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26.10.2026 | 05:29

Die Kurse fallen, das Geschäft wächst: Welche Chancen bieten jetzt die Aktien von Almonty, Rheinmetall und Renk für Anleger?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Euphorie ist anscheinend verflogen. Nach kräftigen Kursrückgängen stehen Almonty, Rheinmetall und Renk wieder zunehmend im Fokus. Sind das angesichts der intakten Nachfragetrends neue Einstiegsmöglichkeiten? Denn ohne Rohstoffe keine Munition, ohne Antriebe keine beweglichen Streitkräfte. Almonty hat den kommerziellen Betrieb der Wolframmine Sangdong aufgenommen und damit einen historischen Meilenstein markiert. Rheinmetall und Renk stehen auf dem Prüfstand, wie schnell und profitabel sie Aufträge abwickeln können. Abwarten oder zuschlagen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Almonty Industries Inc | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK AG | DE000RENK730

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Inhaltsverzeichnis:


    Almonty: Historischer Meilenstein erreicht

    In diesen Tagen markiert die Gesellschaft mit der ersten kommerziellen Wolframlieferung aus der Sangdong-Mine in Südkorea einen entscheidenden Meilenstein. Damit endet eine mehr als 30-jährige Unterbrechung der Produktion. Almonty verkauft den kritischen Rohstoff Wolfram als Konzentrat, das weiterverarbeitet und dann unter anderem in Hartmetallwerkzeugen, Elektronik und militärischen Anwendungen eingesetzt wird. Für Kunden zählt neben dem Preis die verlässliche Herkunft.

    Parallel treibt Almonty die zweite Ausbaustufe voran und erwartet die Fertigstellung von Phase II im Jahr 2027. Dann soll die Verarbeitungskapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich steigen, was rund 40 % der weltweiten Wolframnachfrage außerhalb Chinas entspricht.  Durch einen Vertrag mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee-Gruppe, der nach der jüngsten Anpassung über 21 Jahre läuft, wird der Absatz planbarer. Er deckt nach Unternehmensangaben mehr als 90 % der Phase-I-Produktion ab.

    Neben dem Abbau plant Almonty eine Anlage zur Verarbeitung von Wolframkonzentrat zu Ammoniumparawolframat und Wolframoxid. Diese Zwischenprodukte werden von industriellen Abnehmern benötigt. Nach Einschätzung des Managements liegt der Engpass im Westen nicht allein bei der Förderung, sondern zunehmend auch bei den verfügbaren Verarbeitungskapazitäten. Der Baubeginn ist für 2027 anvisiert.

    Zum Halbjahr standen rund 1,2 Mrd. CAD Liquidität zur Verfügung. Wesentliche Grundlage war eine Wandelanleihe über 800 Mio. USD, verzinst mit 2,25 % und fällig 2031. Die Mittel wurden anfangs für die Ablösung teurer Kredite und für Aktienrückkäufe genutzt. Die Anteilsscheine notieren derzeit bei 8,85 USD, womit die Aktie die kompletten Gewinne seit Jahresbeginn abgegeben hat. Die Marktkapitalisierung beträgt 2,55 Mrd USD. Die Analysten der Bank of America formulierten zuletzt ein Kursziel von 24 USD, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial signalisiert.

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    Rheinmetall: Ausblick im Fokus

    Rheinmetall erweitert sein Rüstungsgeschäft um die satellitengestützte Aufklärung. Am Standort Neuss ist die Serienproduktion von SAR-Satelliten jüngst angelaufen, welche gemeinsam mit dem finnischen Partner Iceye gefertigt werden. Geplant sind rund 50 Satelliten jährlich, der erste Start ist für Anfang 2027 vorgesehen. Strategisch eröffnet sich Rheinmetall damit ein attraktives Wachstumsfeld mit langfristigem Potenzial bei militärischer Aufklärung und vernetzten Gefechtssystemen.

    Seit einiger Zeit steht die Aktie unter Druck und notiert momentan im Bereich von 1.000 EUR. Kürzlich senkten die Experten der Schweizer Großbank UBS das Kursziel von 1.600 auf 1.360 EUR. Mit Blick auf den Kapitalmarkttag des Konzerns am 26. und 27. November gehen die Analysten davon aus, dass Rheinmetall konservativere Ziele formulieren wird.

    Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz um 39 % auf 5,23 Mrd. EUR, das operative Ergebnis legte deutlich stärker um 74 % auf 786 Mio. EUR zu. Die operative Marge erreichte 15 %. Nach der Entscheidung zum Fregattenprogramm F126 reduzierte Rheinmetall seine Umsatzerwartung um 300 Mio. EUR. Der Konzern erwartet nun 13,7 bis 14,2 Mrd. EUR Jahresumsatz bei rund 19 % operativer Marge. Der Quartalsbericht am 5. November liefert den nächsten Prüfstein. Weitere Projektverschiebungen oder ein schwacher Cashflow könnten zu Enttäuschungen führen.

    Renk: Fokussierung schreitet voran

    Der Konzern verkauft sein ziviles Gleitlagergeschäft an die österreichische Miba AG. Der Kaufpreis liegt im unteren bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. Für 2026 erwartet der Spezialist für Getriebe und Antriebssysteme auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche rund 1,4 Mrd. EUR Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 240 bis 255 Mio. EUR. Zusätzlichen Rückenwind liefert ein neuer Auftrag von KNDS über rund 130 Mio. EUR, welcher u.a. Getriebe samt Steuerung für den Panzer Leopard 2 und weitere Fahrzeuge umfasst. Die Auslieferung ist von 2029 bis 2032 geplant.

    Im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang auf rund 1,2 Mrd. EUR. Der Umsatz legte lediglich um 2,7 % auf 637,2 Mio. EUR zu, das bereinigte EBIT wuchs dagegen überproportional um 10,1 % auf 98,2 Mio. EUR. Am 5. November muss der Neunmonatsbericht zeigen, ob Auftragslage und operative Umsetzung weiterhin zusammenpassen. Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel zuletzt von 62 auf 50 EUR gesenkt. Die Experten gehen nun von einem langsameren Hochlaufen der deutschen Panzerfahrzeugprogramme aus und reduzierten ihre Gewinnschätzungen für 2027 bis 2030.

    Fazit

    Almonty bietet einen starken Hebel auf zusätzliche Wolframlieferungen und hohe Preise. Zudem besitzt die Sangdong-Mine geopolitisches Gewicht. Die Aktie ist nach Meinung von Analysten stark unterbewertet. Mit den anstehenden Q3-Zahlen und dem Kapitalmarkttag dürften Anleger einen besseren Blick auf die mittelfristigen Ziele von Rheinmetall bekommen. Für Renk sind Analysten bullish und ein langsamerer Hochlauf der Produktion mit der damit verbundenen Skepsis ist eingepreist.  


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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