Menü schließen




05.10.2022 | 05:10

Wasserstoff-Aktien geben wieder Gas: Nel ASA, Plug Power und First Hydrogen profitieren

  • Wasserstoff
  • Erneuerbare Energien
  • Technologie
  • Energiwende
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff-Aktien wie Nel, Plug Power und First Hydrogen legten gestern deutlich zu. Nel profitiert von einer Millionen-Förderung durch das US-Verteidigungsministerium und die Aktie kämpft gegen den Abwärtstrend. Auch First Hydrogen, der Top-Performer des Jahres, wird getrieben von der Europaexpansion, einem eigenen Tankstellennetz und einem überzeugenden Vortrag auf einer Investorenkonferenz. Mit der positiven Branchenstimmung ziehen auch die Kurse von Plug Power und ITM Power an – teilweise zweistellig. Denn egal ob als Antrieb für Fahrzeuge oder als Erdgas-Ersatz, Experten bescheinigen Wasserstoff eine goldene Zukunft. Staaten fördern kräftig und auch die Unternehmen kommen voran.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

    Zum Interview

     

    First Hydrogen: Eigenes Tankstellennetz und Europaexpansion

    Richtig rund läuft es derzeit bei First Hydrogen: Die Aktie hat sich in den vergangenen Monaten stark entwickelt und die gesunde Konsolidierung scheint bereits beendet zu sein. Und noch wichtiger, auch operativ geben die Kanadier Vollgas. Ein eigenes H2-Tankstellennetz in Nordamerika ist möglich und nachdem die EU sich auf eine konkrete Strategie zur Förderung von Erneuerbaren Energien geeinigt hat, expandiert First Hydrogen jetzt auch in Europa. So sollen Flottenbetreiber mit leichten Nutzfahrzeugen für Testeinsätzen gewonnen werden. Die Tests in Deutschland und Frankreich sollen Anfang 2024 beginnen. Zudem prüft First Hydrogen die Möglichkeiten für die Produktion von grünem Wasserstoff. Denn die Ziele der EU sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2030 sollen 20 Mio. Tonnen grüner Wasserstoff bereitgestellt werden können. Die Hälfte davon soll innerhalb der EU produziert werden und der Rest importiert werden.

    Nicholas Wrigley, Chairman von First Hydrogen UK: "Der strategische Rahmen und das Bekenntnis der Europäischen Union zu Wasserstoff sind nun gegeben und stellen eine große Chance für das Geschäftsmodell von First Hydrogen dar, das mit der Bereitstellung von Flottenfahrzeugen und Wasserstoff als Dienstleistung eine Gesamtlösung anbietet." In Großbritannien sind die ersten Vorführwagen bereits auf der Straße und werden von Flottenbetreibern in den kommenden Monaten getestet. Dies erleichtere die Expansion in die EU. First Hydrogen ist überzeugt, dass die Transporter in puncto Reichweite, rascher Betankung und Leistung branchenführend sind. Über die hervorragenden Zukunftsperspektiven hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche auch auf der virtuellen Investorenkonferenz IIF berichtet. Der Vortrag steht auch hier auf youtube zur Verfügung.

    Auch die Experten von researchanalyst.com haben First Hydrogen in ihrer jüngsten Studie weiteres Kurspotenzial bescheinigt. Im Vergleich zur Konkurrenz sei die Börsenbewertung der Kanadier trotz der zuletzt starken Performance weiterhin deutlich zu niedrig. Dabei wird auch auf die Strategie für „Hydrogen-as-a-Service“ hingewiesen. Innerhalb dieser könnte First Hydrogen in Nordamerika ein eigenes H2-Tankstellennetzes aufbauen. Mehr dazu hier.

    Nel gewinnt US-Milität als Partner

    Zu der deutlich höher bewerteten Peer-Group zählt Nel. Die Norweger bringen trotz der Kurshalbierung im laufenden Jahr noch immer rund 2 Mrd. EUR auf die Börsenwaage. Ein schwaches Wachstum, hohe Verluste und ausbleibende Großaufträge belasten die Aktie. Zumindest namhafte Förderer kann Nel weiterhin vorweisen. In den USA unterstützt das US-Verteidigungsministerium finanziell bei der Entwicklung von fortschrittlichen PEM-Elektrolyseuren, die eine kostengünstige Wasserstoffspeicherung und robuste Anwendungen ermöglichen sollen. Der Zuschuss von 5,6 Mio. USD soll die Forschung beschleunigen.

    Kathy Ayers, Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung bei Nel: "Wir freuen uns sehr über diese Finanzierung durch das Verteidigungsministerium. Dieses Projekt wird ein wichtiger Wegbereiter für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff in großem Maßstab für industrielle Anwendungen mit der PEM-Technologie sein.“ 19 Monate soll das Projekt laufen. Aufgrund der Meldung konnte die Nel-Aktie gestern im deutschen Handel um über 10% zulegen und einen Ausbruchsversuch aus dem Abwärtstrend einläuten.

    ITM Power und Plug Power legen zu

    Im Rahmen der freundlichen Stimmung – und ohne unternehmensspezifische News – legten auch die Aktien von ITM Power und Plug Power deutlich zu. ITM Power konnte um über 10% auf 1,33 EUR klettern. Allerdings hat sich der Wert seit Mai auch mehr als gedrittelt. Das Allzeit-Hoch aus November des vergangenen Jahres lag sogar bei über 6 EUR. Nach enttäuschenden Zahlen und einem Wechsel im Management hatte zuletzt Berenberg das Kursziel auf umgerechnet 1,51 EUR reduziert. Auch Branchenprimus Plug Power legte gestern immerhin um über 5% zu. Bei dem mit über 13 Mrd. USD bewerteten US-Unternehmen warten Anleger auf Großaufträge für ein schnelleres operatives Wachstum. Zuletzt hatte das Wasserstoff-Pure-Play gemeinsam mit Partner Lhyfe die erste Wasserstoffproduktionsanlage auf einer schwimmenden Plattform in Betrieb genommen. Die 1-MW-Anlage befindet sich in direkter Nachbarschaft eines Offshore-Windparks und kann so ohne Umwege grünen Wasserstoff produzieren. Die beiden Partner wollen gemeinsam europaweit Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff errichten. Bereits bis 2025 soll die Produktionskapazität bei 300 MW liegen. Außerdem will man gemeinsam eine 1-GW-Produktionsstätte entwickeln.


    Wasserstoff wird im kommenden Jahrzehnt ein zentraler Bestandteil der weltweiten Energieversorgung sein. Unternehmen bringen sich dafür in Stellung. First Hydrogen gehört dabei zu den eher niedrig bewerteten Unternehmen. Bei Nel und Plug Power muss endlich auf der Umsatzseite der Knoten platzen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 09.03.2026 | 05:00

    Energieschock? Hier ist die Lösung! Das Potenzial von Linde, Veolia und AHT Syngas

    • Synthesegas
    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Energiepreisschock

    Börse und Wirtschaft sind volatiler denn je. Gründe sind die militärische Eskalation im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Mit Rohölpreisen, die die Marke von 90 USD je Barrel überschritten haben und laut Analysten in einem anhaltenden Krisenszenario auf über 150 USD steigen könnten, steht die Industrie vor einer ernsten Herausforderung. In diesem Umfeld wandelt sich auch die Dynamik der Energiewende: Dekarbonisierung ist für Unternehmen nicht mehr nur ein regulatorisches Ziel, sondern Überlebensstrategie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit geworden. Während der Industriegase-Konzern Linde durch seine Expertise in der Wasserstofflogistik das technologische Rückgrat der Dekarbonisierung bildet, sichert Veolia Environnement durch das Management globaler Stoffkreisläufe Ressourcen und generiert sogar krisenfeste Cashflows. Gut zu den genannten Unternehmen passt auch AHT Syngas, dessen Vergasungsanlagen industrielle Abfallströme direkt am Ort ihrer Entstehung zu kostengünstigem Synthesegas und grünem Wasserstoff umwandeln – eine dezentrale Technologie, die heute mehr denn je einen Nerv trifft.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.03.2026 | 04:30

    Iran-Krieg und explodierende Ölpreise! Gibt es überhaupt Gewinner? Infineon, First Hydrogen und Aixtron im Fokus

    • HighTech
    • Halbleiter
    • Microindustrie
    • Energiespeicher
    • Robotik
    • Wasserstoff

    Donald Trump fordert die bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes nach einem Blitzkrieg über ganze 7 Tage. Für die internationale Staatengemeinschaft und den laborierenden Ökonomien bedeutet ein nachhaltiger Ölpreisanstieg von 20 % starke Einbußen im Wirtschaftswachstum und einen gewaltigen Inflationsschub in den Ladenregalen durch die nachgelagerten Teuerungseffekte. Auch der Konsument wird in Kriegszeiten in keinen neuen Kaufrausch verfallen, sondern die Taschen geschlossen halten. Börsianer sollten daher ihren Blick nun weiter nach vorne richten als üblich. Denn vielleicht sind die Gewinnbringer nun jene Werte, die in den letzten Tagen arg gelitten haben oder neue Titel, mit entsprechender Langfrist-Perspektive. Wer wird nach der Krise wieder zum Spurt ansetzen?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 06.03.2026 | 05:30

    Iran Krieg lässt die Kasse klingeln! Mit BP den Boom mitnehmen und mit CHAR Technologies und First Solar die Zukunft kaufen

    • BP
    • CHAR Technologies
    • First Solar
    • Iran Krieg
    • Öl
    • Ölpreis
    • Biokohlenstoff
    • Gas
    • Ewigkeitschemikalien
    • Erneuerbare Energien
    • Solarkraft
    • Solaranlagen

    Der Schock des Iran-Krieges jagt den Ölpreis in die Höhe und beschert BP kurzfristig satte Gewinne. Trotzdem offenbart der Konflikt schonungslos die Achillesferse fossiler Abhängigkeit. Während die geopolitischen Risiken eskalieren, suchen Investoren händeringend nach krisenfesten Alternativen. Die Zukunft gehört Technologien, die sich von den Spannungen am Persischen Golf nicht beeindrucken lassen. Innovative Verfahren verwandeln längst Holzabfälle in grüne Energieträger, während Solarriesen neue Effizienzrekorde aufstellen. Drei Unternehmen zeigen, wohin die Reise geht: Der kurzfristige Höhenflug von BP ist nur die eine Seite der Medaille, die Weichen für nachhaltige Renditen stellen jetzt CHAR Technologies und First Solar.

    Zum Kommentar