05.01.2026 | 06:00
Crash der Edelmetalle nach dem Margin-Schock – operativ läuft es bei Barrick Mining, AJN Resources und B2Gold
Der jähe Absturz der Goldpreise in der letzten Dezemberwoche 2025 enthüllte die versteckten Hebel der Finanzmärkte. Auslöser war keine fundamentale Nachricht, sondern eine technische Entscheidung. Die Erhöhung der Margin-Anforderungen durch die CME Group zwang hoch gehebelte Spekulanten zum Verkauf und beendete abrupt die spektakuläre Rally. Diese zwanghafte Liquidierung offenbart, wie Börsenmechanismen selbst in bullishen Märkten abrupte Korrekturen erzwingen können. In dieser volatilen Phase lohnt der Blick auf etablierte Player und wendige Entdecker. Wie positionieren sich die Schwergewichte Barrick Mining, der Explorer AJN Resources und der Wachstumsproduzent B2Gold für das kommende Jahr?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 , AJN RESOURCES INC. O.N. | CA00149L1058 , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Wir haben mit über 440 km² eines der größten Landpakete aller Nichtproduzenten im Gürtel aufgebaut und bis heute mehr als 25 Goldentdeckungen auf dem Grundstück erzielt, wobei fünf dieser Entdeckungen insgesamt etwa 1,1 Millionen Unzen Goldressourcen umfassen. [...]" Jared Scharf, CEO, Desert Gold Ventures Inc.
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Barrick Mining – mit Rückenwind ins neue Jahr
Die Einigung im Mali-Streit ist ein entscheidender De-Risking-Schritt, der einen großen Bewertungsabschlag für politische Risiken reduziert. Wichtiger noch ist jedoch die parallele Ankündigung, die nordamerikanischen Gold-Assets in einem separaten Unternehmen an die Börse zu bringen. Dieser Spin-off zielt darauf ab, den Markt neu zu bewerten, indem erstklassige Minen in Top-Jurisdiktionen wie Nevada und der Dominikanischen Republik, einschließlich der vielversprechenden Fourmile-Entdeckung, in einer eigenständigen Einheit gebündelt werden. Für den Mutterkonzern könnte dies Kapital freisetzen und den Fokus schärfen.
Mit der Rückgabe der Kontrolle über Loulo-Gounkoto stabilisiert sich die Produktion, zu der die Mine über 700.000 Unzen jährlich liefern kann. Dies federt Produktionsausfälle ab und verbessert die Kostensituation durch Skaleneffekte. Die generierten Cashflows stärken die bereits solide Bilanz. Gleichzeitig treibt Barrick langfristige Wachstumsprojekte voran, allen voran im Kupferbereich. Die geplante Super-Pit-Expansion in der Lumwana-Mine in Sambia und das massive Reko-Diq-Projekt positionieren das Unternehmen strategisch für die steigende Nachfrage nach dem Basismetall.
Zusammenfassend bietet Barrick nun eine überzeugendere Story. Die Beilegung des Mali-Konflikts sichert die kurzfristige Produktion und Cash-Generierung. Das geplante Spin-off schafft die Möglichkeit einer höheren Bewertung für die Kern-Juwelen. Und die Kupferprojekte bieten langfristiges Wachstum in einem zukunftsträchtigen Markt. Für Investoren reduziert sich das Länderrisiko, während die Portfolioklarheit und das Exposure gegenüber strukturellen Trends zunehmen. Diese Kombination aus bereinigter Risikostruktur und sichtbaren Werttreibern könnte den Kurs im kommenden Jahr stützen. Derzeit ist die Aktie für 44,08 USD zu haben.
AJN Resources - Gold-Strategie für Kenner
Während viele Explorer in überlaufenen Regionen nach immer kleineren Vorkommen suchen, setzt AJN Resources auf einen anderen Weg. Es setzt den Fokus auf Afrika, speziell auf die Demokratische Republik Kongo. Die Überzeugung dahinter ist simpel. Das geologische Potenzial ist enorm, während die Konkurrenz überschaubar bleibt. Es geht um das Heben vergessener Lagerstätten mit historisch belegten, hochgradigen Funden, die nie modern erkundet wurden. Dieses „Low-Hanging-Fruit“-Potenzial ist in traditionellen Bergbauländern längst verschwunden. Für Investoren bedeutet dies ein kalkulierbares geologisches Potenzial bei einem höheren politischen Risiko, das durch lokale Expertise gemanagt werden soll.
Diese Strategie wird nun mit einem konkreten Projekt untermauert. Das Unternehmen hat eine vorläufige Vereinbarung zur Übernahme einer 55 %-Beteiligung am Giro-Gold-Projekt getroffen. Die Lage ist vielversprechend, nur 35 km von der großen Kibali-Mine entfernt. Das Vorhaben umfasst 2 Lagerstätten, Kebigada und Douze Match, mit historischen JORC-Ressourcen von mehreren Mio. Unzen Gold. Der Deal würde durch die Ausgabe von 250 Mio. eigener Aktien finanziert und einen Kontrollwechsel bedeuten. Die historischen Daten, insbesondere zur Kebigada-Lagerstätte, zeigen beeindruckende Dimensionen und gute metallurgische Eigenschaften. Bevor jedoch von einer bankfähigen Ressource gesprochen werden kann, müssen diese Angaben durch ein aktuelles Bohrprogramm und eine unabhängige Verifizierung bestätigt werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen die Option, weitere 10 % an dem Projekt zu erwerben.
Neben dem Kongo-Fokus existiert ein zweiter aktiver Strang, das Dabel- und das Okote-Goldprojekt in Äthiopien. Bei letzterem laufen derzeit intensive Kartierungs- und Probeentnahmearbeiten, die mehrere mineralisierte Zonen identifiziert haben. Ein Bohrgerät ist bereits vor Ort mobilisiert, um diese Zonen in Kürze zu testen. Dieser Ansatz verfolgt ein anderes Tempo und dient der geografischen Risikostreuung. Für Anleger bietet diese Zweigleisigkeit ein interessantes Profil. Der operative Fortschritt in Äthiopien bei gleichzeitiger Jagd nach dem großen Wurf im Kernland Kongo. Die Aktie notiert aktuell bei 0,20 CAD und damit über dem Preis, der für die aktuelle Privatplatzierung aufgerufen wird. Das ist als positives Zeichen zu werten.
B2Gold - Bewertungslücke schreit nach Aufmerksamkeit
Es ist ein Paradox. Während sich der Goldpreis nahe Rekordhöhen bewegt und B2Gold operativ robuste Quartalszahlen vorlegt, handelt die Aktie mit einem erheblichen Abschlag zum Branchendurchschnitt. Diese Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Bewertung ist derzeit der auffälligste Aspekt der Investmentstory. Der Markt bestraft das Unternehmen hart für sein Engagement in Mali, übersieht dabei aber systematisch, wie sich das Risikoprofil dort zuletzt aktiv verbessert und das Produktionsportfolio diversifiziert.
Denn hinter den Schlagzeilen vollzieht sich ein strategischer Wandel. Der Start der kommerziellen Produktion in der Goose-Mine in Kanada markiert einen Wendepunkt. Sie bringt nicht nur künftig bedeutende, kostengünstige Unzen aus einer Top-Jurisdiktion, sondern verringert langfristig den relativen Anteil Malis an der Gesamtproduktion. Gleichzeitig hat das Management in Mali durch eine vorausschauende Einigung mit der Regierung Rechtssicherheit für das Flaggschiff Fekola geschaffen. Die dortige Produktion läuft ungestört, und der begonnene Untertagebau erschließt zusätzliches hochgradiges Erz.
Für Investoren ergibt sich daraus eine klare Opportunität. Die aktuelle Bewertung spiegelt ein veraltetes Risikobild wider. Mit Goose als neuer Säule, weiterhin starken Cashflows aus den bestehenden Minen und einem pragmatischen Umgang mit geopolitischen Realitäten ist B2Gold besser aufgestellt, als der Kurs vermuten lässt. Die Kombination aus operativer Stärke, strategischer Diversifizierung und einer unterbewerteten Aktie bildet ein überzeugendes Setup für die nächste Phase. Momentan kostet eine Aktie 4,50 USD.
Der Margin-Schock der CME Group offenbarte die strukturelle Fragilität selbst bullisher Edelmetallmärkte. Barrick Mining stärkt durch den geplanten Spin-off nordamerikanischer Assets und die Mali-Lösung sein Fundament für eine Neubewertung. AJN Resources setzt als Explorer konsequent auf hochgradiges, Explorationspotenzial im Kongo sowie Äthiopien. Die neue Beteiligungsmöglichkeit könnte die Geschichte des Unternehmens grundlegend verändern. B2Gold hingegen erscheint mit seiner operativen Stärke und der neuen Goose-Mine in Kanada deutlich unterbewertet.
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