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12.06.2026 | 05:10

Dekarbonisierung – ein verkannter Milliardenmarkt! Strategic Resources will vorne mitmischen, was ist mit ITM Power und Nel?

  • grüner Stahl
  • grüner Wasserstoff
  • Dekarbonisierung
  • Batteriemetalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Dekarbonisierung entwickelt sich zunehmend zum dominierenden Megatrend der globalen Industrie und eröffnet völlig neue Wertschöpfungsketten zwischen Energie, Rohstoffen und Technologie. Während Unternehmen wie ITM Power und Nel die technologische Grundlage für grünen Wasserstoff liefern, rücken zugleich „Rohstoffentwickler“ wie Strategic Resources in den Fokus. Die Kanadier wollen die Industrie mit grünem Stahl beliefern und planen den Aufbau einer umfassenden Wertschöpfungskette. Zudem wurde eine spannende Partnerschaft zur Entwicklung vanadiumbasierter Batteriematerialien eingegangen. Wer macht das Rennen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: STRATEGIC RES INC. | CA86277X3004 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategic Resources – Micro Cap vs. Mega Potenzial

    Die Gesellschaft agiert an entscheidenden Schnittstellen des Megatrends Dekarbonisierung. Zentral hierbei ist das BlackRock-Projekt in der kanadischen Provinz Québec, welches Eisen, Vanadium und Titan vereint und rund 128 Mio. Tonnen mineralisierte Reserven vorweisen kann. Diese Rohstoffe sind für die Dekarbonisierung der Stahlindustrie essenziell, aber auch für diverse Anwendungen in der Batterie- und Verteidigungsbranche. Damit kann die Gesellschaft mehrere industrielle Endmärkte bedienen.
    Ziel ist eine integrierte Plattform zu schaffen, welche mehrere Stufen der Wertschöpfungskette abbildet. Die Eisenerzgewinnung steht am Anfang. Das Rohmaterial soll anschließend in einer Aufbereitungsanlage zu Eisenkonzentrat verarbeitet werden. Im letzten Schritt wird es in Port Saguenay weiterveredelt zu sogenannten Eisenerz-Pellets. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Industrieprodukt, welches sich effizient in modernen, CO2-ärmeren Verfahren einsetzen lässt.
    Für die Unternehmensphase typisch stehen die Projektentwicklung, Genehmigungsprozesses, Finanzierungen und die Vorbereitung zukünftiger Förderaktivitäten zu den wichtigsten Aufgaben. Hier meldete die Gesellschaft zuletzt einen wichtigen Meilenstein. Mit der Beantwortung der letzten Rückfragen des Umweltministeriums in Quebec konnte ein nächster wichtiger Schritt im Rahmen der Genehmigungsprozesses der geplanten 4-Millionen-Tonnen-Pelletieranlage am Port Saguenay gegangen werden.
    Neben Kanada besitzt Strategic Resources mit dem Mustavaara-Projekt in Finnland ein weiteres Entwicklungsfeld. Dabei handelt es sich um eine historische Produktions- und Verarbeitungsstätte, die in der Vergangenheit Eisenerz und Vanadium verarbeitete.
    Für Aufsehen sorgte zuletzt auch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit Tyfast. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll untersucht werden, wie Vanadium aus dem genehmigten Bergwerk von Strategic Resources in Kanada zu batterietauglichem Vanadiumoxid veredelt und in die firmeneigene LVO lithium vanadium oxide -Anodenplattform der US-Gesellschaft Tyfast integriert werden kann. In dieser Partnerschaft zur Entwicklung vanadiumbasierter Batteriematerialien steckt, wenn auch noch in einer frühen Phase, viel Potenzial.
    Im letzten Monat führten die Kanadier eine Kapitalerhöhung im Volumen von 10 Mio. CAD zu einem Preis von 0,25 CAD durch. Zeichner erhielten pro Aktie zudem einen Warrant mit einem Ausübungspreis von 0,40 CAD und dreijähriger Laufzeit. Aktuell notieren die Anteilsscheine bei einem Kurs von 0,27 CAD, was einer Marktkapitalisierung von 16 Mio. CAD entspricht. Zu wenig, wenn man sich die Marktchancen vor Augen hält.

    Nel – Anleger nehmen Gewinne mit

    Grüner Wasserstoff ist ein industrielles Produkt, welches durch Elektrolyse entsteht. Das heißt, Strom spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Entscheidend ist, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, denn nur so ist er “grün”, bzw. CO2-frei.
    Nel entwickelt jedoch nicht nur Elektrolyseure, sondern deckt auch weitere Teile der Wasserstoffinfrastruktur ab, darunter auch Speicher- und Betankungslösungen. Nachdem die Anteilsscheine sich seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt hatten, nahmen Anleger in den letzten Wochen Gewinne mit. Analysten hatten im Vorfeld mehrfach ihre Skepsis zur hohen Bewertung des Unternehmens geäußert.
    Zuletzt führte die Gesellschaft nach mehrjähriger Entwicklungszeit ihre Druckalkali-Plattform der nächsten Generation ein und setzt damit neue Maßstäbe in Sachen Einfachheit und Kosteneffizienz bei der Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Die Norweger erwarten so die im Markt üblichen Betriebskosten um die Hälfte zu unterschreiten und so Wachstum zu generieren.

    ITM Power – Beachtliche Erfolge als Technologiepartner

    Die Gesellschaft entwickelt und produziert Elektrolyseure. Anleger haben in der Vergangenheit ebenso viele Höhen und Tiefen mitgemacht wie bei Nel. Die Branche ist nun längst in der industriellen Realität angekommen. ITM hat seine Strategie angepasst. Wirtschaftlichkeit, standardisierte Produkte und starke operative Disziplin führten zu wachsendem Umsatz und Auftragsbestand.
    Besonders spannend ist die jüngste Entwicklung auf der Projektseite. ITM konnte mehrere industrielle Wasserstoffprojekte sichern bzw. in die Umsetzungsphase überführen. Zudem baut die Gesellschaft ihre Rolle als Technologiepartner für großindustrielle Anwendungen aus. Im Frühjahr wurde eine strategische Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall bekannt. Ziel ist der Aufbau eines europäischen Netzes von Power-to-X-Anlagen zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Die dafür benötigten Elektrolyseure liefert ITM.
    Die Briten befinden sich dennoch weiterhin in der Verlustzone und das wird sich kurzfristig auch nicht ändern. Die Gesellschaft ist mit 833 Mio. GBP bzw. mit 966 Mio. EUR bewertet. Analysten stufen die Aktie momentan als fair bewertet ein.

    Fazit

    Die Wasserstoffunternehmen ITM Power und Nel machen operativ große Fortschritte, jedoch wollen Anleger endlich schwarze Zahlen sehen. Strategic Resources verfügt über ein außerordentliches Projekt und trifft den Nerv der Zeit. Hier kann eine wichtige Industrieplattform für grünen Stahl und innovative Batteriematerialien entstehen. In der aktuellen Bewertung von 16 Mio. CAD ignoriert der Markt die Chancen komplett.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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