Menü schließen




09.11.2021 | 05:09

Covestro, First Hydrogen, Volkswagen – Gewinne mit Wasserstoff!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Bis zum 12. November findet die UN-Klimakonferenz COP 26 in Glasgow statt, die entscheidend für die politischen Klimaschutzmaßnahmen der nächsten Jahre ist. Die Ziele sind bereits schwarz auf weiß zu Papier gebracht. Bis zur Mitte des Jahrhunderts sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Brennstoffzellen- und Wasserstoffantriebe sind dafür wichtige Voraussetzungen, um diese Netto-Null-Vision zu verwirklichen. Im Rahmen von strategischen Kooperationen ergeben sich bei diversen Unternehmen interessante Einstiegschancen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , COVESTRO AG O.N. | DE0006062144 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    First Hydrogen – Kooperation mit Big Playern

    Ohne OEM-Altlasten aus fossilen Brennstoffen oder früheren EV-Investitionen startete das kanadische Unternehmen First Hydrogen, mit dem Ziel, ein von Grund auf neues, sauberes Wasserstoffmobilitätssystem zu entwickeln. Das langfristige Ziel des Unternehmens, das aus erfahrenen Köpfen der Branche zusammengestellt wurde, ist der führende Konstrukteur und Hersteller von emissionsfreien wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen mit großer Reichweite in Großbritannien, der EU und Nordamerika zu werden.

    Der besondere Fokus liegt dabei auf dem durch die boomende digitale Wirtschaft globalen Logistikmarkt und dessen Bemühungen, die Ziele zur Emissionsreduzierung zu erreichen. Mit dem „First Hydrogen Utility Van“ will First Hydrogen die Probleme der großen Logistiker wie Amazon oder UPS lösen. Mit einer „Best of-Strategie“, das heißt durch eine Design- und Integrationsstrategie sowie dem Nutzen eines bewährten Fahrgestells will das Unternehmen sowohl Entwicklungsdauer als auch Kosten sparen. Die Bauzeit des Prototyps soll maximal 12 Monate betragen und liegt damit weit unter dem Branchendurchschnitt.

    Schon im zweiten Quartal wurde die Zusammenarbeit mit zwei Hochkarätern besiegelt. Ballard Power, ein globaler Anbieter von innovativer sauberer Energie mit einer Wasserstoff-Brennstoffzellenflotte, wurde für die Technologie gewonnen. Für das Design konnte mit AVL Powertrain UK, dem weltweit größten unabhängigen Unternehmen für Entwicklung, Simulation und Tests in der Automobilbranche, eine endgültige Vereinbarung geschlossen werden.

    Kürzlich wurde der Abschluss der Erstentwicklung von leichten Nutzfahrzeugen zu Demonstrationszwecken für den britischen Markt bekannt gegeben. Als nächstes steht die Weiterentwicklung und der Bau von zwei wasserstoffbetriebenen leichten Nutzfahrzeugen zu Demonstrationszwecken in den AVL-Werken Großbritannien auf dem Plan, die Auslieferung ist für das dritte Quartal 2022 vorgesehen.

    Zudem wird First Hydrogen auch brennstoffzellenbetriebene Systeme zur CO2-Extraktion anbieten, die es den Nutzern ermöglichen, die Systeme auch an entlegenen Orten zu betreiben, an denen kein Stromnetz verfügbar bzw. die Stromversorgung instabil ist. Mit einer Bewertung von 91 Mio. CAD ist das kanadische Unternehmen noch moderat bewertet. Dass das Management der First Hydrogen in der ersten Liga spielt, zeigt der Auftritt von Nicholas Wrigley (nicht geschäftsführender Director und Vorsitzender von First Hydrogen Limited UK) bei der Roundtable-Diskussion von Invest Africa auf der UN-Klimakonferenz COP 26 als Gastredner.

    Covestro – Aller guten Dinge sind drei

    Die Covestro AG ist ein börsennotierter Werkstoffhersteller mit Sitz in Leverkusen. Das Unternehmen ist 2015 aus der ehemaligen Kunststoffsparte der Bayer AG hervorgegangen und firmierte bis dahin unter Bayer MaterialScience. Nach einem überaus erfolgreichen dritten Quartal wurden beim DAX-Mitglied nun zum dritten Mal im laufenden Geschäftsjahr die Prognosen erhöht. Dabei soll das operative Ergebnis auf 3,0 bis 3,2 Mrd. EUR steigen, statt wie im Sommer angekündigt auf 2,7 bis 3,1 Mrd. EUR, teilte das Unternehmen mit.
    Im dritten Quartal wurden die Analystenprognosen deutlich übertroffen. Maßgeblich aufgrund deutlich gestiegener Verkaufspreise, kletterten die Erlöse um 56% auf 4,3 Mrd. EUR. Das EBITDA stieg um 89% auf 862 Mio. EUR. Der Nettogewinn legte um mehr als das Doppelte auf 472 Mio. EUR zu, nach 179 Mio. EUR zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

    "Wir konnten die Dynamik des ersten Halbjahres voll in das dritte Quartal mitnehmen und haben dabei vom anhaltend hohen Preisniveau profitiert", erklärte Vorstandschef Markus Steilemann. Die Analysten der UBS stuften Covestro nach den finalen Quartalszahlen wiederholt auf „neutral“ mit einem Kursziel von 61 EUR.

    Volkswagen – Drastische Reduzierung

    Die Aktie des Autokonzerns Volkswagen muss weiter mit roten Zahlen kämpfen. Nach dem eher schwachen Ausblick im Rahmen der Zahlen zum dritten Quartal waren negative Analystenstimmen zu vernehmen. Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies sieht die Wolfsburger wenig optimistisch und stufte Volkswagen von zuvor „Buy“ auf „Underperform“ herunter.

    Zudem senkte der Experte das Kursziel um ganze 100 EUR von zuvor 270 EUR auf 170 EUR. Der Grund dafür sei, dass Volkswagen nicht mit der rasanten Entwicklung des Elektroautobauers Tesla mithalten könne. Als negativ sieht der Analyst die komplexe Aufstellung sowie Altlasten und den Regierungseinfluss.


    Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow werden aktuell die Klimaziele der nächsten Jahrzehnte diskutiert. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie spielt dabei eine zentrale Rolle. First Hydrogen ist mit seiner „Best-of-Strategie“ gut aufgestellt, steht jedoch noch am Anfang der Entwicklungsphase. VW wurde von Analysten deutlich abgestraft, Covestro profitiert weiterhin von hohen Verkaufspreisen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 09.03.2026 | 05:00

    Energieschock? Hier ist die Lösung! Das Potenzial von Linde, Veolia und AHT Syngas

    • Synthesegas
    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Energiepreisschock

    Börse und Wirtschaft sind volatiler denn je. Gründe sind die militärische Eskalation im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Mit Rohölpreisen, die die Marke von 90 USD je Barrel überschritten haben und laut Analysten in einem anhaltenden Krisenszenario auf über 150 USD steigen könnten, steht die Industrie vor einer ernsten Herausforderung. In diesem Umfeld wandelt sich auch die Dynamik der Energiewende: Dekarbonisierung ist für Unternehmen nicht mehr nur ein regulatorisches Ziel, sondern Überlebensstrategie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit geworden. Während der Industriegase-Konzern Linde durch seine Expertise in der Wasserstofflogistik das technologische Rückgrat der Dekarbonisierung bildet, sichert Veolia Environnement durch das Management globaler Stoffkreisläufe Ressourcen und generiert sogar krisenfeste Cashflows. Gut zu den genannten Unternehmen passt auch AHT Syngas, dessen Vergasungsanlagen industrielle Abfallströme direkt am Ort ihrer Entstehung zu kostengünstigem Synthesegas und grünem Wasserstoff umwandeln – eine dezentrale Technologie, die heute mehr denn je einen Nerv trifft.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.03.2026 | 04:30

    Iran-Krieg und explodierende Ölpreise! Gibt es überhaupt Gewinner? Infineon, First Hydrogen und Aixtron im Fokus

    • HighTech
    • Halbleiter
    • Microindustrie
    • Energiespeicher
    • Robotik
    • Wasserstoff

    Donald Trump fordert die bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes nach einem Blitzkrieg über ganze 7 Tage. Für die internationale Staatengemeinschaft und den laborierenden Ökonomien bedeutet ein nachhaltiger Ölpreisanstieg von 20 % starke Einbußen im Wirtschaftswachstum und einen gewaltigen Inflationsschub in den Ladenregalen durch die nachgelagerten Teuerungseffekte. Auch der Konsument wird in Kriegszeiten in keinen neuen Kaufrausch verfallen, sondern die Taschen geschlossen halten. Börsianer sollten daher ihren Blick nun weiter nach vorne richten als üblich. Denn vielleicht sind die Gewinnbringer nun jene Werte, die in den letzten Tagen arg gelitten haben oder neue Titel, mit entsprechender Langfrist-Perspektive. Wer wird nach der Krise wieder zum Spurt ansetzen?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.03.2026 | 04:15

    Sind Öl und Gas das neue Gold? Jetzt geht´s rund bei Shell, BP, Pure One und Oklo

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Öl und Gas
    • Wasserstoff
    • Kernenergie
    • SMRs

    Nach einer langen Durststrecke für Öl musste es nun ein Krieg sein, der die Notwendigkeit der fossilen Brennstoffe wieder in den Fokus rückt. Aber, man sollte die Kirche auch im Dorf lassen. Die Weltmärkte sind überschwemmt mit Öl, USA und Kanada haben in den letzten 20 Jahren so viele Kapazitäten aufgebaut, dass die 4 Mio. Barrel Iran-Förderung leicht ausgeglichen werden können. „There´s plenty of oil“ war die Reaktion auf die wiederholten Peak Oil-Aussagen nach den Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert aus dem Jahr 1949. Im Jahr 2000 sollten die Reserven erschöpft sein, doch es kam anders. Heute gehen Forscher von Reserven für weit mehr als 200 Jahre aus, somit lohnt es sich für Investoren auf Ölwerte zu blicken. Alternativen dazu gibt es viele u. a. von den Unternehmen Pure Hydrogen und Oklo. Im Zuge der Irankrise eine weitere Gelegenheit, das Portfolio neu zu strukturieren.

    Zum Kommentar