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02.07.2026 | 05:20

BHP Group, Power Metallic Mines und Freeport-McMoRan: So profitieren Sie vom weltweiten Kupfermangel

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Kupfer ist das heimliche Rückgrat der globalen Elektrifizierung. Es fließt durch Stromnetze, treibt Wind- und Solarparks an, versorgt Rechenzentren und Elektroautos mit Energie. Ohne dieses Metall bleibt die Energiewende ein bloßes Versprechen. Kupfer ist längst zum strategischen Rohstoff avanciert, an dem sich Investitionszyklen und geopolitische Spannungen direkt ablesen lassen. Die Nachfrage boomt, doch das Angebot ist teuer, aufwendig und politisch heikel zu erschließen. Genau dieses Spannungsfeld macht Kupfer zum Gradmesser für die Industrie der Zukunft. Für Anleger bedeutet das: Wer heute versteht, wer die nächste Förderstufe erreicht, sichert sich frühzeitig Renditechancen. Wir sehen uns heute die BHP Group als etablierten Giganten mit Fokus auf Kupfer, Power Metallic Mines als vielversprechender Explorer mit jüngsten hochgradigen Entdeckungen und Freeport-McMoRan als direkter Hebel auf den Kupferpreis an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570

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Inhaltsverzeichnis:


    BHP Group - zwischen Kupfer-Boom und milliardenschweren Altlasten

    Die Kupfersparte hat sich zum zentralen Werttreiber entwickelt. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 steuerte der Bereich über die Hälfte des Gruppen-EBITDA bei – ein deutlicher Anstieg gegenüber 39 % im Vorjahr. Die EBITDA-Marge im Kupfergeschäft erreichte mit 66 % sogar einen höheren Wert als das traditionelle Eisenerzgeschäft. BHP hat die Produktionsprognose für das Gesamtjahr angehoben und erwartet nun 1,9 bis 2,0 Mio. Tonnen. Die Nachfrage aus China zeigt sich resilient, während Indien als zusätzlicher Treiber an Bedeutung gewinnt. Die Preisentwicklung bleibt jedoch fragil – Analysten rechnen mit einer Seitwärtsbewegung um 6,10 USD pro Pfund.

    Die jüngste Ankündigung einer außerplanmäßigen Wertberichtigung von rund 2,3 Mrd. USD für das Jansen-Stage-2-Projekt in Saskatchewan sorgte für Verunsicherung. Die Investitionskosten für die zweite Ausbaustufe stiegen auf 6,9 Mrd. USD, ursprünglich waren 4,9 Mrd. USD veranschlagt. Die Phase 2 ist erst zu 16 % fertiggestellt, der Produktionsstart verschiebt sich auf das Geschäftsjahr 2031. Die Phase 1 bleibt mit geplantem Produktionsbeginn Mitte 2027 auf Kurs. Der interne Zinsfuß des Gesamtprojekts wurde auf 11 % revidiert. Die Anleger quittierten die Nachricht mit dem stärksten Tagesverlust seit 14 Monaten – ein Signal, dass selbst langjährige Aktionäre die Kostenentwicklung kritisch hinterfragen.

    Brandon Craig, der mehr als 25 Jahre im Unternehmen ist, tritt die Nachfolge von Mike Henry an. Er hat bereits erste personelle Veränderungen eingeleitet: Die Position des Amerika-Präsidenten wird zum 1. Juli auf Nord- und Südamerika aufgeteilt. Jessica Farrell übernimmt Nordamerika, Geraldine Slattery bleibt Präsidentin Australien und verantwortet künftig zusätzlich Copper South Australia. Parallel prüft BHP den Verkauf von Stromübertragungsleitungen in Chile im Wert von rund 1,5 Mrd. USD, um Mittel für das Kupfergeschäft freizusetzen. Die nächsten Meilensteine für Anleger sind der Operational Review am 16. Juli und die endgültigen Geschäftszahlen am 18. August – sie werden zeigen, ob die operative Stärke die projektbedingten Belastungen ausgleichen kann. Derzeit ist die Aktie für 36,00 EUR zu haben.

    Power Metallic Mines – mit Kupferfund, der Maßstäbe setzt

    Die jüngsten Bohrergebnisse von Power Metallic Mines vom 23. Juni untermauern den Ausnahmecharakter der Lion Zone auf dem NISK Projekt. Loch PML 26 115 durchteufte auf 13,30 m 3,98 % Kupferäquivalent (CuEq), Loch PML 26 105 lieferte 5,26 m mit 8,45 % CuEq. Das liegt deutlich über dem globalen Minenschnitt von etwa 0,4 %. Es handelt sich nach Firmenangaben um die erste orthomagmatische Entdeckung dieser Größenordnung seit dem Sakatti Fund in Finnland im Jahr 2006, also vor etwa 20 Jahren. Es sind extrem seltene polymetallische Vorkommen, die sich bei NISK auch gut verwerten lassen. SGS Tests bestätigen hohe Gewinnungsraten für Kupfer, Platinmetalle und andere Edelmetalle. Damit werden metallurgische Risiken deutlich reduziert.

    Wirtschaftlich spielt die Lage im James Bay Gebiet eine große Rolle. Es gibt eine ganzjährige Zufahrtsstraße, Stromanschluss sowie den Flughafen in Matagami, wodurch die Infrastrukturkosten gesenkt werden. Québecs Steuersystem bietet starke Anreize. Die Explorationsausgaben werden steuerlich gefördert, und bei der Minenentwicklung können Bundes- und Provinzgutschriften einen erheblichen Teil der Investitionslast mindern. Das Managementteam vereint technische Erfahrung und politische Vernetzung. Stephen Beresford als Director (ehemals bei First Quantum) und Seamus O’Regan als Director (ehemaliger Bundesminister) sind im Board of Directors. Bei der Privatplatzierung am 10. Juni sammelte Power Metallic 28.228.750 CAD ein. Eric Sprott platzierte eine Lead Order über 2.000.000 CAD und sicherte sich so 1,6 Mio. Aktien. Diese Platzierung signalisiert Unterstützung durch einen bedeutenden Anleger.

    Die am 27. Mai gestarteten Surveys (SQUID, Gravimetrie, ANT) zielen darauf ab, tiefere Strukturen zu kartieren und den geologischen magmatischen Ursprungskörper zu lokalisieren. Managementangaben verweisen darauf, dass historisch viele magmatische Systeme in der Region zu größeren Minendistrikten entwickelt wurden. Die laufende 100.000 m Bohrkampagne liefert die Daten für eine Ressourcenschätzung, die gegen Ende Juli erwartet wird, gefolgt von einer Wirtschaftlichkeitsstudie. Parallel wird ein Prozess zur Notierung an der NASDAQ verfolgt. Im Vergleich zu früheren Milliarden-Transaktionen wirkt die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 255 Mio. CAD moderat. Aktuell notiert die Aktie bei 1,13 CAD.

    Freeport-McMoRan – mit Förderengpass

    Der Kupferproduzent musste seine Produktionsprognose für das laufende Jahr überraschend nach unten korrigieren, nachdem sich technische Probleme im Grasberg-Tagebau in Indonesien verschärft haben. Durch eindringendes Wasser ist der Feuchtigkeitsanteil des geförderten Materials auf 45 % gestiegen, was die Verarbeitungskapazität spürbar einschränkt. Die behördlich genehmigte Lösung sieht intelligente Steuerungssysteme an den Materialabwürfen vor, deren Installation jedoch Zeit benötigt. Dennoch hält das Management an seiner Ausschüttungspolitik fest: Die quartalsweise Bardividende von 0,15 USD je Aktie soll planmäßig ausgezahlt werden.

    Die mittelfristigen Perspektiven zeichnen ein anderes Bild. In Arizona und Chile laufen mehrere Erweiterungsprojekte, die auf bestehenden Anlagen aufsetzen. Das Bagdad-Vorhaben könnte die jährliche Förderung um bis zu 250 Mio. Pfund steigern, während in El Abra ein noch größeres Potenzial schlummert. Besonders vielversprechend erscheint die innovative Laugungstechnologie, mit der aus bereits vorhandenen Haldenmaterialien zusätzliche Kupfermengen gewonnen werden sollen – bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz. Bis 2030 peilt das Unternehmen hier eine jährliche Produktion von 800 Mio. Pfund an.

    Die fundamentalen Rahmenbedingungen bleiben intakt. Der Kupferpreis notiert weiterhin auf hohem Niveau, getrieben durch die Elektrifizierungswelle und den Ausbau digitaler Infrastrukturen. Die globale Angebotslücke bei Kupferkonzentrat dürfte sich perspektivisch noch vergrößern. Freeport-McMoRan ist mit seiner geografischen Diversifikation und den internen Wachstumsoptionen gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Der vorübergehende Produktionsrückgang in Indonesien wird durch die robuste US-Operation teilweise kompensiert. Analysten sehen den Titel im Vergleich zum Branchenprimus Southern Copper als fair bewertet an. Momentan kostet die Aktie 62,89 USD.


    Kupfer bleibt der entscheidende Rohstoff der Elektrifizierung und bietet Anlegern Chancen. Die BHP Group kämpft als etablierter Gigant mit milliardenschweren Kostenüberschreitungen beim Jansen-Projekt, während die operative Kupfersparte Rekordmargen liefert. Power Metallic Mines setzt mit starken Bohrergebnissen und einer aktiven Explorationskampagne Maßstäbe, der letzte Abverkauf wirkt übertrieben. Freeport-McMoRan muss zwar einen Förderengpass in Indonesien verdauen, bleibt aber dank Erweiterungsprojekten und hoher Kupferpreise ein direkter Branchenhebel.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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