08.10.2026 | 05:10
Amprius Technologies, HPQ Silicon, Kratos Defense – Diese Technologie elektrisiert das Militär
Drohnen verändern die moderne Kriegsführung und plötzlich entscheidet die Batterie über Reichweite, Nutzlast und Einsatzdauer. Aufgrund dessen investieren die USA Millionen in neue Hochleistungszellen und heimische Fertigungskapazitäten. Siliziumanoden könnten dabei zum entscheidenden Technologiesprung werden, denn sie versprechen deutlich höhere Energiedichten als klassische Graphitanoden. Der Wettlauf läuft bereits. Während große Defence-Konzerne die Produktion unbemannter Systeme hochfahren, kämpfen Batterieentwickler darum, die dafür benötigte Energie auf möglichst wenig Gewicht zu konzentrieren.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079 , AMPRIUS TECHNOLOGIES INC | US03214Q1085 | NYSE: AMPX , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Amprius Technologies – Amerika investiert Millionen in die Super-Batterie
Amprius Technologies treibt den Aufbau seiner amerikanischen Batterieproduktion voran. CAMINUS wird künftig von Amprius entwickelte Pouch-Zellen in Indianapolis fertigen. Die Produktion soll stufenweise hochgefahren werden und Kunden aus Luftfahrt, Verteidigung und unbemannten Systemen bedienen. Damit erweitert Amprius seine US-Fertigungskapazitäten, ohne selbst eine komplett neue Fabrik errichten zu müssen.
Noch wichtiger ist eine zweite Entwicklung. Ende September erhielt Amprius vom US-Verteidigungsministerium eine Förderung von bis zu 75 Mio. USD. Damit soll eine bestehende amerikanische Produktionslinie für Elektroautobatterien auf Hochenergiezellen für kleine Drohnen umgerüstet werden. Nach Abschluss Anfang 2028 soll die Anlage Kapazitäten für bis zu 12 Mio. Amprius-Zellen jährlich besitzen. Das Gesamtprojekt wird auf rund 100 Mio. USD beziffert.
Amprius ersetzt klassische Graphitanoden durch Siliziumlösungen und zielt damit auf höhere Energiedichten. Gerade bei Drohnen ist jedes Gramm entscheidend. Mehr gespeicherte Energie kann längere Flugzeiten, größere Reichweiten oder höhere Nutzlasten ermöglichen.
Dass Washington ausgerechnet diesen Bereich fördert, zeigt die strategische Bedeutung. Die USA wollen nicht nur bessere Batterien, sondern eine heimische, NDAA-konforme Lieferkette. Amprius soll damit vom Technologieentwickler zum Massenlieferanten für den boomenden Drohnenmarkt werden. Entscheidend wird nun, ob der Hochlauf gelingt.
HPQ Silicon – jetzt kommt die Technologie beim Militär an
In diesen Markt stößt auch HPQ Silicon vor. Über seine 36,8-prozentige Beteiligung an Novacium entwickelt das Unternehmen siliziumbasierte Anodenmaterialien sowie Hochleistungszellen und komplette Batteriesysteme. Entscheidend ist inzwischen jedoch nicht mehr allein die Technologie. Vielmehr hat Novacium begonnen, seine Batterien in konkrete militärische Anwendungen zu bringen.
Den ersten wichtigen Schritt lieferte ein kommerzieller Auftrag über GEN3-Batteriepacks für FPV-Drohnen, die für ein französisches Armeeregiment bestimmt sind. Zuvor waren Muster beim Endkunden getestet worden. HPQ betonte ausdrücklich, dass der Auftrag finanziell noch nicht wesentlich ist, strategisch ist er dennoch interessant. Aus Labortests und Qualifizierung wurde erstmals eine kommerzielle Defence-Anwendung.
Inzwischen folgt der nächste Bereich. Die technische Abteilung der französischen Armee, STAT, beauftragte Novacium mit der Entwicklung und Lieferung von Prototypbatterien für taktische Funkgeräte. Das Ziel ist ambitioniert, denn dabei soll die Energiekapazität deutlich erhöht oder möglicherweise sogar verdoppelt werden, ohne bestehende Anschlüsse, Ladegeräte oder Schnittstellen zu verändern. Dafür werden die hochkapazitiven GEN3- und GEN4-Zellen eingesetzt. Die Prototypen sollen unter realen Einsatzbedingungen getestet werden.
Damit wird die Story für HPQ interessanter. Siliziumanoden sollen nicht mehr nur bessere Laborwerte liefern, sondern die Probleme von zu kurzen Drohnenflugzeiten und zu kurzer Einsatzdauer militärischer Elektronik lösen.
Gelingt nach den ersten Aufträgen der Sprung in größere Serien, könnte aus der technologischen Validierung ein skalierbares Geschäft entstehen. Der globale Wettlauf um leistungsfähige, möglichst unabhängige Batterie-Lieferketten spielt HPQ dabei in die Karten.
Kratos Defense – der Drohnenboom erreicht die nächste Stufe
Wie groß der Markt für neue militärische Technologien wird, zeigt Kratos Defense. Der US-Rüstungsspezialist meldete Anfang Oktober neue Aufträge im Wert von mehr als 100 Mio. USD für Space- und Cyber-Missionen. Die Systeme sollen unter anderem komplexe Funksignale erfassen und verarbeiten sowie militärische Entscheidungs- und Zielprozesse unterstützen. Dabei greift Kratos auf sein globales KnownSpace-Netzwerk mit mehr als 190 Sensoren zurück.
Kratos steht jedoch vor allem für einen grundlegenden Wandel in der Rüstungsindustrie. Neben klassischen Raketen- und Satellitensystemen entwickelt der Konzern unbemannte Systeme, Triebwerke und autonome Plattformen. Bekanntestes Beispiel ist die XQ-58A Valkyrie, die als vergleichsweise kostengünstiges unbemanntes Kampfflugzeug entwickelt wurde.
Die Logik dahinter verändert den Verteidigungsmarkt. Statt ausschließlich auf wenige extrem teure Plattformen zu setzen, sollen künftig größere Stückzahlen unbemannter Systeme eingesetzt werden. Dadurch gewinnen Kosten, skalierbare Produktion und verfügbare Lieferketten an Bedeutung.
Hier schließt sich der Kreis zur Batterietechnik. Kleinere elektrische Aufklärungs-, FPV- und Angriffsdrohnen benötigen möglichst leichte Energiespeicher mit hoher Energiedichte. Je größer die Stückzahlen werden, desto stärker steigt gleichzeitig der Bedarf an leistungsfähigen und geopolitisch sicheren Batterie-Lieferketten.
Amprius zeigt bereits, wohin die Reise geht. Washington finanziert neue heimische Kapazitäten für Millionen Hochenergiezellen. HPQ Silicon und Novacium versuchen sich parallel in Europa mit Siliziumanoden, eigenen Zellen und ersten militärischen Anwendungen zu positionieren. Kratos steht auf der anderen Seite für den gewaltigen Ausbau unbemannter und autonomer Verteidigungssysteme. Der Kampf um die bessere Drohne könnte deshalb zunehmend auch zum Kampf um die bessere Batterie werden.
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