20.03.2026 | 05:10
Rheinmetall, RE Royalties, Nordex - drei Megatrends treiben Börsenfantasie
Die Welt befindet sich in einem strukturellen Umbruch, die Kapitalmärkte reagieren. Geopolitische Spannungen sorgen für eine massive Aufrüstung und treiben die Nachfrage nach moderner Verteidigungstechnologie auf neue Höchststände. Gleichzeitig zeigt die Energiekrise, wie verwundbar globale Lieferketten sind, und beschleunigt den Ausbau erneuerbarer Energien mit enormem Investitionsvolumen. Parallel dazu entstehen neue Geschäftsmodelle rund um Infrastruktur, Finanzierung und langfristige Cashflows. Was sich aktuell abzeichnet, ist mehr als nur ein kurzfristiger Boom: Es ist die Entstehung neuer industrieller Machtzentren, mit klaren Gewinnern auf den Aktienmärkten.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.
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Rheinmetall - Liebling der Analysten
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen lassen die Auftragsbücher des Düsseldorfer Rüstungskonzerns förmlich überquellen. Mit einem historischen Rekord-Auftragsbestand von knapp 64 Milliarden EUR ist Rheinmetall derzeit zentraler Bestandteil einer massiven Nachfragewelle. Ein entscheidender Trumpf im Portfolio ist das Flugabwehrsystem Skyranger. In den aktuellen Konflikten im Nahen Osten demonstrieren diese Systeme eine enorme Kosteneffizienz gegen massenhafte Drohnenangriffe. Da ein Schuss lediglich rund 1.000 USD an Kosten verursacht, bietet die Technologie eine unschlagbar günstige und skalierbare Alternative zu extrem teuren Abwehrraketen. Diese Praxisbeweise befeuern die Fantasie der Investoren massiv.
Doch das Management will sich auf diesem Boom nicht ausruhen. Die jüngst ausgerufene Strategie peilt bis zum Jahr 2030 geradezu gigantische 50 Milliarden EUR Umsatz bei operativen Margen von über 20 % an. Um dieses Ziel zu erreichen, transformiert sich der Konzern zum militärischen Vollsortimenter. Flankiert von strategischen Zukäufen, wie etwa dem Aufbau einer eigenen Marinesparte, soll die Belegschaft spürbar erweitert werden.
Im Gegenzug trennt man sich vom zivilen Autozulieferergeschäft. Obwohl sich der Verkauf dieser Sparte aktuell etwas verzögert, wird dies durch die glänzenden Rüstungsgeschäfte mühelos überstrahlt. Zudem sorgt der Konzern abseits der Rüstung mit einem Infrastrukturprojekt für eine Erweiterung des Portfolios. Zusammen mit dem Partner TankE treibt das Unternehmen den Rollout von intelligenten Ladebordsteinen für E-Autos voran. Diese platzsparenden Stromspender sollen an Gehwegen installiert werden und künftig kosteneinsparend urbane Räume flächendeckend elektrifizieren.
Die Finanzwelt honoriert diese starke Aufstellung. Die Analysten von JPMorgan bescheinigen dem Rüstungsgiganten weiteres Potenzial und bekräftigen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.130 EUR und der Einstufung auf „Overweight“.
RE Royalties – Energiekrise als Katalysator
Die Eskalation im Iran-Konflikt zeigt einmal mehr, wie fragil die globale Energieversorgung ist. Steigende Ölpreise, Unsicherheit bei Transportwegen und geopolitische Spannungen erhöhen den Druck auf westliche Staaten, ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren, was erneuerbaren Energien ein starkes Momentum verschaffen könnte. Der Ausbau von Wind-, Solar- und Speicherlösungen wird nicht nur aus Klimasicht vorangetrieben, sondern zunehmend auch als sicherheitspolitische Notwendigkeit verstanden. In einem Markt, in den laut Branchenangaben bereits über 2,2 Billionen USD im vergangenen Jahrzehnt investiert wurden, entstehen enorme Wachstumschancen, auch für spezialisierte Finanzierer wie RE Royalities.
Mit dem jüngsten Deal lieferte das kanadische Unternehmen konkrete Wachstumsbeweise. RE Royalities investiert aktuell gezielt in den US-Markt und hat mit dem Entwickler Solaris Energy ein erstes größeres Projektpaket geschnürt. Insgesamt sollen bis zu 9 Mio. USD in mehrere Solarprojekte fließen.
Die erste Tranche von 3 Mio. USD wurde bereits umgesetzt, kurz darauf folgten weitere 800.000 USD. Das initiale Portfolio beinhaltet 15 Anlagen in mehreren US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Maine und Colorado, wobei sich ein Großteil bereits im Bau befindet. Dies wiederum bedeutet einen schnellen Übergang von Investition zu Cashflow.
Das Besondere liegt in der Struktur. RE Royalties sichert sich Umsatzbeteiligungen über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren. Damit entsteht ein langfristig planbarer Einnahmestrom. Gleichzeitig bleibt das operative Risiko beim Betreiber. Kostensteigerungen, Wartung oder Verzögerungen betreffen die Entwickler, während RE Royalties direkt am Stromerlös partizipiert.
Der Solaris-Deal zeigt exemplarisch, wie das Geschäftsmodell skaliert werden kann. Parallel prüft das Unternehmen bereits ein zweites Projektportfolio mit weiteren Anlagen. In Kombination mit einem breit diversifizierten Portfolio aus Solar-, Wind- und Wasserkraftprojekten in Nordamerika und Europa entsteht ein wachsender Strom an wiederkehrenden Einnahmen.
Operativ bleibt das Unternehmen auf Wachstumskurs. Die Pipeline wird kontinuierlich ausgebaut, während die Ausschüttung stabil bleibt. Trotz Expansion liegt die Dividendenrendite aktuell bei über 10 %, was im Sektor eine Ausnahme darstellt.
Die Umstellung auf eine jährliche Ausschüttung verschafft zusätzlich Flexibilität, um neue Deals wie den Solaris-Vertrag schneller umzusetzen. Gerade in einem Umfeld, in dem klassische Projektfinanzierungen durch steigende Zinsen schwieriger werden, dürfte das flexible Royalty-Modell weiter an Bedeutung gewinnen.
Nordex - Wind-Gigant im Höhenflug
Der Hamburger Windkraftbauer Nordex präsentiert sich derzeit in fundamentaler Bestform und hat die operativen Sorgen der vergangenen Jahre endgültig hinter sich gelassen. Angetrieben von der globalen Energiewende und dem politischen Streben nach Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, verzeichnet der Konzern prall gefüllte Auftragsbücher. Dem Management ist es gelungen, die Profitabilität signifikant zu steigern und eine deutliche Margenverbesserung herbeizuführen. Die konsequente Neuausrichtung zahlt sich derart aus, dass sich sogar ein historischer Meilenstein abzeichnet. Denn für das Geschäftsjahr 2027 stellt die Unternehmensführung erstmals in der Firmengeschichte eine Dividendenzahlung in Aussicht.
Diese operative Stärke untermauert ein jüngst vermeldeter Repowering-Großauftrag auf der Ostseeinsel Fehmarn. Dort wird Nordex 24 veraltete Windräder durch hochmoderne Turbinen der 5-Megawatt-Klasse ersetzen. Mit einer Gesamtleistung von knapp 137 Megawatt demonstriert dieses Projekt die immense Effizienzsteigerung der aktuellen Onshore-Technologie. Besonders lukrativ für den norddeutschen Windkraftanlagenbauer ist der jüngst vereinbarte Premium-Servicevertrag über 20 Jahre mit der Fehmarn-Mitte-GmbH, welcher verlässliche und planbare Cashflows garantiert und das Geschäftsmodell langfristig stabilisiert.
Auch an der Börse wird diese fundamentale Neuausrichtung massiv honoriert. Die Nordex-Aktie durchbrach zuletzt wichtige charttechnische Widerstände und kletterte auf neue Allzeithochs. Die Analysten von Jefferies bestätigten kürzlich ihre Einstufung auf "Buy" und riefen ein Kursziel von 50 EUR aus. Als wesentlichen Kurstreiber wird die starke Stellung des Unternehmens in einem sich konsolidierenden Markt beschrieben. Dennoch mahnen Experten nach der rasanten Kursrallye allmählich zur Vorsicht. Die Bewertung ist mittlerweile ambitioniert, weshalb Anleger kurzfristige Gewinnmitnahmen oder Zwischenkorrekturen einkalkulieren sollten, auch wenn der übergeordnete Aufwärtstrend vorerst intakt bleibt.
Rheinmetall profitiert von steigenden Verteidigungsbudgets und voller Auftragsbücher. RE Royalties sichert sich planbare Cashflows durch Beteiligungen am Boom der erneuerbaren Energien. Nordex treibt mit starken Aufträgen und steigender Profitabilität die nächste Wachstumsphase voran.
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