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13.07.2021 | 05:08

BioNTech, Defence Therapeutics, Formycon – Welche Biotech-Aktie passt zu welchem Anleger?

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Corona ist und bleibt die Bedrohung der Stunde. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Papiere des deutschen Impfstoffpioniers BioNTech auf eine sagenhafte Reise gegangen sind. Auch andere Unternehmen versuchen noch auf diesen Zug aufzuspringen. So forschen sowohl die kanadische Defence Therapeutics als auch die Münchner Formycon AG an einem COVID-19-Vakzin. Allerdings befinden sich diese Entwicklungen in sehr unterschiedlichen Stadien. Außerdem unterscheidet sich auch das weitere Produktspektrum zum Teil signifikant. Aber welche Aktie ist nun die richtige für das Depot? Wir haben uns die drei ungleichen Geschwister mal etwas genauer angeschaut.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , FORMYCON AG | DE000A1EWVY8 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics
"[...] Wir sind fest davon überzeugt, dass CBD die Behandlung von Erkrankungen des Herzens revolutionieren kann. [...]" David Elsley, CEO, Cardiol Therapeutics

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Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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BioNTech SE – Antrag bei der FDA auf Zulassung einer dritten „Booster-Impfung“ dürfte Umsätze weiter ausweiten

Der positive Newsflow bei BioNTech reißt nicht ab. Nachdem sich der Schutz des menschlichen Körpers nach einer Impfung mit dem Vakzin zwar als äußerst robust auch gegen die diversen Mutationen bis hin zur Delta-Variante des SARS-CoV2-Virus erwiesen hatte, musste das Unternehmen jetzt einräumen, dass die Schutzwirkung nach etwa einem halben Jahr vermutlich wieder abnimmt. Darauf hätten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hingedeutet. Was zunächst nach einer negativen Schlagzeile klingt, eröffnet aber auf der anderen Seite ein großes Geschäftspotenzial. Denn nach Aussage des Unternehmens lässt sich der Impfschutz durch eine dritte Auffrischungsimpfung, einen sogenannten „Booster-Shot“, wiederherstellen bzw. noch verbessern.

Folgerichtig hat das Unternehmen zusammen mit Technologiepartner Pfizer bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA (U.S. Food & Drug Administration) eine Zulassung für die Auffrischungsimpfung beantragt. Anfragen bei der europäischen EMA (European Medicines Agency) und den anderen entsprechenden Stellen weltweit sollen folgen. Zwar lehnte die FDA, in einer zusammen mit der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC verbreiteten Stellungnahme eine solche dritte Dosis für bisher vollständig geimpfte Amerikaner zunächst ab, stellte aber klar, dass man die Fragestellung derzeit untersuche und bei neuen Erkenntnissen natürlich diese Empfehlung jederzeit revidieren könne.

Nach Einschätzung von BioNTech/Pfizer wird genau dieser Fall bald eintreten, sodass man recht zeitnah mit der Produktion der zusätzlichen Impfdosen beginnen könne. In diesem Zusammenhang plane man auch die Entwicklung einer an die neuen Mutationen besser angepassten Version des gemeinsamen mRNA-Impfstoffs. Das alles sind phantastische News für bestehende BioNTech-Aktionäre. Anleger, die bisher noch nicht investiert sind, halten vielleicht lieber noch einmal inne. Analysten haben ihr Kursziel aktuell bei etwa 150 EUR gesetzt, das wäre ein Aufwärtspotenzial von rund 20%.

Defence Therapeutics – Kanadische ADC-Pioniere vermelden Erfolge im Kampf gegen COVID-19

Das kanadische Biotechnologie-Unternehmen Defence Therapeutics entwickelt auf Basis seiner proprietären Accum-Plattform die nächste Generation von Impfstoffen und ADC-Präparaten (ADC = Antibody Drug Conjugates, also die Antikörper-Wirkstoff-Kombination im „Huckepack“-Verfahren). Dieses insbesondere für die Krebstherapie als besonders vielversprechend geltende Verfahren ist ähnlich dem von BioNTech verwendeten mRNA Verfahren, die in deren COVID-19 Vakzin zum Einsatz kommt. An einem solchen wird seitens Defence aktuell auch geforscht. Und hier konnte das Unternehmen vor wenigen Tagen auch einen großen Erfolg vermelden: Das isolierte Serum von mit dem Defence-Impfstoff AccuVAC-PT001 geimpften Tieren zeigte im Laborversuch Kreuzreaktionen mit dem Spike-Protein mehrerer SARS-CoV2-Varianten.

Die höchste Wirksamkeit wurde bei der aktuell grassierenden Delta-Variante festgestellt. Mittels des Impfstoffs gelang eine wirksame Infektionsblockade des Elternstamms. Aktuell laufen weitere Laborversuche, um die Neutralisationsfähigkeit der erzeugten Antikörper zu verifizieren. Das langfristige Ziel ist die Entwicklung eines Booster-Impfstoffs, der sowohl die Virusübertragung als auch die Immunevasion mittels weiterer Mutation blockiert. Aber auch in anderen Bereichen ist Defence Therapeutics weiter mit Volldampf dabei. So informierte das Unternehmen vor wenigen Tagen die Öffentlichkeit über die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags mit dem renommierten Pariser Institut Curie zur Erprobung des mittels der Accum-Technologie optimierten Brustkrebstherapeutikums T-DM1 Kadcyla („Accum-T-DM1-ADC“ genannt). Dabei sollen umfangreiche Untersuchungen in Tierversuchen mit Mäusen erarbeitet werden.

Durch den Einsatz der Accum-Technologie, verspricht sich Defence Therapeutics eine gezielte Wirkstoffpositionierung und somit eine Verkürzung der Behandlungsdauer mit weniger Nebenwirkungen bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Wirksamkeit. Beide Meldungen schätzen wir als äußerst positiv ein. Alleine der Markt für Brustkrebstherapien soll bis 2026 laut dem Marktforschungsinstitut Kuick ein Volumen von 20 Mrd. USD erreichen. Zudem bestehen die großen Potenziale im Bereich der COVID-19-Bekämpfung. Andererseits steht Defence Therapeutics mit seinen Produkten noch recht am Anfang der Entwicklung. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Formycon – Trotz guter Geschäftszahlen und eines positiven Newsflows schafft das Papier aktuell keinen Ausbruch nach oben

Der Kurs von Biosimilar-Pionier Formycon scheint aktuell mit einem Gummiband an der Marke von 60 EUR festgebunden zu sein. So veröffentlichte das Unternehmen vor rund einer Woche ganz passable Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen, vermeldete eine erneute Zulassungsbeantragung für ihr Medikament FYB201 und gab bekannt, dass mit Teva Pharmaceuticals und Coherus auch entsprechende Vertriebspartner gefunden seien. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass sein bisher noch unverpartnertes COVID-19 Vakzin FYB207, welches auf einem langwirksamen ACE2-Immunglobulin Fusionsprotein basiert, vom Freistaat Bayern im Rahmen der Initiative „BayTherapie 2020“ mit einer Finanzspritze in Höhe von 12,7 Mio. EUR bedacht wurde. Auch die Entwicklung des bisher unveröffentlichten und unverpartnerten Biosimilar-Kandidaten FY206 wird weiter planmäßig fortgesetzt. Auf Basis all dieser Daten kommen Analysten im Mittel zu einem Kursziel um die 70 EUR. Die Analysten von First Berlin sehen in ihrem letzten Update von Anfang des Monats sogar 78 EUR als realistisch an. Dies alles scheint die Börse aktuell aber wenig zu beeindrucken. Trotz des positiven Newsflows ist aktuell kein Ausbruch nach oben zu erkennen.


Welche Biotech-Aktie passt nun also zu welchem Anleger-Typ? Das Papier von BioNTech ist zwar aktuell bereits recht teuer, nichtsdestotrotz ist mit keiner Eintrübung des Geschäfts in nächster Zeit zu rechnen. Ein Investment in Defense Therapeutics ist sicherlich risikoreicher, dafür winken im Erfolgsfall hohe Renditen. Ebenso interessant für uns ist Formycon. Es ist nicht ersichtlich, warum der Kurs aktuell bei 60 EUR verhaftet ist. Der Newsflow sollte eine baldige Kursentwicklung nach oben ermöglichen.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

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