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31.08.2026 | 04:56

Über den Wolken: Aktie von Ryanair, Volatus Aerospace und Air France-KLM im Fokus!

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  • Airbus
Bildquelle: Gemini

Über den Wolken ist die Freiheit nicht immer grenzenlos. Hohe Kerosinpreise verderben den Airlines das Geschäft und gestiegene Ticketpreise machten den Sommerurlaub 2026 deutlich teurer. Dies gilt insbesondere in Europa, wo die Kerosin-Kapazitäten beschränkt sind. Dennoch befindet sich der Markt derzeit wieder im Entspannungsmodus. Seit Kriegsbeginn sind viele Titel wieder gestiegen. Es lohnt sich daher, mal die Aktien von Billigflieger Ryanair und der teuren Air France-KLM unter die Lupe zu nehmen. Wer keine Lust auf die schlechte Vorhersagbarkeit bei Airline-Aktien hat, kann sich trotzdem den Lüften zuwenden, denn wir blicken auch auf die Papiere von Volatus Aerospace.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , AIR FRANCE-KLM INH. EO 1 | FR0000031122 , RYANAIR HLDGS PLC EO-_006 | IE00BYTBXV33

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Inhaltsverzeichnis:


    Ryanair: Stabilität im Himmel!

    Die Lufthansa spricht von zusätzlichen Milliardenkosten, wenn es um Kerosinpreise geht – allein in diesem Jahr. Der Kranich leidet wie viele andere Airlines unter den Folgen des Kriegs am Persischen Golf. Ob die schlimmste Phase hinter uns liegt, ist noch offen. Bei dem Billigflieger Ryanair sieht die Lage etwas anders aus. „Kosten runter“ war seit jeher das Motto von CEO Michael O’Leary, der inzwischen seit mehr als 30 Jahren das Zepter bei den Iren führt. Ryanairs operative Kosten pro Passagier liegen im Bereich von 55 Euro. Das entspricht etwa einem Viertel des Wertes der gehobeneren Konkurrenz. Das macht das Geschäftsmodell weit widerstandsfähiger in harten Zeiten wie diesen. Dazu kommt, dass der Konzern inzwischen mehr als 70 % seines Treibstoffbedarfs über Derivate professionell hedget. Nicht zu vergessen sind die vielen kleinen Dinge, die O’Leary macht: Man setzt konsequent auf einen Flugzeugtyp (Boeing 737), was die Wartungskosten senkt. Zudem kostet jedes Extra Geld, was inzwischen über 30 % bis 35 % des Gesamtumsatzes ausmacht: Von Sitzplatzreservierungen und Prioritäts-Boarding, Gepäckgebühren bis hin zu Verkäufen an Bord.
    Im abgelaufenen Geschäftsjahres (bis Ende März) konnte Ryanair das Passagieraufkommen weiter auf rund 207 Millionen (+3 %) erhöhen und erreichte eine Auslastung von 95 % (Seat Load Factor) - der Spitzenwert in der Branche. Der Gewinn nach Steuern legte um 40 % auf 2,26 Mrd. EUR zu. Insgesamt lagen die Einnahmen bei rund 15,6 Mrd. EUR, was auch an einer Stabilisierung der Ticketpreise lag.
    Bis 2030 will das Management schrittweise auf über 220 bis 300 Millionen Passagiere pro Jahr kommen. Zudem wird die Flotte modernisiert. Die neuen 737-MAX bieten 4 % mehr Sitzplätze bei einem um 16 % geringeren Treibstoffverbrauch.
    Die Aktie von Ryanair zeigte sich zwar dieses Jahr volatil, doch das große Bild bleibt positiv. Seit dem Tief 2022 hat das Papier um mehr als 130 % zugelegt. Das noch bis Jahresende laufende Aktienrückkaufprogramm (750 Mio. EUR) hilft sicherlich. Anleger können hier auf Wachstum in der Luftfahrt setzen, sollten aber mit einer hohen Volatilität rechnen – wie bei allen Airlines!

    Volatus Aerospace: Riesenschritte im Q2!

    Volatus Aerospace hat im zweiten Quartal kräftig abgeliefert. Das gilt sowohl operativ als auch bei den Zahlen. Der kanadische Drohnen-Pionier hat seine Manufaktur mit der Fertigung in Mirabel (Québec) eröffnet. Dort sollen autonom agierende Drohnen produziert werden. Dazu kommen die vielen kleinen Schritte, die aus einem Small Cap ein großes Unternehmen machen können. So konnte man mittels eines Bought-Deals 34,5 Mio. CAD bei Aktionären einsammeln. Damit ist man für die Investitionsphase gut gerüstet. Dazu kommen zahlreiche Partnerschaften, die das Geschäft unterstützen sollen, wie beispielsweise mit dem US-Anbieter Kraus Hamdani Aerospace oder Singular Aircraft.
    Doch auch die Aufträge kommen sukzessive rein, denn Drohnen sind vor allem im Verteidigungsbereich derzeit stark gefragt, was insbesondere für die NATO-Staaten gilt. So konnte man einen mehrjährigen Schulungsvertrag mit einem Mitglied des nordatlantischen Bündnisses schließen. Richtig wichtig ist aber, dass Volatus Aerospace inzwischen mehr und mehr von großen Staaten akzeptiert wird. So befindet man sich in der Phase-II-Evaluierung im U.S. Drone Dominance Program für weitreichende Plattformen. Da die Europäer derzeit auch massive Budgets für Drohnen freigeben, kann Volatus vom positiven Marktumfeld profitieren.
    Auch zahlentechnisch kommen die Kanadier voran. Im zweiten Quartal nahm man 8,4 Mio. CAD ein, 49,5 % mehr als im ersten Quartal. Die Bruttomarge erreichte immerhin 29 %. Aufgrund der Investitionen in Standorte und Technik wurde aber noch beim EBITDA ein Minus von 4,35 Mio. CAD eingefahren. Dennoch steht man bilanziell gut da. Die Cash-Position beträgt 59,2 Mio. CAD. Laut Unternehmen ist dies der höchste Wert der Firmengeschichte. Volatus dürfte im Q3 von Aufträgen profitieren, die im Q2 noch nicht abgeschlossen werden konnten. Positiv auch: Das Service-Geschäft wuchs auf Quartalsbasis um 59 %.
    Die Aktie von Volatus Aerospace arbeitet nach der Korrektur zu Kriegsbeginn im Persischen Golf an einer Bodenbildung. Bei einem Börsenwert von rund 355 Mio. CAD besteht viel Raum nach oben, wenn das Management weiterhin Wachstum abliefert.

    Air France-KLM: Hin- und hergerissen!

    Sollte man in eine Airline investieren, bei der gleich zwei Regierungen Anteile halten und bei strategischen Fragen mitsprechen? Dies lässt sich nicht so leicht beantworten. Die Aktie des französisch-niederländischen Konzerns hat sich seit Kriegsbeginn am Persischen Golf wacker geschlagen. Der Kurs legte seit dem Märztief um etwa ein Drittel zu.
    Dabei profitiert Air France-KLM traditionell von der Erholung und dem Ausbau profitabler Langstreckenverbindungen, insbesondere in Richtung Nordamerika und Asien. In den vergangenen Jahren hat man hier den Fokus verstärkt, inzwischen stammen über 35 % der Einnahmen aus den Premium-Klassen. Stark präsentiert sich zudem das Instandhaltungsgeschäft, was stabile, hochmargige Umsätze bringt – ganz unabhängig von schwankenden Passagierzahlen.
    Auf der anderen Seite hat das Management von Air France-KLM noch viel Arbeit vor sich. 2020 hatten Frankreich und die Niederlande zusammen die Airline vor der Insolvenz gerettet – die Pandemie hatte ihre Spuren hinterlassen. Die Folgen sind bis heute spürbar. Die Verschuldung des Unternehmens ist hoch, die Zinslast schränkt den Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe enorm ein. Noch dazu gelten das „Seepferdchen“ (Air France) und die „Königlichen“ (KLM) als ohnehin recht teure Airlines, was vor allem mit Blick auf Personalkosten gilt. Zusätzlich zahlt der Verbund verhältnismäßig hohe Flughafengebühren an den Hauptdrehkreuzen in Paris (CDG) und Amsterdam (Schiphol).
    Bei der Entscheidung über ein Investment helfen auch nicht unbedingt die Analysten weiter. Die meisten Experten raten zum „Halten“ der Papiere. Die Kursziele liegen weitgehend im Bereich des aktuellen Kurses, wobei J.P. Morgan der Oberbulle ist. Die Investmentbank rief Ende Juli die 16 Euro-Marke auf und betonte die Preissetzungsmacht von Air France-KLM. Die meisten anderen Analysten sehen eher sorgenvoll auf die hohe Schuldenlast.


    Fazit: Air France-KLM kämpft immer noch mit seinem hohen Schuldenberg, aber kommt so langsam in die Spur. Die Aktie gilt als die günstigste unter allen Premium-Airlines (KGV 4). Der Drohnen-Pionier Volatus präsentierte gute Q2-Zahlen und investiert jetzt in Technologie, Fertigung und Partnerschaften, um künftige Cashflows einfahren zu können. Bei Ryanair stehen wie immer die Kosten im Blick. Das Management manövriert geschickt durch die aktuell nicht ganz leichten Zeiten für Airlines. Die Iren sind das wohl am besten geführte Unternehmen der Branche.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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