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01.10.2020 | 05:50

Aurelius, Lukoil, SolGold: Was bieten die Tausendsassas an der Börse?

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Wer alles ein bisschen kann, kann es in der Berufswelt weit bringen – oder fährt Taxi. Aktuell bestimmt die Diskussion um „Neo-Generalisten“ die Karriereseiten. In einer Welt des Wandels ist es sinnvoll, wenn man von verschiedenen Fachgebieten Ahnung hat und auf mehreren Hochzeiten tanzen kann, so die Befürworter. Im Gegenzug bemängelt Experten Halbwissen und halbgare Vorschläge seitens der beruflichen Tausendsassas. Auch an der Börse gibt es Unternehmen, die einen bunten Straus an Aktivitäten bieten. Oftmals wird dies vom Markt zunächst nicht adäquat bewertet. Ein Beispiel ist die Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Immer wenn in zukunftsträchtigen Branchen Chancen auf Zukäufe ergeben, schnappt Aurelius zu. Das Ergebnis ist ein bunter Straus an Beteiligungen. Aurelius selbst unterstützt die Unternehmen und plant, diese nach erfolgreicher Sanierung wieder zu verkaufen. Aktuell glänzt das Unternehmen mit einer prall gefüllten Exit-Pipeline, lediglich das Marktumfeld erscheint angesichts der Krise ein wenig ungünstig. Doch hier kann sich Vielfalt auszahlen – schließlich sind nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: GB00B0WD0R35 , DE000A0JK2A8 , US69343P1057

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Inhaltsverzeichnis:


    Aurelius schreckt Kurzfrist-Anleger ab

    Hinzu kommt, dass die Krise auch Unternehmen bedroht, die eigentlich fundamental gesund sind. Für eine Beteiligungsgesellschaft wie Aurelius kann das große Chancen eröffnen. Doch an der Börse kommt das Unternehmen nicht so gut weg. Trotz eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von rund 5 kommt der Kurs nicht in die Gänge. Manche Aktionäre fürchten sich davor, dass die Krise Ausschüttungen verzögert. Viele Anleger, die schnell Geld sehen wollen, haben sich von der Aktie verabschiedet.

    Auf Sicht von einem Jahr gab Aurelius satte 63% ab, und das, obwohl das Unternehmen erst kürzlich im Rahmen seiner Neunmonatszahlen den Gewinn (EBITDA) auf 187,3 Mio. EUR verfünffachen konnte. Trotzdem kam der Kurs nicht in die Gänge. Es scheint, als würden noch immer viele Anleger vor der Vielzahl an Unternehmen im Aurelius-Portfolio zurückschrecken und das Geschäftsmodell eher als Bürde, denn als Chance sehen.

    Lukoil ist keine Value-Perle mehr

    Vom Markt wenig beachtet wird seit Jahren auch die Aktie von Lukoil. Das liegt aber in erster Linie in der Herkunft des Ölunternehmens begründet: Russische Aktien haben seit Beginn der Sanktionen einen schweren Stand und werden von Investoren wenig geschätzt. Lukoil deckt die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Ölproduktion ab und hat sogar Tankstellen im Angebot. Über Jahre galten Aktien aus dem russischen Öl- und Gassektor als Value-Perlen, doch das hat sich seit Corona geändert.

    Die Coronakrise und auch der Lockdown in China haben Lukoil bereits früh getroffen und dem Unternehmen im ersten Halbjahr bereits Verluste beschert. Allein der Umsatz hat um ein Drittel nachgegeben. Grund waren auch die Förderkürzungen der Opec+. Inzwischen ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von Lukoil mit rund 15 wieder deutlich zweistellig, nachdem es über Jahre weit unter 5 lag.

    Auf Sicht von einem Jahr verlor die Aktie von Lukoil mehr als dreißig Prozent und gilt aufgrund des gesunkenen Gewinns auch nicht mehr als unterbewertet. Dennoch hat das Unternehmen eine Menge zu bieten: Lukoil sitzt auf großen Ölreserven und hält auch weiter an seiner Dividende fest. Aktuell schüttet das Unternehmen mehr als 10% des Kurswertes an Anleger aus. Für langfristige Investoren, die an eine Entspannung der politischen Lage und ein Comeback der Ölpreise glauben, ist das eine solide Ausgangsposition.

    SolGold tanzt auf vielen Hochzeiten – Schwerpunkt in Ecuador

    Ohne Hoffen und Warten kommen dagegen Anleger von SolGold aus – schließlich fokussiert man sich bei SolGold auf Kupfer und Gold. Das britisch-australische Explorationsunternehmen war eines der ersten Unternehmen, welches sich in Ecuador umfangreiche Rohstoffrechte gesichert hat. Auch in Australien und auf den Salomon-Inseln ist das Unternehmen tätig und verfügt dementsprechend über verschiedene Tochtergesellschaften.

    Herzstück des Unternehmens ist das Projekt Alpala in Ecuador, das dem Unternehmen zu 85% gehört und zu dem aktuell eine vorläufige Machbarkeitsstudie in Arbeit ist. Zuletzt gab das Unternehmen Details zur Studie bekannt und bestätigte, dass es rund um die bereits veröffentlichte Ressourcenschätzung keinerlei Änderungen geben wird. Lediglich in bestimmten Teilbereichen kam es zu Verzögerungen, die das Unternehmen nun so schnell wie möglich aufholen möchte.

    Die Fantasie rund um SolGold ist ohnehin eine ganz andere: Neben Alpala verfügt das Unternehmen über dreizehn weitere Projekte in Ecuador. Langfristig sollen dadurch Synergieeffekte entstehen. Auch aus diesem Grund treibt das Unternehmen sämtliche Projekte gleichermaßen voran und sorgt so für einen kontinuierlichen Newsflow. Alle Projekte befinden sich inmitten des vielversprechenden Andengürtels.

    Perspektive rund um Kupfer und Gold vielversprechend

    Obwohl die Aktie von SolGold auf Sicht von einem Jahr bereits knapp 20% zulegen konnte, bewertet der Markt die Perspektiven des Unternehmens vorsichtig. Anders als bei vielen vergleichbaren Unternehmen, gibt es bei SolGold jedoch deutlich weniger Projekte, die lediglich stiefmütterlich behandelt werden. Dies sollte höhere Bewertungen rechtfertigen.

    Dass die Herangehensweise von SolGold vielversprechend sein kann, haben auch Unternehmen wie Newcrest Mining, BHP Billiton oder Franco Nevada erkannt und sich an Projekten von SolGold beteiligt. Wie auch bei Aurelius oder Lukoil kann es sich für Investoren auch bei SolGold lohnen, sämtliche Projekte unter die Lupe zu nehmen und das Potenzial zu prüfen. Anders als in anderen Branchen erscheint der Zeitpunkt bei Unternehmen rund um die Förderung von Kupfer und Gold aktuell günstig zu sein.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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