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29.11.2024 | 05:55

RWE, Globex Mining, Plug Power - Energiewende: Euphorie, Ernüchterung und Investmentchancen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Weg zur nachhaltigen Energieversorgung verläuft nicht linear, sondern ist geprägt von Erfolgen, Rückschlägen und überraschenden Entwicklungen. Der deutsche Energieriese RWE erzielt trotz möglicher Versorgungsrisiken ein Rekordergebnis von 4 Mrd. EUR (EBITDA) und ist aufgrund seiner Marktdominanz dem Bundeskartellamt ein Dorn im Auge. Bergbauspezialist Globex Mining beweist mit seinem „Mineralienbank“-Modell, wie sich auch traditionelle Rohstoffgeschäfte nachhaltig entwickeln können. Der Bergbau-Sektor steht vor einem doppelten Auftrag: Einerseits trägt die Branche zur erhöhten CO2-Bilanz massiv bei, andererseits ist sie unverzichtbar für die Energiewende, da die Nachfrage nach Metallen für Batterien und erneuerbare Energien dramatisch steigt. Mit über 252 Projekten und klugen Royalty-Rechten wächst Globex Mining und sein Unternehmenswert kontinuierlich. Wasserstoff-Pionier Plug Power hingegen kämpft trotz ambitionierter Wachstumsziele mit einem erheblichen Umsatzrückgang von 20 %. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denkt man bei den Durchhalteparolen des Plug Managements. Wo schlummern Investmentchancen?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    RWE: Marktdominanz und extreme Preissprünge werfen Fragen zur Versorgungssicherheit auf

    Eine Dunkelflaute in Deutschland Anfang November 2024 führte zu dramatischen Preissprüngen an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig. Die Strompreise schossen innerhalb weniger Tage von 30 EUR auf zeitweise über 800 EUR je Megawattstunde. Mehr als das Fünffache des normalen Preises. Deutschland musste in dieser Phase 1/5 seines Strombedarfs importieren.

    RWE-Chef Markus Krebber warnt vor den Risiken: Bei ähnlichen Wetterlagen im Januar könnte Deutschland den Strombedarf nicht bewältigen. Die Dunkelflaute – eine Kombination aus Windstille und bewölktem Himmel – würde die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien fast zum Erliegen bringen. Pragmatisch rät Krebber zu „warmen Decken“ für die Bevölkerung.

    Das Bundeskartellamt beobachtet RWEs wachsende Marktstellung mit Sorge. Trotz konjunkturbedingter Abschwächung behält der Konzern seine „strukturelle Marktmacht“ bei der Stromerzeugung. Besonders kritisch sehen die Wettbewerbshüter, dass RWE seine unverzichtbare Position zu bestimmten Zeiten vorhersehen und damit theoretisch Preise beeinflussen könnte.

    Operativ entwickelt sich RWE stark: In den ersten neun Monaten erreichte das bereinigte EBITDA 4,0 Mrd. EUR, das bereinigte Nettoergebnis lag bei 1,6 Mrd. Euro. Der Konzern investierte 6,9 Mrd. EUR netto in weiteres Wachstum und baut 11,2 GW neue Kapazitäten auf.

    Globex Mining: Royalty-Partner O3 Mining startet 8.000-Meter-Bohrprogramm im goldreichen Casa-Berardi-Trend

    Der Bergbausektor profitiert von der grünen Transformation. Nach Schätzungen wird sich die Nachfrage nach Rohstoffen für saubere Energielösungen bis 2040 vervierfachen. Das kanadische Bergbauunternehmen Globex Mining demonstriert mit seiner „Mineral Property Bank“-Strategie, wie nachhaltiger Unternehmenserfolg aussieht. Unter der Führung von CEO Jack Stoch, der mit dem Management 13,08 % der Anteile hält, hat sich das Unternehmen mit über 252 Projekten ein breit diversifiziertes Portfolio aufgebaut. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Erwerb und der Aufwertung von Rohstoffprojekten durch gezielte Exploration und intellektuellen Input. Dabei generiert das Unternehmen Einnahmen durch Optionen, Verkäufe und Royalties, was die Abhängigkeit von Aktienemissionen minimiert und das Risiko für die Aktionäre reduziert. Das bedeutet, dass ihre Rohstoffe so intelligent diversifiziert sind, dass deren Wert stetig weiter wächst.

    Die jüngste Entwicklung beim Kinebik-Projekt in Quebec unterstreicht die Effektivität des Geschäftsmodells: O3 Mining hat ein 8.000-Meter-Bohrprogramm in den Sektoren Cameron und Florence gestartet. Das Projekt erstreckt sich über 55 km entlang des ertragreichen Casa-Berardi-Trends, in dessen Region sich bereits fünf Bergbaudistrikte befinden – darunter die Weltklasse-Lagerstätte Casa Berardi mit mehr als 5 Mio. Unzen Gold.

    Globex Mining sichert sich beim Kinebik-Deal kluge Royalty-Rechte: 2,5 % Gross Metal Royalty auf 104 Claims und 1 % auf 52 Claims. Der Verkauf der 156 Claims bringt dem Unternehmen 2 Mio. CAD ein, aufgeteilt in 150.000 CAD in bar und 1,18 Mio. O3-Mining-Aktien. Damit baut Globex Mining seine solide Finanzbasis weiter aus.

    Mit mehr als 25 Mio. CAD in bar und Wertpapieren operiert Globex Mining schuldenfrei. Die Konzentration auf politisch stabile Regionen in Ostkanada, Deutschland und den USA sowie die geringe Anzahl von nur 57,7 Mio. ausgegebenen Aktien unterstreicht die aktionärsfreundliche Ausrichtung

    Kinebik-Gebiet und Bohrgebiete

    Plug Power kämpft mit dramatischem Umsatzeinbruch bei Brennstoffzellen

    Der Wasserstoff-Spezialist Plug Power kämpft weiterhin mit erheblichen Herausforderungen. Im dritten Quartal 2024 verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang um 13 % auf 173,7 Mio. USD. Besonders besorgniserregend ist der Einbruch im Kerngeschäft: Während der Absatz von Wasserstoff als Treibstoff um 54 % zulegte, brachen die Verkäufe von Brennstoffzellen um 26 % ein.

    Neben einer schwächelnden Nachfrage von Großkunden wie Amazon bei der Umrüstung von Gabelstaplern, kämpft das Unternehmen mit massiven Lieferkettenproblemen. Besonders die Wasserstoffversorgung in Nordamerika erweist sich als Achillesferse. Zudem verfügt Plug Power nur noch über liquide Mittel von 93,9 Mio. USD, während über 1 Mrd. USD als gebundenes Kapital nicht zur Verfügung steht.

    Für das Gesamtjahr 2024 rechnet Plug Power mit einem Umsatz zwischen 700 und 800 Mio. USD. Dies würde einen Rückgang von etwa 20 % im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Der Nettoverlust im dritten Quartal belief sich auf 211,2 Mio. USD – ein weiterer Beweis für die anhaltend angespannte Geschäftslage des Unternehmens.

    Dennoch gibt sich das Management für die kommenden Jahre optimistisch: Auf dem „Plug Symposium“ in New York hat das Unternehmen angekündigt, bereits 2025 wieder auf Wachstumskurs zu gehen. Der Umsatz soll dann zwischen 850 und 950 Mio. USD liegen. Bis 2030 peilt Plug Power ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 30 % an, was zu einem Jahresumsatz von 3,75 Mrd. USD führen soll.


    RWE präsentiert sich als robuster Energieriese mit beeindruckender Finanzkraft. Das EBITDA von 4 Mrd. EUR, kombiniert mit einem großzügigen Aktienrückkaufprogramm, macht den Konzern zu einem verlässlichen Anker im Portfolio. Allerdings werfen die kartellrechtlichen Bedenken einen Schatten auf die sonst makellose Bilanz. Für konservative Anleger, die Wert auf regelmäßige Ausschüttungen legen, bleibt RWE eine solide Wahl. Globex Mining überzeugt durch sein innovatives "Mineralienbank"-Modell und positioniert sich clever im Megatrend Energiewende. Die schuldenfreie Bilanz mit 25 Mio. CAD Liquidität und das breit diversifizierte Portfolio von 252 Projekten bieten einen soliden Risikopuffer. Am 4. Dezember steht CEO Jack Stoch interessierten Anlegern im Rahmen des 13. International Investment Forum Rede und Antwort. Hier geht es zur Anmeldung. Die Kombination aus solidem Geschäftsmodell und Wachstumspotenzial macht Globex Mining zur interessantesten Option für risikobewusste Anleger. Plug Power steht an einem kritischen Punkt. Mit nur noch 93,9 Mio. USD an liquiden Mitteln und einem Umsatzeinbruch von 20 % befindet sich das Unternehmen in einer prekären Lage. Trotz der vielversprechenden Technologie bleibt Plug Power ein hochspekulatives Investment, das nur für sehr risikofreudige Anleger geeignet ist.
    Das beste Chancen-Risiko-Verhältnis bietet aktuell Globex Mining: Das Unternehmen kombiniert ein innovatives Geschäftsmodell mit soliden Finanzen und profitiert direkt vom Megatrend Energiewende. Die geringe Verschuldung und das diversifizierte Portfolio bieten dabei einen gewissen Risikopuffer.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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