19.10.2026 | 05:27
Baker Hughes, Zefiro Methane, Clean Harbors - Amerikas schmutziges Erbe wird zur Goldgrube
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane Corp.
Amerikas Energieboom hat eine teure Kehrseite. Während Milliarden in neue Gasinfrastruktur, Kraftwerke und Rechenzentren fließen, belasten Hunderttausende stillgelegte Öl- und Gasbohrungen weiterhin die Umwelt. Aus vielen entweicht Methan, ein besonders klimaschädliches Treibhausgas. Gleichzeitig verschärfen Behörden die Anforderungen an Industrieunternehmen, ihre Altlasten zu beseitigen. Damit entsteht ein Markt, in dem nicht nur große Energietechnikkonzerne und etablierte Umweltdienstleister profitieren könnten. Auch spezialisierte Unternehmen, die alte Bohrlöcher dauerhaft verschließen, rücken zunehmend in den Fokus.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Zefiro Methane Corp | CA98926D1069 , BAKER HUGHES CO. | US05722G1004 , CLEAN HARBORS | US1844961078
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Baker Hughes – KI-Stromhunger sorgt für neue Milliardenfantasie
Der Energiehunger der amerikanischen Wirtschaft beschert Baker Hughes neue Geschäftsmöglichkeiten. In der abgelaufenen Börsenwoche meldete der US-Energietechnologiekonzern eine erweiterte Zusammenarbeit mit Venture Global und GE Vernova. Gemeinsam wollen die Unternehmen bis zu 16 neue Kraftwerkseinheiten ermöglichen, die künftig LNG-Anlagen und möglicherweise auch benachbarte Rechenzentren mit Strom versorgen sollen. Baker Hughes liefert dafür unter anderem Gasturbinen, Steuerungstechnik und elektrische Integrationssysteme. Erste Bestellungen werden bis Ende 2026 erwartet, mögliche Lieferungen sind für 2028 bis 2034 vorgesehen.
Baker Hughes gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Technologien und Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie. Das Geschäft reicht von Bohr- und Fördertechnik über LNG-Anlagen bis zu industriellen Energielösungen. Geschäftsfördernd wirkt dabei die zunehmende Verbindung zwischen klassischer Energieinfrastruktur und dem wachsenden Strombedarf durch Künstliche Intelligenz.
Die neue Vereinbarung mit Venture Global ist zunächst ein Rahmenabkommen und noch kein vollständig abgerufener Milliardenauftrag. Dennoch zeigt sie, welche Dimensionen der Ausbau dezentraler Stromversorgung erreichen könnte.
Auch die Analysten sehen Potenzial. Stifel bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 75 USD. Beim zugrunde gelegten Kurs von 54,40 USD entspricht das einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 38 %. Morgan Stanley bekräftigte am 14. Oktober ebenfalls sein Kaufvotum und ein Kursziel von 70 USD.
Die nächsten Impulse könnten bereits am 27. Oktober folgen, wenn Baker Hughes seine Quartalszahlen vorlegt. Entscheidend wird sein, wie schnell der Konzern die steigende Nachfrage nach Energieinfrastruktur in zusätzliche Aufträge und Gewinne umwandeln kann.
Zefiro Methane – Rekordumsatz und Milliardenmarkt für Methansanierung
Zefiro Methane entwickelt sich zunehmend zu einem bedeutenden Spezialisten für die Sanierung stillgelegter Öl- und Gasbohrungen in den USA. Über seine Tochtergesellschaft Plants & Goodwin verschließt das Unternehmen verwaiste Bohrlöcher, verhindert das Austreten von Methan und übernimmt technische Dienstleistungen rund um Rückbau und Rekultivierung. Der Markt ist gewaltig, nach Einschätzung des Analystenhauses GBC AG existieren in den USA rund zwei Millionen nicht ordnungsgemäß verschlossene inaktive Öl- und Gasbohrungen.
Wie dynamisch das Geschäft wächst, zeigen die jüngsten Jahreszahlen von Zefiro Methane. Im Geschäftsjahr 2026 steigerte Zefiro den Umsatz um 31,1 % auf den Rekordwert von 42,5 Mio. USD. Der Bruttogewinn legte um 66 % auf 12,4 Mio. USD zu. Eine deutlich positive Entwicklung nahm auch das bereinigte EBITDA. Nach einem Minus von 4,0 Mio. USD im Vorjahr erwirtschaftete Zefiro nun einen positiven Wert von 3,8 Mio. USD. Der Nettoverlust verringerte sich gleichzeitig um 67,5 % auf 3,5 Mio. USD.
Für zusätzliches Wachstum ist gesorgt. In Ohio läuft ein staatlich finanzierter Sanierungsauftrag über 19,6 Mio. USD. Hinzu kommt ein weiterer Auftrag über 11,5 Mio. USD mit einer Laufzeit bis Juni 2029. Durch die Übernahme von Ausrüstung von Viking Well Service verfügt Zefiro außerdem über fünf zusätzliche Bohranlagen und kann seine Aktivitäten auf weitere US-Bundesstaaten ausdehnen.
Rückenwind kommt auch von Analystenseite. GBC bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1,50 USD beziehungsweise 2,15 CAD bis Juni 2027. Für das Geschäftsjahr 2028/29 erwarten die Experten bereits 75,21 Mio. USD Umsatz und ein EBITDA von 15,04 Mio. USD.
Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind damit geschaffen. Entscheidend wird nun, die neuen Kapazitäten auszulasten, die Großaufträge profitabel abzuarbeiten und das positive bereinigte EBITDA in nachhaltig steigende Gewinne zu verwandeln.
Clean Harbors – 775 Millionen USD für weiteres Wachstum
Clean Harbors baut seine führende Stellung im nordamerikanischen Markt für Umweltdienstleistungen mit den Übernahmen von EnviroServe und ES&H für zusammen 775 Mio. USD weiter aus. Damit erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle, industriellen Reinigungsarbeiten und der Bewältigung von Umweltvorfällen. Besonders das zusätzliche Standortnetz von EnviroServe soll neue Kunden und größere Entsorgungsmengen erschließen.
Der Konzern mit Hauptsitz in Massachusetts gehört zu den größten spezialisierten Umweltdienstleistern Nordamerikas. Zum Geschäft zählen die Behandlung und Entsorgung gefährlicher Industrieabfälle, Notfalleinsätze bei Umweltverschmutzungen sowie die Aufbereitung und Wiederverwertung gebrauchter Industrieöle.
Am 13. Oktober veröffentlichte Clean Harbors zudem seinen Nachhaltigkeitsbericht 2026. Nach eigenen Berechnungen vermied das Unternehmen im Jahr 2025 durch seine Dienstleistungen mehr als doppelt so viele Treibhausgasemissionen, wie durch den eigenen Betrieb entstanden. Die Kennzahl verdeutlicht die Bedeutung der angebotenen Umweltlösungen, beruht allerdings auf der Berechnungsmethodik des Unternehmens.
Die Expansionsstrategie kommt bei Analysten gut an. TD Cowen erhöhte das Kursziel von 380 auf 390 USD und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Experten erwarten zusätzliche Entsorgungsmengen durch die Rückverlagerung industrieller Produktion in die USA und den Ausbau von Rechenzentren. Citigroup hob das Kursziel einen Tag später auf 378 USD an und blieb ebenfalls bei „Buy“.
Auch Bank of America sieht weiteres Potenzial. Die Analysten erhöhten ihre EBITDA-Schätzung für 2026 auf 1,42 Mrd. USD und damit leicht über die damalige Unternehmensprognose.
Mit den jüngsten Übernahmen verfügt Clean Harbors über zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Ob sich diese schnell in höhere Margen und Gewinne übersetzen lassen, dürften die Quartalszahlen am 28. Oktober zeigen.
Fazit
Baker Hughes profitiert vom milliardenschweren Ausbau der amerikanischen Energieinfrastruktur. Clean Harbors stärkt seine Marktposition durch Übernahmen und steigende Nachfrage nach Umweltdienstleistungen. Besonders spannend ist die Entwicklung bei Zefiro Methane: Rekordumsatz, positives bereinigtes EBITDA und staatliche Großaufträge zeigen, dass die Sanierung alter Öl- und Gasbohrungen längst ein bedeutendes Geschäftsfeld geworden ist. Gelingt es, die zusätzlichen Bohrkapazitäten profitabel auszulasten, könnte Zefiro vor der nächsten Wachstumsphase stehen.
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