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05.12.2025 | 05:00

Siemens Energy, Deutsche Bank, Almonty: Warum 2025 den Tankern gehörte – und 2026 das Jahr der Schnellboote wird

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Bildquelle: KI

An der Börse gibt es Jahre, an die man sich noch Jahrzehnte später erinnert. 2025 war so ein Jahr. Es war das Jahr, in dem die Old Economy ihr Comeback antrat. Wer hätte vor 12 Monaten gedacht, dass ein einstiger Sanierungsfall aus dem DAX die Tech-Werte outperformen würde? Oder dass eine deutsche Großbank plötzlich wieder als sexy Basis-Investment gilt? Die Kurstafeln lügen nicht: Die großen Tanker haben geliefert. Doch Börsengeschichte wiederholt sich aber selten 1:1. Während viele Standardwerte nun auf ihren hohen Bewertungen thronen und kein großes Potenzial mehr bieten, positionieren sich erfahrene Anleger bereits für den nächsten Zyklus. Ein Auftritt auf dem International Investment Forum (IIF) am Mittwoch gab den entscheidenden Hinweis, wo die Musik 2026 spielen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy: Die Welt braucht Stromnetze

    Es ist die wohl beeindruckendste Wiederauferstehung der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte. Siemens Energy hat sich 2025 endgültig vom Sorgenkind zum Musterschüler gewandelt. Die Aktie, die lange unter den Qualitätsmängeln der Windkraft-Tochter Gamesa ächzte, kannte in den letzten zwölf Monaten nur eine Richtung: steil nach oben. Doch Investoren müssen verstehen, was diesen Boom wirklich treibt, um das Potenzial für 2026 einzuschätzen. Es ist nicht primär die Windkraft, die sich langsam stabilisiert. Der wahre Turbo ist die Sparte Grid Technologies. Die Weltwirtschaft durchläuft derzeit eine Elektrifizierungswelle ohnegleichen. Egal ob Künstliche Intelligenz, deren Rechenzentren den Stromverbrauch ganzer Kleinstädte haben, oder die flächendeckende E-Mobilität: Der Strom muss von A nach B. Siemens Energy liefert dafür die Transformatoren und Hochspannungstechnik.

    Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Auftragsbestand hat sich auf einem Rekordniveau von über 120 Mrd. EUR eingependelt. Das entspricht rechnerisch fast drei Jahren Vollauslastung. Die Margen im Grid-Geschäft sind zweistellig und extrem robust. Das Problem für Neueinsteiger bei der Aktie: Die Börse hat diese Story mittlerweile verstanden und eingepreist. Mit einer Bewertung, die das KGV über den historischen Durchschnitt gehoben hat, ist Siemens Energy heute ein Haltekandidat. Das Unternehmen muss 2026 schon liefern, um den Kurs nur zu halten. Das ist keine gute Ausgangslage für Investoren.

    Deutsche Bank: Zinswende gemeistert, Vertrauen zurückgewonnen

    Ein ähnliches Bild zeigt sich in Frankfurt: Die Deutsche Bank hat 2025 bewiesen, dass ihre Strategie der „Global Hausbank“ aufgeht. Jahrelang wurde das Institut für seine hohen Kosten und die Abhängigkeit vom volatilen Investmentbanking kritisiert. 2025 zeigte sich ein anderes Gesicht: das einer Geldmaschine. Im dritten Quartal 2025 lieferte die Bank Ergebnisse, die selbst Optimisten überraschten. Der Vorsteuergewinn stabilisierte sich bei rund 2,4 Mrd. EUR. Besonders bemerkenswert ist die Zusammensetzung dieser Erträge. Zwar drückte die leichte Zinswende der EZB etwas auf den Zinsüberschuss, doch die Bank konnte dies durch ein florierendes Provisionsgeschäft in der Vermögensverwaltung und im Zahlungsverkehr kompensieren. Zusätzlich stützt ein massives Aktienrückkaufprogramm den Kurs. CEO Christian Sewing hat sein Versprechen gehalten, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Was bedeutet das für 2026? Die Deutsche Bank ist heute ein klassischer „Yield Play“. Anleger kaufen die Aktie für die Dividende und die Stabilität, nicht für explosives Wachstum. In einem Umfeld, in dem die Kreditausfälle aufgrund der schwächelnden Konjunktur leicht steigen könnten, ist das Upside-Potenzial begrenzt.

    Almonty Industries: Die eigentliche Revolution folgt erst noch

    Wer 2026 Outperformance sucht, muss die ausgetretenen Pfade des DAX verlassen und dort hinschauen, wo operative Meilensteine kurz bevorstehen. Genau hier rückt Almonty Industries, der einzige westliche Wolfram-Produzent, der kurzfristig liefern kann, in den Fokus. Der gestrige Auftritt von CEO Lewis Black auf dem International Investment Forum (IIF) war bemerkenswert - nicht wegen lauter Ankündigungen, sondern wegen der demonstrativen Ruhe. Black wirkte tiefenentspannt und sprach davon, dass er sich auf „ruhige Weihnachten“ freue. Beobachter interpretierten das positiv: Die größten Risiken der Bauphase könnten hinter dem Unternehmen liegen.

    Almontys Flaggschiff, die Sangdong-Mine in Südkorea, ist das wichtigste Wolfram-Projekt der westlichen Welt. Es beherbergt eines der größten Vorkommen außerhalb Chinas mit extrem hohen Graden von durchschnittlich 0,44 % WO3, was mehr als dem Doppelten des Branchendurchschnitts entspricht. Black bestätigte am Mittwoch, dass der Bau der Aufbereitungsanlage „im Wesentlichen fertiggestellt“ ist. Was Investoren 2026 erwartet, ist der spannendste Moment im Lebenszyklus einer Mine: die Inbetriebnahme. In den nächsten Wochen werden die Mühlen angestellt, das Gestein zerkleinert und das erste Konzentrat produziert. Sobald der Cashflow fließt, ändert sich die Bewertungsgrundlage fundamental – Black verwies am Mittwoch darauf, dass die stark steigenden Preise für Wolfram jede Minen-Kalkulation längst gesprengt haben. Die Rendite des Projekts dürfte enorm sein. Hinzu kommt die Minenlaufzeit von über 90 Jahren. Auch hier besteht laut dem CEO noch Luft nach oben: Black bezweifelte beim IIF, dass seine Enkel das Ende der Laufzeit von Sangdong erleben werden. Das zeigt: Hier entstehen Werte für Generationen.

    Nach dem großen Hype hat die Aktie von Almonty konsolidiert - fundamental bleibt die Ausgangslage rosig

    Almonty und die versteckten Joker

    Was viele Anleger übersehen: Sangdong ist nicht nur Wolfram. Die Lagerstätte enthält signifikante Mengen an Molybdän. Auf dem aktuellen Preisniveau ist dieses Nebenprodukt ein enormer Hebel. Almonty plant, die Erlöse aus dem Molybdän-Verkauf zu nutzen, um die ohnehin niedrigen Abbaukosten für Wolfram weiter zu drücken. Sangdong könnte so ausgehend von ohnehin schon sehr konkurrenzfähigen Kosten zu einem der günstigsten Produzenten weltweit werden. Als wäre der Produktionsstart in Korea nicht genug, hat sich Almonty kürzlich mit der Übernahme des Gentung-Browns-Projekts in Montana eine strategische Position in den USA gesichert. Angesichts der Tatsache, dass das Pentagon Wolfram als kritisches Verteidigungsmaterial einstuft und die Abhängigkeit von China beenden will, ist dieser Deal ein Schachzug mit Weitsicht. Schon im zweiten Halbjahr 2026 könnte Almonty die erste kommerzielle Wolfram-Mine seit einem Jahrzehnt in den USA in Betrieb bringen.

    Gepaart mit der einzigartigen Technologie, die Almonty zum weltweit gefragtesten Partner bei der Förderung von Wolfram macht, ist das Unternehmen für weiteres Wachstum perfekt positioniert. Da der Gründer und langjährige CEO als Großaktionär zudem mit allen anderen Anteilseignern in einem Boot sitzt, dürfte der Fokus bei Almonty auch weiter auf Shareholder Value liegen. Bei anderen Aktien, wie etwa von Siemens Energy oder der Deutschen Bank, ist die Situation eine andere. Almonty bringt alles mit, um auch 2026 für Überraschungen zu sorgen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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