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09.04.2021 | 04:48

Steinhoff, Carnival, The Place Holdings – Jetzt einsteigen?

  • Immobilien
Bildquelle: pixabay.com

Scheinbar endlos nach oben will der Markt – kein Rücksetzer mehr? Es stellt sich wieder die Frage nach den zurückgebliebenen Aktien. Da gibt es einige Titel, die im allgemeinen Sog noch nicht nach oben gerissen wurden – vielleicht aus gutem Grund? Die Börse liebt derzeit Momentum, was steigt, steigt meist weiter und weiter. Bewertung spielt schon lange keine Rolle mehr, denn bei Negativzinsen ist die ganze Finanztheorie irgendwie ausgehebelt. Für die Berechnung von Unternehmenswerten oder Risiken wurde in der Vergangenheit immer ein Zinssatz unterstellt…und dieser ist seit 3 Jahren obsolet, nämlich Null.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SG1Q02920318 , NL0011375019 , GB0031215220

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Inhaltsverzeichnis:


    Fan Xian Yong, CEO, The Place Holdings
    "[...] Das Management-Team der an der SGX notierten The Place Holdings besteht aus Veteranen in der Immobilienentwicklung und der Medienbranche [...]" Fan Xian Yong, CEO, The Place Holdings

    Zum Interview

     

    Steinhoff international – Spielball der Zockergemeinde

    Der Skandalwert Steinhoff International Holdings NV robbt sich langsam voran. Durch die Eröffnung zweier Schutzschirmverfahren hat man den entscheidenden Schritt zur endgültigen Entscheidung über die Annahme des seit Monaten vorliegenden Vergleichsvorschlags für die Geschädigten des Bilanzbetrugs getan. Dann gibt es da ein Zugeständnis der D&O Versicherer – sie ist allerdings an mehrere Bedingungen gebunden. Die Steinhoff-Aktie hat in 6 Monaten nun 300% zugelegt.

    Im Rahmen seiner Bemühungen den Vergleichsvorschlag attraktiver zu machen, war es Steinhoff gelungen, von den D&O Versicherungen für die in die Vorgänge verwickelten Manager weitere Gelder „on top“ zu sichern, so dass jetzt die endgültige Entscheidung über die Annahme des Vergleichsvorschlags am 30.06.2021 vielleicht noch etwas leichter werden könnte. Bis zu 78,1 Mio. EUR könnte die Entschädigung ausmachen, hiervon sollen allein 55,5 Mio. EUR an die MPC Sammelkläger verteilt werden – gegen Ausschluss weiterer Klagen. Zu den Zahlungen an die Anspruchsinhaber aus den Sammelklagen kämen bei einer Übereinkunft mit deren Vertretern von Deloitte und den Versicherern zusätzlich noch insgesamt 13 Mio. EUR Aufwandsentschädigung hinzu.

    Es wird nun echt spannend, was hier unter dem Strich übrigbleibt. Der Druck auf die verbliebenen zwei Klägergruppen nimmt allerdings enorm zu. Einer muss noch zustimmen, damit die Zahlungen von den Versicherern und Deloitte verbindlich werden. Allerdings: Selbst bei positiven Voten in Südafrika und den Niederlanden auf den Gläubigerversammlungen wäre der Steinhoff Konzern extrem verschuldet. Und so ist das Management zum Erfolg bei den Vergleichsverhandlungen verdammt, um wenigstens eine gewisse Überlebenschance für den Konzern zu erreichen. Auf was die Börse also aktuell wettet, bleibt unverständlich, denn am Ende wird der Fall wohl mit einer wertlosen Aktie enden.

    Carnival plc – Milliardenverlust aber steigende Buchungszahlen

    Der Pleite durch umfangreiche Kapitalerhöhungen knapp entgangen ist der Kreuzfahrtenexperte Carnival plc. Das Touristikunternehmen hat das erste Quartal mit einem Minus von knapp 2 Mrd. USD abgeschlossen. Dies teilte der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern diese Woche in Miami mit. Dennoch geht es wohl mit den Buchungen aufwärts, die Hoffnung auf eine hohe Impfquote treibt das Geschäft wieder an. Sie lagen im ersten Quartal 2021 fast 90 Prozent über dem Volumen des vierten Vorjahresquartals. Die Vorausbuchungen für die Saison 2022 sind noch um einiges höher als im „sehr starken“ ersten Quartal des Vergleichsjahres 2019 für 2020 – und das bei lediglich geringem Werbe- und Marketing-Aufwand. Die Reederei ist über diesen Zustand erfreut, wenngleich auch erstaunt, denn diese Entwicklung spiegelt sowohl den Nachholbedarf als auch das verbleibende langfristige Potenzial der Kreuzfahrt wider. Viele Analysten hatten das Geschäftsmodell mit Corona bereits abgeschrieben.

    Die Tochter Aida Cruises hat seine für Mitte Mai bis Anfang Juni geplanten Mittelmeerreisen wegen der anhaltenden Pandemie abgesagt. Stattdessen wird die "Aidaperla" zu drei Fahrten rund um die Kanaren ab Las Palmas auf Gran Canaria aufbrechen, teilte das Unternehmen gestern in Rostock mit. Bereits seit Mitte März ist die "Aidaperla" als einziges Schiff der Flotte dort mit einer stark reduzierten Passagierzahl unterwegs. Die Kanarischen Inseln sind seit vielen Monaten eine der wenigen Urlaubsziele Europas mit konstant niedrigen Inzidenzwerten, was einen Teilbetrieb zulässt.

    Die Carnival-Aktie versucht verlorenes Terrain nach wie vor aufzuholen, kein leichtes Unterfangen in diesen Zeiten. Immerhin stand die Aktie im April 2020 noch bei unter 10 EUR, nun ist die 20 EUR-Marke wieder zurückerobert. Das ATH war in 2017 bei rund 60 EUR – bis dorthin dürfte es noch dauern.

    The Place Holdings Ltd. – Chinesischer Immobilienentwickler gibt Gas

    Ein Penny-Stock mit guten Aussichten ist The Place Holdings Ltd., ein chinesisches Konglomerat mit Notiz in Singapur und Frankfurt. Das Geschäftsmodell ist umfangreich und daher auch robust gegen die negativen Einflüsse der Pandemie. Die Management-Holding betätigt sich derzeit als Asset Manager, Immobilien-Entwickler und Investor im Bereich biomedizinischer Technologie. Die Historie der Gesellschaft beinhaltet auch den Tourismus und die Medienwirtschaft.

    Ein wahres Aushängeschild ist das Schlüsselprojekt „THE PLACE“ – ein Riesenensemble aus gewerblich genutzten Immobilien, das sich in mitten des Stadtzentrums von Beijing befindet. Die Anlage entstand im Jahr 2006 und besteht aus zwei riesigen Bürotürmen, einer modernen Mall und einem technologischen Forum mit einem multimedialen Skyscreen. Während die Besucher durch die Gänge schlendern, laufen auf riesigen Leinwänden Einblendungen zu Shopping-Gelegenheiten und anderen Events vor Ort. Zugegeben: In Corona-Zeiten ist die Wahrnehmung dieser Darbietung eine andere, wie in den letzten 10 Jahren. Die Besucherfrequenz ist nun gesteuert und der Grad der Freiheit ist natürlich den Gegebenheiten angepasst. Aber die Pandemie wird ja auch irgendwann enden.

    Insgesamt sind 94 Mio. SGD an Barmitteln in die Holding investiert worden, die Marktkapitalisierung ist aktuell bei 950 Mio. SGD. Das Unternehmen propagiert moderne Omni-Channel-Strategien für völlig neue Konsumerlebnisse, der Ansatz besteht daher aus einer Kombination aus soliden Immobilien, modernen Tourismusansätzen in Kombination mit Social Media. Hinzu kommen die Engagements in Singapur selbst. Dort profitiert man von exzellenten Standortbedingungen und einem über Jahre anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum. Mit dem 20%-igen Einstig bei MCC Land sicherte sich The Place in 2021 den Zugriff auf ein Grundstück von 8.880 Quadratmetern für den Bau von über 260 Eigentumswohnungen und korrespondierenden Gewerbeflächen.

    Die Aktie von The Place Holdings hat sich seit Einführung in Frankfurt zwischen 0,07-0,10 EUR bewegt, die Umsätze sind klein. Ein mittelfristiger Einstieg macht mit einer limitierten Order durchaus Sinn.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 02.06.2022 | 05:55

    Alibaba, Jinko Solar und Hong Lai Huat: Aktien für das Konjunkturpaket

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    • Value

    Asiatische Aktien standen in den vergangenen Monaten aufgrund der strikten Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierungen mit harten Lockdowns wie in der Wirtschaftsmetropole Shanghai unter Druck. Jetzt könnten sie von den Lockerungen und einem Konjunkturprogramm profitieren. Um das BIP-Wachstumsziel von 5,5% in 2022 doch noch zu erreichen, hat die Regierung in Peking ein Konjunkturpaket geschnürt. Mit 33 Maßnahmen soll der private Konsum – u.a. Kauf von Autos und Haushaltsgeräten – angekurbelt und Investitionen in Großprojekte gefördert werden. Davon sollten nicht nur chinesische Aktien wie Alibaba und Jinko Solar profitieren. Auch der Immobiliensektor im gesamten asiatischen Raum sollte aufatmen und damit die Aktie von Hong Lai Huat.

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    Kommentar von Carsten Mainitz vom 02.05.2022 | 05:58

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    Nicht jede Information wird am Markt so empfangen, wie der Sender dies im Sinn hatte. Das generelle Sentiment und die Erklärungsbedürftigkeit von News oder Entwicklungen spielen zudem eine große, teilweise sogar die entscheidende Rolle. Davon können Management und Aktionäre der Adler Group und Verbio derzeit ein Lied singen. Teilweise ist es aber auch die zu kurz greifende Quartalsdenke, wie bei Brainchip, die die Kurse drückt. Vorausschauende Anleger können bei diesen Konstellationen profitieren.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 22.04.2022 | 05:40

    Explodierende Zinsen: Nordex, Hong Lai Huat, Deutsche Bank, Commerzbank – Wie der Inflation entkommen?

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    Und wieder mal Lockdown in China. Ein längerer Abschwung in Asien würde dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge deutliche Bremsspuren in der Weltwirtschaft hinterlassen. Die Aufwärtsentwicklung der Ökonomien wird schon dauerhaft belastet durch gestörte Lieferketten, explodierende Lieferantenpreise und nun auch noch durch stark steigende Zinsen. Eigentlich wäre dies der programmierte Abgesang auf die Aktienmärkte. Doch weit gefehlt: Seit vier Wochen geht es an den Börsen sukzessive nach oben, der DAX liefert aktuell sogar Kaufsignale. Anleger spekulieren wohl auf die üppige Dividendensaison und ein baldiges Kriegsende in der Ukraine. Bis dahin stehen die Bänder in einigen Industrien aber auch mal still. Wo liegen die aktuellen Chancen und Risiken?

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