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11.08.2026 | 05:30

Korrelation gekippt, Papiergold verboten: Mit Newmont, Lahontan Gold und Agnico Eagle in die nächste Gold-Rally

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Bildquelle: Pixabay

Der letzte starke Anstieg des Goldpreises hat nicht nur charttechnische Barrieren gebrochen, sondern auch die Dogmen des Finanzmarktes gesprengt. Normalerweise müsste der Goldpreis fallen, wenn die US-Realrenditen ein neues Hoch erreichen. Diesmal laufen sie im Gleichschritt nach oben. Das zeigt das fehlende Vertrauen in die Geldpolitik. Hinzu kommt, dass Papiergold in China verboten worden ist und so die Nachfrage nach dem physischen Edelmetall wächst. Das könnte die nächste Rally langfristig anfachen. Wir sehen uns daher den Branchenprimus Newmont, den kommenden Goldproduzenten Lahontan Gold und Agnico Eagle genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

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Inhaltsverzeichnis:


    Newmont – übertrifft Erwartungen

    Im 2. Quartal wurden die Erwartungen der Analysten beim bereinigten Gewinn je Aktie übertroffen, während der Umsatz leicht unter den Prognosen blieb. Die Goldproduktion sank auf 1,3 Mio. Unzen, was unter anderem auf seismische Ereignisse in der Cadia-Mine und die geplanten Abbauphasen an mehreren Standorten zurückzuführen ist. Seit Mitte Juni ist die Cadia-Produktion wieder im Normalbetrieb. Die Förderkosten lagen bei 1.621 USD je Unze und damit unter der Jahresprognose, was sich positiv auf die Zahlen auswirkt. Das bereinigte EBITDA erreichte 3,8 Mrd. USD.

    Das Unternehmen hat seit den letzten Quartalszahlen 1,9 Mrd. USD an Aktionäre zurückgegeben, davon 1,7 Mrd. USD durch Aktienrückkäufe. Damit hat der Konzern seit Februar 2024 den Aktienbestand um rund 100 Mio. Stück reduziert. Die Kasse ist mit 3,4 Mrd. USD bei einer Gesamtliquidität von 13 Mrd. USD gut gefüllt. Diese finanzielle Stärke ermöglicht es dem Management, weiterhin Aktienrückkäufe zu tätigen, ohne die Investitionsmöglichkeiten zu beschränken.

    Die Produktionsprognose von 5,3 Mio. Unzen für 2026 wurde bestätigt. Das Management geht davon aus, dass das zweite Halbjahr mit erwarteten 2,71 Mio. Unzen stärker ausfallen wird als das erste. Die Genehmigungen für das Red-Christ-Block-Cave-Projekt in Kanada sind ein wichtiger Meilenstein. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von etwa 142 USD und das deutet auf ein deutliches Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau hin. Die Kombination aus Cashflowgenerierung, disziplinierter Kapitalverwendung und einer vielversprechenden Projektpipeline macht Newmont zu einem interessanten Investment im Goldsektor.

    Lahontan Gold - auf dem Sprung zum Produzenten

    Die Ergebnisse aus dem laufenden Bohrprogramm von Lahontan Gold könnten das Bild des Santa Fe-Projekts grundlegend verändern. Was im Juni noch als routinemäßige Erkundung der historischen Halden begann, hat sich mittlerweile zu einer interessanten Story entwickelt. Besonders Bohrloch CAL26-11R ist hervorzuheben. Erstmals wurden in den vulkanischen Gesteinen der Summit Fault nennenswerte Goldmineralisierungen gefunden. Das ist ein völlig neues Ziel, das das Potenzial des gesamten Distrikts erweitert. Die Werte von 1,1 g/t Goldäquivalent über 13,7 m sind solide. Hinzu kommen die breiten Oxideinschnitte bei Slab West, die zeigen, dass die Mineralisierung nahe der Oberfläche liegt und ausdehnungsfähig ist. Das Management spricht von einem neuen Explorationsziel, was die Fantasie zusätzlich anheizen dürfte.

    Während andere Projekte die hohen Entwicklungskosten beklagen, setzt Lahontan auf einen anderen Weg. Das Unternehmen setzt auf Contract Mining, um die Kapitalbindung gering zu halten. Die Infrastruktur mit eigenem Wasserbrunnen und dem hauseigenen Umspannwerk ist ein entscheidender Standortvorteil in der sonst trockenen Walker Lane. Im Juli bestätigten erste Sonic-Bohrungen, dass die alten Halden mehr hergeben als ursprünglich gedacht. Die Gehalte liegen über den historischen Klassifizierungen. Finanziell ist das Unternehmen mit einer frischen, überzeichneten Finanzierung und vorzeitig ausgeübten Warrants für die kommenden Entwicklungsschritte gut gerüstet. Die finale Ressourcenschätzung und die darauf basierende PEA werden für Ende August erwartet.

    Die Genehmigungsverfahren auf Staats- und Bundesebene schreiten voran. Die geotechnischen Bohrungen für die Grubenplanungen sind bereits abgeschlossen. Wichtig ist, dass keine der Erkundungsbohrungen den Grundwasserspiegel erreicht hat, was den Genehmigungsprozess deutlich beschleunigen könnte. Eine voraussichtliche Baugenehmigung im 4. Quartal bei einer geplanten Bauzeit von etwa 6 Monaten würde theoretisch einen Produktionsstart bereits im nächsten Jahr ermöglichen. Die aktuellen Bohrergebnisse aus August, insbesondere die hochgradigen Oxide bei Calvada East, untermauern die Qualität der Ressource. Mit der angestrebten New York Stock Exchange Notierung im nächsten Jahr und der fortschreitenden Erschließung der Halden als kostengünstige Sekundärquelle wird das Bild eines Explorers, der den Übergang zum Goldproduzenten geht, sichtbar.

    Agnico Eagle - Finanzpolster wächst, Produktion schwächelt leicht

    Agnico Eagle hat im 2. Quartal starke Zahlen vorgelegt. Der operative Cashflow erreichte 2,14 Mrd. USD. Der freie Cashflow sorgte mit 1,335 Mrd. USD für einen Rekord im Quartal. Durch einen realisierten Goldpreis von 4.483 USD je Unze konnte das Unternehmen seinen Barmittelbestand auf 3,464 Mrd. USD aufstocken. Die Verschuldung liegt bei nur 197 Mio. USD. Die Produktion von 855.816 Unzen übertraf erneut die Prognose. Diese Kennzahlen unterstreichen die operative Stärke, auch wenn der Umsatz die Markterwartungen knapp verfehlte. Fitch Ratings hob das Rating auf A- an.

    Ein Felsrutsch in der Barnard-Grube am 1. Juli trübt den positiven Gesamteindruck. Auch wenn keine Verletzten zu beklagen waren, rechnet das Management mit einem Produktionsrückgang von 60.000 bis 80.000 Unzen in der zweiten Jahreshälfte. In den kommenden zwei Jahren könnten die jährlichen Ausfälle auf bis zu 150.000 Unzen steigen. Dementsprechend wird die Jahresproduktion nun am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 3,3 bis 3,5 Mio. Unzen erwartet. Die Entwicklung der Odyssey-Untertagemine bleibt von dem Vorfall unberührt, ebenso wie die Kostenprognosen.

    Trotz der operativen Hürden bleibt Agnico Eagle auf Wachstumskurs. Das Unternehmen strebt über die nächsten 5 - 10 Jahre eine Produktionserweiterung von 20-30 % an, vorwiegend organisch. Die Minen Detour Lake, Canadian Malartic und das Hope-Bay-Projekt in Nunavut sind die zentralen Pfeiler, die dieses Wachstum tragen sollen. Mit der Konsolidierung des zentralen lappländischen Grünsteingürtels in Finnland wurde zudem eine zweite Wachstumssäule geschaffen. Die Herausforderungen in Barnard und die Umsetzung der milliardenschweren Investitionsprojekte werden entscheiden, ob das Unternehmen wie geplant vorankommt.


    Die Korrelation zwischen Goldpreis und Realrenditen ist gebrochen, während das Verbot von Papiergold in China die physische Nachfrage befeuert. Das ist ein idealer Nährboden für eine längerfristige Rallye. Newmont überzeugt mit immenser Finanzstärke, milliardenschweren Rückkäufen und einer bestätigten Produktionsprognose. Lahontan Gold ist mit seinen jüngsten Bohrerfolgen und der Aussicht auf eine baldige Goldproduktion eine spannende Goldaktie. Agnico Eagle beeindruckt mit Rekord-Cashflows, doch der Felsrutsch in der Barnard-Grube trübt kurzfristig den Ausblick.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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