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11.08.2026 | 04:41

Pharma- und Biotech-Aktien im Fokus mit Moderna, BioNxt Solutions und Eli Lilly!

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Bildquelle: Gemini

Viele Patente der großen Pharmariesen laufen in den kommenden Jahren aus. Wenn der Schutz weg ist, dann drohen Umsatzeinbußen durch Nachahmer-Medikamente, die sogenannten Generika. Entsprechend hoch ist derzeit der Einsatz in der Branche. Übernahme und massive Investitionen in die Forschungspipeline kennzeichnen das Bild. Besonders lukrativ sind dabei die Märkte für Onkologie und Abnehmspritzen. Bei Ersterem geht es um das Leben, beim zweiten meist um Optik und Gesundheit. Gleichzeitig müssen viele Länder ihre Gesundheitskosten senken. Die Demographie und viele Zivilisationskrankheiten machen sich bei den Menschen und den Krankenkassenbeiträgen bemerkbar. Für Investoren ist dieses Spannungsfeld chancenreich. Wir blicken daher heute auf die Aktien von Moderna, BioNxt Solutions und Eli Lilly.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , ELI LILLY | US5324571083 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079

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Inhaltsverzeichnis:


    Eli Lilly: Die Gewinne bleiben fett!

    Bei Eli Lilly schauen viele Anleger auf die Neuigkeiten zum Thema Fettspritzen. Und hier tut sich auch einiges. So hat das Pharmaunternehmen die Zulassung für das Adipositas-Mittel in Tablettenform erhalten und erste Umsätze über fast 100 Mio. USD eingefahren. Dabei sei es kaum zu Kannibalisierungseffekten mit den eigenen Spritzen gekommen, wie das Management mitteilte. Daneben wurde in den vergangenen Monaten aber durch Übernahmen in die Pipeline investiert, zudem wird die Produktion weiter massiv ausgebaut. So investiert Eli Lilly weitere 4,5 Mrd. USD in seine Standorte im US-Bundesstaat Indiana.
    Zahlentechnisch gab es für das zweite Quartal wenig zu meckern. Die zwei wesentlichen Umsatztreiber bleiben Mounjaro (Diabetes Typ 2) und Zepbound (Adipositas), die bereits zwei Drittel des Konzernumsatzes ausmachen. Die Erlöse stiegen zwischen April und Ende Juni um 48 % auf 22,97 Mrd. USD. Damit lag man mehr als 10 % über der Konsensschätzung der Wall Street. Der bereinigte Gewinn pro Aktie konnte mit 8,38 USD um ein Drittel gegenüber dem Vorjahresquartal verbessert werden und lag deutlich über den Erwartungen. Das gelang trotz der Belastungen durch die Akquisitionen. Das Management hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 erhöht. Demnach wird beim Umsatz die Guidance von maximal 85 Mrd. USD auf 85 Mrd. bis 87 Mrd. USD angehoben. Unterm Strich will man nun bei 35,50 bis 36,50 USD je Aktie landen.
    Die Aktie von Eli Lilly hatte erst im Frühjahr die Marke von 1.000 USD genommen. Inzwischen notiert sie 19 % höher. Die Quartalszahlen wurden mit einem Aufschlag von 5 % vom Markt gefeiert. Die überwiegende Mehrheit der Analysten empfiehlt weiterhin den Einstieg bei der Aktie. Die Citibank gibt mit 1.600 USD das höchste Kursziel aus. Gestützt wird der Kurs auch durch die üppigen Geldzuflüsse. So lag Eli Lillys Free Cashflow im ersten Halbjahr bei satten 10,76 Mrd. USD – mehr als sechsmal so viel wie im Vorjahr. In den ersten sechs Monaten hat das Unternehmen deshalb Aktien im Wert von rund 4 Mrd. USD zurückgekauft. Das laufende Kaufprogramm umfasst weitere 7 Mrd. USD.

    BioNxt Solutions: Ein Wirkstofffilm statt Spritzen und Tabletten!

    BioNxt Solutions ist einer dieser übersehenen Gesundheitswerte auf dem Kurszettel. Das deutsch-kanadische Unternehmen entwickelt sogenannte sublinguale Wirkstofffilme. Auf diese Weise können Patienten Medikamente verabreicht werden, ohne auf Spritzen und Tabletten zurückgreifen zu müssen. Da sie über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, erhöht sich die Wirksamkeit vieler Mittel enorm. Und es bietet logistische Vorteile, denn man benötigt bei manchen Peptid-Therapien eine durchgehende Kühlkette. Ein Dünnfilm ist stabil und trocken, was Kosten und Zeit spart.
    Deutlich wird der Vorteil bei Menschen, die Multiple Sklerose haben. Sie können infolge von Schluckbeschwerden Tabletten kaum oder gar nicht nutzen. Die Wirkstofffilme von BioNxt Solutions lösen dieses Problem, dabei benötigen sie nicht einmal Wasser. Hinzu kommt, dass Tabletten durch Magen und Leber müssen, bevor sie im Blutkreislauf ankommen. Ein Teil der Wirkung geht auf diesem langen Weg verloren. Bei diesem Ansatz löst sich der Dünnfilm direkt im Mund auf und der Wirkstoff gelangt über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf. Das kann dazu führen, dass niedrigere Dosen des Wirkstoffs benötigt werden.
    Um die Kosten gering zu halten, konzentriert sich BioNxt Solutions darauf, den Dünnfilm mit etablierten Medikamenten zu testen. So gibt es nicht die hohen und oft risikoreichen Forschungskosten, die in der Biotechnologie oft vorhanden sind. Derzeit entwickelt BioNxt mit einem deutschen Partner einen GLP-1-Wirkstofffilm. Dahinter stecken die inzwischen berühmten Abnehmpräparate, wie Ozempic und Wegovy. Man fokussiert damit auf einen extrem großen und profitablen Gesundheitsmarkt. Daneben bereitet das Unternehmen Tests für die humane Bioäquivalenzstudie mit Cladribin (BNT23001) bei Multipler Sklerose vor.
    Aktuell bringt BioNxt Solutions gerade einmal rund 26 Mio. EUR auf die Börsenwaage. Der Kurs halbierte sich seit Kriegsbeginn am Golf und scheint nun an einer Bodenbildung zu arbeiten. Derzeit bietet sich somit die Chance zum Einstieg für Small-Cap-Fans, die Risiken bewusst in Kauf nehmen.

    Moderna: Durchbruch auch bei Influenza

    Der Fortschritt in der Medizin ist ungebrochen. Mit der mRNA-Technologie entstanden dank BioNTech und Moderna die ersten Impfstoffe während der Corona-Pandemie. Nun hat es Moderna geschafft, die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA für mFLUSIVA zu erhalten, den weltweit ersten mRNA-basierten Impfstoff gegen die saisonale Grippe (Influenza). Die Zielgruppe sind Erwachsene ab 50 Jahren, die vor der saisonalen Grippe geschützt werden sollen. Bisherige Grippeimpfstoffe basierten zumeist auf inaktivierten Viren, die aufwendig in Hühnereiern oder Zellkulturen gezüchtet werden. Der neue mRNA-Impfstoff lässt sich bei Bedarf deutlich schneller an aktuell zirkulierende Virus-Mutanten anpassen. Die Zulassung selbst basiert auf einer Phase-3-Studie mit über 40.000 Teilnehmenden. Für die Gruppe ab 65 Jahren erfolgte eine beschleunigte Zulassung auf Basis von Immunogenitätsdaten. In Europa prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam derzeit entsprechende Zulassungsanträge für mRNA-Grippeimpfstoffe sowie für Kombinationsimpfstoffe gegen Grippe und COVID-19.
    Die Aktie von Moderna hatte bereits Anfang Juni reagiert und zeitweise von etwa 50 EUR auf mehr als 80 EUR binnen weniger Wochen zugelegt. In diesem Zeitraum wurde das positive FDA-Gutachten im Vorfeld der entscheidenden Berater-Sitzung zur Zulassung von mFLUSIVA veröffentlicht. Die Berichte fielen überraschend konstruktiv und ohne gravierende Bedenken aus, was die Aktie anschob. Inzwischen wurde dieser Anstieg weitgehend wieder abverkauft. Offensichtlich nahmen viele Anleger schnell wieder Geld vom Tisch, was bei diesem kurzfristig starken Anstieg kein Wunder ist.
    Trotz des Zulassungserfolgs zeigen die Analysten eine gespaltene Haltung zu der Moderna-Aktie. Das Kursziel liegt im Marktkonsens etwa auf dem aktuellen Niveau des Papiers! Die Bandbreite ist aber gewaltig: Manche Analysten sehen den hohen Wert in der Onkologie-Pipeline des Unternehmens. So hält Piper Sandler Kurse über 100 USD für möglich. Auf der anderen Seite wird der hohe Cash-Burn durch die laufenden Forschungs- und Entwicklungskosten kritisiert. Die Kasse von Moderna ist aber noch gut gefüllt. Per Jahresende rechnet das Management mit Cash-Reserven von mehr als 4,5 Mrd. USD.


    Fazit: Eli Lilly ist seit dem Erfolg der Abnehmspritzen der unumstrittene Star der Pharmabranche. Hohe Gewinne, hohes Wachstum, hohe Kursziele und Aktienrückkäufe stützen die Entwicklung. Bei vielen Profis ist die Aktie fester Bestandteil eines Qualitäts-Portfolios. Mit BioNxt Solutions wartet ein echter, noch weitgehend unentdeckter Small Cap auf die Anleger. Die Deutsch-Kanadier könnten mit ihrem Dünnschichtfilm in einen Massenmarkt vorstoßen. Der niedrige Börsenwert lässt viel Raum nach oben. Moderna hat mit seinem neuen Grippepräparat seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Ähnlich wie bei der deutschen BioNtech wartet das große Geschäft aber im Bereich Onkologie. Ein Durchbruch hier würde die Aktie auf ein ganz neues Level heben.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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