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26.08.2021 | 05:08

Pure Extraction, Nikola, SFC Energy – Liegt Elon Musk mit seiner Wasserstoffprognose falsch?

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Zum Thema eMobility vertritt Elon Musk, CEO von Tesla Automotive, eine klare Position: Autos und auch Transportfahrzeuge fahren in der Zukunft elektrisch und die benötigte Energie kommt aus Akkumulatoren. Eine andere Lösung ist für ihn undenkbar, wie er jüngst, auf das Thema Wasserstoff als Treibstoff angesprochen, mit einer spöttischen Bemerkung durchblicken ließ. Aber auch ein Elon Musk liegt nicht immer richtig. Viele angesehene Wissenschaftler in der Welt erkennen die Vorteile der Wasserstofftechnologie. Gerade in Kombination mit einer Brennstoffzelle scheinen die Vorteile der schnellen Betankung und des problemlosen Transports des Gases selbst in die entlegensten Winkel der Erde nicht zu unterschätzen. Diese Aktien profitieren vom Siegeszug der Wasserstofftechnologie!

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: PURE EXTRACTION CORP. | CA74622J1012 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , SFC ENERGY AG | DE0007568578

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Inhaltsverzeichnis:


    Pure Extraction - Grünes Licht

    Das kanadische Unternehmen First Hydrogen, welches an der Börse aktuell noch unter seinem alten Namen Pure Extraction firmiert, schickt sich an, den Markt für emissionsfreie Lieferfahrzeuge zu revolutionieren. Mittels eines „Best of“-Ansatzes will das Unternehmen mit den erfahrenen Partnern Ballard Power und AVL Powertrain innerhalb von nur zwölf Monaten einen auf der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie basierenden Prototypen eines emissionsfreien Lieferwagens herstellen, um die Nachteile der Batterietechnologie, wie kurze Reichweite oder lange Ladezyklen, zu überwinden. Die bereits im Juli dazu mit den Partnern unterzeichneten Verträge wurden nun endlich abgesegnet.

    Für das gemeinsame Projekt wird Ballard Power die passende Brennstoffzelle entwickeln und zuliefern; AVL Powertrain wurde für die Planung und Herstellung des Prototyps auf Basis eines erprobten Chassis verpflichtet. Um die Entwicklung zu finanzieren, hat das aktuell mit rund 88 Mio. CAD bewertete Unternehmen jüngst eine Privatplatzierung von 2,4 Mio. Aktien zu einem Kurs von 1,25 CAD durchgeführt und damit rund 3 Mio. CAD erlöst.

    Verbunden mit den neu ausgegebenen Aktien ist ein Warrant mit einer Laufzeit von zwei Jahren und einem Bezugspreis von 2,00 CAD. Aktuell notiert das Papier bei rund 1,90 CAD. Noch befindet sich die Gesellschaft in einem frühen Unternehmensstadium. Das nächste Etappenziel ist die Fertigstellung des Prototypen. Perspektivisch sind wir der Überzeugung, dass ein relevanter Markt für ein solches Produkt entstehen wird.

    Nikola – Ist die Trendwende endlich in Sicht?

    Das Leiden der Nikola-Aktionäre setzt sich fort. Kürzlich erreichte das Papier des Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugpioniers mit 9,02 USD ein neues Jahrestief. Aber könnte es das jetzt gewesen sein? War das der Bodensatz? Immerhin konnte sich die Aktie seitdem wieder auf über 10 USD erholen. Damit sich dieser Trend fortsetzt, muss Nikola zukünftig wieder mehr positive News liefern. Zu präsent sind den Investoren noch die Betrugsvorwürfe gegen den ehemaligen CEO, das Platzen des GM-Deals sowie die Stornierung diverser Bestellungen im Zuge der Corona-Pandemie.

    Und so macht sich das aktuell immer noch mit rund 4 Mrd. USD an der Börse bewertete Unternehmen mit kleinen Schritten auf, das verlorene Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen. So erfolgte im 2. Quartal die Ankündigung einer Kooperation mit dem amerikanischen Tank & Rast-Betreiber TravelCenters of America zum Bau zweier Wasserstofftankstellen in Kalifornien.

    Im laufenden Q3 vermeldete das Unternehmen nun den Erhalt von 2 Mio. USD Fördergeldern des amerikanischen Energieministeriums zur Entwicklung einer autonomen Betankungstechnologie für zukünftige Wasserstofftankstellen. Es geht also voran, wenn auch mit kleinen Schritten. Hartgesottene Anleger können sich zum aktuellen Kurs eine kleine Position ins Depot holen, für alle anderen heißt es: abwarten! Gründe für eine baldige Kursrallye sind momentan jedenfalls nicht in Sicht.

    SFC Energy – Starke Halbjahreszahlen

    Zunächst vorweg: Nein, SFC Energy hat direkt nichts mit Elektromobilität zu tun. Vielmehr entwickelt und fertigt das Unternehmen aus dem oberbayrischen Brunnthal autarke Langzeitstromversorgungen auf Basis von Brennstoffzellen, die in der Regel mit Methanol betrieben werden. Die größte 2.500 Watt-Anlage der 50kw-Klasse kann auch mit reinem Wasserstoff betrieben werden. Diese Stromversorgungen werden beispielsweise bei Wettermessstationen in Offshore-Windparks oder an anderen, schwer zugänglichen Stellen eingesetzt. Zusätzlich stellt das Unternehmen auch die dazu benötigte Leitungselektronik, Messtechnik, etc. bereit, die bei hochanspruchsvollen Messungen oder in der kritischen Industrieproduktion benötigt werden.

    Am Dienstag nun legte das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor, die Anleger begeisterten. Der Umsatz stieg um 12,3%, das Bruttoergebnis kletterte sogar um 27,5%. Aufgrund erhöhter Rückstellungen für Vergütungsprogramme bliebt das EBITDA negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber Vorjahr auf -1,9 Mio. EUR nach -2,1 Mio. EUR. Auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr konnte der Vorstand bestätigen: zwischen 15% und 30% soll der Umsatz gegenüber dem Vorjahr anziehen. Die Zahlen waren Anlass genug für die Analysten von First Berlin, um ihr Kursziel für die Aktie von 44,00 EUR zu bestätigen. Das entspricht einem Kurspotenzial von knapp 60%.


    Von den drei vorgestellten Aktien ist sicherlich SFC Energy das etablierteste Unternehmen. Der Newsflow ist positiv und die Aktie entwickelt sich weitgehend abgekoppelt vom übrigen Wasserstoffmarkt. Wer an den Chancen und unweigerlich auch an den Risiken eines noch jungen Unternehmens aus der Branche partizipieren möchte, sollte sich First Hydrogen genauer ansehen. Sollte das angestrebte Projekt des emissionslosen Lieferfahrzeugs zu einem bezahlbaren Preis erfolgreich sein, öffnet sich für das Unternehmen ein riesiger Markt, evtentuell ist auch an eine Übernahme zu denken. Die Papiere von Nikola sollten hingegen erst einmal aus der Ferne betrachtet werden. Solange der Newsflow nicht stetiger und positiver ausfällt, ist mit einem starken Anstieg der Aktie vorerst nicht zu rechnen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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