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17.11.2021 | 05:10

ThyssenKrupp, Memiontec, Everfuel – Alles hängt zusammen

  • Wasser
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wenn man die Ergebnisse der Weltklimakonferenz Cop26 in Glasgow näher betrachtet, hat man das Gefühl, dass die Welt in Sachen Klimaschutz etwas näher zusammengerückt ist. Allerdings ist es 5 vor 12, das Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung zu erreichen. Die Folgen für ein Scheitern sind dramatisch. So führt der Klimawandel zu weniger Wasser und schlechterer Wasserqualität. Weltweit haben aktuell 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Der steigende Trend ist beängstigend.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , Everfuel A/S | DK0061414711 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

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Inhaltsverzeichnis:


    Dramatische Tendenz

    Der weltweite Wasserverbrauch ist heute sechs Mal so hoch wie noch vor 100 Jahren. Bevölkerungswachstum, Wirtschaftsaufschwung und veränderte Konsumgewohnheiten führen dazu, dass der Wasserverbrauch weiter um etwa 1% pro Jahr ansteigt. Bis zu 90% aller Abwässer weltweit werden unbehandelt abgelassen und belasten Umwelt und Trinkwasservorräte. Dazu führt der Klimawandel zu weniger Wasser und schlechterer Wasserqualität. Im Gegenzug wirkt nachhaltiges Wassermanagement dem Klimawandel positiv entgegen. Das zeigt der Weltwasserbericht 2020, den die UNESCO im Auftrag der Vereinten Nationen erstellt hat.

    Jahrzehntelange Entwicklung

    Das in Singapur niedergelassene Unternehmen Memiontec entwickelt seit 20 Jahren Komplettlösungen für das Wasser- und Abwassermanagement in China, Indonesien und Singapur. Staatliche Einrichtungen, wie der Infrastrukturentwickler Jakpro oder die nationale Wasserbehörde Indonesiens PDAM zählen genauso zur Klientel wie private Unternehmen aus unterschiedlichsten Industriezweigen Asiens. Neben der Bereitstellung von Gesamtlösungen inklusive Wartungsverträgen und dem Vertrieb von modularen und kundenspezifischen Systemen und Ausrüstungen sind die Segmente „Build-Own-Operate-Transfer“ (BOOT) und „Transfer-Own-Operate-Transfer“ (TOOT) die Renditebringer.

    Durch langfristige Partnerschaften mit öffentlichen und privaten Partnern wird hier in die Instandhaltung von Wasseraufbereitungs-Infrastrukturen investiert. Durch den Vetrieb von gereinigtem Wasser profitiert Memiontec hier in zweierlei Hinsicht. Neben den Einnahmen aus den Betriebs-, Wartungs- und Serviceleistungen generiert das Unternehmen aus Singapur durch den Vertrieb von gereinigtem Wasser. Da die Konzessionsverträge die durchschnittliche Vertragslaufzeit von 25 Jahren besitzen, sind wiederkehrende Erträge somit auf Dauer gesichert.

    25% Dividende und Rekorde

    Den weiteren Aufbau von derartigen Joint Ventures plant Memiontec in den nächsten Monaten. Zudem will das Unternehmen auch anorganisch weiterwachsen. Per Ende Juli wurde bereits ein Rekord in den Auftragsbüchern in Höhe von 58,38 Mio. EUR vermeldet, zudem sicherte sich Memiontec einen Auftrag im Gesamtwert von 8,09 Mio. EUR von Singapurs Wasserbehörde Public Utilities Board. Das Thema Wasseraufbereitung dürfte in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen, auch an der Börse. Memiontec sollte vor allem im asiatischen Raum weiter an Bedeutung gewinnen. Herausragend aufgrund der immer wiederkehrenden Einnahmen durch die TOOT- und BOOT-Projekte ist die Dividendenrendite in Höhe von 25%, die in den nächsten Jahren mindestens beibehalten werden soll.

    Hebel durch Wasserstoff

    Bekannt ist ThyssenKrupp als diversifizierter Industriekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlverarbeitung und Deutschlands größter Stahlhersteller. Der Konzern entstand 1999 aus der Fusion der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp mit der Thyssen AG. Allerdings setzen die Essener auch auf Erneuerbare Energien und können durch die Meldung eines geplanten IPOs im Wasserstoffsektor den Aktienkurs deutlich beleben.

    Die Essener prüften eine Börsennotierung des Gemeinschaftsunternehmens Uhde Chlorine Engineers im ersten Quartal 2022, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Börsennotierung könnte einen Wert von bis zu 5 Mrd. EUR haben. Das DAX-Unternehmen hatte zuerst geplant, "Uhde" - ein Joint Venture mit der italienischen Industrie De Nora - über eine spezielle Übernahmegesellschaft an die Börse zu bringen, bevor er sich für den Weg des Börsengangs entschied, berichtet Bloomberg. Die Baader Bank hat derweil ihre Kaufempfehlung für ThyssenKrupp mit einem Kursziel von 16 EUR bestätigt.

    Noch am Anfang

    Die Vorschusslorbeeren für Everfuel, eine Ausgliederung des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten Nel Asa, sind mit einer Börsenbewertung von 472,77 Mio. EUR groß. Der Blick geht eindeutig in die Zukunft und die Vision, 'Grünen Wasserstoff' für emissionsfreie Mobilität in ganz Europa kommerziell verfügbar zu machen. Aufgrund der Zahlen für das dritte Quartal erkennt man, dass sich Everfuel noch am Anfang der Kommerzialisierung der grünen Wasserstoff-Wertschöpfungskette in seinen Zielmärkten befindet.

    Die Dänen erwirtschafteten im Berichtszeitraum einen Gesamtumsatz, der sich aus dem Verkauf von Wasserstoff und sonstigen betrieblichen Erträgen auf 149 Tsd. EUR im dritten Quartal 2021 beläuft. Der direkte Umsatz mit Wasserstoff wurde weiterhin durch den Rückgang des Verkehrsaufkommens von Covid-19 und die reduzierten Kapazitäten gebremst, da die Eröffnung der neuen Hochleistungstankstelle in Kopenhagen auf das vierte Quartal verschoben wurde. Das EBITDA war mit 1,8 Mio. EUR wie erwartet negativ.


    Es wird höchste Zeit, die gesteckten Klimaziele umzusetzen. Die Erderwärmung schreitet weiter voran und führt zu einer dramatischen Wasserknappheit. Memiontec tritt diesem Problem mit seinen Wasseraufbereitungs-Systemen entgegen und ist langfristig interessant. ThyssenKrupp besitzt durch seine Beteiligung im Wasserstoff-Sektor Phantasie, Everfuel muss seine hohe Bewertung erst noch rechtfertigen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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