28.04.2026 | 04:45
Defensiver in Rohstoffe investieren: Wie Franco-Nevada, Globex Mining und BHP ihr Risiko streuen.
Wer Einzelaktien im Rohstoffsektor meidet, aber dennoch investieren möchte, kann auf breit aufgestellte Unternehmen setzen. Sie stellen in der Regel Kapital bereit und erhalten im Gegenzug Lizenzgebühren, sogenannte Royalties. Der Vorteil: Sie tragen nicht das Risiko eines Minenbetriebs. Zudem werden Royalties in der Regel anhand der Umsatzgröße ermittelt. Steigen die Kosten wie aktuell durch höhere Energiepreise, trifft das den Minenbetreiber voll, den Royalty-Halter aber nicht. Mit diesem Geschäftsmodell ist Franco Nevada zu einem der größten Royalty-Unternehmen in der Branche aufgestiegen. Einen Blick wert ist aber auch die kleinere Globex Mining. Nicht zuletzt stellt der Bergbau-Riese BHP eine Alternative dar.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF , BHP GROUP LTD. DL -_50 | AU000000BHP4 , FRANCO-NEVADA CORP. | CA3518581051
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Franco-Nevada: Der Royalty-Champion
Franco-Nevada ist der Blue Chip unter den Royalty-Firmen. 1983 übertrugen der berühmte Bergbauingenieur Pierre Lassonde („Lassonde-Kurve“) und der Investmentbanker Seymour Schulich ein Geschäftsmodell aus der Öl- und Gasindustrie in den Bergbausektor. Heute ist der Konzern breit aufgestellt und mit einem Börsenwert von fast 47 Mrd. USD hinter Wheaton Precious Metals der zweitgrößte gelistete Royalty-Konzern der Welt. Franco-Nevada hat über Jahrzehnte günstig Royalties von kleineren Mining-Firmen übernommen und im Gegenzug Kapital bereitgestellt. Eines der besten „Investments“ war nur drei Jahre nach der Gründung ein Deal beim Goldstrike-Vorkommen in Nevada. Sie erhielten für nur 2 Mio. USD einen Royalty. Goldstrike entwickelte sich zu einer der größten Goldlagerstätten der Welt und jedes Jahr verdiente Franco-Nevada mit.
Inzwischen besitzt das Unternehmen mehr als 400 Assets weltweit, wovon es sich bei 25 um produzierende Goldminen und bei rund 35 um Energie-Assets handelt. Die restlichen Assets sind hunderte von Projekten in der Explorations- und Entwicklungsphase, die für das künftige Wachstum ohne weitere Kosten stehen. Erst in rund zwei Wochen wird der Konzern die Q1-Zahlen veröffentlichen. Doch 2025 geht schon einmal als Rekordjahr in die Geschichte ein. Franco-Nevada erzielte einen Bestwert beim Umsatz von ca. 1,82 Mrd. USD. Im Q4 wurde ein Gewinn je Aktie von 1,85 USD erreicht. Der operative Cashflow betrug satte 2 Mrd. USD. Die hohe Liquidität nutzt das Unternehmen für Ausschüttungen. So wurde im Januar 2026 die Dividende zum 19. Mal in Folge erhöht (auf Jahresbasis). Zuletzt lag sie bei 0,44 USD pro Quartal. Die hohe Liquidität von aktuell rund 3,1 Mrd. USD wird für den Erwerb neuer Lizenzen verwendet.
Die Aktie von Franco-Nevada ist nur etwas für langfristig orientierte Investoren. Das Papier hat sich seit dem Tief 2008 in etwa verachtzehnfacht. Seit Anfang 2024 konnte sich der Kurs mehr als verdoppeln. Wer langfristig mit steigenden Goldpreisen rechnet, für den eignet sich die Aktie zur Diversifikation des Portfolios. Aber: Franco-Nevada ist traditionell hoch bewertet, also kein Schnäppchen.
Globex Mining: Royalties, Beteiligungen und mehr!
Globex Mining verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie Franco-Nevada, ist aber bezogen auf den Sektor breiter aufgestellt und niedrig bewertet. Das System basiert auf einem „Project Generator" Modell. Globex erwirbt selbst kostengünstig Liegenschaften und führt auch die grundlegenden geologischen Arbeiten wie die Kartierung, Probenahmen etc. durch. Hat ein Projekt Potenzial, wird es an andere Unternehmen ausoptioniert. Globex Mining muss somit die teure und risikoreiche Exploration nicht stemmen. Im Gegenzug für die Abgabe eines Projekts lässt sich Globex in Aktien und Geld bezahlen, und erhält oft eine Royalty-Beteiligung an einer möglichen Produktion in der Zukunft. Der Partner muss sich aber verpflichten, bestimmte Summen in die Liegenschaft zu investieren.
Daher sieht sich das Unternehmen auch nicht als reines Royalty-Unternehmen, sondern als einen Mix daraus und einer Rohstoff-Bank. Dabei ist auch der Rohstoff-Mix recht breit: Das Portfolio reicht von Gold, Silber, Platin, Kupfer und Zink bis zu Antimon, Mangan und Seltene Erden.
Unter CEO und Gründer Jack Stoch hat Globex Mining bis Ende 2025 rund 270 Projekte im Portfolio angesammelt, wobei der lokale Fokus klar auf Kanada und den USA liegt. Von den 106 Royalties liegen einige bei sehr namhaften Firmen wie Agnico Eagle, Eldorado Gold oder IAM Gold. Mit diesem Ansatz steht das Unternehmen finanziell top da: Es ist schuldenfrei und verfügt über eine Cash-Position (+ Aktien) von rund 40 Mio. CAD. Zudem hält man Aktienpakete an Milliardenkonzernen wie Pan American Silver (100.316 Aktien), Agnico Eagle Mines (22.000 Aktien) und Alamos Gold (18.000 Aktien).
Mit den freien Mitteln treibt Globex drei 100 % eigene Projekte in Québec selbst voran. Insofern unterscheidet es sich hier klar von Franco-Nevada. Die Aktie hat durch mehrere Faktoren Potenzial: höhere oder hohe Rohstoffpreise, Royalties an Minen, die in Produktion gehen sowie Erfolge bei den eigenen Projekten. Wer hier investiert, sollte wie beim „großen Bruder“ Franco-Nevada einen langfristigen Investment-Horizont mitbringen.
BHP: Der Mining-Gigant
Eine dritte Alternative für ein defensiveres Investment im Rohstoffsektor ist BHP. Das australische Unternehmen ist vor Rio Tinto und Southern Copper der größte Bergbaukonzern der Welt. In den vergangenen Jahren haben die Melbourner ihre Strategie geändert: die Schwerpunkte liegen nun auf Kupfer, Eisenerz und Kali. Aktuell ist vor allem der hohe Kupfer-Preis ein Treiber für die Aktie. Allerdings könnte der Markt aufgrund der gestiegenen Düngemittel-Preise auch den Faktor Kali einpreisen. Erst vor wenigen Tagen hat BHP seine Q3-Zahlen (versetztes Geschäftsjahr) veröffentlicht. So wurden zwischen Januar und März 2026 rund 477.000 Tonnen Kupfer abgebaut. Das ist ein Plus von 3 % Vorquartal. Auf 9-Monats-Sicht befindet man sich auf Kurs, im Geschäftsjahr sollen 1,9 bis 2 Mio. Tonnen gefördert werden. Da BHP nur halbjährlich Gewinnzahlen veröffentlicht, zeigen die 6-Monatszahlen einen klaren Trend nach oben. Der Umsatz stieg um 11 % auf 27,9 Mrd. USD, der Gewinn betrug 5,6 Mrd. USD für das Halbjahr (+28 %). 50 % des Konzern-Ebitda stammten aus dem Kupfergeschäft. Zudem wurde eine Zwischendividende von 0,73 USD pro Aktie gezahlt. BHP verfolgt das Ziel, 60 % seiner Gewinne an die Aktionäre weiterzugeben. Die Aktie eignet sich für Anleger, die an steigende Kupferpreise glauben und breit im Markt investiert sein wollen.
Fazit: Mit Franco-Nevada können Investoren breit in den Goldmarkt investieren, ohne größere operative Risiken auf sich zu nehmen. Die Aktie ist traditionell hoch bewertet und eignet sich für die lange Sicht. Das Portfolio von Globex Mining bietet neben Royalties auch Beteiligungen und eigene Projekte. Auch hier ist der Erfolg des einen Projekts langfristig nicht entscheidend für den Anlageerfolg. Die Aktie fährt noch unter dem Radar vieler Investoren, dementsprechend groß ist das Potenzial. BHP setzt vor allem auf Kupfer, das von der Energiewende profitiert. Mit Escondida hält man Anteile an der größten Kupfermine der Welt. Als Langfrist-Play ist die Aktie vor allem für eine Diversifizierung geeignet.
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