus neuen Kooperationen nannte das Unternehmen als Gründe. Das Management erwartet, dass besseres Neugeschäft ab dem vierten Quartal stärker umsatzwirksam wird. Vor wenigen Wochen hatten optimistische Aussagen von Finanzchefin Claire Hinshelwood zu geschäftlichen Indikatoren, der Entwicklung des Einsparungsprogramms "Horizon" und der Pipeline zwischenzeitlich Anleger begeistert. Vielleicht geben die Q3-Zahlen am 5.11. und anstehende Konferenzen bald eine bessere Visibilität.

    Stand heute notierten die Papiere bei rund 2,80 EUR, womit die Gesellschaft lediglich einen Börsenwert von 500 Mio. EUR aufweist. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 19 % auf 300 Mio. EUR. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 42,7 Mio. EUR, der Nettoverlust bei 168,6 Mio EUR. Der operative Mittelabfluss erreichte 111 Mio. EUR. Analysten formulieren im Durchschnitt ein Kursziel von 4,60 EUR.

    Fazit

    Vidac Pharma befindet sich an einem wichtigen Punkt. Neue positive Studiendaten könnten der Aktie schon bald positive Impulse verleihen. Bayer und Evotec veröffentlichen jeweils Anfang November die nächsten Quartalszahlen. Bayer braucht mehr Klarheit bezüglich des Rechtsstreits. Evotec muss Aufträge steigern und zugleich Kosten reduzieren.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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