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01.06.2026 | 04:00

Chip-Gipfelstürmer im neuen Tech-Goldrausch – wo jetzt investieren? AMD, Infineon, SpaceX oder DRC Gold

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Bildquelle: Pixabay

Die Börse macht keine Gefangenen. Wer derzeit im Chip-Sektor investiert ist, schwebt auf Wolke 7 und kann sich gar nicht vorstellen, dass so ein Szenario auch mal wieder drehen könnte. Als Anhaltspunkt für weitere Einschätzungen hilft der Philadelphia-Halbleiter-Index (SOX). Er legte seit Jahresanfang von rund 3.500 Punkten auf über 12.800 Punkten zu (+265 %). Das erinnert stark an die Goldpreis-Entwicklung von 2023 bis 2026. Hier ging es von 1.650 auf 5.400 USD (+227 %). Wie immer ist es wichtig, die Rahmenbedingungen im Auge zu halten. Aktuell werden Knappheiten gehandelt, sollte der Iran-Konflikt aber enden, kann sich diese Einschätzung schnell entschärfen und Übertreibungen haben dann Korrekturbedarf. Ein gutes Beispiel könnte der Move bei Gold und Silber liefern, hier konsolidiert der Markt nach der irrationalen Rally in Q1 2026 nun doch spürbar. Es lohnt sich daher, tiefer in die Materie einzusteigen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC , ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US000SPACEX0

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Inhaltsverzeichnis:


    AMD und Infineon – Goldrausch im Halbleitersektor

    Fast täglich denkt man: Das kann doch nicht so weitergehen! Doch es kann! Der Halbleitermarkt befindet sich nach Knappheitsängsten durch den Nahost-Konflikt in einer außergewöhnlichen Aufwertungsphase. Der Grund: Die Preise für KI-relevante Chips haben sich in den letzten 6 Monaten um teilweise über 300 % erhöht, damit explodieren die Margen der HighTech-Produzenten. Nach Prognosen von Research-Instituten dürfte das weltweite Marktvolumen in 2026 auf über 700 Mrd. USD steigen, nachdem es 2023 noch bei rund 530 Mrd. USD lag. Haupttreiber sind Künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Elektromobilität und die fortschreitende Digitalisierung. Allein die 15 größten US-Technologiekonzerne investieren in den nächsten zwei Jahren rund 1 Billion USD in den Ausbau ihrer Cloud- und KI-Infrastruktur.

    Zu den auffälligsten Gewinnern zählt Advanced Micro Devices. Das Unternehmen profitiert vom Boom bei KI-Beschleunigern und Hochleistungsrechnern. Analysten auf der Plattform LSEG erwarten für die kommenden Jahre ein Umsatzwachstum zwischen 40 und 50 % per annum. Von 34,6 Mrd. USD in 2025 soll es bis 144 Mrd. USD in 2029 nach oben gehen, parallel klettert die EBIT-Marge von 24 auf über 40 %. Besonders das Data-Center-Geschäft entwickelt sich zum Wachstumsmotor und gewinnt kontinuierlich Marktanteile. Als durchschnittliches 12-Monats-Kursziel werden noch niedrige 450 USD ausgewiesen. Hier kommen die Experten wohl mit ihren Updates noch nicht nach, denn die Aktie notierte am Freitag schon über 520 USD. Das aktuell KGV 2026e von 98 soll in 3 Jahren auf etwa 30 absinken. Aktuell ist der Eintrittspreis ins Rendite-Paradies sehr hoch!

    Auch Infineon Technologies steht im Zentrum eines strukturellen Wachstumstrends. Der Konzern zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Leistungshalbleitern für Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und industrielle Anwendungen. Ein moderner Stromer benötigt heute zwei- bis dreimal so viele Halbleiter wie ein Verbrenner. Gleichzeitig wächst der Markt für Leistungselektronik laut Branchenstudien jährlich um rund 10 bis 15 %. Mit Milliardeninvestitionen in Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Technologien positioniert sich Infineon für die nächste Generation energieeffizienter Anwendungen. Die Aktie erreichte in der letzten Woche bei 83,17 EUR ein neues Allzeithoch und liegt nun in 2026 mit 136 % Zuwachs an der DAX-Spitze. Von 30 Analysten halten 24 den Daumen nach oben, Verkaufsempfehlungen kommen von Baader und mwb Research mit Kursziel 58,60 bzw. 60 EUR. Anscheinend verstehen nur anglo-amerikanische Adressen diese Märchen-Hausse.

    DRC Gold – 4,3 Mio. historische Unzen in einer der reichsten Goldzonen Ostafrikas

    Ein Goldrausch der anderen Art bahnt sich in Ostafrika an. Die dort ansässige DRC Gold entwickelt sich zunehmend zu einer der interessantesten Goldgeschichten im afrikanischen Juniorsektor. Aktuell trumpft das Unternehmen mit zwei Optionsvereinbarungen über 65 % an gleich zwei aussichtsreichen Goldprojekten in der Demokratischen Republik Kongo auf. Im Mai wurde die Transaktion in trockene Tücher gebracht: Durch die Ausgabe von 25 Mio. Aktien zu 0,195 CAD bezahlt DRC rechnerisch einen Gegenwert von rund 4,9 Mio. CAD und erhält damit die Kontrolle über die beiden Goldprojekte Giro und Nizi.

    Im Zentrum steht das Giro-Projekt mit einer Fläche von rund 497 km² im renommierten Kilo-Moto-Grünsteingürtel, einer der ertragreichsten Goldregionen Afrikas. Nur etwa 35 Kilometer entfernt befindet sich eine der größten Goldminen des Kontinents, welche jährlich mehr als 600.000 Unzen Gold produziert und damit die geologische Bedeutung der Region eindrucksvoll unterstreicht. Historische Ressourcenschätzungen auf Giro weisen allein für die Lagerstätte Kebigada rund 4,0 Mio. Unzen Gold bei durchschnittlich etwa 1,0 g/t aus. Die zweite Hauptzone Douze Match erstreckt sich über rund 2,6 Kilometer und beherbergt weitere 313.000 Unzen Gold mit durchschnittlichen Gehalten von etwa 1,2 g/t. Zusammen ergibt sich damit bereits auf historischer Basis ein Goldinventar von über 4,3 Mio. Unzen. Zusätzlichen Wert liefert das 113 km² große Nizi-Projekt, auf dem sich die historische King-Leopold-Mine befindet. Dort wurde bis 1931 hochgradiges Gold mit Erzgehalten von mehr als 10 g/t gefördert. Bemerkenswert ist dabei, dass große Teile des Systems seit Jahrzehnten kaum modern exploriert wurden und bislang noch keine aktuelle Ressourcenschätzung vorliegt. Bei Produktionskosten erfolgreicher afrikanischer Minen zwischen etwa 1.100 und 1.300 USD je Unze würden selbst konservative Szenarien außergewöhnlich hohe operative Margen liefern.

    Die Aktie von DRC Gold ist bestens positioniert, kann in der Kursentwicklung aber bislang nur eine stabile Seitwärtsentwicklung zeigen. Mit den aktuellen Deals sollte aber schnell Momentum aufkommen. Quelle: LSEG vom 29.05.2026

    Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Projektpotenzial und aktueller Bewertung. Bei einem Aktienkurs von rund 0,20 CAD wird DRC Gold lediglich mit etwa 27 Mio. CAD bewertet. Umgerechnet entspricht dies ca. 6 CAD je historisch ausgewiesener Unze Gold, ein Wert, der deutlich unter den Bewertungskennzahlen vieler vergleichbarer Explorationsgesellschaften liegt. Das Management um Klaus Eckhof zählt zu den erfahrensten Teams im afrikanischen Rohstoffsektor. Für Anleger ergibt sich damit ein klassischer Early-Stage-Case: Geringe Marktkapitalisierung, mehrere Millionen historische Unzen im Boden und ein erfahrenes Management mit Track-Record. Einsteigen!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit Gründer Klaus Eckhof über die besonderen Chancen für seine Gold-Projekte in Ost-Afrika. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/gOlsNrnwTSI

    SpaceX - Wie weit sind die Vorbereitungen für das IPO?

    Das in 2002 von Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX geht mit großen Schritten an die US-Technologiebörse NASDAQ. Am 12. Juni ist es soweit, eine Startbewertung von knapp 2 Bio. USD scheint ausgemachte Sache. Im Vorfeld der Erstnotiz brilliert das Unternehmen mit weiteren US-Regierungsaufträgen. So wurde SpaceX von der Division „US Space Force“ als zentraler Akteur im Aufbau des geplanten Raketenabwehrsystems „Golden Dome“ positioniert. Der jüngste Auftrag über rund 4,16 Mrd. USD umfasst die Entwicklung satellitengestützter Sensorik zur Zielerkennung und -verfolgung und ergänzt bestehende Projekte in den Bereichen Dateninfrastruktur und potenzieller Abfangsysteme. Derzeit machen öffentliche Aufträge rund 20 % des Umsatzes aus, ein guter Nährboden für die Zukunft. Gewinn schreibt das Unternehmen noch nicht, das dürfte die Tech-hungrigen Anleger aber nicht davon abhalten, den Kurs schon am ersten Tag abheben zu lassen. Spannend wird es im institutionellen Bereich. Denn wie sollen indexbezogene ETFs ihre Bestände kaufen können, wo es nur 8 % Freefloat am Markt zu kaufen gibt. Spannend also, wo die „MAG8-Aktie“ nach einem Monat steht. Netto werden insgesamt 75 Mrd. USD eingeworben. Welcome to the Universe!


    Die Bewegungen im Tech-Sektor erinnern an die Schlussphase im Jahr 2000. Im Unterschied zu damals, haben die heute angesagten Titel jedoch enorme Gewinnzuwächse und können auf Umsatzsprünge verweisen. Damals wurde ein Web 2.0 mit ersten Milliarden bewertet, umgesetzt wurde das Ganze aber erst 20 Jahre danach. Der Neue Markt verschwand hingegen recht schnell von der Bildfläche. Damit erhalten aktuelle Trends ihre Rechtfertigung, auch Gold sollte demnächst wieder en vogue geraten. Eine gesunde Streuung vermindert das Portfolio-Risiko.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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