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06.07.2022 | 04:44

PlugPower, First Hydrogen, ThyssenKrupp, Nel ASA – Klima-Rettungs-Aktien im Fokus!

  • Wasserstoff
  • Technologie
  • Klimaschutz
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Wer in Zukunft an Fortbewegung denkt, sollte die E-Mobilität und in zweiter Linie den Wasserstoff im Auge haben. Auf dem letzten EU-Gipfel im Juni wurde der Verbrenner-Ausstieg bis 2035 verankert, die Ausnahme bilden sogenannte E-Fuels. In der Herstellung von E-Fuels werden verschiedene Verfahren diskutiert, welche zu einem synthetischen Kraftstoff führen. Dieser verbrennt zwar nicht gänzlich schadstofffrei, aber immerhin wurde er 100% klimaneutral erzeugt. Beim sogenannten grünen Wasserstoff kommt die Industrie nun Schritt für Schritt weiter. Noch sind die Verfahren sehr teuer und nur bedingt konkurrenzfähig, wenn man die aktuellen Preise für fossile Energieträger heranzieht. Spannend wird es nun bei folgenden Aktien.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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    Plug Power – Viele Analysten halten die Fahnen noch hoch

    Plug Power mit Sitz in Latham, New York ist einer der Hauptprofiteure der aktuellen Suche nach Alternativen in der Energieversorgung und Zukunftsmobilität. Vorteil eines grün erzeugten Wasserstoffs ist die Substitution nicht nur fossiler Brennstoffe, sondern schon allein die Erzeugung sorgt für mehr Investitionen in umweltschonende Produktionsverfahren. Im Falle von Treibstoffproduktion in einer Raffinerie lässt sich dieser Nachhaltigkeitsgedanke leider nicht verankern.

    Plug Power setzt moderne Antriebskonzepte um. So hat man jüngst einen großen Teil der Walmart Gabelstapler mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet. Neben Wasserstoff für seine bereits im Einsatz befindlichen 9.500 Gabelstapler bietet Plug Power auch Lösungen für andere Fahrzeugtypen und die stationäre Energieversorgung. Das ist modern, nachhaltig und bestens für Riesen wie Walmart umsetzbar.

    Plug Power ist der H2-Platzhirsch und mittlerweile deutlich günstiger bewertet als die Konkurrenz. Aus zwei Kapitalerhöhungen in 2021 konnte man über 1,5 Mrd. USD generieren, die Kasse sollte also noch gut gefüllt sein. Das Analysehaus JP Morgan senkt zwar das Kursziel zinsbedingt von 32 auf 28 USD, der Konsens aus allen verfügbaren Ratings lautet aber immer noch auf hohe 34,28 USD. Im nächsten Aufwärts-Zyklus bei den Wachstumswerten dürfte die PLUG-Aktie daher wieder mit vorne dabei sein.

    First Hydrogen – Weitere Meilensteine in Großbritannien erreicht

    Ein weiterer Protagonist aus dem Wasserstoffbereich ist die First Hydrogen aus Kanada. Das Unternehmen hat die Herausforderungen des Marktes längst erkannt und seine H2-Strategie frühzeitig auf zwei Beine gestellt. Neben der Entwicklung eines serienreifen kommerziellen Transporters (LCV) mit Brennstoffzellenantrieb, arbeitet man auch an der Bereitstellung von Betankungspunkten. Ballard Power und AVL Powertrain sind die Fahrzeug-Technologiepartner, ein Brennstoffzellen-LCV-Prototyp soll als Demonstrationsfahrzeug schon im Herbst vorführbereit sein.

    Ein weiterer Meilenstein konnte nun in UK absolviert werden. Die dort ansässige Tochtergesellschaft First Hydrogen Ltd hat nun zwei grüne Wasserstoff-Produktionsprojekte für eine erste Finanzierungsrunde über Strang 1 des Programms Net Zero Hydrogen Fund (NZHF) der britischen Regierung eingereicht. Das Programm umfasst Mittel des Ministry of Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) in einem Umfang von 240 Mio. GBP. Das NZHF ist Teil der Initiativen der britischen Regierung, das ehrgeizige Ziel von 10 GW Wasserstoff-Inlandsproduktion bis 2030 zu erreichen, von welchen mindestens 5 Gigawatt aus elektrolytischen Quellen zu stammen haben. Die beiden Projekte des Unternehmens verfügen über eine anfängliche Kapazität von jeweils 40 MW und sollen in Carrington im Großraum Manchester sowie im Gebiet der Themsemündung angesiedelt sein.

    Die Partnerschaften in Großbritannien scheinen sich nun auszuzahlen. Denn First Hydrogen erhielt für seine Projekte ferner ein Unterstützungsschreiben von INOVYN, einer Tochtergesellschaft von INEOS, eines der wichtigsten Wasserstoffproduzenten der EU. Die Greater Manchester Combined Authority hat eine regionale Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie bereits genehmigt und eingeführt, um das Netto-Null-Ziel bis 2038 zu erreichen. Manchester stellt sich als starker Befürworter der H2-Technologie dar, die Investitionen von First Hydrogen geschehen daher in einem guten politischen Umfeld. Die Strang-1-Anträge sind der erste Schritt für den Erhalt finanzieller Unterstützung seitens der britischen Regierung. Bei Genehmigung werden die Projekte bis zum Baubeginn begleitet. Weitere Stränge sollen dann die Unterstützung für den Bau und das umzusetzende Geschäftsmodell bereitstellen. Risikobewusste Anleger erhalten auf dem aktuell 30% niedrigerem Niveau von 2,25 CAD oder rund 1,70 EUR eine erneute Einstiegschance in die FHYD-Aktie.

    Nel ASA und ThyssenKrupp – Ein genauer technischer Blick ist jetzt nötig

    Wasserstoff-Aktien standen im vergangenen Jahr 2021 nur temporär hoch im Anlegerkurs. Nach einer Traum-Rallye im ersten Quartal mit Anstiegen von mehreren 100 Prozent fielen die Kurse dann bei einigen Titeln um über 70% vom Top zurück.

    Zwei bekannte Werte stehen noch in der Anlegergunst, weil sie tragfähige Lösungen mit großer Reichweite im Programm haben. Nel produziert grünen Wasserstoff und bietet über seine Beteiligung Everfuel moderne Betankungssysteme an. Der Orderflow im Konzern sieht recht ordentlich aus. Aktuell wird der lang angekündigte "Hydrogen Hub" in Norwegen verwirklicht, denn das Wasserstofftankstellen-Netzwerk hat endlich einen Geldgeber gefunden.

    Bei der ThyssenKrupp AG (TKA) musste der Börsengang der H2-Tochter Nucera marktbedingt auf Eis gelegt werden, damit bekommen die wertvollen Ideen leider keine ausreichende Finanzierung. Die Angst vor einer Rezession und das abgeblasene IPO haben dem MDAX-Titel innerhalb von nicht einmal einem Monat mehr als 40 Prozent an Wert gekostet. Hinzu kommen die enorme Verschuldung und die Pensionslasten, Hoffnungen es würde sich alles etwas bessern, sind damit erst mal hinfällig. Das sind Meldungen, die Anleger aktuell nicht gerne hören, immerhin war die TKA-Aktie bis 2020 noch ein DAX-Mitglied und deutscher Technologie-Vorzeigekonzern.

    Technisch kann die Nel-Aktie noch kleinere Kaufargumente liefern, wenn die Marke von 1,05 EUR mittelfristig hält. Aktuell notiert die Aktie bei 1,23 EUR und auch die Analysten sind in der Breite positiv gestimmt. Eine Ausnahme bildet JP Morgan mit einem Underweight-Rating und Kursziel von 11,1 Kronen oder 1,07 EUR. Die TKA-Aktie kämpft nun wieder mit ihrem Corona-Tief aus 2020, denn gestern ist der Wert wieder unter 5 EUR gerutscht. Im aktuellen Ausverkauf muss wohl ein Test der 4,50 EUR-Marke erwartet werden. Eine mittelfristige Aufhellung des Charts lässt sich technisch erst über 6,20 EUR ausmachen. Behalten sie beide Aktien wegen der hohen Dynamik im engeren Blickfeld.

    Die Technologiewerte stehen nach wie vor unter Druck. Mit der gestrigen Bewegung des NDX unter 11.400 Punkten wird es technisch schon wieder gefährlich. Im aktuellen Umfeld sind die Standardwerte noch im Fallen begriffen, interessante Nebenwerte wie First Hydrogen erfahren hingegen schon wieder leichte Aufschläge.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    • Strategische Rohstoffe
    • Kritische Metalle
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    • Rüstungsindustrie

    Die E-Mobilität in Deutschland erhält in 2026 jetzt frischen Schwung: Denn der CDU-Teil der Bundesregierung will die Kaufprämie für Elektroautos neu auflegen und das auch rückwirkend für die seit Jahresbeginn zugelassenen Stromer. Noch gibt es Redebedarf bei der SPD wegen anderer Themen. Wir Bürger kennen die nervenaufreibende Kompromissfindung in Berlin, wenn ein neues Gesetz erst mit 5 anderen Zugeständnissen an den Koalitionspartner verabschiedet werden kann. So funktionieren Große Koalitionen, langsam und zäh. Egal, das Publikum hat sich an diese Faschingsveranstaltung gewöhnt, für uns Börsianer gilt es, auf die möglichen Effekte solcher Subventions-Entscheidungen zu blicken. Nach Schätzungen des Bundes-Umweltministeriums sollen die finanziellen Mittel für rund 800.000 E-Autos reichen, also rund 1,6 % aller zugelassenen PKWs auf unseren Straßen. Mit der neuen Förderung will Berlin besonders Haushalten mit geringem und mittlerem Einkommen die Antriebswende erleichtern. Einem geschenkten Gaul schaut niemand ins Maul! Wie geht es den Automobilwerten an der Börse?

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