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29.10.2026 | 05:43

Almonty Industries, Rheinmetall, SpaceX – Wolfram als Rückgrat von Rüstung und Raumfahrt

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Bildquelle: Pixabay

Die Aufrüstung beginnt im Bergwerk und nicht in der Fabrik. Rohstoffe wie Wolfram sind laut dem Positionspapier vom Maschinenbauverband VDMA aus dem September in Rüstung, Luftfahrt und vielen anderen Bereichen unverzichtbar. Wie eng Verteidigung und Weltraum inzwischen verzahnt sind, zeigte der 1. Oktober. Da startete der erste gemeinsame Satellit von Rheinmetall Italia und Argotec für die militärische Luftraumüberwachung auf einer Falcon 9 von SpaceX. Rohstoff, Rüstung und Raumfahrt hängen an einer Lieferkette. Wer dort Löcher stopfen kann, ist gefragt. Wir sehen uns daher Almonty Industries, Rheinmetall und SpaceX genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Almonty Industries Inc | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Wolfram für die Rüstung kommt wieder aus Sangdong

    Almonty Industries liefert wieder Wolfram aus Südkorea. Am 21. September erhielt die Aufbereitungsanlage in Sangdong ihre letzte Betriebszertifizierung, die erste Ausbaustufe gilt seitdem als kommerziell in Betrieb. Am 23. September meldete die Gesellschaft die erste Wolframproduktion dort seit 1993. Wie CEO Lewis Black am 7. Oktober auf dem International Investment Forum sagte, laufe die Anlage etwa 16 Stunden am Tag, alle paar Tage kämen zwei Stunden dazu. Am 24. Oktober verließ die erste kommerzielle Wolframlieferung Sangdong. Die Mahlanlage arbeitete laut Lewis Black bereits seit etwa zwei Monaten mit voller Leistung. Die Produktion läuft immer besser.

    Auch beim Absatz hat sich das Bild aufgehellt. Auf dem Investor Day am 19. Oktober berichtete Black, dass der Abnahmevertrag Global Tungsten & Powders, einem der größten westlichen Hersteller von Wolframoxid, um 6 Jahre verlängert worden ist, und zwar zu einem höheren Preis über die gesamte Laufzeit. Der frühere Abschlag fällt weg. Zudem läuft die zweite Ausbaustufe, die Ausrüstung dafür ist bestellt. Ihre Wirkung soll sich im kommenden Jahr zeigen. Der durchschnittlichen Preis für das Zwischenprodukt Ammoniumparawolframat (APT) lag zuletzt bei 2.700 USD je MTU. Das spielt Almonty in die Karten.

    Zusätzlicher Rückenwind kommt aus der Politik. Lewis Black verwies auf die Beschaffungsregeln der USA für die Verteidigung, die ab dem 1. Januar 2027 gelten und Wolfram aus China, Nordkorea, Russland und dem Iran ausschließen. Wer soll die Lücke füllen? Almonty setzt auf Sangdong, auf die Aufarbeitung alter Abraumhalden in Los Santos in Spanien und auf Konzentrat aus Ruanda. Dort sei man nach Auskunft der Regierung ab November größter Konzentrat-Exporteur des Landes. Außerdem soll das Projekt in Montana in Produktion gebracht und Panasqueira ausgebaut werden. Die Analysten der Bank of America sehen das Kursziel bei 24,00 USD.

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    Rheinmetall – Munition, Werft und Satellit aus einer Hand

    Am 16. Oktober hat Rheinmetall im spanischen Albacete die Produktion von Munition mittleren Kalibers gestartet. Dort sollen jährlich etwa 3 Mio. Komponenten entstehen, nämlich 1,2 Mio. Geschosse und 1,8 Mio. Hülsen. Der Standort gehört zum Projekt Firepower. Der Konzern investierte etwa 20 Mio. EUR, die Belegschaft wächst von etwa 210 auf etwa 300 Beschäftigte. Auch in Großbritannien geht es voran. Die Waffenfertigung in Telford wurde am 22. Oktober eröffnet, in acht Monaten wurde dort aus einer leeren Halle eine Fertigung. Damit vergrößert der Konzern seine Kapazitäten im Bereich Munition deutlich.

    Am 19. Oktober kündigte Rheinmetall zudem an, mit der Reederei MSC die Werft Mangalia in Rumänien zu übernehmen. Die beiden Partner gewannen die Versteigerung mit einem Gebot von etwa 138 Mio. EUR. Der Abschluss wird in wenigen Wochen erwartet. Die Werft soll zivil und militärisch genutzt werden und vier Marineschiffe für Rumänien bauen, darunter zwei Patrouillenschiffe mit 96 m Länge. Für das Wachstum steht die Finanzierung bereit, denn am 8. Oktober verdoppelte der Konzern seine Kreditlinie vorzeitig von 750 Mio. EUR auf 1,5 Mrd. EUR.

    Auch im All wächst das Geschäft. Am 1. Oktober startete der erste gemeinsame Satellit von Rheinmetall Italia und Argotec zur militärischen Luftraumüberwachung auf einer Falcon 9 von SpaceX. Er soll die Funktionen im Orbit prüfen. Das Programm ist modular auf mehrere Jahre angelegt, ein weiterer Start ist für 2028 geplant. Ob die späteren Finanzierungsphasen folgen, ist noch offen. Am 6. Oktober erhielt zudem die Bundeswehr direkten Zugriff auf Radarsatelliten im Programm SPOCK 1. Die Zahlen zum 3. Quartal folgen am 5. November.

     

    SpaceX – Gewinn im dritten Quartal und Aufträge für die nationale Sicherheit

    Am 20. Oktober legte SpaceX die Zahlen zum 3. Quartal vor. Der Umsatz stieg um 161 % auf 14,6 Mrd. USD, nach 5,6 Mrd. USD im Vorjahr. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 4,4 Mrd. USD, im Vorjahr war es ein Verlust von 1,1 Mrd. USD. Das bereinigte EBITDA kletterte um 306 % auf 8,8 Mrd. USD. Größter Treiber war das Geschäft mit Rechenleistung für künstliche Intelligenz unter dem Namen Super Intelligence mit 7,6 Mrd. USD Umsatz. Starlink steuerte im Segment Connectivity 5,2 Mrd. USD bei. Der Umsatz schoss durch die Decke.

    Bei Starlink kamen im Quartal 1,6 Mio. Verbraucherkunden dazu, insgesamt sind es mittlerweile 13,6 Mio. Das Geschäft mit Unternehmen und Behörden wuchs um 91 %, auch dank Starshield. Bei Starship erreichte Flug 14 erstmals die Umlaufbahn, dabei seien laut Konzernchef Elon Musk 26 Terabit pro Sekunde an Bandbreite geliefert worden. Flug 15 soll im November folgen, mit dem Versuch, Booster und Raumschiff aufzufangen. Musk hält einen Erfolg für wahrscheinlicher als einen Fehlschlag, garantiert sei er aber nicht. Starlink Mobile kommt auf mehr als 22 Mio. Nutzer im Monat.

    Auch die Verteidigung spielt eine Rolle. Sechs der 35 Starts im Quartal waren Missionen für die nationale Sicherheit, weitere 18 solcher Aufträge hat SpaceX laut Unternehmen neu unterzeichnet. Der Auftragsbestand beträgt 63 Mrd. USD, davon sollen 42 Mrd. USD binnen zwölf Monaten Umsatz werden. Für das 1. Quartal 2027 peilt das Unternehmen 33 Mrd. bis 37 Mrd. USD Umsatz an. Gleichzeitig steigen die Investitionen von 19,6 Mrd. USD im 3. Quartal auf 35 Mrd. bis 40 Mrd. USD im 4. Quartal. Die Aktie bleibt spannend.

    Fazit

    Wer Rohstoff, Rüstung und Raumfahrt zusammendenkt, landet bei diesen drei Unternehmen. Almonty Industries liefert wieder Wolfram aus Sangdong und hat einen Abnahmevertrag um sechs Jahre zu besseren Konditionen verlängert. Gelingt der weitere Hochlauf, könnte die Gesellschaft von den Beschaffungsregeln der USA ab 2027 profitieren. Rheinmetall baut Munitionsfertigung, Schiffbau und Satelliten aus und hat die Kreditlinie auf 1,5 Mrd. EUR verdoppelt. SpaceX verdient erstmals Geld und hat 63 Mrd. USD Auftragsbestand, investiert aber in einem Tempo, das sich erst auszahlen muss. Operativ laufen alle drei gut.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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