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20.01.2026 | 04:15

Bremsen neue Trump-Zölle den Aktien-Boom? Augen auf bei Plug Power, dynaCERT und Nordex

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse muss sich derzeit mit allen Wetterlagen zurechtfinden. Da ist zunächst ein sehr trockener und kalter Winter, der vor allem der Ukraine im Krieg zu schaffen macht. Zu allem Überfluss auch noch der umtriebige US-Präsident Donald Trump, der auf einmal Besitz-Ansprüche auf Grönland erhebt. Höchstwahrscheinlich geht es ihm nur um die Sicherung durch Gesamt-NATO, deshalb der Druck über die neuerlichen Zölle. Die EU wird auch für Grönland einen gewaltigen Sicherheitsbeitrag leisten müssen. Gefühlt läuft die Kriegsmaschinerie auf 300 %. Wie die Staaten das alles finanzieren wollen, ist mehr als fraglich, denn die Steuern geben das nicht mehr her, wenn man die Ökonomien nicht abwürgen möchte. In diesem Umfeld müssten die Kapitalmarktzinsen eigentlich explodieren, Trump verlangt aber vehement Zinssenkungen. Wir suchen nach attraktiven Chancen in einem schwierigen Umfeld.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Ist das Wachstum wirklich so hoch?

    Im Reigen der deutschen GreenTech-Industrie hat sich Nordex in den letzten 2 Jahren in einen spürbaren Aufwärtstrend begeben. Nicht nur das operative Geschäft floriert, auch der Aktienkurs konnte sich von Kursen unter 10 EUR in 2024 auf mittlerweile 33 EUR hochschwingen. Ist aber ein KGV von über 20 nach 300 % Kursanstieg noch gerechtfertigt? Die Analysten auf der Plattform LSEG hegen jedenfalls Zweifel, nur noch Metzler und mwb Research sehen Kurse über dem erreichten Hoch bei 35 bzw. 36 EUR mit Blick auf die nächsten 12 Monate. Das Management von Nordex hat für die Zeit nach 2025 betont, dass die Ergebnisse weiter leicht steigen sollen und die Erreichung bzw. leichte Übererfüllung der 8‑%‑EBITDA-Marge bereits mit den Zahlen für 2025 vollzogen wird. Entscheidend für 2026 ist insbesondere der Auftragseingang, dieser lag im Q3 bereits bei rund 2,2 GW und mit einem Rekord‑Auftragsbuch von über 9 Mrd. EUR. Zum Vergleich: Die Umsätze haben sich seit 2023 von 6,5 auf knapp 8 Mrd. EUR nach oben entwickelt, das EBIT hat sich dabei etwas überproportional auf ca. 417 Mio. EUR emporschwingen können. Der Analysten-Konsens sieht bis 2029 eine weitere EBIT-Verdoppelung auf etwa 874 Mio. EUR. Das entfernte KGV 2029e sinkt dann auf günstige 12,8 – warum die Börse heute bereits das Wachstum der nächsten 4 Jahre einpreist, bleibt aus unserer Sicht unschlüssig? Die Nordex-Aktie ist auf Basis von aktuell 32,30 EUR somit ein klarer Verkaufskandidat. Die Jahreszahlen 2025 sollen am 26. Februar veröffentlicht werden.

    dynaCERT –Clean-Tech-Wert mit Hebel auf Regulierung und Emissionsmärkte

    Noch nicht so richtig verstanden wurde die Equity-Story von dynaCERT, obwohl das Unternehmen nach jahrelanger und kostspieliger Entwicklung vor dem internationalen Durchbruch steht. Denn dynaCERT positioniert sich als pragmatischer Profiteur der globalen Übergangsphase hin zu emissionsärmeren Transport- und Industrieprozessen. Während viele Wettbewerber auf zukünftige Wasserstoff-Infrastruktur setzen, adressiert das Unternehmen mit seiner HydraGEN™-Technologie den riesigen Bestand an Dieselmotoren, die noch über Jahrzehnte im Einsatz bleiben werden. Das System erzeugt Wasserstoff bedarfsgerecht und verbessert so die Verbrennung, was zu messbaren Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und zu einer Reduktion der CO2-Emissionen führt. Entscheidend für die wirtschaftliche Attraktivität ist dabei nicht nur der Hardwareverkauf, sondern die Möglichkeit, die Emissionseinsparungen über die anerkannten VERRA-Standards in handelbare CO2-Zertifikate zu überführen. Damit entwickelt sich dynaCERT vom reinen Technologieanbieter zu einem Modell mit potenziell wiederkehrenden Erlösströmen.

    Finanziell hat dynaCERT seine Handlungsfähigkeit zuletzt durch eine erfolgreich platzierte Finanzierung über 2 Mio. CAD gesichert. Die Mittel fließen gezielt in den Vertrieb der HydraGEN-Systeme in Branchen wie Transport, Bergbau sowie Öl und Gas und stärken zugleich das Working Capital. Mit eigener Produktionskapazität von bis zu 36.000 Einheiten jährlich, ist das Unternehmen operativ auf Wachstum vorbereitet. Die cloudbasierte Datenplattform HydraLytica schafft zusätzlich die Grundlage für die transparente Erfassung und Monetarisierung von Emissionseinsparungen. Für Anleger eröffnet das Papier Zugang zu einem technologischen Vorreiter mit greifbarem Umsatzhebel in den Segmenten Transport, Rohstoffförderung und Infrastrukturentwicklung. Auf Basis einer Börsenbewertung von lediglich 48 Mio. CAD notiert dynaCERT derzeit sogar unter dem Niveau der über die vergangenen zehn Jahre getätigten Investitionen. Die Aktie weist eine hohe Liquidität sowohl an deutschen Börsenplätzen als auch in Kanada auf. Das Research-Haus GBC signalisiert mit einem Kursziel von 0,75 CAD ein mögliches Upside, das ausgehend vom aktuellen Stand bei 0,09 CAD ein Potenzial von rund dem Achtfachen unterstellt. Spekulativ hoch interessant!

    Plug Power – Zwischen Bodenbildung und politischem Gegenwind

    Der amerikanische Elektrolyseure-Marktführer Plug Power steht exemplarisch für die extremen Zyklen im GreenTech-Sektor und hat nach einem spektakulären Höhenflug bis 2021 eine ebenso drastische Korrektur von über minus 90 % hinter sich. Die massive Neubewertung der Aktie resultierte aus wiederholt gesenkten Prognosen, hohem Kapitalbedarf und einem zunehmend schwierigeren politischen Umfeld in den USA. Mehrere Kapitalmaßnahmen auf niedrigem Kursniveau haben jedoch zuletzt für finanzielle Stabilisierung gesorgt und den Verkaufsdruck spürbar reduziert. Immerhin generiert das Unternehmen kleinere, aber strategisch relevante Aufträge in den USA, etwa aus dem Umfeld staatlicher Forschungseinrichtungen, die für Grundauslastung und Referenzen sorgen. Diese Projekte zeigen, dass Plug Power trotz politischer Unsicherheiten weiterhin als Lieferant ernst genommen wird.

    Aus charttechnischer Sicht deuten sich im Bereich um 0,75 bis 1,50 USD erste Bodenbildungsprozesse an, auch wenn die Volatilität hoch bleibt. Fundamental zeigt sich zumindest eine leichte Verbesserung, da die Umsatzbasis weiter wächst und mittelfristig wieder deutlich höhere Erlöse erwartet werden. Der Weg zur Profitabilität bleibt dennoch lang und steinig, da positive Ergebnisse erst gegen Ende des Jahrzehnts realistisch erscheinen. Entsprechend vorsichtig ist die Analystengemeinde, wenngleich sich zuletzt eine kleine Gruppe von 6 Experten wieder positiv positioniert hat. Die Kursziele liegen mit 2,65 USD zwar nur einen Steinwurf über dem aktuellen Niveau, dennoch hat es in den letzten 2 Jahren kaum Befürworter für einen Kauf von PLUG-Aktien gegeben. Es gibt aber auch Stimmen wie z.B. von BMO Capital, welche Plug Power mit „Underperform“ bewerten und ein Kursziel von 1,30 USD ausrufen. Nur für risikobewusste Investoren geeignet!

    In den letzten 2 Jahren konnte Nordex seine Marktposition optimal ausspielen. Mit fast 250 % Zuwachs liegt der Titel weit vor Plug Power und dynaCERT, die ihre Vertriebsmodelle gerade auf Vordermann bringen. Was also bei Nordex bereits eindrucksvoll passiert ist, könnte sich also durchaus bei Plug Power und dynaCERT wiederholen. Das SetUp für risikobewusste Anleger ist gut. Quelle: LSEG vom 19.01.2026

    Nach einer ausgiebigen Korrektur im GreenTech-Sektor ist nun wieder Raum für wachstumsstarke Technologie- und Nachhaltigkeitswerte. Nordex hat vorgemacht, wie ein funktionierendes Geschäftsmodell auf den Aktienkurs wirken kann. Nach langen Jahren der Anpassung stehen Plug Power und dynaCERT an der Schwelle zum operativen Turnaround. Sollten sich schnelle Erfolgsmeldungen einstellen, gibt es für die Kurse vermutlich kein Halten mehr. Wegen der hohen Sektor-Volatilität sollten Anleger zumindest eine risikobewusste Haltung mitbringen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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